Age of Empires II: Definitive Edition – 20 Tipps, um besser zu werden

Ich liebe Age of Empires II. In meinen Augen ist das Spiel absolut zeitlos und es gibt immer etwas neues zu finden und zu entdecken, um den eigenen Spielstil zu verbessern. Von daher möchte ich einige meiner Tipps mit euch teilen, welche euch hauptsĂ€chlich in 1v1s helfen sollten. Erwartet nicht, dass ihr alle Tipps gleich … weiter

Age of Empires II: Definitive Edition – Review

Zwei Monate nach dem 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um von Age of Empires II lĂ€sst es Microsoft zusammen mit Forgotten Empires und der Definitive Editon zum beliebtesten Teil der Echtzeitstrategie-Reihe so richtig krachen. Was kann das Remaster? Was ist gut? Was ist schlecht? Die Features im Überblick  Alle Inhalte seit 1999* 4K (optional, als kostenloses DLC erhĂ€ltlich, 16 … weiter

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Age of Empires II: Definitive Edition – 20 Tipps, um besser zu werden

FloosWorld am 12.April 2022 um 16:04:48
Ich liebe Age of Empires II. In meinen Augen ist das Spiel absolut zeitlos und es gibt immer etwas neues zu finden und zu entdecken, um den eigenen Spielstil zu verbessern. Von daher möchte ich einige meiner Tipps mit euch teilen, welche euch hauptsĂ€chlich in 1v1s helfen sollten. Erwartet nicht, dass ihr alle Tipps gleich beherrscht, denn: Übung macht den Meister!

Tipp 1: Beherrscht die Grundlagen!

Aller Anfang ist schwer. Doch zum GlĂŒck gibt es Tutorials, die einem das Spiel nĂ€her bringen. Bei Age of Empires II: Definitive Edition gibt es gleich zwei davon: die William Wallace-Kampagne, welche auch im Original dabei war sowie die mit der Definitive Edition neudazugekommenen Art of War-Missionen.

Besonders letzere richten sich an Leute, die bereits die Grundlagen einigermaßen beherrschen und mehr in die speziellen Dinge des Spiels eintauchen wollen (FrĂŒhe Wirtschaft, Schnelle Ritterzeit, Rushen und Rush abwehren, Boomen, Feldschlachten).

Zudem gibt es im Modmanager mit dem Build Order Guide von Cicero ein interaktives Tutorial, dass einem die Grundlagen noch ein bisschen besser als die Art of War-Missionen erklĂ€rt und dabei den Spieler benotet. Eine ĂŒbersetzte Version ist ebenfalls vorhanden.

Tipp 2: Lernt die Völker kennen

Die ersten Spiele mit zufĂ€lligen Völkern auf zufĂ€lligen Karten bestreiten ist zwar mutig, aber ziemlich riskant, wenn man nicht mit ihnen vertraut ist, selbst wenn die Völker von AoE 2 sich recht Ă€hnlich spielen lassen – Ausnahmen gibt es aber natĂŒrlich auch, insbesondere bei den Nord- und Mittelamerikanischen Völkern. Von daher sollte man sich fĂŒr den Anfang ein Volk aussuchen, mit welchem man sich nĂ€her befasst, um seinen Spielstil mit diesem Volk zu perfektionieren. Meine Lieblingsvölker sind da die Franken, Ungarn und Böhmen. Diese sind auch gut fĂŒr AnfĂ€nger geeignet. Im Allgemeinen sind Kavallerievölker sehr Einsteigerfreundlich.

Es empfiehlt sich, die TechnologiebĂ€ume der Völker zu kennen. Wer diese nicht auswendig lernen möchte, kann sich im Modmanager des Spiels eine Mod herunterladen, welche den Technologiebaum auf der BenutzeroberflĂ€che dauerhaft anzeigt.  Zudem kann man auch ĂŒber das Wappen des jeweiligen Volkes fahren, um einen schnellen Überblick zu erhalten.

Manche Völker sind in bestimmten Bereichen stĂ€rker (z.B. Franken und Ungarn mit der Kavallerie, Goten mit Infantrie und Äthiopier mit BogenschĂŒtzen) – bezieht das in euren Aufbau mit ein.

Tipp 3: Kennt die Konter

Die Einheiten in Age 2 agieren nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip. Das bedeutet: Eine Einheit ist besonders stark gegen eine andere, aber wird von einer Dritten geschlagen. Es ist daher gut zu wissen, welche Einheiten wann am Besten eingesetzt werden mĂŒssen. Kommt der Gegner mit Pikenieren an, um eure Kavallerie zu attackieren, solltet ihr BogenschĂŒtzen bereit haben doch diese werden dann von PlĂ€nklern gekontert welche wiederum von Kavallerie und SchwertkĂ€mpfern geschlagen werden. Somit entsteht ein tiefgreifendes System.

Die ideale Armee sollte aus drei Einheitentypen bestehen: einer Goldeinheit (= höherwertige Einheiten, die offensiv eingesetzt werden können), einer Trasheinheit (= Einheiten, die kein Gold kosten und hĂ€ufig als Konter fĂŒr Goldeinheiten gelten) und einer Belagerungseinheit. Spielt man z.B. als Kavallerievolk gegen ein BogenschĂŒtzenvolk, ist davon auszugehen, dass der Gegner als Goldeinheit der BogenschĂŒtze bzw. die Armbrust und als Trasheinheit SpeerkĂ€mpfer bzw. Pikeniere verwendet werden. Die Belagerungseinheit variiert je nach Situation.

Die in Tipp 1 erwÀhnte Art of War-Mission zu Feldschlachten befasst sich mit Konter.

Tipp 4: Übt gegen den Computer

Die KI ist verzeiht Fehler, ein Mensch tut es nicht. Bevor ihr euch in den Multiplayer zu 1v1-Spielen in der Rangliste wagt, könnt ihr in aller Ruhe gegen die KI trainieren. Ihr habt dabei 6 verschiedene Schwierigkeitsgrade zur VerfĂŒgung (Einfach, Standard, Mittel, Schwer, Sehr Schwer, Extrem Schwer). Fangt am Besten gegen die leichteste KI an und arbeitet euch stufenweise nach oben. Setzt euch aber realistische Ziele, da es einiges an Geduld und Übung braucht, bis ihr gegen die zwei schwersten KIs ankommt. Die Mittlere KI bietet ein gutes Mittelmaß und sollte die meisten ansprechen. Sie baut zwar langsam auf, agiert aber kompetent und setzt auch gĂ€ngige Stratiegien, wie z.B. einen Scout-Rush in der Feudalzeit ein, um Druck auf euch auszuĂŒben. GeĂŒbtere Spieler können die Mittlere KI ĂŒberspringen und gleich zur Schweren gehen. Diese setzt hĂ€ufig auf BogenschĂŒtzen und PlĂ€nkler. Gegen die zwei schwersten KIs kommt man fĂŒr gewöhnlich mit einer gut einstudierten Build Order an.

