The Vagrant – E … Es ist nicht das, wonach es aussieht!

Es sei denn es sieht wie ein spaßiger Mix aus 2D-Rollenspiel und Action Adventure aus. Dann ja, ist es exakt das, wonach es aussieht … Neulich auf Steam: Wie gewohnt schaue ich halb schlafwandelnd durch die Neuerscheinungen im Steamstore, wo mir the Vagrant zwei… kaum ĂŒbersehbare Argumente bietet. Und ja, dieses Spiel ist sexistisch: WĂ€hrend … weiter

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The Vagrant – E … Es ist nicht das, wonach es aussieht!

Reddok am 21.August 2018 um 11:08:51

Es sei denn es sieht wie ein spaßiger Mix aus 2D-Rollenspiel und Action Adventure aus. Dann ja, ist es exakt das, wonach es aussieht …

Neulich auf Steam: Wie gewohnt schaue ich halb schlafwandelnd durch die Neuerscheinungen im Steamstore, wo mir the Vagrant zwei… kaum ĂŒbersehbare Argumente bietet. Und ja, dieses Spiel ist sexistisch: WĂ€hrend die Frauen durchweg hĂŒbsch – und gut gebaut – sind, sehen die mĂ€nnlichen Exemplare teilweise aus wie Kartoffeln. Wo ist der gutausehende, muskelbepackte Typ, der nur eine knappe Unterhose anhat?

Aber ich schweife ab. Zum Release kostete es nur 2€, weil es um 50% gesenkt war, also dachte ich mir: „Was kann schon schiefgehen?“ Wie sich herausstellte, fast gar nichts. Das Spiel hat zwar einige Krankheiten- die ich spĂ€ter noch aufzĂ€hlen werde – aber die sind fĂŒr den Preis maximal Meckern auf hohem Niveau.

Leichte MĂ€dchen, seichte Story… und Gollum

Die Story verdient keinen Nobelpreis, aber macht auch einige Dinge richtig. Wir schlĂŒpfen in die spĂ€rlich bedeckte Haut der Söldnerin Vivien und stolpern von einem Missgeschick in das nĂ€chste. Erst sinkt unser Schiff, nachdem uns ein Typ mit Eulenkopf besucht. Am Strand angespĂŒlt treffen wir auf ein MĂ€del, welches wir vor einem Eber retten, aus Dank gibt sie uns eine Unterkunft und bittet uns, sie aus ihrem Dorf zu eskortieren, da sie zwangsverheiratet werden soll und zwar an einen stotternden Bauernjungen (der mir ehrlich gesagt etwas leidtat). Als wir jedoch am Treffpunkt ankommen, ist der heimliche Geliebte jedoch tot. Um das MĂ€dchen trauern zu lassen gehen wir zum Dorf zurrĂŒck – dort ist die Kacke jedoch richtig am Dampfen, denn es Stellt sich heraus, dass der getötete Geliebte dummerweise einen magischen Schutzfelsen vollgeblutet hat. Dies fĂŒhrt dazu, dass das Dorf vom Soulreaper und einer Horde Untoter heimgesucht wird, die uns promt aus den Latschen hauen. GlĂŒcklicherweise werden wir von einer Magierin und ihrem SchĂŒler gerettet, die Freude darĂŒber hĂ€lt natĂŒrlich nur kurz an, da die Magierin uns als RunenwĂ€chter erkennt und verslkavt uns mit einem Fluch, ohne zweimal drĂŒber nachzudenken – denn RunenwĂ€chter töten gern Magier. Quasi wie in Dragon Age, nur andersherum. Wird es Vivien schaffen, den Fluch aufzuheben? Was hat es mit der Eule und dem Soulreaper auf sich? Was hat die Magierin vor?
Okay zugegeben, das klingt jetzt vermutlich ziemlich simpel… Ist es auch. Was aber meiner Meinung nach gut gemacht ist: Die Art und Weise, wie man StĂŒck fĂŒr StĂŒck mehr ĂŒber Vivien und die dĂŒsteren Geheimnisse ihrer Familie erfĂ€hrt, vor allem Vater Vincent und Schwester Valerie, wĂ€hrend der Name der Mutter nicht mal genannt wird… Vermutlich Valentina oder so… Außerdem gibt es einige Popkulturreferenzen, wie z.B. Gollum und den einen Ring(als zufĂ€lliges Verkaufsobjekt). Das gibt bei mir immer ein paar Pluspunkte. Das Worldbuilding lĂ€sst aber etwas zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Es fĂŒhlt sich wie eine große Welt an, der eigentliche Inhalt beschrĂ€nkt sich fast Ausschließlich auf die Magierakademie und die RunenwĂ€chter, dabei steigen wir in die tiefen der Hölle oder kĂ€mpfen sogar gegen einen Gott! ZusĂ€tzlich werden in den Credits eine ganze Menge Ereignisse angeteasert, und zwar im vertikalen Skryrim Wandrelief-Style.

