Age of Empires II: Definitive Edition – Review

Zwei Monate nach dem 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um von Age of Empires II lĂ€sst es Microsoft zusammen mit Forgotten Empires und der Definitive Editon zum beliebtesten Teil der Echtzeitstrategie-Reihe so richtig krachen. Was kann das Remaster? Was ist gut? Was ist schlecht? Die Features im Überblick  Alle Inhalte seit 1999* 4K (optional, als kostenloses DLC erhĂ€ltlich, 16 … weiter

RĂŒckblick: Age of Empires (Historie)

Am 31. Oktober 2018 ist die Erweiterung zum ersten Age of Empires mit dem Namen The Rise of Rome (In Deutschland Der Aufstieg Roms) 20 Jahre alt geworden, denn das Addon wurde genau an diesem Tag in den USA veröffentlicht. WĂ€hrend Age of Empires 2 nach wie vor grĂ¶ĂŸte Beliebtheit, nicht zuletzt durch die HD … weiter

» Defintive Edition

Age of Empires II: Definitive Edition – Review

FloosWorld am 21.November 2019 um 17:11:47

Zwei Monate nach dem 20-jÀhrigen JubilÀum von Age of Empires II lÀsst es Microsoft zusammen mit Forgotten Empires und der Definitive Editon zum beliebtesten Teil der Echtzeitstrategie-Reihe so richtig krachen. Was kann das Remaster? Was ist gut? Was ist schlecht?

Die Features im Überblick

  •  Alle Inhalte seit 1999*
  • 4K (optional, als kostenloses DLC erhĂ€ltlich, 16 GB Download)
  • Stufenloser Zoom
  • Neue Features: Intelligente Einheitenauswahl, Sicheres Löschen
  • Überarbeitete Kampagnen und Soundtrack
  • Überarbeiteter Netcode, der nun auf serverbasierten Multiplayer ausgelegt ist

* Mit Ausnahme der „El Dorado“-Kampagne, die nun durch eine Inka-Kampagne ersetzt wurde, sowie einigen Szenarioobjekten.

 

Gameplay

Das Gameplay ist so, wie man es von Age of Empires II gewohnt ist und bedarf keiner großen ErklĂ€rung: Basenbau mit Rohstoffabbau, Forschung und Ausbildung von MilitĂ€reinheiten. Interessanter sind dabei eher die Neuerungen.

 

Wie ein FrĂŒhjahresputz

OberflĂ€chlich gesehen hat man hier immernoch das gleiche Spiel von 1999, das Gameplay wurde allerdings mit kleineren QOL-Features verfeinert: Command Queues erlauben es nun Dorfbewohnern genaue Anweisungen darĂŒber zu geben, was sie machen sollen (z.B. zwei HĂ€user bauen, dann in der NĂ€he der MĂŒhle ein Feld anbauen), Felder und Reusen werden nun per Mausklick automatisch erneuert, Reusen haben zudem auch eine Einsaatwarteschleife bekommen, in der Rohstoffleiste steht, wie viele Dorfbewohner gerade welchen Rohstoff abbauen und wie viel von der Gesamtbevölkerung sie ausmachen, unter der Rohstoffleiste wird alles aufgezĂ€hlt, was gerade erforscht und ausgebildet wird. Die Command Queues gelten auch fĂŒr MilitĂ€reinheiten und ermöglichen es, z.B. Mönche, die eine Reliquie aufgesammelt haben sicher durch die Karte zu bewegen. Die Einheiten sind dank der Command Queues auch etwas intelligenter geworden, deutlich fĂ€llt das bei den Tribocken auf, die nun, wenn ein Ziel außer Reichweite ist, sich selbst einpacken und in Reichweite wieder aufbauen. FrĂŒher musste man das Einpacken manuell erledigen.