Tipp 5: Mauern schenken euch Zeit

Wenn ihr nicht wollt, dass der Gegner euch frĂŒh ĂŒberrennt, dann mauert. Karten wie Dunkler Wald lassen sich leicht mauern, da die eigene Basis von BĂ€umen umgeben ist. Sichert die Mauern zusĂ€tzlich mit GebĂ€uden ab.

Der Gegner hat somit ein bisschen zu tun, bevor er ĂŒberhaupt durchbrechen kann. In der Zwischenzeit kann man die Verteidigung zusĂ€tzlich stĂ€rken und den Gegenangriff vorbereiten.

Apropos HÀuser: Diese könnt ihr in einer kreisÀhnlichen Anordnung um das Dorfzentrum bauen, um so eine Art ersten Wall zu erreichten.

Tipp 6: Die Kunst des richtigen Mauerns

Palisaden und SteinwĂ€lle zu bauen ist gut, aber das ist nur die halbe Miete, wenn man sie nicht richtig einsetzt. Lasst auf Karten wie Arabien oder Runensteine den SpĂ€her die Gegend erkunden und achtet auf Bauminseln, von den Spielern auch „Wood lines“ genannt. Idealerweise sollte das von euch eingemauerte Gebiet weder zu groß, noch zu klein sein. Verbindet die Bauminseln mit Palisaden, zieht dabei andere Rohstoffvorkommen wie Gold und Stein mit in die Mauer ein, achtet aber rechtzeitig darauf, LĂŒcken zu schließen, wenn eure Dorfbewohner die Rohstoffe an dieser Stelle abgebaut haben. MilitĂ€rgebĂ€ude könnt ihr ebenfalls in die Mauer einbinden und so direkt die ersten Einheiten ins Feld schicken.

Steinmauern sind zwar stark, brauchen aber lange im Aufbau und nicht jedes Volk hat Zugriff darauf. Solltet ihr nicht unbedingt auf eine Boom-Strategie gehen, ist es sinnvoller, Palisaden zu bauen und mit anderen GebĂ€uden zu schĂŒtzen.

Tipp 7: Die richtigen Entwicklungen zur richtigen Zeit

Setzt euch nicht unnötig unter Druck, indem ihr allmöglichen Upgrades entwickelt und damit Zeit und – insbesondere Rohstoffe – verliert, die ihr anderweitig hĂ€ttet einsetzen können. Wenn ihr einen bestimmten Einheitentyp nicht verwenden werdet, dann verschwendet nicht die Rohstoffe fĂŒr ihn und seine Upgrades.

Genauso ist es aber auch wichtig, die Upgrades, die man fĂŒr sein Spiel benötigen wird, zur richtigen Zeit zu entwickeln. Denkt dabei daran, was fĂŒr ein Typ von Volk ihr habt, also ob ihr in der Schmiede bestimmte Upgrades den Vorang geben solltet.

Als Beispiel fĂŒr das Timing eines Upgrades folgt hier der Webstuhl aus der Dunklen Zeit: Dieser macht die Dorfbewohner wiederstandsfĂ€higer, was besonders bei der Jagd nach Wildschweinen und der Abwehr von Wölfen wichtig ist. Er wird im Dorfzentrum entwickelt, was bedeutet, dass ihr ihn möglichst dann entwickeln solltet, wenn ihr in euren Augen genĂŒgend Dorfbewohner (bei einem Standardaufbau 21) habt, ehe ihr zur Feudalzeit voranschreitet. Entwickelt ihr ihn als erstes, sind eure Dorfbewohner zwar schon frĂŒh gegen wilde Tiere gerĂŒstet, aber ihr bremst dabei eure Wirtschaft unnötig aus, da der Webstuhl genauso wie ein Dorfbewohner 25 Sekunden zum Entwickeln benötigt. Dies gilt natĂŒrlich nicht fĂŒr die Goten, die den Webstuhl innerhalb einer Sekunde entwickeln und der Schaden an der frĂŒhen Wirtschaft damit praktisch nicht vorhanden ist.

Einige Upgrades wie z.B. der zuvorgenannte Webstuhl sind ĂŒbrigens unabdingbar, egal mit welchem Volk und welcher Strategie ihr spielt. Zu denen gehören Ballistik (Einheiten feuern genauer), Mordlöcher (GebĂ€ude haben keine Mindestreichweite, um jemanden anzugreifen – sehr wichtig, wenn ihr Burgen habt!) und Wehrpflicht (MilitĂ€reinheiten werden schneller erschaffen). Wichtige Wirtschaftsupgrades findet ihr zudem im HolzfĂ€llerlager und der MĂŒhle. Bei dem Bergarbeiterlager sollte das Goldupgrade Vorrang haben.

Tipp 8: Die Wirtschaft ins Rollen bringen und am Laufen halten

Hand in Hand mit dem vorherigen Tipp geht dieser hier. Erschafft sobald das Spiel losgeht so viele Dorfbewohner wie es eure Nahrung zulĂ€sst, baut mit den drei Startdorfbewohnern zwei HĂ€user und beachtet dabei die 2×1 und 1×1 Regel, d.h. zwei Dorfbewohner bauen das eine und ein Dorfbewohner baut das andere Haus. Lasst den SpĂ€her die ersten vier Schafe finden und bringt zwei von ihnen zum Dorfzentrum, die restlichen lasst ihr genauso wie den SpĂ€her in einem Bogen von eurer Basis hinweglaufen, bringt diese aber rechtzeitig zum Dorfzentrum zurĂŒck, damit keine EngpĂ€sse beim Nahrungssammeln entstehen, denn idealerweise sollten Schafe nicht auf einem Haufen stehen!

Nachfolgend eine Build Order fĂŒr einen Standardstart:

  1. Lasst die erschaffenen Dorfbewohner die Nahrung der Schafe abarbeiten und nutzt dazu auch die Dorfbewohner, die vorher die HĂ€user gebaut hatten.
  2. Nachdem sechs der Dorfbewohner mit den Tieren beschÀftigt sind, ist es Zeit die nÀchsten drei auf Holz zu schicken. Lasst den ersten ein HolzfÀllerlager bei einer der Waldinseln errichten und die anderen folgen.
  3. Danach wird es Zeit, Wildschweine zu jagen. Lasst den nĂ€chsten und siebten Dorfbewohner zuerst ein Haus bauen und dann ein Wildschwein jagen. Nachdem der Dorfbewohner zwei SchĂŒsse mit dem Bogen abgegeben hat, ist es Zeit, zurĂŒck zum Dorfzentrum zu laufen, wo die mit Schafen beschĂ€ftigten Dorfbewohner ebenfalls das Wildschwein angreifen. Quartiert den JĂ€ger schnell ein und aus, damit das Wildschwein seine Peilung verliert.
  4. Nachdem idealerweise 7-8 Dorfbewohner mit dem ersten Wildschwein beschĂ€ftigt sind, ist es Zeit, die nĂ€chsten vier an den BeerenbĂŒschen arbeiten zu lassen. Der erste Dorfbewohner baut dazu eine MĂŒhle, die anderen folgen.
  5. Schickt die restlichen Dorfbewohner bis ihr ca. bei 21 seid, auf Holz und errichtet ein zweites HolzfÀllerlager, um Staus zu vermeiden. Die Faustregel ist hierbei ca. 5 Dorfbewohner pro HolzfÀllerlager.
  6. Ist von der Nahrung des ersten Wildschweins nur noch ca. die HĂ€lfte ĂŒbrig, ist es Zeit das zweite Wildschwein genauso wie das erste zu jagen. Dies passiert normalerweise zwischen Schritt 4 und 5. WĂ€hrend die Dorfbewohner mit dem zweiten Wildschwein beschĂ€ftigt sind, könnt ihr flexibel zwei von ihnen abziehen, um Felder beim Dorfzentrum zu errichten.

