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Age of Empires IV – Test, Review zum Strategie-Hit

FloosWorld am 25.Oktober 2021 um 09:10:16
Als der vierte Teil der AoE-Reihe im August 2017 auf der Gamescom zusammen mit den Definitive Editions zu AoE 1 – 3 angekündigt wurde, war die Begeisterung unter der Fangemeinde ziemlich groß. 12 Jahre nach dem letzten Teil, der HD Edition zu AoE 2 und Extended Edition von AoM nun endlich ein neuer Teil! Viel wurde spekuliert, insbesondere über das Setting, da der Teaser Trailer viel Raum für Interpretationen gelassen hat. „A new Age is upon us“ funktioniert natürlich als cleverer Teaser zu AoE 4, suggeriert aber auch, dass das Spiel ein neues Setting haben wird. Das berühmt berüchtigte Artwork aus der Collector’s Edition von AoE 3, welches einen Weltkriegssoldaten zeigt, wurde ebenfalls zu Rate gezogen. 2019 wurde anschließend das Geheimnis gelüftet: Age of Empires 4 wird wie auch Teil 2 im Mittelalter spielen! Vier Jahre und wenige Monate nach der Ankündigung ist es nun endlich soweit – AoE 4 wird auf die Spielerschaft losgelassen. Die Fragen dabei sind: Was kann der neue Teil? Ist er gut oder wird er die Serie zu Grabe tragen?
Ich selbst durfte AoE 4 bereits in seiner Alpha sowie für das offizielle Begleitbuch für mehrere hunderte Stunden spielen und möchte nun die im vorherigen Absatz gestellten Fragen beantworten. Da ich das Spiel hauptsächlich in Englisch gespielt habe, werdet ihr auch vorwiegend die englischen Begriffe finden, ich versuche sie trotzdem zu übersetzen.
Vielen Dank an dieser Stelle an Microsoft und Xbox, die mir einen Code für die Reviewversion bereitgestellt haben!

Inhalt

Die Standard Version von Age of Empires IV beinhaltet u.a.

  • 8 Völker
  • 4 Kampagnen
  • Die Art of War Missionen
  • 17 Zufallskarten
  • 3 an- und abwählbare Siegesbedingungen

Die Deluxe Edition kommt zudem mit einigen Goodies, wie etwa die Digitale Version des Soundtracks und einer Tabelle mit der Übersicht der Einheitenkonter, daher. Gameplay-relevante Vorteile bietet sie nicht.

Gameplay

Age of Empires IV orientiert sich im Gameplay an Age of Empires II und III und nimmt sich Elemente aus beiden Teilen her. Diese Mischung fühlt sich vertraut und gleichzeitig neu an.

Der Basenbau erinnert vom Ablauf her an Age of Empires II, wird aber durch den Bau von Wahrzeichen aufgepeppt, welche selbst im Prinzip den asiatischen Völkern aus der AoE 3 Erweiterung „The Asian Dynasties“ entnommen sind. Dabei handelt es sich um spezielle Gebäude, die gebaut werden müssen, um in das nächste Zeitalter voranzuschreiten. Jedes Volk (mit Ausnahme der Abbasiden Dynastie) hat zwei pro Zeitalter aus denen es wählen muss. Die Chinesen können zudem beide Wahrzeichen pro Zeitalter bauen. Die Landmarks selbst erlauben einige strategische Entscheidungen. Will man als Franzose mit dem Bau des Royalen Institutes ab der Ritterzeit lieber alle Spezialtechnologien zu einem günstigeren Preis haben oder lieber in die Gildenhalle investieren, die alle 20 Sekunden je 20 Einheiten von einem der vier Rohstoffe (frei wählbar!) generiert?

Es gibt wieder vier Rohstoffe, die wie bei AoE 1 und 2 wieder in Gebäude eingelagert werden müssen. Adam Isgreen, der Creative Director hinter Teil 4 sowie den Definitive Editions, meinte zudem, dass man ursprünglich plante, dass Rohstoffe zuerst verarbeitet werden müssen, bevor sie nutzbar sind, also ähnlich wie in Die Siedler. Dies wurde aber zugunsten des Tempos gestrichen.

Bereits ab der Feudalzeit lassen sich nun auch Belagerungsrammen und -türme bauen sobald man in der Schmiede das „Siege Engineering“-Upgrade erforscht hat. Belagerungsrammen können ausschließlich Gebäude angreifen und sollten unbedingt von Nahkampfeinheiten gedeckt werden. Belagerungstürme kommen zum Einsatz, um Truppen auf den nun begehbaren Steinmauern zu überraschen.

Tiere verwesen nun nicht mehr und können auch problemlos von Militäreinheiten getötet werden, was grobe Fehler nun deutlich mehr verzeiht. Dies ist auch bitter nötig, denn die Wildschweine sind hier stärker als je zuvor und regenerieren auch ihre Gesundheit.

Zudem lässt sich die „Professional Scouts“-Technologie erforschen, mit der Späher nun Rehe tragen und bei Dorfzentrum oder Mühle ablegen können. Schafe folgen bei Sichtkontakt nun dem Späher und können nicht mehr vom Gegner „gestohlen“ werden.

Ein Tutorial gibt es auch, welches sich sofort beim ersten Spielstart startet. Zudem gibt es ein dynamisches Tutorial, welches interaktiv Tooltips einblendet, sobald das Spiel davon ausgeht, dass man bei bestimmten Punkten Hilfe benötigt. Das dynamische Tutorial lässt sich jederzeit abschalten.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, Gebäude anzuzünden. Hat ein Gebäude nur noch 25 % seiner ursprünglichen HP übrig, fängt es an bis zum Verfall herunterzubrennen und fällt anschließend in sich zusammen, falls es nicht repariert wird. RTS Veteranen wird diese Mechanik an Cossacks erinnern.

Um Einheiten zu bekehren, müssen Mönche eine Reliquie in der Hand halten. Bekehrungen richten sich zudem nicht mehr an einzelne Einheiten, sondern finden im Umkreis des Mönchs statt. Somit sind Massenbekehrungen möglich.

Sound & Musik

Das Sounddesign lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: fantastisch. Je nachdem, wo man gerade auf der Karte ist, hört man die Einheiten unterschiedlich laut und auch hallend. Das gleiche gilt für Kampfgeräusche und Kriegsschreie.

Einen klassischen Soundtrack, wie man ihn in den Vorgängern hören konnte, gibt es in diesem Sinne nicht. Stattdessen ändert sich die Musik nun dynamisch je nachdem welches Volk man spielt und in welchem Zeitalter man sich befindet. In diesen Musikstücken lassen sich aber Referenzen auf die eigene Vergangenheit finden. Die Musik der Imperialzeit der Engländer rezitiert beispielsweise das Stück „Felonious Junk“ aus dem AoE 3 Soundtrack. Die berühmten sechs Noten, welche den Anfang vom Age of Empires Theme bilden, lassen sich ebenfalls im Soundtrack finden.

Viele Wege führen zum Sieg

Age of Empires IV hat drei Siegesbedingungen, die sich individuell an- und abwählen lassen:

  • Wahrzeichen: Sieger ist, wer die gegnerischen Wahrzeichen zerstört, aber Vorsicht: Wahrzeichen können repariert werden! Kommt dem klassischen Conquest-Modus am nächsten.
  • Heilige Stätte: Je nach Karte gibt es unterschiedlich viele Heilige Stätte. Diese sind mit den Ruinen aus Age of Empires 1 vergleichbar. Sie werden durch Mönche erobert und generieren alle 15 Sekunden jeweils 10 Gold. Wer alle hält und verteidigen kann, gewinnt.
  • Wunder: Eigentlich selbsterklärend. Jedes Volk hat in der Imperialzeit Zugriff auf ein Weltwunder. Das Spiel gilt als gewonnen, wenn man das eigene Weltwunder nach dem Bau 10 Minuten lang verteidigen kann.

Zudem gibt es eine vierte, inoffizielle Siegesbedingung mit „Sandbox“. Hier sind alle der obengenannten Bedingungen deaktiviert.

Die Völker

Age of Empires IV hat weniger Völker als Teil 2 es zu Release hatte (13). Es wartet wie auch schon Teil 3 mit acht Völkern im Hauptspiel auf:

  • Engländer: Die Engländer haben einen starken Fokus auf ihre Langbogenschützen, die sie bereits ab der Feudalzeit in der Schießanlage oder einem ihrer Wahrzeichen – der Council Hall – erschaffen können. Letztere beherbergt auch alle dazugehörigen Upgrades und erschafft den Langbogen etwas schneller. Zudem können sie bereits ab der Dunklen Zeit Speerkämpfer ausbilden, um gegen feindlichen Kavallerieangriffen gerüstet zu sein.
  • Franzosen: Der Fokus der Franzosen liegt in ihrer Kavallerie, der Wirtschaft und dem Handel. Ihre Wirtschaftsgebäude sind günstiger und ihre Händler können jeden Rohstoff von anderen Märkten zurückbringen. Mit den Royalen Rittern haben sie außerdem ab der Feudalzeit eine gefährliche Einheit zur Verfügung.
  • Heiliges Römisches Reich: Das HRR ist ein Infanterievolk und kann Gebäude, die im Einfluss des Startdorfzentrums gebaut wurden, fernreparieren lassen. Zudem haben sie Zugriff auf dem Prälaten, der Dorfbewohner inspirieren kann. Inspirierte Dorfbewohner arbeiten eine gewisse Zeit lang schneller.
  • Rus: Die Rus generieren Gold durch das Jagen und Töten von Tieren. Zudem haben sie eine zusätzliche Goldquelle, wenn sie ihre Jagdhütten in der Nähe von Wäldern bauen. Mit ihren Kriegsmönchen haben sie eine berittene religiöse Einheit, die auch im Kampf eingesetzt werden kann.
  • Chinesen: Die Chinesen haben die einzigartige Dynastie-Mechanik und können als einziges Volk alle Wahrzeichen bauen. Dies ist auch nötig, um die nächste Dynastie freizuschalten. Zudem haben sie kostenlosen Zugriff auf die Chemie-Technologie, sobald sie in die Imperialzeit voranschreiten.
  • Mongolen: Als Nomadenvolk müssen die Mongolen keine Häuser bauen und starten bereits mit vollem Bevölkerungslimit. Sie können zudem als einziges Volk so gut wie jedes Gebäude ein- und an anderer Stelle auf der Karte wieder auspacken. Außerdem haben sie Zugriff auf den Ovoo, welcher auf Steinvorkommen platziert wird, dadurch konstant diesen Rohstoff abbaut und Gebäude, die im Einflussbereich gebaut wurden, Zugriff auf stärkere Varianten der normalen Technologien gewährt. Sie sind ebenfalls die einzigen, die weder Palisaden, noch Steinmauern bauen können.
  • Delhi Sultanat: Als einziges Volk kann das Delhi Sultanat seine Technologien komplett gratis entwickeln, aber dies deutlich langsamer als die anderen Völker. Um die Forschungsgeschwindigkeit zu beschleunigen, müssen Moscheen gebaut und Gelehrte in ihnen einquartiert werden, deswegen haben sie bereits ab der Dunklen Zeit Zugriff auf das Gebäude.
  • Abbasiden Dynastie: Die Abbasiden Dynastie hat Zugriff auf das Haus der Weisheit. Das ist das einzige Wahrzeichen, was das Volk ziemlich verwundbar für Angriffe macht. Sie sind zudem die einzigen, die Zugriff auf Kameleinheiten haben. Um ins nächste Zeitalter voranzuschreiten, entwickeln sie für je 2 Minuten einen neuen Flügel beim Haus der Weisheit.