Das Feature, das am deutlichsten auffallen sollte, ist der Zoom, der es gestattet, nah an das Spielgeschehen heranzukommen. Wer noch weiter reinzommen möchte, kann das sogenannte „Graphic Enhancement Pack“ runterladen, das als kostenloses DLC daherkommt. Das DLC startet einen 16 GB-Download und fĂŒgt die 4K Texturen ein. Leider kam ich nicht in den Genuss das UHD-DLC auszuprobieren, da das Spiel hier nicht wirklich optimiert ist und bei mir im Benchmark hĂ€ngen bleibt. Schade eigentlich, denn mein PC erfĂŒllt die Mindestanforderungen fĂŒr das DLC. Das Benchmark wird fĂŒr die Freigabe der Ranglistenspiele genutzt, dazu muss man mindestens 1000 Punkte erreichen. (Update: Seit ich eine neue Grafikkarte und Monitor habe kann ich das Spiel nun auch mit dem UHD-DLC voll und ganz genießen. Das DLC wurde optimiert.)

Eine kleine Neuerung ist das Scrollen mit der rechten Maustaste.

Einheiten können nun alternativ auch mit defensiver Haltung statt der klassisch aggresiven Haltung erschaffen werden. Das ist insoweit sinnvoll, da es schon mal vorkommen kann, dass eine frisch erschaffene Einheit einem vorbeireitenden SpÀher vom Gegner hinterherlÀuft und nicht locker lÀsst.

Apropos Einheiten: neu ist ebenfalls die intelligente Einheitenauswahl. Diese erkennt automatisch, wenn in einer grĂ¶ĂŸeren Masse Dorfbewohner und andere zivile Einheiten sind und wĂ€hlt diese nicht mit aus.

Wichtige GebĂ€ude wie das Dorfzentrum, die Burg und das Weltwunder können nun auf Wunsch sicher gelöscht werden. Das ist in der Eifer des Gefechts wichtig, wenn man versehentlich auf den Entfernen-Knopf drĂŒckt. Dabei wird man gefragt, ob man das GebĂ€ude wirklich abreißen möchte. Allerdings frage ich mich, warum nicht alle militĂ€rischen GebĂ€ude (Kaserne, Schießanlage und Stall) als „wichtiges GebĂ€ude“ eingestuft werden.

Neu sind auch vier Völker und drei Kampagnen. Die Bulgaren, Litauer, Kumanen und Tataren bringen die Zahl der Völker auf 35. Die Völker sind allesamt auf Kavallerie ausgelegt und bieten einige interesante Aspekte. So haben die Bulgaren mit dem Konnik eine berittene Einheit, die wenn sie getötet wird zu Fuß weiterkĂ€mpft und die Kumanen können ab der Feudalzeit eine Waffenschmiede bauen. Alle Völker haben nun ein spezielles Wappen bekommen, um so leichter erkennbar zu sein.

Die Schlachten der Eroberer und der Vergessenen werden nun als eine einzige Kampagne gefĂŒhrt.

Es gibt zudem eine weitere neue Kampagne, die dem Spieler die „Kunst des Krieges“ beibringen soll und damit als eine Art erweiteres Tutorial gilt. Hier wird dem Spieler in einigen Missionen einiges ĂŒber die Grundlagen des Standardspiels beigebracht und es gibt Ă€hnlich wie in z.B. Trackmania Medallien, die dem Spieler gegeben werden, wenn man das Missionsziel unter einem bestimmten Zeitlimit erfĂŒllt.

Wo Mediallien sind, gibt es auch Achievements und diese sind im Vergleich zu Age of Empires II HD Edition deutlich weniger geworden. Das liegt daran, dass Achievements wie z.B. „Besiege Volk X 10-mal“ komplett entfernt wurden. Neue Achievements sind z.B. 300 Tribocke erstellen oder in den Kampagnen etwas bestimmtes machen (z.B. in der ersten Mission von El Cid alle Reliquien einsammeln). Ist man bei der Steam-Version mit dem Xbox-Account eingeloggt, spielt man die Achievements fĂŒr Steam und Xbox Live frei.