Schafe und Wildschweine sind hier nur Beispiele, da ebenfalls KĂŒhe, Nilpferde, Elefanten und sonstiges vorkommen können.

Vergesst dabei aber niemals, weitere Dorfbewohner zu erschaffen! Und insbesondere nicht, HĂ€user zu bauen!

Nutzt bei dem Wildschwein ebenfalls den sogenannten „Force Drop-off“, indem ihr alle Dorfbewohner auswĂ€hlt, ihre Nahrung sofort im Dorfzentrum ablegen und dann sofort am Wildschwein weiterarbeiten lasst, um so immer mindestens 50 Nahrung fĂŒr weitere Dorfbewohner zur VerfĂŒgung zu haben da es normalerweise lange braucht, bis eure Dorfbewohner die Nahrung des Wildschweins einlagern.

Schreitet in die Feudalzeit voran, sobald ihr den Webstuhl entwickelt und 500 Nahrung habt und baut eine Kaserne mit 2-3 Dorfbewohnern, die gerade an Holz arbeiten. Die ideale Zeit, um voranzuschreiten, ist etwa bei 8 Minuten ingame. Wenn die Feudalzeit zu ca. 50 % entwickelt ist, könnt ihr mit 1-2 eurer Dorfbewohnern eine Kaserne bauen lassen, da diese in der Feudalzeit die Schießanlage und den Stall freischaltet.

Im Laufe des Spiels ist es wichtig, weiterhin Dorfbewohner zu entwickeln, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die ideale Balance zwischen Dorfbewohnern und MilitÀr im Spiel sollte bei 50 / 50 von der Gesamtbevölkerung liegen, aber generell gilt es, nie die Dorfzentren untÀtig werden zu lassen. Nutzt dabei auch das Wegpunktesystem, d.h. setzt den Sammelpunkt des Dorfzentrums auf ein Rohstoffvorkommen und baut weitere Dorfzentren bei Rohstoffen.

Entwickelt in der Feudalzeit zusĂ€tzliche Dorfbewohner, schickt diese auf Holz und wechselt sie flexibel auf Nahrung, indem ihr sie Felder bauen lasst. Ein Richtwert sind hier 14 – 16 Felder in der Feudalzeit.

Vergesst ebenfalls das Gold nicht, denn ihr braucht neben den zwei GebÀuden aus der Feudalzeit auch 200 Gold, um in die Ritterzeit voranzuschreiten.

Schubkarre ist eine Technologie, welche eure Dorfbewohner schneller laufen und dabei mehr sammeln lÀsst. Manche entwickeln sie, kurz bevor man in die Ritterzeit voranschreitet. Allerdings gibt es keine definitive Antwort, wann man sie entwickeln sollte. Baut in der Ritterzeit ein zusÀtzliches Dorfzentrum, idealerweise bei einem Rohstoffvorkommen. Vergesst aber dabei Stein nicht und zieht ggf. Dorfbewohner von den anderen Rohstoffen ab.

Tipp 9: Hotkeys!

Man kann zwar das Spiel nur mit der Maus spielen, aber dies ist ziemlich umstĂ€ndlich und langsam. Die Standardhotkeys der Definitive Edition sind im sogenannten Gridsystem angeordnet und  leicht zu erlernen, um somit schneller und effizienter zu werden. Spielt ihr mit einer QWERTZ-Tastatur, wie sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwendet wird, solltet ihr in den Einstellungen zudem alle Hotkeys, die auf dem Z belegt sind zu Y Ă€ndern, da das Spiel davon ausgeht, dass ihr eine QWERTY-Tastatur habt.

Die Hotkeys sind flexibel Ă€nderbar. Ihr mĂŒsst nicht zwingend die vom Spiel vorgegeben Hotkeys verwenden, sondern könnt eure eigenen Benutzen, um euch sicherer zu fĂŒhlen. Nutzt den Hotkey Trainer von ZeroEmpires, um die GebĂ€udehotkeys zu ĂŒben.

Im Spiel gibt es ebenfalls „Gehe zu [GebĂ€udetyp]“- und „WĂ€hle alle [GebĂ€udetyp] aus“-Hotkeys, die bei der Standardbelegung der Definitive Edition umstĂ€ndlich sind. Ändert diese zu etwas, was euch mehr zusagt. Mein Beispiel: Die Kaserne wird mit W+Q gebaut, somit habe ich „Gehe zur Kaserne“ mit Strg+Q und „WĂ€hle alle Kasernen aus“ mit Strg+Shift+Q belegt.

Die Hotkeys sind entweder im Spiel Ànderbar, oder auch mit Webseiten wie dieser hier.

Tipp 10: Spielt die Kampagnen

WĂ€hrend die Kampagnen von den Meisten nur als Beiwerk angesehen werden, ist ihr Wert nicht zu unterschĂ€tzen. Hierbei lernt man nicht nur etwas Geschichte, sondern kann auch in Gefechtssituationen mit ausgewĂ€hlten Völkern ĂŒben.

Achtung Spoiler: Am Deutlichsten bleibt mir da die finale Mission aus der El Cid-Kampagne in Erinnerung, in welcher verschiedene, starke TĂŒrme auf einzelnen Inseln zerstört werden mĂŒssen. In dieser Kampagne spielt man u.a. als Spanier und sollte somit Gebrauch von den Kriegsgalleonen machen, da diese durch Ballistik beeinflusst schneller und prĂ€ziser feuern.

Tipp 11: Lasst euch nicht entmutigen!

Eine Niederlage ist nicht gleich eine Niederlage. Ihr könnt aus euren Fehlern lernen. Lasst euch aber nicht durch die Spielweise der Topspieler entmutigen, wenn euer Stil nicht im Ansatz so perfekt aussieht. Wenn ihr merkt, dass ihr in bestimmten Bereiche Probleme habt, dann ĂŒbt einfach weiter und seid nicht zu hart zu euch selbst, denn am Ende des Tages ist es nur ein Spiel und sollte vorallem eines machen: Spaß!