Die Völker unterscheiden sich in ihrer Spielweise deutlicher als noch bei Age of Empires II, erreichen aber nicht komplett den Level an Einzigartigkeit, den die Age of Empires III Völker hatten.

Die Kampagnen

Ein besonders großer Wert wurde dieses Mal auf die Kampagnen gelegt, wie man auch unschwer an dem veröffentlichten Promomaterial erkennen kann. Von denen gibt es vier:

  • The Normans: Die Geschichte über die letzte erfolgreiche Invasion der britischen Insel mit der Schlacht von Hastings (1066) und über die Anfänge der heutigen britischen Monarchie mit Charakteren wie William the Conqueror und seinen Nachfahren.
  • The Hundred Years War: Die 100jährige Auseinandersetzung zwischen England und Frankreich, beginnend mit dem Turnier der 30 über Auftritten von Johanna von Orleans bis hin zur Verwendung von Schießpulver und Artillerie und dem Sieg über England.
  • The Mongols: Die Geschichte des Mongolenreichs und den Auseinandersetzungen mit den Chinesen und Rus aus der Sicht von Persönlichkeiten wie Genghis Khan oder Kublai Khan.
  • The Rise of Moscow: Der Aufbau der heutigen Hauptstadt Russlands, welche unter ständiger Bedrohung seitens der Mongolen stand und die Geschichte, wie aus einer Stadt ein Imperium entsteht.

Die Kampagnen werden aufwändig mittels Einleitungsvideos vor jeder Mission erzählt und sind im Dokumentationsstil gehalten. Die Videos wurden eigens für das Spiel an den jeweiligen Orten gedreht und fügen AR-mäßig Einheiten ein, um so Schlachten und Belagerungen zu zeigen. Die Missionen sind ähnlich aufgebaut und die Stimme der Erzählerin erklärt, was gerade passiert.

Mit fast jeder Mission schaltet man Bonusmaterial frei, wie etwa die „Hands on History“-Videos. Dabei handelt es sich um Minidokus, die verschiedene Aspekte des Mittelalters behandeln, etwa den Burgenbau, das Tribock oder die Chevauchée-Taktik.

Die Missionen sind kürzer als das, was man von den Vorgängern gewohnt ist, dafür gibt es mehrere Missionen pro Kampagne. Sobald man die ersten beiden Missionen der Normannen-Kampagne abgeschlossen hat, sind alle vier Kampagnen in freier Reihenfolge spielbar.

Es gibt 4 Schwierigkeitsgrade: Einfach, Mittel, Schwer sowie Story. Letzterer macht die Missionen noch Einfacher und richtet sich insbesondere an Leute, die nicht allzu sehr in Echtzeitstrategiespielen drinnen sind und einfach nur Geschichte „genießen“ möchten. Das gute Mittelmaß und die Empfehlung der Entwickler ist der mittlere Schwierigkeitsgrad, da hier der Gegner anspruchsvoller ist und den Spieler auch fordert.

Mit „Art of War“ gibt es wie auch schon seit AoE 2 DE wieder eine Minikampagne mit Herausforderungen, welche verschiedene Aspekte des kompetitiven Gameplays testen. In insgesamt 5 Missionen werden hier Dinge wie Einheitenkonter, Boom, Belagerung und Frühe Wirtschaft geübt. Je nach Abschneiden verdient man hier Gold, Silber und Bronze.

XP, Masteries und tägliche Aufgaben

In Age of Empires IV sammelt man Erfahrungspunkte, die man durch verschiedene Aspekte gewinnt, etwa dem abschließen von täglichen Aufgaben. Dabei handelt es sich um fünf zufällige Aufgaben wie „Gewinne ein Spiel“, „Bilde x Einheiten aus“ oder auch „Sammle x Rohstoffe“. Wie der Name schon vermuten lässt, werden diese Aufgaben alle 24 Stunden durch neue Aufgaben ersetzt.

Zudem gibt es die sogenannten „Masteries“ (Meisterungen). Dabei handelt es sich um eine Reihe von 15 Aufgaben, welche für jedes Volk abgeschlossen werden muss. Die Aufgaben richten sich an völkerspezifische Aspekte, z.B. dem Sammeln von 500 Rohstoffen von inspirierten Dorfbewohnern in der Dunklen Zeit als Heiliges Römisches Reich. Mit jeder abgeschlossenen Meisterung schaltet man Portraits frei, die wie die Profilbilder von AoE 2 DE und 3 DE funktionieren.

Des Kaisers neues Wappen und Monument

Neben den Portraits lässt sich das eigene Auftreten im Spiel noch weiter anpassen. Jeder Spieler in Age of Empires IV hat ein Wappen, welches individuell angepasst werden kann in Form, Farbe und angezeigtem Symbol. Die Symbole für das Wappen werden durch das Abschließen von Meisterungsaufgaben freigespielt. Zudem gibt es einige besondere Symbole wie etwa für Mitglieder des AoE Insiderprogramms. Das Wappen sowie das Portrait werden beim Laden eines Spiels angezeigt.

Eine weitere Form zur Anpassung ist das Monument. Dabei handelt es sich um eine Statue, welche beim Dorfzentrum im Spiel platziert ist. Standardmäßig hat man hierbei eine große Glocke. Monumente werden wie auch die Wappensymbole durch das Abschließen von Meisterungen freigeschalten, zudem bekommen Käufer der Deluxe Version ein spezielles Monument.

Die Liebe zum Detail

Überall lassen sich kleine Details im Sound- und Grafikdesign finden, welche zeigen, wie detailverliebt das Spiel eigentlich ist. So gibt es nun Wälder, in denen sich Einheiten verstecken können (die sogenannten „Stealth Forests“), um gegnerische Einheiten auf offener Fläche zu überraschen. Einheiten, die sich in solchen Wäldern bewegen, flüstern anstatt ihre Befehle laut zu bestätigen.

Jedes der acht Völker hat einen individuellen Architekturstil, der sich an die historischen Gegenstücke anlehnt. Die Burgen der Rus bestehen beispielsweise aus Backsteinen, da dies die vorherrschende Steinart in Osteuropa war. Die Gebäude der Engländer und Franzosen sehen sich teilweise ähnlich, entwickeln sich aber dann doch auseinander, denn Gebäude ändern je nach Zeitalter auch ihr Aussehen.

Auch Einheiten haben ein anderes Modell je nach bereits entwickeltem Upgrade. Die Rüstungen der Einheiten der Imperialzeit sind beispielsweise goldverziert.

Zudem sprechen die Einheiten je nach Zeitalter immer moderner. Während die Sprache der Franzosen in der Dunklen Zeit beispielsweise noch deutlich vom Lateinischen beeinflusst ist, entwickelt sie sich über Feudal-, Ritter- und Imperialzeit immer mehr hin zum modernen Französisch.

Gebäude werden in den Basen nun durch automatisch generierte Straßen miteinander verbunden, was zwar spielerisch keinen Wert hat, aber schön anzusehen ist.

Die Schattenseite…

Das sind ziemlich viele positive Dinge in AoE 4! Gibt es auch Dinge, die kritikwürdig sind…? Ja, die gibt es.

Leider fühlt sich das Spiel in Sachen Bedienung an einigen Stellen unnötig veraltet an, da es auf Funktionen verzichtet, die die Definitive Editions von AoE 1 – 3 bereits hatten, wie beispielsweise die Globale Warteschleife, welche anzeigt, was man gerade entwickelt und erforscht. Um einen Überblick über die eigene Produktion zu haben, muss man also wie in den Originalen der alten Spiele die einzelnen Gebäude durchklicken.

Zudem fehlen essentielle Hotkeys wie die „Gehe zu…“-Hotkeys aus Age of Empires 2. Stattdessen sind die Tasten F1 – F3 standardmäßig mit „Wähle alle Militärgebäude“, „Wähle alle Wirtschaftsgebäude“ und „Wähle alle Technologiegebäude“ belegt und um auf einzelne Gebäude zuzugreifen müssen diese mit der TAB-Taste durchgegangen werden. Andere Hotkeys sind fix belegt und können nicht geändert werden, z.B. das freie Drehen der Kamera mit gedrückter ALT-Taste, welche mich in manchen Spielen irritiert hat. Falls man eine Gamingmaus mit mehreren Buttons hat, muss zudem auf die Software des Mausherstellers zurückgegriffen werden, um überhaupt diese belegen zu können.

Der Kampf gegen die KI ist okay, aber diese fühlt sich vom Sprung auf Mittel zu Schwer zu unausgeglichen an. Während beide ähnliche Upzeiten für die Feudalzeit haben, lässt sich die Mittlere KI viel Zeit bis sie überhaupt in die Ritterzeit voranschreitet. Hier sollte man noch nachbessern.

Weitere fehlende Features sind der Szenarioeditor (wird im Frühjahr 2022 nachgereicht), der Ranked-Modus und Cheats.

