Call of Duty: Testbericht, Review

Fast jedem Spieler ist der Name Call of Duty ein Begriff. Kein Wunder, war es doch Infinity Ward die es schafften Medal of Honor vom Thron der Weltkriegsshooter abzulösen. Mittlerweile ist die Marke auf fast jeder Spieleplattform vertreten. Angefangen hat alles aber auf dem heimischen Pc als ehemalige MOHA Entwickler ihr eigenes Actionspiel herausbringen wollten. … weiter

» Call of Duty Testbericht

Call of Duty: Testbericht, Review

Dominik am 16.Dezember 2011 um 20:12:19

Fast jedem Spieler ist der Name Call of Duty ein Begriff. Kein Wunder, war es doch Infinity Ward die es schafften Medal of Honor vom Thron der Weltkriegsshooter abzulösen. Mittlerweile ist die Marke auf fast jeder Spieleplattform vertreten. Angefangen hat alles aber auf dem heimischen Pc als ehemalige MOHA Entwickler ihr eigenes Actionspiel herausbringen wollten. Wir haben den ersten Teil der Serie nochmal durchgespielt und möchten versuchen zu erklĂ€ren warum Call of Duty so erfolgreich wurde. Call of Duty erzĂ€hlt die Geschichten mehrerer Soldaten auf Seiten der Allierten und der Russen wĂ€hrend des zweiten Weltkrieges. Den Anfang bildet eine amerikanische FallschirmjĂ€ger Einheit. Kurz vor der Operation Overlord muss diese die deutschen Linien umgehen und mehrere LuftabwehrgeschĂŒtze ausschalten um den restlichen Kompanien den Absprung zu ermöglichen. Infolge der unprĂ€zisen Landungen sind die meisten Truppen jedoch zu weit verstreut und somit bleibt es nur Captain Foley und seinen MĂ€nnern ĂŒberlassen die Ortschaften um die französische Stadt Caen zu sichern. Im zweiten part des Spieles ĂŒbernehmen dann die Briten das Ruder. Als SAS Elitesoldat absolviert man verschiedene Sabotage missionen und ist auch bei der Operation Tonga mit dabei. Schließlich gibt es einen kurzen Zeitsprung in das Jahr 1942. Denn 3 Jahre vor der Landung in der Normandie entbrennt in der Sowjetunion die Schlacht um Stalingrad. In der Haut eines  „freiwilligen“ Rekruten erkĂ€mpft man die Stadt fĂŒr Stalin zurĂŒck und wird spĂ€ter auch bei verschiedenen Missionen an der Ostfront beteiligt, ua. der Panzerschlacht um Kursk. Kurz vor dem großen Finale in Berlin schlĂŒpft man dann nochmals in kleineren EinsĂ€tzen in die Rollen aller bekannten Protagonisten. Das Ende lĂ€utert der Sturmangriff auf den Reichstag ein, in dessen Verlauf die Rote Flagge auf dem Dach des RegierungsgebĂ€udes gehisst wird.

Call of Duty unterscheidet sich in der Spielmechanik kaum von anderen Shootern. Man ballert mit unterstĂŒtzung von KI Begleitern  durch viele vorgeskriptete Levels und löst einfache Aufgaben wie das zerstören einer Flak88 Batterie, dem sabotieren von V2 Raketen oder dem sichern von bestimmten Bereichen. Die Gegner gehen im standartverfahren gegen den Spieler vor. Meistens stĂŒrmen die MP SchĂŒtzen nach vorne wĂ€hrend ScharfschĂŒtzen die Flanken sichern. Granaten werden selten nach uns geworfen, auch wenn man sich in Deckung befindet. Anders als in Medal of Honor bietet das Spiel sĂ€mtliche Waffen aller beteiligten Armeen. Das sorgt fĂŒr große Auswahlmöglichkeit bei der Vorgehensweise. So bietet die russische PPsh Maschinenpistole ein großes Magazin aber wenig PrĂ€zision dafĂŒr gibt es die britische Bren LMG und wer einen Mittelweg gehen möchte wĂ€hlt dann eben das deutsche MP44 Sturmgewehr. In einem großteil der Kampfhandlungen befindet man sich immer in der Unterzahl und muss eine dreifach so große Gegnerschar bewĂ€ltigen.