Die Kampagnen selbst wurden ĂŒberarbeitet und bieten nun laut Angabe der Entwickler 200 Stunden Spielzeit. Überarbeitet wurden einzelne Details auf der Karte und die Synchronisation. Die erste Mission von William Wallace verliert z.B. ihre Anspielung auf Ensemble Studios und den britischen Milizsoldaten im Wald, in der letzten Mission von Attila wird Westrom nun durch die Italiener anstatt der Byzantiner reprĂ€sentiert und so weiter. Am deutlichsten wurden die Kampagnen von „The Forgotten“ ĂŒberarbeitet. Die Synchronisation ist mir in den ersten Spielstunden leider negativ aufgefallen, insbesondere bei William Wallace, da der alte Sprecher deutlich energischer war und der neue ungewohnt ruhig und ungestresst klingt. Man gewöhnt sich aber daran.

Anders als bei den vorherigen Versionen werden die Kampagnen nun nicht mehr nach Erweiterungspaket geordnet, sondern nach Kontinent. Die Cutscenes zu den Zwischensequenzen können nun wie bei den Kampagnen von Rise of the Rajas vor- und zurĂŒckgespult werden und man kann, falls man die falsche Mission gewĂ€hlt hat, ohne Probleme in das KampagnenmenĂŒ springen, ohne erstmal das Szenario laden zu mĂŒssen.

An der BenutzeroberflĂ€che hat sich auch etwas getan: Diese ist wie bei AoE 1: DE nun skalierbar. Hohe Skalierungsstufen sind aber nicht zu empfehlen, da man ansonsten u.U. bereits in Auftrag gegebene Forschungen nicht mehr abbrechen kann. Der Button fĂŒr untĂ€tige Dorfbewohner ist nach oben zur Rohstoffleiste gerĂŒckt und unten bei der Karte ist nun ein Button, mit dem der Anzeigemodus der Karte geĂ€ndert werden kann. Man kann hier zwischen der normalen Sicht, einer vereinfachten Sicht, die die Höhenunterschiede grafisch darstellt und einer Sicht ohne alles wĂ€hlen. Das ist unter anderem NĂŒtzlich, um Objekte wie Reliquien (auf der Karte als weißer Punkt dargestellt) schneller finden zu können.

Weitere kleinere Änderungen sind mehrere Anpassungen in den Übersetzungen. Die byzantinische Spezialeinheit wird nun in der deutschen Version genauso wie in der englischen als „Kataphrakt“ bezeichnet, die Kriegsgalleone ist nun das „Kannonenschiff“ usw.

GebĂ€ude stĂŒrzen wie bei der Definitive Edition zu Age of Empires 1 in sich zusammen, anstatt wie frĂŒher unspektakulĂ€r zu einem Schutthaufen zu explodieren. Getötete Einheiten bluten wahlweise und versinken in den Boden anstatt wie frĂŒher langsam zu einem Skelett zu verwesen.

Unter’m Strich bleibt hier zu sagen, dass sich die Definitive Edition mit einem Regal vergleichen lĂ€sst, dessen Staub entfernt wurde: Das Spiel erstrahlt in neuem Glanz. Vergleichbar ist das ungefĂ€hr mit den Remaster, die Nightdive Studios veröffentlicht.

Das Ohr spielt mit

FĂŒr die Definitve Edition wurde auch schon wie beim ersten Teil der Soundtrack komplett neuaufgenommen. Bemerkenswert ist hierbei, dass erstmals seit der Demoversion auch die beiden StĂŒcke „Bust (Give the Drummer Some Mix)“ und „Gyam Shorts“ enthalten sind, sowie mit „Joey JoJo“ die Variante des bekannten AoE-Themes aus einer der frĂŒhen Betaversionen.

In den Optionen hat man mehrere Möglichkeiten, wie man den Soundtrack abgespielt haben möchte. So kann man beispielsweise völkerspezifische StĂŒcke abspielen lassen.

Die Soundeffekte wurden ebenfalls ĂŒberarbeitet, man erkennt sie aber alle wieder. Leider fehlten zu Release und beim ersten Patch vom 15. November 2019 die Sterbesounds der meisten Einheiten. Überarbeitet wurden ebenfalls die Völkerthemes, die nun eine stolze Gesamtzeit von 30 Minuten haben.