Solltet ihr euch fit genug gegen den Computer fĂŒhlen und euch noch nicht den Stress der Rangliste aussetzen wollen, könnt ihr ein Schnellspiel gegen einen zufĂ€lligen menschlichen Gegner wagen, um somit abzuschĂ€tzen, wie ein echter Spieler auf euch reagieren wĂŒrde. Aber vorsicht: das Spiel matcht euch im Schnellspiel auch gerne mal gegen Gegner, deren Skilllevel sehr variabel ist. Somit kann ein Spieler mit 500 Elo auf einen mit 800 Elo treffen.

In der Age of Empires-Community gibt es zudem viele Leute, die euch gerne nochmal einzelne Dinge erklÀren und auch coachen.

Tipp 12: Der richtige Einsatz von Mangen/Onagern …

Mangen bzw. Onager sind Belagerungseinheiten, welche aufgrund der Tatsache, das sie mehrere Steinbrocken feuern, gerne dafĂŒr eingesetzt werden, um gegen kleinere Gruppen an Einheiten vorzugehen. Doch auch an engen Seewegen sind sie besonders dafĂŒr geeignet, um Schiffe ausmanövrieren. Der richtige Einsatz ist somit unheimlich wichtig.

Sie gehören neben Belagerungskannonen zu den Einheiten, die auch Friendly Fire haben, also eigene und verbĂŒndete Truppen verwunden können, von daher sollte man in Gefechten insbesondere Kavallerieeinheiten vor ihnen hinwegreiten lassen, um entweder dem Wirkungsbereich zu entkommen, oder sie vor Gegenangriffen zu decken. Nahkampfeinheiten wie Pikeniere gehen auch und decken Mangen/Onager vor Kavallerieangriffen.

Auch sollte man Beachten, dass sie nicht von Ballistik beeinflusst werden und somit nicht “vorauszielen”, wenn man ihnen einen einfachen Angriffsbefehl gibt. Von daher sollte man den Einsatz der Attack Ground-Funktion (Standard Hotkey: T) ĂŒben und bei Einheitengruppen dorthin zielen, wo sich die Masse hinbewegen wird. Mit mehreren Onagern kann man mit dem richtigen Micromanagement somit den Gegner flankieren.

Tipp 13: … und wie man sie kontert

Mangen bzw. Onager sind zwar stark, aber nicht ĂŒbermĂ€chtig. Sie gehen schnell kaputt, wenn man ihre Mindestreichweite unterlĂ€uft. Gekontert werden sie mit schnellen Einheiten, wie z.B. Kavallerie. Ebenfalls sind sie anfĂ€llig, wenn man mittels Angriffsformationen ihrem Schuss ausweicht. Das wird unter Spielern als „Split Micro“ bezeichnet, da ihr schnell zwischen der Linien- und Flankenformation wechselt. Wollt ihr eure eigenen Mangen/Onager also retten, solltet ihr Kontereinheiten parat haben.

Tipp 14: Strategien erlernen durch Build Order

In Age of Empires II gibt es, wie in jedem RTS, bestimmte Strategien, die unter Spielern als Build Order bekannt sind. Dabei handelt es sich, wie der Name schon vermuten lĂ€sst, um Baureihenfolgen, um möglichst schnell und effizient an das gewĂŒnschte Ziel zu kommen. Bei den Art of War-Missionen gibt es ein Interaktives Tutorial fĂŒr die sogenannte Fast Castle-Strategie, die darauf abzielt, dass ihr möglichst schnell in die Ritterzeit gelangt, indem ihr in der Dunklen Zeit 27 Dorfbewohner auf Nahrung, Holz und Gold aufteilt und die Feudalzeit nahezu „ĂŒberspringt“, um so den Gegner mit mĂ€chtigen Einheiten unter Druck setzt. Zudem gibt es, wie in Tipp 1 erwĂ€hnt, einen Build Order Guide, der verschiedene Spielweisen in interaktiven Szenarien erklĂ€rt. Zudem gibt es eine Seite, in der verschiedene Build Order samt AusfĂŒhrung mit Videos gesammelt werden, welche von der Community betrieben wird.

Übt Strategien eurer Wahl und perfektioniert sie, um so noch mehr von der Spieltiefe zu verstehen.

Tipp 15: Schaut eure Replays

Age of Empires II hat nicht umsonst ein Replayfeature, das euch das komplette Spiel aus Sicht von euch und anderen nochmal anschauen lĂ€sst. Achtet dabei auch auf die Spielweise eures Gegners, um abschĂ€tzen zu können, was ihr in diesem Spiel noch hĂ€ttet besser machen können. Wie aus Tipp 11 gilt: Nicht entmutigen lassen! Nutzt dabei auch CaptureAge, um genauere Einblicke zu bekommen. Die kostenfreie Variante von CaptureAge hat bereits einige nĂŒtzliche Statistiken mit an Board wie z.B. die Zeit, in der eure Dorfzentren untĂ€tig waren oder wie Effizient eure Dorfbewohner in der letzten Ingame Minute waren.

Tipp 16: Seid mutig!

Wagt euch auch mal an mutige Strategien, wie z.B. einen „Castle-Drop“ in der Basis eures Gegners. Schickt dabei in der Ritterzeit möglichst viele entbehrbare Dorfbewohner zu eurem Gegner und lasst eine Burg errichten (idealerweise an einem Rohstoffvorkommen) und deckt die Bauarbeiten mit MilitĂ€reinheiten. Ist eure Burg fertig, könnt ihr damit wunderbar euren Gegner nerven und durch die Spezialeinheit eures Volkes oder Petarden weiteren Druck ausĂŒben. Wenn im Hintergrund weitere Dorfbewohner an Steinen arbeiten, könnt ihr auf diese Art und Weise noch 2-3 weitere Burgen hinzufĂŒgen. Ein Volk, welches sich dafĂŒr besonders eignet, sind die Franken, da deren Burgen nur 488 statt 650 Stein kosten. Ein Fast Castle mit Castle-Drop ist also eine der besten Strategien der Franken.

Eine weitere mutige, aber auch riskante Strategie ist der „Persian Douche“. Dabei spielt ihr als Perser, löscht euer Startdorfzentrum und baut es bei eurem Gegner in unmittelbarer nĂ€he seines Dorfzentrums oder Rohstoffvorkommens wieder auf. Dies ist möglich, da die persichen Dorfzentren doppelt so viele HP haben.

Zu viel Mut kann aber auch nach hinten losgehen, etwa, wenn ihr versucht mittels einer All-In-Taktik, wie den Tati Rush, euren Gegner bereits in der Feudalzeit aus dem Spiel zu werfen und dieser eure Angriffe kontert oder auch, wenn euer Castle-Drop bemerkt wird. GeĂŒbte Gegner werden sich zwar dann unter Druck fĂŒhlen, werden aber versuchen ihr Spiel so gut es geht weiterzuspielen, um den Spieß umzudrehen.

