Far Cry – Ein Shooter der Geschichte schrieb

Story KapitĂ€n Jack Carver verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Transport von GĂŒtern und Personen kreuz und quer ĂŒber den Pazifik. Ein harter Job unter der karibischen Sonne, aber irgendjemand muss ihn ja tun. Klingt gemĂŒtlich aber nicht besonders abenteuerlich. Die einzige Challenge, die sich Jack tĂ€glich auferlegt ist die Auswahl des richtigen Sonnenschutzfaktor. Bis zu … weiter

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Far Cry – Ein Shooter der Geschichte schrieb

Juliane von Hopfgarten am 30.August 2019 um 21:08:01

Story

KapitĂ€n Jack Carver verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Transport von GĂŒtern und Personen kreuz und quer ĂŒber den Pazifik. Ein harter Job unter der karibischen Sonne, aber irgendjemand muss ihn ja tun. Klingt gemĂŒtlich aber nicht besonders abenteuerlich. Die einzige Challenge, die sich Jack tĂ€glich auferlegt ist die Auswahl des richtigen Sonnenschutzfaktor. Bis zu dem Tag, an dem sich die hĂŒbsche Journalistin Valerie Cortez von unserem guten und selbstverstĂ€ndlich uneigennĂŒtzigen Jack zur Insel Cabutu schippern lĂ€sst. Kaum angekommen werden die beiden Sonnenanbeter auch schon freundlich vom etwas terroristisch ambitionierten BegrĂŒĂŸungsteam des Reisebegleiters empfangen. Da davon absolut nichts im Reisekatalog stand zieht es die wagemutige Reporterin vor ihr Heil im Dickicht des tropischen SĂŒdseeinsel-Dschungel zu suchen. Statt dem pfeifen tropischer Buntvögel ist es nun an Jack sich mit pfeifenden Kugeln auseinanderzusetzen, die nicht nur ihm ans Leder, sondern auch seinem Boot an den Kiel wollen. Kein Boot, keine Journalistentussi und ein echt beschissener Tag. Wenn uns das ReisebĂŒro nur nicht vermittelt hĂ€tte! Lange Rede, kurzer Sinn, Jack, sprich wir, machen uns auf, die schöne “Jungfrau“ (nennen wir sie mal so) aus den FĂ€ngen des malerischen Tropenparadieses und seinen “Einheimischen“ Söldnertruppen zu retten. Nebenbei decken wir noch in 22 Missionen eine Verschwörung auf, liefern uns heiße Gefechte am Paragleiter hĂ€ngend mit Kampfhubschraubern und Kanonenbooten, schlucken den Staub jahrhundertealter Tempelruinen und vergnĂŒgen uns mit genmanipulierten Kriegerzombies des verrĂŒckten Wissenschaftler Dr. Krieger, der Arzt ihres Vertrauens.

Gameplay

Habt ihr euch erstmal mit der grundlegenden Steuerung vertraut gemacht, das Tutorial erklĂ€rt sich anhand der ersten Spielesequenzen, dĂŒrft ihr euch erstmal durch ein Terroristencamp kĂ€mpfen um ein Fahrzeug zu entwenden. Mit diesem Jeep geht’s dann munter querfeldein durch die wunderschöne Botanik von Cabuto, immer darauf bedacht böse Söldner ins Nirvana zu befördern. Besonders hilfreich hierbei ist zum einen die feuergewaltige Kanone am Dach eures GefĂ€hrts und zum anderen eine Art Radar die sowohl Truppenbewegungen als auch euren AuffĂ€lligkeitsgrad anzeigt. Je lauter ihr euch voranbewegt umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Unmengen an Gegnern gegenĂŒbersteht. Die KI geht sogar so weit, dass sie erst Alarm auslöst, bevor sie sich wieder um euch kĂŒmmert.