Neu sind MusikstĂŒcke fĂŒr den Kampagnenbildschirm sowie fĂŒr den Multiplayerbereich. Dort war es frĂŒher stumm. Allerdings frage ich mich, warum diese StĂŒcke nicht im offiziellen Soundtrack verkauft werden.

 

Die KI

Die Definitive Edition vereinigt alle offiziellen KIs, die seit 1999 erschienen sind. Die neuste KI nutzt vorallem auf höheren Schwierigkeitsgraden Taktiken, die bei Profispielern bekannt sind und wirkt deutlich intelligenter. Mithilfe der neuen Chatbefehle kann man die KI nun auch diverse Sachen anweisen, wie etwa mit einem Onager bei einem Leuchtsignal eine Schneiße in den Wald zu schlagen oder mit bestimmten Einheitentypen anzugreifen. Die KI chattet hin und wieder auch mit dem Spieler und schreibt am Anfang des Spiels, wo sich laut ihrer Vermutung einer der Gegner befindet. Der sinnvollste Befehl ist wohl 47 (Greife beim Leuchtsignal an).

Laut Entwicklerangaben soll die neue KI anders als die von The Conquerors auch nicht mehr schummeln und keine Rohstoffboni mehr bekommen.

Apropos Schwierigkeitsgrad: mit „Extrem“ ist ein neuer hinzugekommen.

 

Hotkeys

Hotkeys sind der SchlĂŒssel zum schellen Schalten im Laufe einer Partie von Age of Empires II. Die Defintive Edition bietet mit den Layouts von The Conquerors, der HD Edition sowie den neuen drei Verschiedene Hotkeys aus allen Generationen des Spiels.

Die neuen Hotkeys gehen ganz gut von der Hand, allerdings sind diese auf das englische Tastaturlayout ausgelegt und mĂŒssen erstmal von Hand auf das deutsche Layout umgestellt werden. Ich rede hierbei von dem Y und Z, was bei beiden Tastaturen vertauscht ist.

 

Der Multiplayer

Bis zur HD Edition hat Age of Empires II auf das alte Peer-To-Peer System gesetzt. Das bedeutet, dass das Spiel am PC des Hosts gestellt wird und ein laggender Mitspieler das komplette Spiel kippen kann. Zur Definitive Edition wurde der Netcode auf serverbasierten Multiplayer umprogrammiert. Mehrere Server auf der ganzen Welt sowie ein LAN Server stehen nun zur VerfĂŒgung. Lags gibt es hier zwar auch noch, aber sind diese weitaus weniger dramatisch als noch frĂŒher, da diese nur das Spiel verlangsem, aber nicht zum Absturz fĂŒhren. DafĂŒr mĂŒssen die Server wöchentlich gewartet werden.

Der Zuschauermodus nimmt nun keine SpielerplĂ€tze mehr ein und ermöglicht es damit Spiele mit bis zu acht Spielern zu beobachten. Dabei hat der Modus auch einige Features aus dem Userpatch ĂŒbernommen und zeigt live in der Ansicht, wie die Statistiken der Mitspieler sind. Ich sehe hierbei Potenzial bei Turnieren, die ĂŒber die Definitive Edition ausgefochten werden, da man damit wohl dann den Livestream sehen kann und gleichzeitig im Zuschauermodus einen Blick auf alle Mitspieler hat.

Neu ist die Möglichkeit, eigene Clans mit bis zu 50 Mitgliedern zu erstellen. Eine Rangliste ist ebenfalls mit dabei.

Die Definitive Edition unterstĂŒtzt optionales Crossplay zwischen Spielern der Steam-Version und der Windows Store-Version. Allerdings mĂŒssen dafĂŒr beide Versionen auf dem gleichen Stand sein. Xbox Live Spieler werden mit dem Xbox Logo markiert.