Eine Fast Castle-Strategie ist ebenfalls mutig, macht euch aber fĂŒr Angriffe verwundbar, da ihr lĂ€nger in der Dunklen Zeit bleibt. Gelingt sie aber, könnt ihr noch deutlich vor eurem Gegner mĂ€chtige Einheiten wie den Ritter auf das Feld schicken. GeĂŒbte Spieler können die Fast Castle-Strategie mit einem Drush, also einem Rush in der Dunklen Zeit verbinden. Eine Variante ist der sogenannte Pre-Mill Drush. Dazu lĂ€sst man den 10. Dorfbewohner zwei HĂ€user und eine Kaserne errichten, bevor ĂŒberhaupt eine MĂŒhle gebaut wird. In der Kaserne erschafft ihr dann drei Milizsoldaten und stört dabei euren Gegner beim Aufbauen. Achtet aber dabei darauf, ob euer Gegner bereits den Webstuhl entwickelt hat, was daran zu erkennen ist, dass Dorfbewohner 40 statt 25 Lebenspunkte haben. Der Drush funktioniert natĂŒrlich auch nachdem man eine MĂŒhle gebaut hat.

Eine extreme Drush Variante ist der sogenannte Instant Drush, der mit den Litauern gemacht werden kann. Diese starten mit +150 Nahrung und können dementsprechend statt zwei HĂ€usern zuerst eines und eine Kaserne bauen. Diese Strategie erfordert aber ein hohes Maß an Genauigkeit.

Tipp 17: Seid flexibel!

Eine beliebte Weisheit aus der Welt des Sports ist „Kein Spiel ist wie das andere“ und das lĂ€sst sich auch auf Age of Empires 2 anwenden. Je nach Situation mĂŒsst ihr anders denken. Mit der Zeit enwickelt ihr ein GefĂŒhl fĂŒr die Strategie eures Gegners und könnt so flexibel euch auf die Gegebenheiten einstellen. Spielt ihr z.B. gegen Goten, könnt ihr euch auf ein Spiel mit Huskarlen einstellen. Um die Huskarl-Produktion am Laufen zu halten, mĂŒssen die Goten Boomen, somit ist eure Chance den Gegner zu schlagen zwischen der Feudal- und frĂŒhen Ritterzeit. Das gleiche gilt fĂŒr Karten. WĂ€hrend ihr in Arena durch die Steinmauern vor Angriffen geschĂŒtzt seid, werdet ihr auf offenen Karten wie Goldgrube euch auf heftige KĂ€mpfe in der Kartenmitte einstellen mĂŒssen da dort das wertvolle namensgebende Gold lauert.

Auch wird es so sein, dass ihr eine erlernte Build Order nicht immer zu 100 % wie erhofft durchspielen könnt, da euch der Gegner zuvor kommt, etwa mit einem Men-at-Arms Rush am Anfang der Feudalzeit.

Tipp 18: Die richtige Karten/Völker-Kombination finden

Hand in Hand mit Tipp 17 geht dieser hier. Versucht die passende Kombination in Sachen Volk- und Karte zu finden. Da es auf Arena selten bis gar nicht in der Feudalzeit zu KĂ€mpfen kommt, dominieren hier die Völker, welche mittels (Wirtschafts-)boni schnell in die Ritterzeit gelangen, etwa Franken durch kostenfreie Feldupgrades, Böhmen durch kostenfreie Bergarbeiterlagertechnologien oder Khmer, die als einziges Volk keine bestimmten GebĂ€ude benötigen, um in die nĂ€chste Zeit zu gelangen. Auf offenen Karten sind die Spanier auch eine gute Fast Castle-Wahl, da deren Konquistadoren in kleinen Massen bereits große SchĂ€den anrichten können, sie eigentlich aber auch dank ihres schnelleren Aufbaus perfekt fĂŒr Arena.

Auf MegazufĂ€llig oder auch Nomadenkarten wie Afrikalichtung empfhielt es sich, die Byzantiner zu nehmen, da deren Trasheinheiten (= Einheiten, welche kein Gold kosten) gĂŒnstiger sind, und sie vergĂŒnstigt in die Imperialzeit kommen.

Tipp 19: Probiert verschiedene Spielmodi aus

Das Standardspiel wird im Modus „Zufallskarte“ gespielt, es ist aber auch ratsam, sich weitere Modi anzuschauen, da diese verschiedene Bereiche des Spiels voraussetzen und man somit nachhaltig seine FĂ€higkeiten verbessert. Nachfolgend also zwei wichtige Modi, die ihr neben der Zufallskarte spielen könnt – es gibt aber natĂŒrlich auch weitere:

  • „Empire Wars“ oder „Reichskriege“ ist eine Variante der Zufallskarte, in der das Spiel in der Feudalzeit mit einer bereits laufenden Wirtschaft startet. 21 von 27 Dorfbewohnern sind auf Holz, Nahrung und Gold verteilt, 6 stehen noch untĂ€tig vor einem Schaf bzw. Schwein beim Dorfzentrum. Eine Kaserne sowie eine Schmiede sind bereits gebaut. Der Modus legt Wert auf das Mid-Game und ist bereits von Sekunde Null an actiongeladen, wird aber im spĂ€teren Spiel etwas ruhiger und Ă€hnelt der normalen Zufallskarte.
  • „Deathmatch“ fĂŒhlt sich radikal anders zur Zufallskarte an. Das Spiel startet in der Post-Imperialen Zeit, alle Technologien sind also erforscht. Um das Dorfzentrum sind wie bei der Zufallskarte 3 Dorfbewohner, die auf weitere Aufgaben warten. Die Karte ist erkundet, allerdings gibt es auch noch den Nebel des Kriegs. Der SchlĂŒssel zum Erfolg bei Deathmatch ist das sehr frĂŒhe Bauen und Erschaffen von MilitĂ€rgebĂ€uden und -einheiten. Den einfachsten Einstieg hat man hier mit den Hunnen, da die keine HĂ€user bauen mĂŒssen und unmittelbar Einheiten aufs Feld jagen können. Deathmatch legt seinen Fokus auf das Late-Game und ist mit 2.0-facher Geschwindigkeit schneller als Zufallskarte und Empire Wars, welche beide mit 1.7-facher Geschwindigkeit gespielt werden.

Tipp 20: Das richtige Rushen

Im Laufe der Zeit hat es sich etabliert, dass man bereits ab der Feudalzeit mittels verschiedener Einheiten (SpĂ€her, BogenschĂŒtzen, SchwertkĂ€mpfer), den Gegner stört, ihn also „rusht“. Das Rushen ist eine effektive Strategie, um die gegnerische Wirtschaft lahmzulegen und den Gegner zu weiteren Investitionen zu zwingen, damit sich die Ritterzeit fĂŒr den Gegner nach hinten schiebt. Der SpĂ€her ist die einzige offensive Trasheinheit fĂŒr einen Rush, aber dafĂŒr mit 80 Nahrung wiederum nicht ganz gĂŒnstig. Am Effizientesten sind BogenschĂŒtzen, da diese in kleinen Massen einzelne Dorfbewohner mit einem Gruppenschuss töten können und den Gegner damit in Panik versetzen. Am HĂ€ufigsten wird man aber den Rush mit SchwertkĂ€mpfern sehen – den Man-At-Arms Rush.