Technisch baut Call of Duty auf der Quake 3 Engine auf. FĂŒr ein Spiel welches im Jahr 2003 erschien sieht es auch heute noch einigermaßen Ok aus. Das Wasser bietet die damaligen  DirectX Effekte wie reallistischere Wellen. Lichtreflektionen und Spiegelungen sucht man allerdings  vergebens. Die Gesichter der Figuren werden gut dargestellt und emotionen super zum Ausdruck gebracht. DafĂŒr wirken die Texturen vor allem am Oberkörper und den Beinen sehr matschig. In vielen Kamphandlungen kommen verschiedene Skripte wie Artilleriebeschuss vor, dort ĂŒberzeugt vor allem die Darstellung von Rauch und SplitterstĂŒcken. Grafisch hat Call of Duty seinem Konkurrenten Moha einiges voraus gehabt da auch das Spielerinterface ( UI ) mit einer viel höheren Auflössung angezeigt wird.

Mit einer nicht zusammenhĂ€ngenden Geschichte brachte Infinity Ward neuen Wind in das Kampagnen Szenario. In den Rollen der Soldaten wird auch das politische System in denen sie leben etwas erlĂ€utert. So werden auf russischer Seite Deserteure und Feiglinge von den Parteikommissaren ohne rĂŒcksicht erschossen. Und die Versorgung der roten Gardisten verlĂ€uft zu Kriegsbeginn völlig anders entgegen der sowjetischen Propaganda. Die AuftrĂ€ge sind sehr abwechslungsreich. Als Amerikaner befreiht man Britische Offiziere aus deutschen Schlössern und Konzentrationslagern und verteidigt französische Ortschaften in der Normandie. Am Abzug der englischen SAS sabotiert man StaudĂ€me und Schlachtkreuzer. Als russischer Rekrut muss man zuerst das Höllenfeuer um Stalingrad ĂŒberstehen um anschließend Panzerfabriken und den Reichstag einzunehmen. In fast jedem Spielabschnitt gibt es Fahrzeugmissionen wie die Flucht aus Gebieten die von der Wehrmacht dominiert werden oder Panzergefechte an der Grenze zur Oder. Spannend erzĂ€hlt werden die Geschehnisse um die Soldaten zwar nicht, aber dafĂŒr hervorragend inszeniert. Wenn man durch ein von Minen verseuchtes Gebiet mit seinen KI Begleitern rennt und gleichzeitig feindliche Granaten um einem herum einschlagen kommt richtiges Kriegsfeeling auf. Es gibt auch diverse Szenen die aus Filmen nachempfunden sind, so wie das ĂŒberschiffen der Wolga aus dem Film Enemy at the Gates. Die bombastischen Effekte halten das gesamte Spiel ĂŒber an was Medal of Honor so nicht hinbekommen hat. Das dĂŒrfte neben der vielen Waffen und GeschichtsstrĂ€nge der Hauptgrund gewesen sein , mit dem Call of Duty andere Weltkriegsshooter ĂŒberragte. Die Kampagne hat 7 Stunden gedauert und mich gut unterhalten.

Mein Fazit:

Ich hĂ€tte nicht gedacht das mich der Einzelspieler von Call of Duty noch so fesseln kann wie damals. Trotz der mittlerweile verkommenen Grafik bleibt das Feuerwerk auf dem das Spiel aufbaut erhalten. Es ist einfach viel um einen herum los : schreiende Verwundete, BombeneinschlĂ€ge und massiven Kugelhagel. Dieses KriegsgefĂŒhl schafft Medal of Honor kaum nachzukommen. Deswegen gehört dieses Spiel in die vordersten PlĂ€tze des Weltkriegshooter genres.

viele Effekte keine zusammenhÀngende Geschichte
großes Waffenarsenal bekannte wiederverwertete Kampfhandlungen
keine zusammenhÀngende Geschichte verschwommene Texturen
Auftragsvielfalt
vermittelt Kriegsfeeling
schöne Gesichtsanimationen

7,5 / 10

 

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Bewertung: 5.0/5 (13)