Der Ranglistenmodus setzt auf Matchmaking und bietet zwei Spielmodi: normale Zufallskarte und Deathmatch. Die Kartenauswahl wird dabei von den Entwicklern vorgegeben.

Die E3- bzw. Gamescom-Mission

Als kleines Goodie enthÀlt die Definitive Edition die Mission, die man auf der E3 und Gamescom spielen wollte. Hier hat man 300 Jahre (mit Spieleinstellungen ca. 15 Minuten) Zeit, als Byzantiner verschiedene Gegner auf einer Karte auszuschalten. Erreichte man auf der E3 mindestens 4000 Punkte, gab es ein T-Shirt geschenkt. Die Mission ist in den Spieldateien versteckt und muss in den Szenario-Ordner verschoben werden.

 

Wie sieht es mit Windows 7 und Windows 8.1 aus?

Gute Nachrichten! Die Entwickler unterstĂŒzten zwar nur offiziell Microsofts aktuellstes (und letztes) Betriebssystem, haben aber zumindest bei der Steam-Version dafĂŒr gesorgt, dass man mit kleineren Anpassungen unter den Ă€lteren Systemen spielen kann. Testen konnte ich das allerdings nicht, weil mein Windows 7-Laptop die Anforderungen des Spiels nicht erfĂŒllt, wenn man aber den Nachrichten im Steam-Forum glauben darf, funktioniert das Spiel ohne Probleme. Mac-Nutzer berichteten ebenfalls, dass sie das Spiel mit Bootcamp zum Laufen gebracht haben. Wie es bei Linux aussieht, weiß ich nicht.

 

Modsupport ohne Workshop und Advanced Genie Editor

Die Definitive Edition verzichtet offiziell auf Steams Workshop, das beduetet aber nicht, dass sie ohne ModunterstĂŒztung bleibt. Als Ausgleich gibts dafĂŒr eine ins Spiel eingebaute Sektion, auf die Nutzer beider Plattformen gleichermaßen zugreifen können. Das ModmenĂŒ ist wie der Workshop bedienbar. Die Mods werden ĂŒber die offizielle Seite ageofempires.com gehostet und es soll ein Tool geben, mit dem man Szenarien der HD Edition in die Definitive Edition ĂŒbertragen kann. Szenarien der alten CD Version sollen ohne weiteres funktionieren.

In den Spieldateien findet man mit dem Advanced Genie Editor zudem ein mĂ€chtiges Modwerkzeug, mit dem man das Spiel bis aufs Detail verĂ€ndern kann. Der Editor untersĂŒtzt alle Spiele, die auf Ensemble Studios „Genie“-Engine basieren.

 

Performance

Die Definitive Edition macht eine gute Figur – aber nicht bei allen Spielern. Multiplayerprobleme halten Spieler fern das Spiel mit anderen Spielern zu spielen, wĂ€hrend der Einzelspieler bei jedem funktioniert. Andere berichten gar, dass die Definitive Edition bei ihnen ĂŒberhaupt nicht funktioniert und stĂ€ndig crasht. Mal sehen, was da zukĂŒnftige Patches bringen. (Update: Das soll wohl grĂ¶ĂŸtenteils behoben sein.)

 

Meinung & Fazit

Mir gefĂ€llt die Definitive Edition richtig gut. Wie auch schon bei der Definitive Edition zum ersten Teil ist es Forgotten Empires gelungen, den Klassiker in neues Gewand zu stecken und damit das Spiel richtig frisch aussehen zu lassen. Und abgesehen von Performanceproblemen macht das Spiel nach wie vor genauso Spaß wie auch schon vor 20 Jahren.

Ich kann die Definitive Edtion uneingeschrĂ€nkt jedem empfehlen, der Age of Empires 2 mal in irgendeiner Art und Weise gespielt hat, sowie Neulingen im Genre. Die Lernkampagne tut wie auch schon 1999 ihren Dienst und erklĂ€rt alles, was man wissen muss, um Anfangs Partien gegen den Computer auf niedrigeren Schwierigkeitsgraden zu spielen. Experten werden mit der „Art of War“-Kampagne ihre Freude haben, da sie dort ihre FĂ€higkeiten unter Beweis stellen können.