FĂŒr das ideale Rushen ist es wichtig, den Gegner zu scouten, d.h. zu wissen, wo die Rohstoffvorkommen sind. Ideale Ziele sind Dorfbewohner, die weit genug von RohstoffgebĂ€uden weg sind. Wenn alles gut geht, könnt ihr so bequem in die Ritterzeit voranschreiten, eure Einheit upgraden und damit noch effizienter den Gegner angreifen.

Behaltet beim Rushen im Kopf, dass es zwar gut ist, feindliche Dorfbewohner zu töten, weil das den Gegner zu weiteren Ausgaben zwingt, um in Sachen Wirtschaft wieder aufzuholen, ihr aber primĂ€r nerven wollt – die bloße Anwesenheit eures Trupps reicht meist aus, um Panik auszulösen, weswegen er sich dazu entscheidet, die Dorfbewohner in das Dorfzentrum einzuquartieren oder mittels sogenantem „Quickwalling“ vor euren Truppen retten will, was indirekt dazu fĂŒhrt, dass er nicht am Sammeln von Rohstoffen arbeiten kann.

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Bewertung: 5.0/5 (3)

Age of Empires II: Definitive Edition – Review

FloosWorld am 21.November 2019 um 17:11:47

Zwei Monate nach dem 20-jÀhrigen JubilÀum von Age of Empires II lÀsst es Microsoft zusammen mit Forgotten Empires und der Definitive Editon zum beliebtesten Teil der Echtzeitstrategie-Reihe so richtig krachen. Was kann das Remaster? Was ist gut? Was ist schlecht?

Die Features im Überblick

  •  Alle Inhalte seit 1999*
  • 4K (optional, als kostenloses DLC erhĂ€ltlich, 16 GB Download)
  • Stufenloser Zoom
  • Neue Features: Intelligente Einheitenauswahl, Sicheres Löschen
  • Überarbeitete Kampagnen und Soundtrack
  • Überarbeiteter Netcode, der nun auf serverbasierten Multiplayer ausgelegt ist

* Mit Ausnahme der „El Dorado“-Kampagne, die nun durch eine Inka-Kampagne ersetzt wurde, sowie einigen Szenarioobjekten.

 

Gameplay

Das Gameplay ist so, wie man es von Age of Empires II gewohnt ist und bedarf keiner großen ErklĂ€rung: Basenbau mit Rohstoffabbau, Forschung und Ausbildung von MilitĂ€reinheiten. Interessanter sind dabei eher die Neuerungen.

 

Wie ein FrĂŒhjahresputz

OberflĂ€chlich gesehen hat man hier immernoch das gleiche Spiel von 1999, das Gameplay wurde allerdings mit kleineren QOL-Features verfeinert: Command Queues erlauben es nun Dorfbewohnern genaue Anweisungen darĂŒber zu geben, was sie machen sollen (z.B. zwei HĂ€user bauen, dann in der NĂ€he der MĂŒhle ein Feld anbauen), Felder und Reusen werden nun per Mausklick automatisch erneuert, Reusen haben zudem auch eine Einsaatwarteschleife bekommen, in der Rohstoffleiste steht, wie viele Dorfbewohner gerade welchen Rohstoff abbauen und wie viel von der Gesamtbevölkerung sie ausmachen, unter der Rohstoffleiste wird alles aufgezĂ€hlt, was gerade erforscht und ausgebildet wird. Die Command Queues gelten auch fĂŒr MilitĂ€reinheiten und ermöglichen es, z.B. Mönche, die eine Reliquie aufgesammelt haben sicher durch die Karte zu bewegen. Die Einheiten sind dank der Command Queues auch etwas intelligenter geworden, deutlich fĂ€llt das bei den Tribocken auf, die nun, wenn ein Ziel außer Reichweite ist, sich selbst einpacken und in Reichweite wieder aufbauen. FrĂŒher musste man das Einpacken manuell erledigen.

Das Feature, das am deutlichsten auffallen sollte, ist der Zoom, der es gestattet, nah an das Spielgeschehen heranzukommen. Wer noch weiter reinzommen möchte, kann das sogenannte „Graphic Enhancement Pack“ runterladen, das als kostenloses DLC daherkommt. Das DLC startet einen 16 GB-Download und fĂŒgt die 4K Texturen ein. Leider kam ich nicht in den Genuss das UHD-DLC auszuprobieren, da das Spiel hier nicht wirklich optimiert ist und bei mir im Benchmark hĂ€ngen bleibt. Schade eigentlich, denn mein PC erfĂŒllt die Mindestanforderungen fĂŒr das DLC. Das Benchmark wird fĂŒr die Freigabe der Ranglistenspiele genutzt, dazu muss man mindestens 1000 Punkte erreichen. (Update: Seit ich eine neue Grafikkarte und Monitor habe kann ich das Spiel nun auch mit dem UHD-DLC voll und ganz genießen. Das DLC wurde optimiert.)

Eine kleine Neuerung ist das Scrollen mit der rechten Maustaste.

Einheiten können nun alternativ auch mit defensiver Haltung statt der klassisch aggresiven Haltung erschaffen werden. Das ist insoweit sinnvoll, da es schon mal vorkommen kann, dass eine frisch erschaffene Einheit einem vorbeireitenden SpÀher vom Gegner hinterherlÀuft und nicht locker lÀsst.

Apropos Einheiten: neu ist ebenfalls die intelligente Einheitenauswahl. Diese erkennt automatisch, wenn in einer grĂ¶ĂŸeren Masse Dorfbewohner und andere zivile Einheiten sind und wĂ€hlt diese nicht mit aus.

Wichtige GebĂ€ude wie das Dorfzentrum, die Burg und das Weltwunder können nun auf Wunsch sicher gelöscht werden. Das ist in der Eifer des Gefechts wichtig, wenn man versehentlich auf den Entfernen-Knopf drĂŒckt. Dabei wird man gefragt, ob man das GebĂ€ude wirklich abreißen möchte. Allerdings frage ich mich, warum nicht alle militĂ€rischen GebĂ€ude (Kaserne, Schießanlage und Stall) als „wichtiges GebĂ€ude“ eingestuft werden.

Neu sind auch vier Völker und drei Kampagnen. Die Bulgaren, Litauer, Kumanen und Tataren bringen die Zahl der Völker auf 35. Die Völker sind allesamt auf Kavallerie ausgelegt und bieten einige interesante Aspekte. So haben die Bulgaren mit dem Konnik eine berittene Einheit, die wenn sie getötet wird zu Fuß weiterkĂ€mpft und die Kumanen können ab der Feudalzeit eine Waffenschmiede bauen. Alle Völker haben nun ein spezielles Wappen bekommen, um so leichter erkennbar zu sein.