Meinung & Fazit

Ich hatte sehr viel Spaß mit Age of Empires IV trotz der im vorherigen Absatz geschilderten Schwächen. Die Kampagnen sind wunderbar inszeniert und die „Hands on History“-Videos haben mich angefixt, um die nächste Mission zu spielen, damit ich weitere freischalte. Um also die zweite Frage zum Anfang zu beantworten: Ich finde durchaus, dass AoE 4 gut ist und die Serie nicht zu Grabe tragen wird. Meiner Meinung nach musste das Spiel im Vorfeld einiges an ungerechtfertigter Kritik seitens der Grafik einstecken. „Comicgrafik“, „Age of Disney“ und ähnliches hat man da gelesen. Das Größenverhältnis der Einheiten und Gebäude wurde bemängelt, die Farben als zu bunt bezeichnet und dabei wurde sich anscheinend nie die Mühe gemacht die anderen Teile anzusehen, um zu erkennen, dass AoE 4’s Stil sich nahtlos bei den Vorgängern einreiht, was auch kein Wunder ist, da Art Director Zach Schläppi in mehreren Interviews meinte, dass er sich Farben aus AoE 1 – 3 herausgepickt hat und man bereits bei Age of Empires 2 Dinge gesehen hat, wie Palisaden, die genauso hoch wie Häuser sind.

Mit Age of Empires IV hat man endlich wieder ein gutes Echtzeitstrategiespiel, dass das Potenzial hat, dem Genre wieder auf die Beine zu helfen. Der Name und der damit verbundene Nostalgiefaktor werden dazu sicherlich beitragen, doch die große Hemmschwelle wird hierbei der AAA-Preis sein, da die Definitive Editions für nur 19,99 € pro Spiel zu haben sind, während man für AoE 4 59,99 € (Standard) bzw. 79,99 € (Deluxe) verlangt. Dieser Vergleich ist allerdings nicht fair, da die Definitive Editions allesamt Remaster sind.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wohin die Reise gehen wird, vor allem, da noch einige wichtige Völker des Mittelalters fehlen und mit hoher Wahrscheinlichkeit als DLC nachgereicht werden. Ich spreche dabei von den Byzantinern, den Spaniern sowie den Azteken und Mayas, die alle ihre Daseinsberechtigung haben.

Kann ich Age of Empires IV also empfehlen? Definitiv ja. Wenn ihr AoE 2 und/oder 3 gespielt habt und Spaß hattet, werdet ihr AoE 4 mögen. Neueinsteiger und Gelegenheitsspieler werden mit den Kampagnen auch ihre Freude haben, da der Story-Schwierigkeitsgrad niemanden wirklich überfordert und sich die Geschichte auch lebendig anfühlt.


Trotz aller Schwächen bekommt Age of Empires IV von mir 7 von 10 Punkte.

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Bewertung: 5.0/5 (2)

Age of Empires II – Multiplayer via Voobly spielen! – Tutorial

FloosWorld am 29.Juni 2020 um 13:06:12

Der Age of Empires-Reihe geht es so gut noch lange nicht – Age of Empires 1-3 erscheinen als „Definitive Edition“; Age of Empires II ist auf dem Weg, sich im Esport einen Namen zu machen (siehe das Red Bull-Turnier) und ein vierter Teil, der mit dem Mittelalter das wohl beliebteste Szenario der Reihe nochmals aufgreift, wird gerade bei Relic entwickelt. Das alles wäre ohne eine engagierte Community nicht möglich gewesen. Eine bei der Community recht beliebte Seite ist voobly.com. Deren gleichnamiger Client wurde in der Vergangenheit bis zur Definitive Edition von Age of Empires II genutzt, um Turniere auszutragen, doch auch sonst ist Voobly perfekt dafür geeignet, um die „alte“ Version von Age of Empires II online zu spielen und gilt unter den Hardcore-AoE II-Spielern teilweise immer noch als die beste Plattform.

Wie man AoE II über Voobly spielt und was dazu nötig ist, möchte ich euch nun erklären.

 

Vorbereitung 1: Account bei voobly.com erstellen und den Client runterladen

Zuallererst braucht ihr einen Voobly-Account. Die Registrierung ist selbsterklärend. Klickt hier, um zur Registrierungsseite zu kommen.

 

Vorbereitung 2: Age of Empires II installieren

Ihr benötigt die CD-Version von Age of Empires II. Diese könnt ihr auf zwei Wege installieren:

  • Disk-Version

Dazu braucht ihr das Hauptspiel (Age of Kings) und die Erweiterung (The Conquerors) in irgendeiner Form auf CD/DVD, z.B. über die originalen CDs, oder mit der Collector’s Edition. Folgt einfach den jeweiligen Installationen.

  • Age of Empires II: HD Edition Conversion Tool

Für diese Möglichkeit benötigt ihr die HD Edition auf Steam, die mittlerweile in „Age of Empires II (2013)“ umbenannt wurde. Ein Fan hat für die HD Edition ein Tool geschrieben, mit welchem man sich eine Kopie von The Conquerors erstellen kann. Dieses kann hier heruntergeladen werden.

Voobly installieren und einrichten

Nachdem ihr Voobly installiert habt, loggt ihr euch mit dem frisch erstellten Account ein. Nach der Anmeldung öffnet sich der Spielbrowser, mit dem ihr einer der vielen Lobbys beitreten könnt. Voobly findet in der Regel die AoE II-Installation automatisch und warnt euch vor dem Beitreten eines Spiels, ob die Installation in irgendeiner Art und Weise gepatcht werden muss.

Mods installieren

Auf voobly.com werden Mods gehostet, die sich spielend leicht installieren lassen. Auf dieser Seite sind alle Mod-Kategorien für Age of Empires II: The Conquerors aufgelistet.

Um eine Mod zu installieren klickt ihr auf die jeweilige Seite und auf den Button „Download Now“. Je nach Browser öffnet sich nun ein Dialogfenster, mit den ihr den Link bestätigen könnt. In meinem Fall ist das Firefox.

 

Ein Spiel hosten

Um ein Spiel zu hosten, klickt ihr auf die jeweilige Lobby, der ihr beitreten wollt und dann auf Eröffne Spiel. Geht davor sicher, dass ihr Port 16000 (UDP) in den Einstellungen eures Routers geöffnet habt!

Im erstellten Raum klickt ihr auf Einstellungen, um dort die gewünschte Mod und Patch einzustellen.

Oben auf Spiel-Optionen können weitere Einstellungen gemacht werden, etwa, dass das Spiel nicht in der Multiplayerlobby, sondern im Hauptmenü starten soll.

Wenn alle bereit sind, klickt ihr auf das Schwert-Symbol rechts neben Einstellungen. (Bei dem Feudal Theme, wie in den Screenshots zu sehen) Anschließend öffnet sich das Spiel, wo ihr dann noch letzte Einstellungen vornehmen könnt (Siegbedingung, Bevölkerungslimit, Karte,…).

 

Interessante Mods

Zum Schluss noch ein paar in meinen Augen interessante Mods.

  • Rome Returns

Eine Mod, welche Age of Empires I in Age of Empires II einfügt. Diese Mod habe ich in diesem Artikel besprochen.

  • Portuguese Civ Mod

Die Portuguese Civ Mod fügt mit der Renaissance ein fünftes Zeitalter hinzu, hat neue Völker im Gepäck und bietet sonst noch einige interessante Dinge. Über Version 2.5 habe ich einen Artikel geschrieben.

  • WololoKingdoms

Mit dieser Mod können die Völker der DLCs der HD Edition auch in der klassischen CD-Version gespielt werden. Wurde in den letzten Turnieren benutzt. Achtung: Ihr braucht die jeweiligen DLCs auf Steam!

  • Forgotten Empires

Die Mod, die alles gestartet hat. Forgotten Empires fügt das erste DLC der HD Edition zur CD-Version hinzu.

 

 

Übrigens: Voobly kann noch für weitere Spiele genutzt werden, z.B. Monstertruck Madness 2, Warcraft 3 oder Rainbow Six Rogue Spear.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 5.0/5 (3)

Rückblick: Age of Empires (Historie)

FloosWorld am 28.November 2018 um 16:11:30

Am 31. Oktober 2018 ist die Erweiterung zum ersten Age of Empires mit dem Namen The Rise of Rome (In Deutschland Der Aufstieg Roms) 20 Jahre alt geworden, denn das Addon wurde genau an diesem Tag in den USA veröffentlicht. Während Age of Empires 2 nach wie vor größte Beliebtheit, nicht zuletzt durch die HD Edition oder auch Formate, wie Rage of Empires von den Rocket Beans genießt, scheint der Serienerstling unter den Spielern größtenteils in Vergessenheit geraten zu sein, wohl auch, weil sich dieser umständlich spielen lässt. Zeit dies zu ändern und die Erinnerungen an Age of Empires 1 wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Die Gründung von Ensemble Studios und Dawn of Man (1995/1996)

Das Studio hinter Age of Empires – Ensemble Studios – wurde 1995 von Tony Goodman, Rick Goodman, Bruce Shelley, Brian Sullivan und John Boog-Scott als unabhängiges Entwicklerstudio gegründet. Mit Shelley hatte man jemanden an Bord, der bereits mit Railroad Tycoon und Civilization Erfahrung im Strategiespielbereich sammeln konnte. Das frisch gegründete Studio einigte sich darauf, dass man zusammen ein Strategiespiel mit dem Besten aus Echtzeit- und Rundenstrategie entwickeln möchte und programmierte den Prototypen mit dem Namen „Dawn of Man“ – ein auf Territorien basiertes Rundenstrategiespiel mit historischem Szenario und Echtzeitelementen. Das historische Szenario wurde gewählt, da man sich damals von der Einheitsmasse der Echtzeitstrategie abheben wollte und historisches bereits durch Rundenstrategie á la Civilization bei den Spielern bekannt war. Über viele weitere Enwicklungsebenen entwickelte sich schließlich die Idee zu Age of Empires.

Juni 1996 wurde schließlich auf der E3 Age of Empires als neues Spiel von Bruce Shelley angekündigt und ein weiteres Jahr sollte es nun dauern bis das Spiel auf dem Markt kam – das Spiel, das in die Gaminggeschichte eingehen sollte.

 

 

Age of Empires Demo (1997)

Vor dem fertigen Spiel erschien die sogenannte „Trial Version“, die Demo. Zur Verfügung sehen zwei Kampagnen: Eine Tutorialkampagne, welche aus dem fertigen Spiel entfernt wurde und eine Schlachtdemonstration. Zudem lässt sich der Multiplayer mit allen aus dem fertigen Spiel zur Verfügung stehenden Völkern spielen, aber nur mit anderen menschlichen Spielern.

Das Hauptmenü gleicht dem des fertigen Spiels und wurde zudem mit dem Hinweis auf das E3-Award für das beste Echtzeitstrategiespiel 1997 versehen.