Vor Release konnte man die Definitive Edition mittels Cupon, der Besitzer der HD Edition ausgehĂ€ndigt wurde mit einem Rabatt in Höhe von 25 % kaufen. Seit dem 14.11.2019 bekommt man die Definitive Edition allerdings immernoch fĂŒr den gleichen Preis, wenn man entweder das Bundle mit der HD Edition oder mit Age of Empires 1 kauft. Wer sich fĂŒr den VorgĂ€nger interessiert, kann letzteres kaufen.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 5.0/5 (3)

RĂŒckblick: Age of Empires (Historie)

FloosWorld am 28.November 2018 um 16:11:30

Am 31. Oktober 2018 ist die Erweiterung zum ersten Age of Empires mit dem Namen The Rise of Rome (In Deutschland Der Aufstieg Roms) 20 Jahre alt geworden, denn das Addon wurde genau an diesem Tag in den USA veröffentlicht. WĂ€hrend Age of Empires 2 nach wie vor grĂ¶ĂŸte Beliebtheit, nicht zuletzt durch die HD Edition oder auch Formate, wie Rage of Empires von den Rocket Beans genießt, scheint der Serienerstling unter den Spielern grĂ¶ĂŸtenteils in Vergessenheit geraten zu sein, wohl auch, weil sich dieser umstĂ€ndlich spielen lĂ€sst. Zeit dies zu Ă€ndern und die Erinnerungen an Age of Empires 1 wieder ins GedĂ€chtnis zu rufen.

Die GrĂŒndung von Ensemble Studios und Dawn of Man (1995/1996)

Das Studio hinter Age of Empires – Ensemble Studios – wurde 1995 von Tony Goodman, Rick Goodman, Bruce Shelley, Brian Sullivan und John Boog-Scott als unabhĂ€ngiges Entwicklerstudio gegrĂŒndet. Mit Shelley hatte man jemanden an Bord, der bereits mit Railroad Tycoon und Civilization Erfahrung im Strategiespielbereich sammeln konnte. Das frisch gegrĂŒndete Studio einigte sich darauf, dass man zusammen ein Strategiespiel mit dem Besten aus Echtzeit- und Rundenstrategie entwickeln möchte und programmierte den Prototypen mit dem Namen „Dawn of Man“ – ein auf Territorien basiertes Rundenstrategiespiel mit historischem Szenario und Echtzeitelementen. Das historische Szenario wurde gewĂ€hlt, da man sich damals von der Einheitsmasse der Echtzeitstrategie abheben wollte und historisches bereits durch Rundenstrategie ĂĄ la Civilization bei den Spielern bekannt war. Über viele weitere Enwicklungsebenen entwickelte sich schließlich die Idee zu Age of Empires.

Juni 1996 wurde schließlich auf der E3 Age of Empires als neues Spiel von Bruce Shelley angekĂŒndigt und ein weiteres Jahr sollte es nun dauern bis das Spiel auf dem Markt kam – das Spiel, das in die Gaminggeschichte eingehen sollte.

 

 

Age of Empires Demo (1997)

Vor dem fertigen Spiel erschien die sogenannte „Trial Version“, die Demo. Zur VerfĂŒgung sehen zwei Kampagnen: Eine Tutorialkampagne, welche aus dem fertigen Spiel entfernt wurde und eine Schlachtdemonstration. Zudem lĂ€sst sich der Multiplayer mit allen aus dem fertigen Spiel zur VerfĂŒgung stehenden Völkern spielen, aber nur mit anderen menschlichen Spielern.

Das HauptmenĂŒ gleicht dem des fertigen Spiels und wurde zudem mit dem Hinweis auf das E3-Award fĂŒr das beste Echtzeitstrategiespiel 1997 versehen.