Die Schlachten der Eroberer und der Vergessenen werden nun als eine einzige Kampagne gefĂŒhrt.

Es gibt zudem eine weitere neue Kampagne, die dem Spieler die „Kunst des Krieges“ beibringen soll und damit als eine Art erweiteres Tutorial gilt. Hier wird dem Spieler in einigen Missionen einiges ĂŒber die Grundlagen des Standardspiels beigebracht und es gibt Ă€hnlich wie in z.B. Trackmania Medallien, die dem Spieler gegeben werden, wenn man das Missionsziel unter einem bestimmten Zeitlimit erfĂŒllt.

Wo Mediallien sind, gibt es auch Achievements und diese sind im Vergleich zu Age of Empires II HD Edition deutlich weniger geworden. Das liegt daran, dass Achievements wie z.B. „Besiege Volk X 10-mal“ komplett entfernt wurden. Neue Achievements sind z.B. 300 Tribocke erstellen oder in den Kampagnen etwas bestimmtes machen (z.B. in der ersten Mission von El Cid alle Reliquien einsammeln). Ist man bei der Steam-Version mit dem Xbox-Account eingeloggt, spielt man die Achievements fĂŒr Steam und Xbox Live frei.

Die Kampagnen selbst wurden ĂŒberarbeitet und bieten nun laut Angabe der Entwickler 200 Stunden Spielzeit. Überarbeitet wurden einzelne Details auf der Karte und die Synchronisation. Die erste Mission von William Wallace verliert z.B. ihre Anspielung auf Ensemble Studios und den britischen Milizsoldaten im Wald, in der letzten Mission von Attila wird Westrom nun durch die Italiener anstatt der Byzantiner reprĂ€sentiert und so weiter. Am deutlichsten wurden die Kampagnen von „The Forgotten“ ĂŒberarbeitet. Die Synchronisation ist mir in den ersten Spielstunden leider negativ aufgefallen, insbesondere bei William Wallace, da der alte Sprecher deutlich energischer war und der neue ungewohnt ruhig und ungestresst klingt. Man gewöhnt sich aber daran.

Anders als bei den vorherigen Versionen werden die Kampagnen nun nicht mehr nach Erweiterungspaket geordnet, sondern nach Kontinent. Die Cutscenes zu den Zwischensequenzen können nun wie bei den Kampagnen von Rise of the Rajas vor- und zurĂŒckgespult werden und man kann, falls man die falsche Mission gewĂ€hlt hat, ohne Probleme in das KampagnenmenĂŒ springen, ohne erstmal das Szenario laden zu mĂŒssen.

An der BenutzeroberflĂ€che hat sich auch etwas getan: Diese ist wie bei AoE 1: DE nun skalierbar. Hohe Skalierungsstufen sind aber nicht zu empfehlen, da man ansonsten u.U. bereits in Auftrag gegebene Forschungen nicht mehr abbrechen kann. Der Button fĂŒr untĂ€tige Dorfbewohner ist nach oben zur Rohstoffleiste gerĂŒckt und unten bei der Karte ist nun ein Button, mit dem der Anzeigemodus der Karte geĂ€ndert werden kann. Man kann hier zwischen der normalen Sicht, einer vereinfachten Sicht, die die Höhenunterschiede grafisch darstellt und einer Sicht ohne alles wĂ€hlen. Das ist unter anderem NĂŒtzlich, um Objekte wie Reliquien (auf der Karte als weißer Punkt dargestellt) schneller finden zu können.

Weitere kleinere Änderungen sind mehrere Anpassungen in den Übersetzungen. Die byzantinische Spezialeinheit wird nun in der deutschen Version genauso wie in der englischen als „Kataphrakt“ bezeichnet, die Kriegsgalleone ist nun das „Kannonenschiff“ usw.

GebĂ€ude stĂŒrzen wie bei der Definitive Edition zu Age of Empires 1 in sich zusammen, anstatt wie frĂŒher unspektakulĂ€r zu einem Schutthaufen zu explodieren. Getötete Einheiten bluten wahlweise und versinken in den Boden anstatt wie frĂŒher langsam zu einem Skelett zu verwesen.

Unter’m Strich bleibt hier zu sagen, dass sich die Definitive Edition mit einem Regal vergleichen lĂ€sst, dessen Staub entfernt wurde: Das Spiel erstrahlt in neuem Glanz. Vergleichbar ist das ungefĂ€hr mit den Remaster, die Nightdive Studios veröffentlicht.

Das Ohr spielt mit

FĂŒr die Definitve Edition wurde auch schon wie beim ersten Teil der Soundtrack komplett neuaufgenommen. Bemerkenswert ist hierbei, dass erstmals seit der Demoversion auch die beiden StĂŒcke „Bust (Give the Drummer Some Mix)“ und „Gyam Shorts“ enthalten sind, sowie mit „Joey JoJo“ die Variante des bekannten AoE-Themes aus einer der frĂŒhen Betaversionen.

In den Optionen hat man mehrere Möglichkeiten, wie man den Soundtrack abgespielt haben möchte. So kann man beispielsweise völkerspezifische StĂŒcke abspielen lassen.

Die Soundeffekte wurden ebenfalls ĂŒberarbeitet, man erkennt sie aber alle wieder. Leider fehlten zu Release und beim ersten Patch vom 15. November 2019 die Sterbesounds der meisten Einheiten. Überarbeitet wurden ebenfalls die Völkerthemes, die nun eine stolze Gesamtzeit von 30 Minuten haben.

Neu sind MusikstĂŒcke fĂŒr den Kampagnenbildschirm sowie fĂŒr den Multiplayerbereich. Dort war es frĂŒher stumm. Allerdings frage ich mich, warum diese StĂŒcke nicht im offiziellen Soundtrack verkauft werden.

 

Die KI

Die Definitive Edition vereinigt alle offiziellen KIs, die seit 1999 erschienen sind. Die neuste KI nutzt vorallem auf höheren Schwierigkeitsgraden Taktiken, die bei Profispielern bekannt sind und wirkt deutlich intelligenter. Mithilfe der neuen Chatbefehle kann man die KI nun auch diverse Sachen anweisen, wie etwa mit einem Onager bei einem Leuchtsignal eine Schneiße in den Wald zu schlagen oder mit bestimmten Einheitentypen anzugreifen. Die KI chattet hin und wieder auch mit dem Spieler und schreibt am Anfang des Spiels, wo sich laut ihrer Vermutung einer der Gegner befindet. Der sinnvollste Befehl ist wohl 47 (Greife beim Leuchtsignal an).

Laut Entwicklerangaben soll die neue KI anders als die von The Conquerors auch nicht mehr schummeln und keine Rohstoffboni mehr bekommen.

Apropos Schwierigkeitsgrad: mit „Extrem“ ist ein neuer hinzugekommen.