Klickt man auf diverse Schaltflächen, die nicht für die Demo bestimmt sind, werden Features aus der fertigen Version beworben, z.B. der Szenarioeditor, die Zufallskarte oder das Deathmatch.

Beendet man die Demo wird ebenfalls für die Vollversion geworben.

Der Soundtrack gleicht der MIDI-Version der Vollversion.

 

Age of Empires (15. Oktober 1997)

Oktober 1997 war es dann soweit: Die Vollversion von Age of Empires wurde veröffentlicht. Ensemble Studios hatte mit Microsoft den Publisher gefunden, der das Erstlingswerk des Studios veröffentlichte. Eine Win-Win-Situation für beide Partner, da Microsoft damit für sein damals aktuellstes Betriebssystem (Windows 95) werben konnte und dem jungen Studio eine große Bühne für die Spielerschaft gab.

Age of Empires vereint alles, für das Echtzeitstrategie steht: Basenbau, Rohstoffabbau, Forschung und Kampf und bot eine für damalige Verhältnisse intelligente KI, welche der Konkurrenz von Command & Conquer um Längen voraus war. Die KI war schon beim ersten Teil darauf bedacht stets nach Schwachstellen bei den Gegnern zu suchen und mit unterschiedlichen Kombinationen regelmäßig anzugreifen. Auf höheren Schwierigkeitsgraden waren die Angriffe der KI zunehmend aggresiver. Im Gegensatz zu AoE 2 war die KI auch nachtragend bei Friendly Fire und änderte sofort den Diplomatiestatus, wenn man eine verbündete Einheit angriff. Ebenso kommentierte die KI, wenn ihr ein Tribut von einem Gegner gegeben wurde.

Anders als beim Nachfolger bieten gebaute Häuser nur Platz für 4 statt 5 weitere Dorfbewohner.

Was Age of Empires  allerdings fehlte, waren Features wie eine Einheitenwarteschleife. Im Hauptspiel musste man jede Einheit, die man erstellen wollte, einzeln anklicken, ohne die Möglichkeit zu haben mehrere Einheiten des gleichen Typs in eine Warteschleife zu stellen.

Ebenfalls fehlten Formationen, was dazu führte, dass die Einheiten-KI regelmäßig „Schläuche“ bildete und damit auch zum Angriff lief.

Bemerkenswert: Age of Empires 1 liefert seinen Soundtrack in zwei Varianten aus: Eine CD-Version, die den Soundtrack von der Spieledisc aus abspielte und einen MIDI-Soundtrack, der im Spieleordner abgespeichert wurde. Der Soundtrack war dabei nicht inhaltsgleich und unterscheidete sich Teils deutlich – lediglich mit Wally und Rain hatte man – abgesehen vom Main Theme und den Sieg- bzw. Niederlage-Themes – zwei Titel, die bei beiden Soundtrackvarianten vertreten waren.

 

Age of Empires: The Rise of Rome Demo (1998)

Die Erweiterung folgte ein Jahr später. Davor erschien wie auch schon für das Hauptspiel die Trial Version.

Zur Verfügung steht wie auch schon in der Demo zum Hauptspiel eine Demokampagne, die es abermals nicht in das fertige Spiel geschafft hat. Dieses Mal wird der Erste Punische Krieg in drei Szenarien thematisiert.

Ebenfalls lassen sich bestimmte Schaltflächen nicht anklicken und zeigen abermals Features aus der fertigen Version.

Der Soundtrack gleicht der MIDI-Version der Erweiterung.

 

 

Age of Empires: The Rise of Rome (31. Oktober 1998)

Ein Jahr und zwei Wochen später als das Hauptspiel erschien die Erweiterung. Wie der Name vermuten lässt, spielt man hier in 4 Kampagnen die Geschichte Roms nach. Das Addon brachte zudem neue Zufallskartentypen, wie etwa „Kontinente“.

Im Gameplay hat sich ein wenig etwas getan: das Feature, was am deutlichsten auffällt ist die Einheitenwarteschleife, welche beim Hauptspiel noch gefehlt hatte. Allerdings lassen sich nur Einheiten eines Typs in die Warteschleife stellen.

Was bei Rise of Rome aber nach wie vor fehlte und erst mit Age of Empires 2 dazukam: Formationen und Tore. Die einzige Art Verteidigungsanlagen zu bauen blieb nach wie vor eine Kombination aus Mauer, Türmen und eine kleinere Armee, die die Mauer an „Lücken“ wo das Tor sein sollte bewachte.

Ebenso fehlt ein frei einstellbares Einheitenlimit für den Einzelspieler. Dieses ist standardmäßig auf 75 eingestellt und lässt sich nur in Multiplayer-Partien auf bis zu 200 ändern. Wer also alleine mit bis zu 200 Einheiten spielen wollte, musste ein Multiplayer-Spiel starten und alle 7 Mitspieler auf „Computer“ stellen.

Der Soundtrack wurde wiederum als CD- und MIDI-Version ausgeliefert und unterscheidet sich kaum, da hier die gleichen Titel zu hören sind. Ledigleich bei Mean ist das Intro bei der CD-Version etwas länger.

 

Age of Empires: Definitive Edition (19. Februar 2018)

Fast 20 Jahre, einer Mobileversion für Handys, den Nachfolgern und der HD-Edition für Age of Empires 2 später folgte, nachdem die Defintive Edition um wenige Monate verschoben wurde auch ein Remaster für das erste Age of Empires. Ein Remaster, was die Spielerschaft spaltet.

Die Definitive Edition nimmt die Engine des Spiels von 1997 und verpasst dem Original ein neues Grafikgewand, ohne das ursprüngliche Spielerlebnis grundlegend zu verändern. Einerseits super, andererseits schade, dass damit die Chance verpasst wurde, die doch teils umständlichen Mechaniken von AoE 1 zu verbessern. Weiterhin fehlen Formationen und Tore. Als neues Feature kommt das parallele Erstellen von Einheiten des gleichen Typs in mehreren Gebäuden und die Durchgängigkeit des Bauernhofes hinzu. Im Einzelspieler lässt sich nun auch das Bevölkerungslimit bis zu 250 einstellen und die Kampagnen der Demoversion wurden nun auch in die Vollversion aufgenommen.

Die Tatsache, welche die Spielerschaft jedoch am meisten spaltete ist, dass Age of Empires: Definitive Edition genauso wie die zukünftigen Definitive Editions für Age of Empires 2 und 3 sowie Age of Empires 4 eine Windows 10-exklusive Angelegenheit bleibt, womit ein Großteil der Spieler ausgesperrt wird. Und das obwohl die Anforderung empfohlenerweise eine GeForce GTX 650, eine DirectX Grafikkarte aus dem Hause Nvidia aus dem Jahr 2012, voraussetzt – und dies keine DirectX 12 Grafikkarte ist. Von offizieller Seite gibt es keine Angabe über die Verkaufszahlen und die Besitzer der Definitive Edition, allerdings kann man davon ausgehen, dass sich diese bislang schleppend verkauft hat.

Update (20.08.19) – Seit Juni ist nun klar, dass die Definitive Edition von Age of Empires 1, sowie Teil 2 und 3 und AoE 4 auf Steam erscheinen werden.

 

Bonus: Age of Empires – UPatch HD Mod (2015)

Vor der Definitive Edition gab es bereits die UPatch HD Mod, welche das originale Age of Empires HD tauglich macht und zudem für moderne Systeme optimiert, da sowohl AoE 1 als auch AoE 2 ab Windows XP unter Grafikfehlern leiden und bestimmte Texturen falsch angezeigt werden (Beispielsweise rot-grünes Gras bei Age of Empires 2).

Features der Mod sind u. A. ein neues Bevölkerungslimit, welches bis zu 400 Einheiten pro Volk erlaubt, die Demokampagnen (mit Ausnahme der Schlachtdemonstration), der CD Soundtrack, neue Hotkeys, neue Zufallskarten und vieles mehr.

Wer nicht extra das Geld für die Definitive Edition ausgeben möchte, ist mit der UPatch Mod sehr gut aufgehoben, aber Achtung: Spielstände lassen sich u. U. nicht Laden und bringen das Spiel zum Absturz!

Die Mod lässt sich hier downloaden.

 

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Review: Age of Empires 2 – Portuguese Civ Mod III

FloosWorld am 29.Oktober 2018 um 09:10:55

Wer meine früheren Artikel hier gelesen hat, der wird sich bestimmt noch an eine Mod für Age of Empires 2 erinnern, die Portuguese Civ Mod II. Seit Dezember 2017 ist PCM3 erschienen und mit dem Stand vom 29. März 2018 ist die aktuellste Version PCM3 3.0. Was hat sich in der Zwischenzeit geändert? Schauen wir es uns mal an!

Noch mehr neue Völker

Zu den fünf bereits bekannten Völkern, welche es seit PCM2 gibt sind nun neun neue Völker dazu gekommen. Das macht nun insgesamt 14 neue Völker für AoE 2!

Deren Spielweise ist recht unterschiedlich, so hat man nun die Holländer, welche nahezu im Gold schwimmen, da diese bereits ab der Imperialzeit Banken bauen dürfen sowie eine Spezialtechnologie haben, welche Gold für jedes Dorfzentrum und jede Burg generiert.

Ein anderes Extrem sind die Inder, welche Schafe nicht schlachten dürfen, aber dafür bis zu zehn Schafe in eine Mühle einlagern können, welche Nahrung und Holz produzieren. Zudem kostet der Aufstieg ins nächste Zeitalter Holz statt Nahrung.

Eine komplette Auflistung der neuen Völker gibt es auf der Seite des Modentwicklers unter dem Punkt „Civilizations“.

Allgemeine Verbesserungen

Portuguese Civ Mod III nutzt die Vorteile des User Patch 1.5, was bedeutet, dass einige Komfortfeatures dazugekommen sind:

Beim Punktestand wird nun das jeweilige Zeitalter genauso wie bei der HD-Edition eingeblendet, Tore lassen sich per Mausrad in alle Richtungen drehen, Livestatistiken im Zuschauermodus sowie bei aufgezeichneten Spielen.

Eine weitere lobenswerte Verbesserung ist, dass der Technologiebaum überarbeitet wurde und nun die fünfte Zeit korrekt darstellt, sowie Optisch die einzelnen Boni auch gut präsentiert. Der Weltwunderbonus wird allerdings nur während einer Partie aufgelistet.

Am Gameplay hat sich minimal etwas getan: Banken benötigen keine Dorfbewohner mehr um das produzierte Gold „abzubauen“, sie funktionieren nun mehr wie Reliquien und generieren das Gold automatisch.