GrĂŒnĂ€ugige Blondine sucht… wĂŒrdige Gegner zum Verdreschen

Um sich wilde Tiere, DĂ€monen, Untote und anderes Gesocks vom Hals zu halten, muss man tough sein – zum GlĂŒck ist Viven eine Mordsbraut, die Mithilfe eines Langschwerts alles ins Jenseits befördert, was ihr im Weg steht. Bis man aber Götter und andere UngetĂŒme besiegen kann, muss man so einiges an Mana (= Erfahrung) in den Fertigkeitsbildschirm investieren. Meine Philosophie: Je schneller ich etwas töten kann, desto geringer die Chance, dass es mich tötet. Ich wĂŒrde aber auch empfehlen Kombos, Manöver wie DoppelsprĂŒnge und TrankvertrĂ€glichkeit freizuschalten. The Vagrant verfĂŒgt ĂŒber ein standard Actionkampfsystem (und Xbox-Controller ist bei mir Standard): X fĂŒr einen leichten Angriff, Y fĂŒr einen Schweren. Vier leichte Angriffe lassen sich kombinieren, man kann aber jederzeit mit einem schweren Angriff abschließen. D.H. es gibt XXXX, XXXY, XXY, XY und Y. Der schwere Angriff durchbricht nicht nur blockende Gegner, sondern hat auch einen Elementareffekt, der von der ausgerĂŒsteten Waffe abhĂ€ngig ist. Feuer richtet mehr Schaden an, Eis verlangsamt und Blitz verteilt einen Prozentsatz des Schadens auf nahe Gegner. RĂŒstungen und Waffen lassen sich verbessern, verzaubern und auseinandernehmen. GemĂ€ĂŸ ihres Designs ist Viven jedoch nicht darauf ausgelegt, SchlĂ€ge einzustecken. Blocken funktioniert nicht, also muss man allen Attacken mit RT ausweichen. Kassiert man trotzdem eine Schelle, kann man sich mit LT einen Trank reinpfeifen, dieser hat jedoch einen Cooldown: Wenn man schnell hintereinander trinkt, ist die Wirkung minimal; gilt auch fĂŒr verschiedene Tranksorten. Elixiere sind die einzige Ausnahme, die fĂŒllen Wut und HP sofort wieder auf. Ganz vergessen: Mit B in Kombination mit dem Digikreuz löst man einen von 4 ausgerĂŒsteten Spezialangriffen aus, die Wut konsumieren. Die habe ich fast nie benutzt; dafĂŒr einen passiven Skill der mir auf höchster Stufe bis zu 30% Bonusschaden gibt, solange die Wutleiste voll ist.

Das Kampfsystem ansich ist einfach zu lernen und flĂŒssig – allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad erst spĂ€t im Spiel erheblich an. Ein einzelner optionaler Bossgegner (fĂŒr das wahre Ende) hat mich alleine hĂ€ufiger gekillt als alle anderen zusammen. Generell hab ich ca. 85% des Spiel auf dem normalen Schwierigkeitsgrad durchgespielt, ohne dass ich gestorben bin. Auch manche Kampfabschnitte waren seltsam. Es gibt z.B. Stellen wo der ganze Bildschirm voller Gegner ist, die sich gegenseitig ergĂ€nzen und das Leben des Spielers potenziell zur Hölle machen können. Dann gibt es noch Abschnitte wo einfache Gegner einzeln kommen oder man einfach nur mit Hirschen und Wildschweinen eingesperrt ist, die man zwar töten muss um weiterzukommen, aber so gut wie keinen Widerstand leisten. Dann gibts wieder Stellen, wo man von außerhalb des Bildschirms weggesnipert wird. Klingt jetzt vielleicht alles schlimmer als es ist.
Optik und Sound sind hingegen Top und auch abwechslungsreich. Umgebungen und Charaktere sind handgezeichnet, Bosse und Gegner sehen außnahmslos super aus. Man kĂ€mpft sich durch idyllische Felder, verfallene Königreiche, verschneite Berge, geheime Laboratorien und das Innere eines lovecraft’schen Schreckens. Das ist kein Spoiler; man wird nicht von einem Monster verschluckt. Stellt euch folgende Situation vor: Ihr kĂ€mpft euch durch von Fleisch, Augen und SchlĂŒndern ĂŒberzogene Korridore, wĂ€hrend im Hintergrund Musik mit harten Riffs lĂ€uft und die gepeinigten Seelen eurer gefallenen Gegner vor Qual schreien… \m/

Mein Fazit: FĂŒr unter 5€ ein Spaß, der lĂ€nger unterhĂ€lt als eine Durchschnittliche COD-Kampagne. Noch mal kurz zusammengefasst:

Pro’s:
– einfaches, aber gut funktionierendes Kampfsystem
– eine Welt, von der man gern mehr sehen wĂŒrde
– toller Sound
– erkunden der Welt wird belohnt

Con’s:
–wenig fĂŒr Hinternliebhaber
–Story fĂŒhlt sich Anfangs an wie eine Abfolge von ZufĂ€llen, bleibt recht zweckmĂ€ĂŸig
– Endgame um einiges schwieriger als der Rest des Spiels
– nur in englischer Sprache

Alles in allem geb ich fĂŒr den niedrigen Preis des Spiels 7,5 knappe Oberteile von 5,25 BikinirĂŒstungen.
Von kĂŒhlen Blondinen gehts als nĂ€chstes in den kalten Krieg…

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Bewertung: 5.0/5 (8)