Wie ihr an ein Problem herangeht bleibt weitgehend euch selbst ĂŒberlassen. Ihr könnt in Rambo-Manier alles wegblasen, das sich euch in den weg stellt, oder aber Splinter Cell- artig langsam und geduckt vorrĂŒcken und die Gegner in einen Hinterhalt locken. Bei “Far Cry“ oft die bessere Alternative. Das Thema KI wurde bei “Far Cry“ ĂŒberhaupt sehr groß geschrieben, jede eurer AktivitĂ€ten setzt eine Reaktion eurer Gegner. Vorbei sind die Zeiten, in denen ihr in Ruhe den GesprĂ€chspartner eueres GegenĂŒbers abknallen konntet wĂ€hrend dieser weiter fröhlich sein Wurstsemmerl verköstigte. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Physik-Engine, die GegenstĂ€nde physikalisch korrekt umfallen oder bei Explosionen zurĂŒckschleudern lĂ€sst. SelbstverstĂ€ndlich lĂ€sst sich dieser Umstand mit etwas Geschick sogar zum eigenen Vorteil nutzen. So trifft man immer wieder auf BenzinfĂ€sser, die man dann mit etwas Geschick den nachkommenden Feinden entgegen rollen lassen kann. Die oft zitierte Ragdoll-Engine ist Ă€hnlich wie in “Max Payne 2“ allgegenwĂ€rtig, wenn sie auch nicht ganz so beeindruckend ist wie dessen Havoc-Physikengine. Etwas zu unnatĂŒrlich wirken zb. die Sterbeanimationen damit.

Überhaupt ist die Handlungsfreiheit einfach genial, so kommt ihr zum Beispiel an einen Abhang wo schon ein Paragleiter auf euch wartet. Jetzt könnt ihr euch entweder auf das heiße FluggerĂ€t schwingen und gut sichtbar fĂŒr euren Gegner Tontaube spielen, oder aber der Versuchung widerstehen und euch weiter durch das pflanzliche Dickicht voran Richtung Checkpoint schleichen. Mehr Action bietet natĂŒrlich der flugtechnische Höllenritt. Wer also dicke E
 in der Hose hat nimmt diesen luftigen Weg. Ein andermal befindet ihr euch im inneren eines alten, rostigen FlugzeugtrĂ€ger und dĂŒrft entscheiden ob ihr den direkten Weg durch die weitlĂ€ufigen GĂ€nge wĂ€hlt, oder lieber kriechend durch stillgelegte LĂŒftungsschĂ€chte aus dem Hinterhalt euren Gegnern auflauert. Apropos Gegner, um diesen auch wirklich ordentlich zuzusetzen haben die Entwickler 17 unterschiedliche Waffen eingebaut, vom einfachen Buschmesser bis zum gewaltigen Raketenwerfer wird alles aufgeboten, das gut und teuer ist, sogar stationĂ€re GeschĂŒtze können ĂŒbernommen werden! Wer lieber auf einen fahrbaren Untersatz setzt, der freut sich ĂŒber Buggies, Humphees oder sogar Kanonenboote die jederzeit von euch in Betrieb genommen werden können. Ihr seht schon, bei “Far Cry“ ist schlichtweg die Hölle los, gelegentliche Shortcuts und Zwischensequenzen in Spielgrafik treiben die stimmige Handlung kontinuierlich voran. Die akkurate CryEngine erlaubt es mit beinahe jedem Gegenstand auf der Map zu interagieren. Nerven euch zum Beispiel die sĂŒĂŸen FischschwĂ€rme, dĂŒrft ihr diese dank MG-Beschuss deutlich reduzieren, fehlt nur noch das abendliche Lagerfeuer mit Steckerlfisch.

Wo viel Licht im Gameplay, da auch ein wenig Schatten. Zum Beispiel gibt es die eine oder andere Unstimmigkeit im Gebrauch der an sich praktischen Handgranaten. Die Granaten können nicht mittels Mausrad wie andere Waffen ausgewĂ€hlt werden sondern werden mittels speziell definierter Taste geworfen, wobei das AbschĂ€tzen der Wurfweite dabei eher zum GlĂŒckspiel verkommt. Die dabei eingeblendete Animation der linken Wurfhand kann auch nicht ganz ĂŒberzeugen. Hier hĂ€tten wir uns doch etwas mehr Realismus gewĂŒnscht. Ebenso wurde auf die Darstellung von Spuren von Schuhsohlen oder Reifen verzichtet, die bei so viel grafischer Raffinesse einfach nicht fehlen sollten. Das schlimmste “Feature“ ist aber das Fehlen einer permanenten Speichermöglichkeit, wie sie heutzutage bereits in jeden Shooter selbstverstĂ€ndlich ist. Gespeichert wird bei “Far Cry“ an vorgegebenen Checkpoints, die verstreut ĂŒber die Maps automatisch euren Spielstand beim passieren abspeichern. Da sind die elends langen Ladezeiten schon beinahe nicht mehr erwĂ€hnenswert. Trotzdem, das Game macht auch noch nach Jahren mĂ€chtig Spaß!

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Bewertung: 5.0/5 (4)
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