Die realen Weltkarten bieten nun seltene Rohstoffe, welche an das Rohstoffsystem aus Rise of Nations erinnern. Einmal aufgesammelt bieten diese zusätzliche Vorteile und generieren Rohstoffe. Eine komplette Liste der seltenen Rohstoffe lässt sich hier finden.

Seit der ersten Version von PCM3 ist auch ein eigenes Wiki für die Mod dazugekommen, welche sich im Hauptmenü auch aufrufen lässt. Diese ist laut momentanen Stand (April 2018) noch unvollständig, listet aber bereits die Supporteinheiten, sowie die neuen Völker auf.

Für Geschichtsfans, so wie ich es bin, gibts nun endlich die komplette Geschichte des jeweiligen Volkes zum Nachlesen. Die neuen Völker lassen sich in direkt nach den Originalvölkern im Spielinternen Lexikon finden.

Fazit

Die neue Version von PCM verbessert einige Kleinigkeiten und macht das Spielerlebnis insgesamt noch besser. Wie auch für PCM2 gilt: Wer Age of Empires 2 und The Conquerors noch rumliegen hat, sollte das Installieren und den Mod unbedingt mal ausprobieren. Der Misch aus Features von Rise of Nations sowie dem dritten Age of Empires macht richtig Spaß und sollte von Microsoft offiziell als Erweiterung rausgebracht werden.

Das einzige Manko an PCM3 ist, dass es wie der Vorgänger nur auf Englisch zur Verfügung steht, der Entwickler hat aber vollen Support für übersetzte Versionen angeboten, also wer weiß, was da noch kommen wird.

Update: Als ich diesen Artikel geschrieben habe, war Portuguese Civ Mod III 3.0 die aktuellste Version. Seit dem 21. Mai ist die aktuellste Version PCM III 3.1.

Die neueste Version bietet neben den obengenannten Neuerungen zudem folgendes:

  • Angepasste Werte für diverse Einheiten
  • Abgeänderter Weltwunderbonus der Maya (Anstatt 2,5x längeres Gold und vervierfachten Goldstand nun +20 Gold für jede erschaffene Einheit)
  • Neue Grafik für eingepackte Gebäude (Ersetzt den Platzhalter „Gepacktes Tribock“)
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Age of Empires – Definitive Edition: Test, Review

FloosWorld am 28.Mai 2018 um 18:05:00

Wir schreiben das Jahr 1997, als das Echtzeit-Strategie Genre allmählich beliebter wird. Das damals junge Genre kannte bisher nur Kämpfe in Fantasy- und SciFi-Welten. Historische Szenarien kannte man nur durch Civilization, als Microsoft zusammen mit dem jungen Entwicklerstudio „Ensemble Studios“ ein Spiel veröffentlichte, was später als Age of Empires in die Spielegeschichte einging. Gerade der Fokus auf das historisch antike Szenario verhalf Age of Empires sich von Titeln wie der Command & Conquer-Reihe oder Warcraft abzuheben – ein Wunder, denn ursprünglich sollte Age of Empires in eine ähnliche Richtung, wie Civilization einschlagen und ein territorienbasiertes Rundenstrategiespiel werden.

Der Erfolg von AoE schrieb ebenfalls Geschichte, denn ein Jahr später erschien die Erweiterung namens „Rise of Rome“ (in Deutschland „Der Aufstieg Roms“), die das Grundspiel um wesentliche Dinge verbesserte – allen voran der Einheitenwarteschlange. Ein Nachfolger ließ natürlich nicht lange auf sich warten: Bereits ein Jahr nach Rise of Rome erschien Age of Empires II: The Age of Kings, was für viele Fans des Echtzeit-Genres als eines der besten, wenn nicht das beste Strategiespiel aller Zeiten zählt. AoE 2 erhielt ebenfalls eine Erweiterung und danach folgte noch Age of Mythology sowie Age of Empires 3. Ensemble Studios hatte selbst zusammen mit Lucas Arts einen Age of Empires 2 Klon im Star Wars Universum veröffentlicht.

Nachdem Age of Empires 2 mit der HD-Edition neues Leben eingehaucht wurde, was nicht zuletzt durch den Erfolg des Forgotten Empires Mod zusammenhängt, schien es so, als ob Microsoft den Erstling vergessen hat. Doch pünktlich zum 20-jährigen kündigte Microsoft das für unmöglich Gedachte an: Age of Empires soll remastert werden, zudem soll ein neues Age of Empires mit Relic (Company of Heroes) als Entwickler erscheinen! Diese Nachricht ließ viele Retrospielerherzen höher schlagen – meines ebenfalls. Gedämpft wurde das durch die Ankündigung, dass Age of Empires aufgrund der Bindung an Xbox Live (der neue Name für Games for Windows Live – wir erinnern uns alle daran wie erfolgreich das war…) und den Microsoft Store ein Windows 10 Titel werden wird. Für viele Spieler unverständlich, da die Definitive Edition abgesehen von den von Microsoft in Kauf genommenen Hürden auf jedem Windows 7 und 8 PC laufen würde. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Nachdem die Definitive Edition für Oktober 2017 (der „Geburtsmonat“ von AoE) angekündigt wurde, hat man es kurzerhand auf unbestimmte Zeit verschoben, um noch Feinschliffe zu machen. Am 20. Februar 2018 wurde sie schließlich veröffentlicht – und kassierte im Microsoft Store und auf Amazon.de zum Teil vernichtende Kritiken, da das Spiel in einem extrem fürchterlichen Zustand veröffentlicht wurde: Probleme beim Lizenzerwerb durch den Kauf, Downloadprobleme, Abstürze und ein zum Teil nicht funktionierendes Xbox Live.

Mittlerweile wurden die gröbsten Fehler beseitigt, also höchste Zeit, um auf das Remaster des Auftakts der Age of Empires-Reihe zu schauen.

Das Wichtigste in Kürze

AoE: DE bietet

  • Alle Inhalte aus Age of Empires & Rise of Rome
  • Die Demokampagnen
  • Intelligente Dorfbewohner
  • Neue Bedienoberfläche
  • Vom Orchester eingespielte Musik
  • Vertonte Kampagnen
  • 4K Grafik mit stufenlosen Zoom
  • LAN-Multiplayer und Online durch Xbox Live
  • Frei einstellbares Bevölkerungslimit für den Singleplayer
  • Neues Bevölkerungslimit bei 250
  • Classic Mode

 

Gameplay

Wer Age of Empires 2 gewohnt ist, Achtung: Der Spielstart vom ersten Teil ist deutlich anders! Ihr habt keinen Späher, um die Karte zu erkunden, stattdessen müsst ihr eure Dorfbewohner auf die Suche schicken. Oder ihr baut eine Kaserne und erschafft für 50 Nahrung mehrere Knüppelschläger, welche die Gegend absuchen.

Die Häuser in Age of Empires erhöhen die momentane Bevölkerungsgrenze um je 4 Truppen pro gebautem Haus. Das gleiche gilt für das Dorfzentrum.

Die Lagergrube wird bei Age of Empires eingesetzt, um Holz, Gold, Stein, sowie Nahrung von gejagten Tieren einzulagern, die dem Rohstoffguthaben zugeschrieben werden. Ab der Jungsteinzeit können hier Upgrades bezüglich Angriffstärke und Panzerung diverser Militäreinheiten entwickelt werden.

Der Kornspeicher wird genutzt, um die Nahrung von Beerensträuchern und Tieren einzulagern. Ab der Jungsteinzeit können hier Mauern und Türme entwickelt werden.

Der Handel bei Age of Empires funktioniert etwas anders, als bei seinem Nachfolger: Die einzige Art zu handeln ist per Seehandel möglich. Dazu werden Handelsschiffe zu dem Zielhafen geschickt und Tauschen 20 Holz/Nahrung/Stein (einzeln Auswählbar) gegen 20 Gold. Der Marktplatz bei Age of Empires ist nur dazu da, um Technologien bezüglich dem Rohstoffabbau zu entwicklen.

Age of Empires wäre nicht Age of Empires, wenn man nicht in weitere Zeitalter aufsteigen könnte: So kann man im Dorfzentrum bei genügend Rohstoffen sich von der Altsteinzeit über die Jungsteinzeit und der Bronzezeit bis in die Eisenzeit vorarbeiten und sein antikes Reich aufbauen.

Alles in Allem bleibt das Gameplay beim gleichen: Basenaufbau, Rohstoffe abbauen, Technologien entwickeln, Militär aufbauen und mit Glück und Können gewinnen.

 

Was die Definitive Edition so neu macht …

Die Definitive Edition versucht Spielern, welche Age of Empires 2 gewohnt sind, oder nach langer Zeit wieder den ersten Teil für sich entdecken wollen, möglichst viele Komfortfeatures zu bieten. Die Dorfbewohner sind nun intelligenter geworden und Verhalten sich genauso wie bei Age of Empires 2: The Conquerors. Das bedeutet: Nach Bau eines Rohstoffgebäudes (Lagergrube, Kornspeicher) machen sich die Dorfbewohner sofort an die Arbeit.

Ebenfalls neu ist der Technologiebaum, welcher sich Ingame anzeigen lässt. Dieser erinnert optisch sehr stark an Age of Empires 2 und zeigt alle uns verfügbaren Einheiten und Technologien, sowie die kulturenspezifischen Boni an.

Die Bedienoberfläche wurde auch umgestaltet: Tips und Infos zu jeder Einheit und Gebäude (selbst den Cheateinheiten!), optischer Hinweis darauf, dass wir genügend Rohstoffe für die nächste Zeit haben, ein Button für untätige Dorfbewohner und die Möglichkeit die Oberfläche zu skalieren, was besonders auf großen Monitoren vorteilhaft ist.

Obwohl hier immernoch die selbe Engine wie im Original arbeitet, wurde die Grafik komplett überarbeitet und bietet nun 4K-Texturen mit stufenlosen Zoom, welche allerdings ihre Größe haben, denn die Definitive Edition ist stolze 17 GB groß.

Es bleibt zwar immernoch ein 2D-Spiel, aber um den Eindruck von 3D zu erzeugen haben die Einheiten nun 32 verschiedene Richtungen, welche sie gehen können. Im Original waren es noch 8.

Ebenfalls neu: Einsturzanimationen. Im Original sind Gebäude „explodiert“ und hinterließen einen nicht näher definierbaren Schutthaufen. In der Definitive Edition wurde jedem Gebäude eine Einsturzanimation spendiert, welche fantastisch aussieht. Auf dem offiziellen Twitter-Account von Age of Empires lässt sich hier ein Beispiel mit dem römischen Weltwunder, dem Kolloseum finden.