 

Hotkeys

Hotkeys sind der SchlĂŒssel zum schellen Schalten im Laufe einer Partie von Age of Empires II. Die Defintive Edition bietet mit den Layouts von The Conquerors, der HD Edition sowie den neuen drei Verschiedene Hotkeys aus allen Generationen des Spiels.

Die neuen Hotkeys gehen ganz gut von der Hand, allerdings sind diese auf das englische Tastaturlayout ausgelegt und mĂŒssen erstmal von Hand auf das deutsche Layout umgestellt werden. Ich rede hierbei von dem Y und Z, was bei beiden Tastaturen vertauscht ist.

 

Der Multiplayer

Bis zur HD Edition hat Age of Empires II auf das alte Peer-To-Peer System gesetzt. Das bedeutet, dass das Spiel am PC des Hosts gestellt wird und ein laggender Mitspieler das komplette Spiel kippen kann. Zur Definitive Edition wurde der Netcode auf serverbasierten Multiplayer umprogrammiert. Mehrere Server auf der ganzen Welt sowie ein LAN Server stehen nun zur VerfĂŒgung. Lags gibt es hier zwar auch noch, aber sind diese weitaus weniger dramatisch als noch frĂŒher, da diese nur das Spiel verlangsem, aber nicht zum Absturz fĂŒhren. DafĂŒr mĂŒssen die Server wöchentlich gewartet werden.

Der Zuschauermodus nimmt nun keine SpielerplĂ€tze mehr ein und ermöglicht es damit Spiele mit bis zu acht Spielern zu beobachten. Dabei hat der Modus auch einige Features aus dem Userpatch ĂŒbernommen und zeigt live in der Ansicht, wie die Statistiken der Mitspieler sind. Ich sehe hierbei Potenzial bei Turnieren, die ĂŒber die Definitive Edition ausgefochten werden, da man damit wohl dann den Livestream sehen kann und gleichzeitig im Zuschauermodus einen Blick auf alle Mitspieler hat.

Neu ist die Möglichkeit, eigene Clans mit bis zu 50 Mitgliedern zu erstellen. Eine Rangliste ist ebenfalls mit dabei.

Die Definitive Edition unterstĂŒtzt optionales Crossplay zwischen Spielern der Steam-Version und der Windows Store-Version. Allerdings mĂŒssen dafĂŒr beide Versionen auf dem gleichen Stand sein. Xbox Live Spieler werden mit dem Xbox Logo markiert.

Der Ranglistenmodus setzt auf Matchmaking und bietet zwei Spielmodi: normale Zufallskarte und Deathmatch. Die Kartenauswahl wird dabei von den Entwicklern vorgegeben.

Die E3- bzw. Gamescom-Mission

Als kleines Goodie enthÀlt die Definitive Edition die Mission, die man auf der E3 und Gamescom spielen wollte. Hier hat man 300 Jahre (mit Spieleinstellungen ca. 15 Minuten) Zeit, als Byzantiner verschiedene Gegner auf einer Karte auszuschalten. Erreichte man auf der E3 mindestens 4000 Punkte, gab es ein T-Shirt geschenkt. Die Mission ist in den Spieldateien versteckt und muss in den Szenario-Ordner verschoben werden.

 

Wie sieht es mit Windows 7 und Windows 8.1 aus?

Gute Nachrichten! Die Entwickler unterstĂŒzten zwar nur offiziell Microsofts aktuellstes (und letztes) Betriebssystem, haben aber zumindest bei der Steam-Version dafĂŒr gesorgt, dass man mit kleineren Anpassungen unter den Ă€lteren Systemen spielen kann. Testen konnte ich das allerdings nicht, weil mein Windows 7-Laptop die Anforderungen des Spiels nicht erfĂŒllt, wenn man aber den Nachrichten im Steam-Forum glauben darf, funktioniert das Spiel ohne Probleme. Mac-Nutzer berichteten ebenfalls, dass sie das Spiel mit Bootcamp zum Laufen gebracht haben. Wie es bei Linux aussieht, weiß ich nicht.

 

Modsupport ohne Workshop und Advanced Genie Editor

Die Definitive Edition verzichtet offiziell auf Steams Workshop, das beduetet aber nicht, dass sie ohne ModunterstĂŒztung bleibt. Als Ausgleich gibts dafĂŒr eine ins Spiel eingebaute Sektion, auf die Nutzer beider Plattformen gleichermaßen zugreifen können. Das ModmenĂŒ ist wie der Workshop bedienbar. Die Mods werden ĂŒber die offizielle Seite ageofempires.com gehostet und es soll ein Tool geben, mit dem man Szenarien der HD Edition in die Definitive Edition ĂŒbertragen kann. Szenarien der alten CD Version sollen ohne weiteres funktionieren.

In den Spieldateien findet man mit dem Advanced Genie Editor zudem ein mĂ€chtiges Modwerkzeug, mit dem man das Spiel bis aufs Detail verĂ€ndern kann. Der Editor untersĂŒtzt alle Spiele, die auf Ensemble Studios „Genie“-Engine basieren.

 

Performance

Die Definitive Edition macht eine gute Figur – aber nicht bei allen Spielern. Multiplayerprobleme halten Spieler fern das Spiel mit anderen Spielern zu spielen, wĂ€hrend der Einzelspieler bei jedem funktioniert. Andere berichten gar, dass die Definitive Edition bei ihnen ĂŒberhaupt nicht funktioniert und stĂ€ndig crasht. Mal sehen, was da zukĂŒnftige Patches bringen. (Update: Das soll wohl grĂ¶ĂŸtenteils behoben sein.)

 

Meinung & Fazit

Mir gefĂ€llt die Definitive Edition richtig gut. Wie auch schon bei der Definitive Edition zum ersten Teil ist es Forgotten Empires gelungen, den Klassiker in neues Gewand zu stecken und damit das Spiel richtig frisch aussehen zu lassen. Und abgesehen von Performanceproblemen macht das Spiel nach wie vor genauso Spaß wie auch schon vor 20 Jahren.

Ich kann die Definitive Edtion uneingeschrĂ€nkt jedem empfehlen, der Age of Empires 2 mal in irgendeiner Art und Weise gespielt hat, sowie Neulingen im Genre. Die Lernkampagne tut wie auch schon 1999 ihren Dienst und erklĂ€rt alles, was man wissen muss, um Anfangs Partien gegen den Computer auf niedrigeren Schwierigkeitsgraden zu spielen. Experten werden mit der „Art of War“-Kampagne ihre Freude haben, da sie dort ihre FĂ€higkeiten unter Beweis stellen können.

Vor Release konnte man die Definitive Edition mittels Cupon, der Besitzer der HD Edition ausgehĂ€ndigt wurde mit einem Rabatt in Höhe von 25 % kaufen. Seit dem 14.11.2019 bekommt man die Definitive Edition allerdings immernoch fĂŒr den gleichen Preis, wenn man entweder das Bundle mit der HD Edition oder mit Age of Empires 1 kauft. Wer sich fĂŒr den VorgĂ€nger interessiert, kann letzteres kaufen.

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