Die Musik wurde ebenfalls überarbeitet und wurde von einem Orchester eingespielt, was sich perfekt zur neuen Grafik mischt.

Neben der Musik wurden auch die Kampagnen vertont und dies auch auf Deutsch! Schade, dass es sowas für die DLCs der HD-Edition nicht gibt.

Apropos Kampagnen: Es ist alle aus dem Hauptspiel und der Erweiterung bekannten Kampagnen, sowie jene aus deren Demoversionen dabei. Die Hethiter-Kampagne muss allerdings auf ihre ersten beiden Szenarien verzichten, vermutlich, da der Inhalt mit dem eigentlichen Tutorial ziemlich ähnlich war.

Einige aus Age of Empires 2 bekannten Features haben auch ihren Weg in die Definitive Edition gefunden: Der Attackmove aus der HD-Edition (Vorrücken und Angreifen), Hotkeys und der Sammelpunkt.

Das Bevölkerungslimit ist nun auch für den Einzelspieler individuell verstellbar, anstatt auf 50 Einheiten fest eingestellt zu sein. Ja liebe Spielezeitschriften: Es war schon immer möglich bei Age of Empires mit 200 Einheiten zu spielen, indem man sich selbst ein Spiel im Multiplayer hostet und die offenen Plätze durch KIs ersetzt! Die neue Grenze für das Bevölkerungslimit liegt nun bei 250 Einheiten.

Die Einheitenwarteschlange wurde minimal überarbeitet: während wir, sobald wir den Befehl zum erschaffen gegeben haben nur weitere Einheiten des gewählten Typs erschaffen können und nicht wie bei Age of Empires 2 fünf Bogenschützen und zehn Plänkler in die selbe Warteschlange stellen können ist es nun immerhin möglich mit gedrückter Shift-Taste fünf Einheiten in die Warteschlange zu packen.

Das Wegpunktesystem ist ebenfalls abgeändert worden: Anstatt wie im Original und bei Age of Empires 2 mehrere Wegpunkte mit gedrückter Shift-Taste zu setzen und mit losgelassener Taste und einem Rechtsklick den letzten Punkt zu geben um die Wegpunktreihe zu starten, laufen hier die Einheiten bereits ab dem ersten gedrückten Wegpunkt den Weg ab. Etwas arg ungewohnt.

Die Kampagnen haben zwar keine Filme mehr, da diese Microsoft nicht mehr vorliegen, wurden aber nun dafür vertont. Die Kampagnen, welche den Demoversionen zu Hauptspiel und Erweiterung beilagen, sind nun auch standardmäßig vorhanden.

Achievements sind ebenfalls dabei, aber Achtung: Diese werden anders als bei der HD-Edition zu Age of Empires 2 nicht blockiert, sobald Cheats eingegeben wurden. Schwer erreichbare Achievements, wie etwa der Sieg ohne Bogenschützen sind damit ein Kinderspiel.

… und was beim Alten bleibt

Nicht alles wurde bei der Definitive Edition erneuert, denn das Remaster leidet zum Teil an den selben Krankheiten, die das Original hatte. Forgotten Empires begründeten die Designentscheidungen damit, dass man den Geist des Originals behalten wollte, was zwar gut, aber gleichzeitig schlecht ist.

Die Wegfindung wurde zwar verbessert, ist aber immernoch genauso gruselig wie im Original, da sich Einheiten gerne verlaufen oder im Kreis drehen. Am deutlichsten fällt das bei dem schwarzen Auto (bigdaddy) auf, welches sich wie auch schon damals im Kreis bewegt, wenn es den Weg verloren hat.

Ebenfalls fehlen Formationen, was dazu führt, dass man bei Angriffen Einheitenschläuche in die Richtung des Gegners schickt.

Tore sind bei Age of Empires auch Fehlanzeige: die einzigen Verteidigungsanlagen bleiben weiterhin Mauern und Türme. Will man bestimmte Bereiche sichern, so muss man dort Einheiten positionieren.

Die einzige Aggresivitätsanweisung bei Age of Empires: Definitive Edition ist genauso wie im Original „Stellung Halten“. Der Attackmove zählt nicht.

Die Cheateinheiten haben keine neuen Texturen erhalten, um so eine Hommage an das Original zu bieten.

Der Definitiv Edition hätte es gut getan, wenn man sie noch mehr in Richtung des 2. Teils remastert hätte.

 

Der Classic Mode

Man will alle Neuerungen gar nicht? Kein Problem, denn die Definitive Edition bietet auch die Möglichkeit das Spiel im Klassischen Modus zu starten. Dann ist alles so richtig alt: Die Grafik, Sounds und Musik entsprechen dem Original aus 1997. Lediglich die Bedienoberfläche erinnert uns daran, dass wir das Remaster spielen.

Der Klassische Modus wird vor Beginn einer Partie eingestellt und lässt sich dann auch nicht bis zum Ende der Partie umstellen.

Wenn man einige Zeit den Definitive Modus gespielt hat und nun den Klassischen Modus spielt fällt einem auf, wie stark Age of Empires eigentlich restauriert worden ist und man möchte die neuen Features nicht vermissen, auch wenn es schön ist, dass man so schnell eine Zeitreise in die späten 90er machen kann.

Die 2D-Grafik des Originals sieht selbst heute noch richtig gut aus, da wir es hier mit einem schön gezeichneten 2D zu tun haben.

Die Musik entspricht der CD-Version und startet mit dem Titel „Cave“.

Der stufenlose Zoom der Definitive Edition entfällt im Klassischen Modus – stattdessen bleibt der Zoom auf der äußersten Stufe stehen, was auf größeren Monitoren extrem ungewohnt aussieht. Zum Vergleich habe ich hier einen Screenshot aus der Defenitive Edition und dem Original angehängt.

Fazit

Willkommen zurück im Jahr 1997! Die Definitive Edition erneuert den ersten Teil so, wie man es eigentlich schon zu Zeiten der HD-Edition für Age of Empires 2 hätte machen sollen. Neue Features machen das umständliche Gameplay des Originals ein wenig erträglicher, auch wenn man noch ein wenig weiter hätte gehen können.

Mein einziger und größter Kritikpunkt bleibt allerdings die Windows 10 Exklusivität. Keine Frage, AoE: DE ist ein fantastisches Remaster, allerdings ist es ziemlich unfair aufgrund einer schlechten Marketingstrategie einen großen Teil der Spielerschaft auszusperren, weil man bisher keine Einigung mit Valve für einen möglichen Steam-Release erzielen konnte, sowie nicht fähig ist, für noch unterstützte Betriebsysteme (Windows 7 und 8.1) eine Version zu veröffentlichen. Man möchte das Spiel ausschließlich über die hauseigene Xbox Live Plattform anbieten und Valves Regeln für Steam scheinen da nicht mit übereinzustimmen. Komisch, denn es gibt auch genügend andere Spiele von Drittanbietern, wie Ubisoft, die als Drittsoftware Uplay laufen lassen, was trotzdem mit Steam funktioniert. Also warum ist die Definitive Editon Windows 10 Exklusiv Microsoft? Ihr habt es doch auch bei der HD-Edition geschafft diese für Windows XP abwärtskompatibel zu machen, obwohl das Betriebssystem nur noch ein Jahr vor sich hatte.

Die Frage bleibt: Kommen für die Definitive Edition ebenfalls neue Inhalte? Age of Empires 2 hat durch die HD-Edition bereits 3 neue Erweiterungen erhalten und ich bin mir sicher, dass man noch nicht alles aus der antiken Welt gesehen hat.

Wer trotzalledem nicht auf Windows 10 umsteigen will, der kann für das Original den UPatch HD runterladen. Dieser fügt ebenfalls die Demokampagnen ein, nutzt (falls man noch die Erstausgabe hat) die CD-Musik (ansonsten hört man die Midi-Musik aus Rise of Rome), hebt das Bevölkerungslimit auf 500 Einheiten an und passt die Auflösung auf moderne Betriebssysteme an. Ein Modmanager ist ebenfalls vorhanden.

Wer aber Windows 10 hat und mit der Exklsuivität Leben kann, der kann ohne Bedenken zuschlagen.

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Rückblick: Age Of Empires 2 (History)

FloosWorld am 19.November 2017 um 10:11:06

Wer meine anderen Artikel gesehen hat wird wohl gemerkt haben: Ich bin ein Fan der Age of Empires Reihe. AoE gehört für mich zu den  Spielereihen, die mich nach all den Jahren nach wie vor fesseln. Einer Runde AoE bin ich nicht abgeneigt.

Für mich zählt Age of Empires 2 zum Höhepunkt der Reihe und da für das Spiel viele verschiedene Versionen, Ports und Addons rauskamen, welche eigentlich schon eine eigene Spielereihe sein könnten, wollte ich euch hier alle noch auffindbaren Versionen von Age of Empires 2 vorstellen. Die DS-Version, die Mobileableger und den PS2 Port muss ich allerdings auslassen, da ich diese nie gespielt habe.

Age of Empires 2: The Age of Kings – Alpha Versionen (1998/1999)

Von Age of Empires 2 lassen sich zwei Alpha Versionen finden, welche sich auf 1998 bzw. 1999 datieren lassen.

Die erste Alpha benutzt noch ein umgekrempeltes Hauptmenü vom ersten Age of Empires, sowie eine MIDI-Version vom Titel „Tazer“ aus dem Age of Empires 2 Soundtrack.

Der Soundtrack besteht in der ersten Alpha noch aus MIDI-Dateien und mischt Stücke von Age of Empires 1 mit frühen Versionen von Bass Bag, Neep Ninny-Bod und Tazer aus dem zweiten Teil.

Der Spielstart bei der ersten Alpha ist noch komplett ungewohnt: Standardmäßig startet man als Nomade mit 3-4 Dorfbewohnern und dem Sprite des Artefaktes aus dem ersten Age of Empires, welches das eingepackte Dorfzentrum darstellt. Ja richtig gelesen: Das Dorfzentrum muss erst irgendwo wie ein Tribock aufgestellt werden. Das Interface sieht noch ziemlich nach dem ersten Age of Empires aus, während bereits alle Völker aus Age of Kings dabei sind.  In dieser Version werden noch viele Platzhaltertexturen benutzt, so z.B. das Dorfzentrum, das ein riesiger Block ist. Frühe Versionen der Einheiten der Verkaufsversion sind vorhanden, so lässt sich eine Art frühe Ramme mit der „Mobile Siege Unit“ finden, die lediglich Gebäude angreift oder etwa auch eine frühe Version des aus AoE 2 bekannten Dorfzentrums, welches im Szenarioeditor „TEST“ genannt wird. Apropos Editor: Dieser ist 1:1 mit dem aus Rise of Rome identisch!

Zwei zusätzliche Felder in der Reccourcenleiste oben links deuten darauf hin, dass zu diesem Entwicklungszeitpunkt anscheinend neben den vier bekannten Rohstoffen (Holz, Nahrung, Gold, Stein) zusätzliches geplant wurde.

Anstatt wie in der fertigen Version ein Leuchtsignal an einen x-beliebigen Punkt auf der Karte zu setzen haben alle Einheiten einen Leuchtsignalbutton, der auf Knopfdruck die momentane Position auf der Karte mitteilt.

Zudem wird hier die „Castle Age“ (Ritterzeit) noch „Middle Age“ genannt.

Die einzigen Spielmodi sind Deathmatch (Auf Leben und Tod) und Zufallskarte. Das Menü für die Kampagnenauswahl gibt es bereits, aber keine Kampagnen.

Interessant ist zudem, dass alle Reccoursen Cheats (woodstock, coinage, quarry, pepperoni pizza), sowie die Cheats fürs Aufdecken der Karte (reveal map) und der Deaktivierung des Nebel des Krieges (no fog) aus dem ersten Age of Empires funktionieren.

Wer mehr zu der ersten Alpha sehen möchte, kann sich dieses Video vom Nutzer nhoobish anschauen!

Die zweite Alpha ist ungefähr im März 1999 erschienen und benutzt nun ein anderes Hauptmenü, das dem aus dem fertigen Spiel ähnlich sieht. Lediglich der Menüpunkt „History“ will noch nicht  funktionieren.

Diese Alpha besitzt drei Introvideos: das damalige Microsoft Intro (aus FS98 z.B. bekannt), das Ensemble Studios Intro und eine ungeschnittene Version des Age of Empires 2 Intros, welches 3 Minuten lang dauert.

Änderungen gegenüber der ersten Alpha sind, dass einige Platzhaltertexturen ersetzt wurden, während andere dazukamen: Der König aus dem neudazugekommenen Modus Königsmord benutzt das Sprite des Nuklearkämpfers, welcher eine Cheateinheit aus dem ersten Teil war. Neudazugekommen ist auch die Anzeige des Technologiebaumes.

Die zweite Alpha besitzt zudem einen neuen Kampagnenauswahlbildschirm und die frühe Version der Joan of Arc Kampagne, welche hier ohne Dialoge und Sprachausgabe auskommen muss.

Ebenfalls neu ist die Screenshotfunktion, welche per Tastendruck .BMP-Dateien der jeweiligen Spielszene erstellt, so wie diese hier aus der Joan of Arc Kampagne. Dies ist auch die einzige frühe AoE 2 Version, welche Screenshots von sich aus zulässt.

Im Gegensatz zur ersten Alpha wurden die Britten gestrichen, möglicherweise um diesen ein Redesign zur Beta zu verpassen.

Der Editor ist nach wie vor mit dem aus Rise of Rome identisch, Neuerungen sind aber nun die Anordnung der Einheiten in drei Kategorien: Einheit, Gebäude und Sonstiges sowie ein noch Namenloser Reiter, welcher in der Verkaufsversion alle Missionsskripte verwaltet.

Wer mehr zu der zweiten Alpha sehen möchte, kann sich das Video von ZeroEmpires anschauen!

Age of Empires 2: The Age of Kings – Beta (1999)

Von Age of Empires 2 existieren zwei Betaversionen, von denen lediglich die aktuellste noch funktioniert, da die erste zeitlich begrenzt ist.

Die Einheitensprites sind nun ziemlich final, auch wenn einige Dinge immernoch abweichen, z.B. der Feudale Marktplatz bei den Byzantinern, welche das Osteuropäische Set benutzen.

Das Hauptmenü ist dem der zweiten Alpha ähnlich, neu ist nun die funktionierende Geschichte, der Verweis zur MSN Gaming Zone und die Anzeige der Credits, welche noch komplett anders als bei dem fertigen Spiel aussieht.

Die aus Age of Empires 1 bekannten Cheats funktionieren nach wie vor.

Die Einstellungsmöglichkeiten bei Zufallskarte, Auf Leben und Tod und Königsmord sind nun nicht mehr so sehr verschachtelt wie in den Alpha Versionen. Man könnte von einem Age of Empires 1.9 reden.

Ebenfalls dabei sind nun alle 5 Kampagnen, allerdings anders geordnet: Über das Kampagnenmenü lassen sich Joan of Arc, Saladin, Ghengis Khan und Barbarossa auswählen, während im Hauptmenü oben links William Wallace ausgewählt wird. Die Kampagnen verfügen bereits über ihre Texte, aber noch nicht über die Zwischensequenzen und der Sprachausgabe.

Die Introvideos sind weggefallen, die Taunts ebenso, obwohl sich diese in den Spieldateien finden lassen. Hierbei sollte man erwähnen, dass die Taunts aus dem ersten Age of Empires sind und noch als Platzhalter dienen.

Die Beta-Version besitzt zudem einen Sprite Editor, welcher das Aussehen aller im Spiel befindlichen Szenarioobjekte ändern lässt und über der sogenannten „Combat Comparison“.

Der Schlachtrechner (Combat Comparision) lässt uns zwei verschiedene Einheiten wählen, welche in verschiedenen Zusammenstellungen (1 vs 1, 5 vs 15 usw) gegeneinander kämpfen. Ist die Berechnung abgeschlossen wird eine Liste angezeigt, wie welche Schlachtkonstellation berechnet wurde. Wie würde wohl der unfaire Kampf Kriegsgalleone gegen Mangudai aussehen? Dieser Rechner lässt es uns rausfinden, allerdings ist die Beta, als ich ihn mehrmals ausprobiert habe, abgestürzt.

Age of Empires 2: The Age of Kings – Trial Version (ca. September 1999)

Der Vollständigkeit halber möchte ich auch die Demoversion zu Age of Empires 2 erwähnen.

Die Demoversion zu Age of Empires 2 bietet die komplette William Wallace Kampagne mit englischer Sprachausgabe, sowie zwei Demokarten: Eine für den Singleplayer und einen für den Multiplayer. Als Beschränkung gegenüber der Vollversion kann man nur in die Ritterzeit voranschreiten.

Während nach der ersten Alphaversion sämtliche Musik entfernt wurde und auf CD-Musik gesetzt wurde wird hier die Musik als MIDI-Datei geliefert, da dies platzsparend ist. Von den aus der Vollversion zehn bekannten Stücken sind hier mit Shamburger, Drizzle (Firelight Smooth Mix), Machina del Diabolo, Tazer und T Station bereits 4 Stücke vorhanden. Bass Bag liegt im sogenannten Single Mix mit anderen Instrumenten vor. Es lassen aber auch zwei nicht verwendete Stücke mit Gyam Shorts und Bust (Give The Drummer Some Mix) finden, sowie dem ersten Mix von Neep Ninny-Bod.

Die einzigen funktionierenden Cheatcodes sind marco und polo.

Die Demo lässt sich z.B. bei der CD Ausgabe 1/2000 der PC Games finden, oder auch im Internet.

Age of Empires 2: The Age of Kings (30. September 1999)

Nach fast zwei Jahren war es nun soweit: Die Fortsetzung zu Age of Empires, eines der Spiele des Jahres 1997 wurde erstmal in den USA veröffentlicht! Deutschland folgte wenige Wochen später. Raus aus der Antike und Rein ins Mittelalter, das ist das Motto von Age of Empires 2, dies macht auch der Satz „Rom ist untergegangen, die Welt ist wieder zu haben.“ auf der Rückseite der CD-Hülle deutlich. Der Soundtrack ist bis auf das Theme und die Sieges- bzw Niederlagemelodien als ein einziges 30-Minütiges Stück auf der CD gespeichert.

Der Nachfolger bietet viele sinnvolle Neuerungen: eine überarbeitete Benutzeroberfläche, farbige Schatten um Einheiten hinter Gebäuden besser sichtbar zu machen, ein zuende gedachtes Handelssystem, freie Wahl des Bevölkerungslimits bis 200 im Einzelspieler, Formationen, Aggresivitätseinstellungen und vieles mehr.

Besonders das Handelssystem dürfte 1999 vielen Spielern gefallen haben, nachdem das Handelsschiff aus dem ersten Age of Empires eine extrem sinnlose Einheit war. Am Marktplatz können Rohstoffe gekauft und verkauft werden, der Preis richtet sich stets nach dem Rohstoffvorkommen auf der Karte. So stellt es sich im Laufe einer Partie ein, dass Holz und Nahrung zum günstigsten Rohstoff werden, während Stein aufgrund seiner seltenheit sehr wertvoll ist. Gold um am Marktplatz zu handeln lässt sich durch Handelskarren und Handelsschiffe einfahren. Der Ertrag zwischen dem Handel zwischen zwei Marktplätzen richtet sich dabei nach dem Abstand der beiden.

Neu ist auch das Bergarbeiterlager, das Holzfällerlager, die Mühle und die Farmen. Bergarbeiterlager und Holzfällerlager wurden beim ersten Age of Empires noch als Lagergrube zusammengefasst, die Mühle ist der Nachfolger des Kornspeichers und Farmen sind die neue Form der Bauernhöfe aus AoE 1.

Die Schmiede, welche ab der Feudalzeit zur Verfügung steht beinhaltet die selbe Art von Technologien, welche die Lagergrube aus dem ersten Teil bot: Einheitenaufrüstungen zwecks Reichweite, Angriffsstärke und Rüstung.

Andere neue Gebäude sind die Universität, welche einen Teil der Technologien des Kornspeichers und des Regierungsgebäudes aus dem ersten AoE übernimmt, sowie die Burg, die uns erstmals erlaubt völkerspezifische Spezialeinheiten zu erschaffen.

Der Spielstart ist komplett anders als im ersten Teil: Hier spawnen Dorfbewohner und ein Späher, welcher schnell genug ist, um das gröbste der Karte innerhalb der ersten Spielminuten zu erkunden. Zudem sind Schafe dazugekommen, welche „bekehrt“ werden können und je 100 Nahrung bieten um für einen guten Spielstart zu sorgen.

Fünf Kampagnen mit je 6 bzw 7 Missionen sind dabei und lassen uns als William Wallace,  Johanna von Orléans, Saladin, Ghengis Khan und Barbarossa spielen. Die Kampagnen werden dabei immer schwerer.

Die KI ist im Vergleich zum ersten Teil schlauer, aber auch zahmer geworden und ermogelt sich Vorteile auf höheren Schwierigkeitsgraden.

Age of Empires 2: The Conquerors – Trial Version (2000)

Die Demo für das Addon zu Age of Empires 2 wurde im Jahr 2000 veröffentlicht. Als Teaser zur Vollversion dürfen wir hier die erste Mission der Montezuma Kampagne, sowie King of the Hill im Mehrspieler ausprobieren.

Der Soundtrack besteht wieder aus MIDI-Dateien. Neu ist allerdings nur ein Stück: Case in Point: Paste. Die anderen Stücke wurden aus der Age of Kings Demo wiederverwendet.

Hier funktionieren sämtliche aus dem Hauptspiel bekannten Cheats.

Die Demo lässt sich durch Suche bei Google finden, ob diese jemals auf der CD einer Spielezeitschrift erschienen ist, weiß ich nicht.

Age of Empires 2: The Conquerors (28. August 2000)

Knapp 11 Monate nach dem Hauptspiel wurde The Conquerors veröffentlicht. Das Addon brachte vier neue Kampagnen, Spezialtechnologien, die Einsaatwarteschleife und diverse kleine Verbesserungen mit. Thematisch schließt AoC, wie es gerne abgekürzt wird, an Age of Kings an und beschäftigt sich mit den Eroberern der mittelalterlichen Welt.

Das Addon brachte ebenfalls einige neue Völker mit: die Spanier, Hunnen, Koreaner, Azteken und Mayas.

Neben Attila, El Cid und Montezuma ist eine aus Einzelmissionen bestehende Kampagne dabei, welche uns diverse Szenarien spielen lässt, wie die Schlacht von Hastings, dabei.

Ebenfalls neu bei The Conquerors: Schnee! Karten können nun Schnee als Untergrund haben und Einheiten hinterlassen Spuren, wenn sie sich durch Schnee bewegen.

Da die beiden indianischen Völker historisch bedingt keine Pferde haben können, starten diese mit Adlerkriegern als Spähern.

Dorfbewohner sind nun intelligenter geworden: Während man im Hauptspiel diesen nach dem Bau von Dorfzentren, Bergarbeiter- und Holzfällerlagern noch manuell den Abbaubefehl geben musste, machen sie sich nun sofort an die Arbeit. Die Einsaatwarteschleife in der Mühle nimmt dem Spiel ebenfalls einen Teil von seinem Stress, wenn man mitten im Gefecht sich um das erneuern der Farmen kümmern musste.

Die KI reagiert im Einzelspieler nun auch auf die im Chat eingegeben Taunts und beantwortet z.B. die Frage nach dem Zeitalter oder nach zusätzlichen Rohstoffen.

Age of Empires 2 HD Edition (10. April 2013)

Einem PS2-Port, sowie Versionen für Nintendo DS und Handies später wurde 13 Jahre nach AoC die HD Edition veröffentlicht. Im Vergleich zu AoC wurde die Auflösung angepasst, die Effekte für das Feuer sowie Wasser erneuert und der Multiplayer an die Steam-Server angebunden.

Der Soundtrack besteht nun aus .mp3-Dateien, somit lässt sich problemlos eigene Musik hinzufügen.

AoE 2: HD beinhaltet im Grundspiel Age of Kings und Conquerors und macht nicht viel neu. Die einzigen nennenswerten Neuerungen lassen sich im Befehl „Vorrücken und Angreifen“ und der Möglichkeit mehr als 40 Einheiten gleichzeitig auszuwählen finden.

Die HD Edition lässt sich zudem ziemlich leicht über den Steam Workshop modden, auch wenn das Hochladen von Mods mit den neuen Versionen verkompliziert wurde.

Age of Empires 2 HD Edition war zudem eines der wenigen Spiele, das kurz vor der Einstellung des Supports Windows XP unterstützte.

Age of Empires 2 HD Edition: The Forgotten (7. November 2013)

7 Monate nach dem Release der HD Edition folgte die erste offizielle Erweiterung nach 13 Jahren: Microsoft übernahm die Modentwickler hinter The Forgotten Empires und ließ sie ihren Mod als Erweiterung für die HD Edition veröffentlichen.

Der Mod brachte bei Release 2012 fünf neue Völker mit: Ungarn, Italiener, Inder, Inka und Slaven.

Neu sind auch neue Arten von Zufallskarten, sowie die Mega-Zufällige Karte.

Forgotten Empires liefert sieben neue Kampagnen: Alaric, Dracula, Sforza, Bari, El Dorado, Printhviraj und den Schlachten der Vergessenen.

Die Erweiterung erhöht das Bevölkerlungslimit auf 500 und bringt eine neue Kartengröße mit: Episch.

Die Entwickler änderten einige Gameplayaskpekte, welche das Spiel nun deutlich schneller machen: Kartographie ist nun Kostenlos und schnell entwickelt, jedes Volk hat eine Spezialtechnologie in der Ritterzeit dazu bekommen, diverse Einheitenkosten wurden geändert (Petarden kosten 65 statt 80 Nahrung, Häuser wurden um 5 Holz billiger, …).

Die Italiener haben zudem eine Spezialeinheit, welche sie mit ihren Teamkollegen teilen: dem Condotierren, der in ungefähr 4 Sekunden erschaffen ist und in der Kaserne ausgebildet wird.

Neue Spielmodi sind Reliquieneroberung und Vertrag. Vertrag ist dabei Waffenstillstand, ein Feature, dass in Echtzeitstrategiespielen der 2000er geläufig ist.

Age of Empires 2 HD Edition: The African Kingdoms (5. November 2015)

Ziemlich genau zwei Jahre nach The Forgotten folgte die zweite Erweiterung für die HD Edition und die dritte für Age of Empires 2 insgesamt.

The African Kingdoms verfrachtet das Geschehen auf den Kontinent, der auch als Wiege der Menschheit bekannt ist.

Die Erweiterung liefert vier neue Völker: Berber, Äthiopier, Malier und Portugiesen. Wer sich fragt, was eine europäische Zivilisation wie die Portigiesen bei afrikanischen Königreichen zu suchen hat: diese hatten historisch viel kolonialen Einfluss in Afrika.

Die Erweiterung brachte wiederum neue Kampagnen mit (vier Stück), die im Gegensatz zu The Forgotten nun Sprachausgabe boten, aber leider nur auf Englisch:  Tariq ibn Ziyad, Sundiata, Francisco de Almeida und Yodit. Jede Kampagne steht für eine der neuen Völker.

Im Vergleich zu The Forgotten wurde nicht viel geändert. Neu ist aber der Belagerungsturm, welcher zehn Einheiten einquartieren lassen kann und Wälle überwindet beim ausquartieren, das Sprengfloß und die Feuergaleere, welche den Seekampf in der Feudalzeit nun bereichern.

Es kam ein neuer Spielmodus dazu: Plötzlicher Tod. Dieser funktioniert so ähnlich wie Königsmord, allerdings hat man hier verloren sobald das einzige Dorfzentrum, welches man besitzen darf, zerstört wird.

Age of Empires 2 HD Edition: Rise of the Rajas (19. Dezember 2016)

Pünktlich zu Beginn des Steam-Wintersales wurde auch das bislang letzte Addon veröffentlicht.

Rise of the Rajas spielt in Südostasien und bringt wiederum vier neue Völker mit: Birmanen, Malaien, Khmer und Vietnamesen.

Zum Soundtrack sind nun drei neue Stücke dazugekommen, welche von Vitalis Eirich komponiert wurden: Diamon Dragon, Southeast Side und Movement Atnadev. Diese werden direkt nach Neep Ninny-Bod abgespielt.

Wie auch schon in den vorherigen Erweiterungen sind auch wieder hier neue Kampagnen dabei: Gajah Mada, Suryavarman I., Bayinnaung, Lê Lợi. Wie bei The African Kingdoms sind diese nur mit englischer Sprachausgabe verfügbar.

Rise of the Rajas bringt zudem zwei neue allgemeine Einheiten mit: Elefantenreiter und Imperiale Plänkler. Sämtliche Völker aus Rise of the Rajas haben Zugriff auf die Elefantenreiter, die sich je nach gewähltem Volk unterscheiden. Der Imperiale Plänkler steht den Vietnamesen zu und ist wie auch schon der Condotierre eine Einheit, die mit dem Team geteilt wird.

Erwähnenswert ist, dass seit Rise of the Rajas einige Boni geschwächt wurden, z.B. der spanische Teambonus. Dieser wurde von 33% mehr Handelsgold auf 25% abgesenkt.

Die KI agiert nun intelligenter und versucht mit unterschiedlichen Kombinationen stets den stärksten Spieler auszuschalten.

Wer keine Lust hat aktiv bei einem Spiel dabei zu sein, kann jetzt auch den neuen Zuschauermodus nutzen.

Hier noch ein paar Fakten zu Age of Empires 2:

  • Ursprünglich war eine Version für die Dreamcast geplant, welche aber gestrichen wurde, möglicherweiße hängt dies mit dem schleppenden Verkauf der Konsole zusammen
  • Die Mobile Version war ziemlich verbuggt: Dorfzentren spawnten mitten im Wald
  • Spione sollten ursprünglich eine Einheit sein und so ähnlich wie bei Seven Kingdoms: AA funktionieren: für den Gegner als Dorfbewohner getarnt sollten diese das gegenerische Reich infiltrieren
  • Der Gaia sollten ursprünglich sogeanannte „Gesetzlose“ hinzugefügt werden, welche sich bei Handelsrouten platzieren sollten
  • Neben Handelskoggen sollte es weitere Handelsschiffe geben, welche an den Rand der Karte fahren sollten und einige Zeit später mit vielen Reccourcen wieder auftauchen sollten
  • Häuser sollten eine kleine Menge an Gold generieren, um Steuern zu simulieren
  • Ursprünglich war der Fränkische Paladin als Spezialeinheit für die Franken geplant
  • Die Elite-Version der türkischen Spezialeinheit wurde neu-designt, da die alte Variente die Entwickler zu sehr an den Ku Klux Klan erinnerten

Mehr von diesen Fakten und auch zu den anderen Spielen der Age of Empires Reihe lassen sich unter diesem Eintrag im Age of Empires Wiki finden!

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