Klickt man auf diverse SchaltflĂ€chen, die nicht fĂŒr die Demo bestimmt sind, werden Features aus der fertigen Version beworben, z.B. der Szenarioeditor, die Zufallskarte oder das Deathmatch.

Beendet man die Demo wird ebenfalls fĂŒr die Vollversion geworben.

Der Soundtrack gleicht der MIDI-Version der Vollversion.

 

Age of Empires (15. Oktober 1997)

Oktober 1997 war es dann soweit: Die Vollversion von Age of Empires wurde veröffentlicht. Ensemble Studios hatte mit Microsoft den Publisher gefunden, der das Erstlingswerk des Studios veröffentlichte. Eine Win-Win-Situation fĂŒr beide Partner, da Microsoft damit fĂŒr sein damals aktuellstes Betriebssystem (Windows 95) werben konnte und dem jungen Studio eine große BĂŒhne fĂŒr die Spielerschaft gab.

Age of Empires vereint alles, fĂŒr das Echtzeitstrategie steht: Basenbau, Rohstoffabbau, Forschung und Kampf und bot eine fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse intelligente KI, welche der Konkurrenz von Command & Conquer um LĂ€ngen voraus war. Die KI war schon beim ersten Teil darauf bedacht stets nach Schwachstellen bei den Gegnern zu suchen und mit unterschiedlichen Kombinationen regelmĂ€ĂŸig anzugreifen. Auf höheren Schwierigkeitsgraden waren die Angriffe der KI zunehmend aggresiver. Im Gegensatz zu AoE 2 war die KI auch nachtragend bei Friendly Fire und Ă€nderte sofort den Diplomatiestatus, wenn man eine verbĂŒndete Einheit angriff. Ebenso kommentierte die KI, wenn ihr ein Tribut von einem Gegner gegeben wurde.

Anders als beim Nachfolger bieten gebaute HĂ€user nur Platz fĂŒr 4 statt 5 weitere Dorfbewohner.

Was Age of Empires  allerdings fehlte, waren Features wie eine Einheitenwarteschleife. Im Hauptspiel musste man jede Einheit, die man erstellen wollte, einzeln anklicken, ohne die Möglichkeit zu haben mehrere Einheiten des gleichen Typs in eine Warteschleife zu stellen.

Ebenfalls fehlten Formationen, was dazu fĂŒhrte, dass die Einheiten-KI regelmĂ€ĂŸig „SchlĂ€uche“ bildete und damit auch zum Angriff lief.

Bemerkenswert: Age of Empires 1 liefert seinen Soundtrack in zwei Varianten aus: Eine CD-Version, die den Soundtrack von der Spieledisc aus abspielte und einen MIDI-Soundtrack, der im Spieleordner abgespeichert wurde. Der Soundtrack war dabei nicht inhaltsgleich und unterscheidete sich Teils deutlich – lediglich mit Wally und Rain hatte man – abgesehen vom Main Theme und den Sieg- bzw. Niederlage-Themes – zwei Titel, die bei beiden Soundtrackvarianten vertreten waren.

 

Age of Empires: The Rise of Rome Demo (1998)

Die Erweiterung folgte ein Jahr spĂ€ter. Davor erschien wie auch schon fĂŒr das Hauptspiel die Trial Version.

Zur VerfĂŒgung steht wie auch schon in der Demo zum Hauptspiel eine Demokampagne, die es abermals nicht in das fertige Spiel geschafft hat. Dieses Mal wird der Erste Punische Krieg in drei Szenarien thematisiert.

Ebenfalls lassen sich bestimmte SchaltflÀchen nicht anklicken und zeigen abermals Features aus der fertigen Version.

Der Soundtrack gleicht der MIDI-Version der Erweiterung.

 

 

Age of Empires: The Rise of Rome (31. Oktober 1998)

Ein Jahr und zwei Wochen spĂ€ter als das Hauptspiel erschien die Erweiterung. Wie der Name vermuten lĂ€sst, spielt man hier in 4 Kampagnen die Geschichte Roms nach. Das Addon brachte zudem neue Zufallskartentypen, wie etwa „Kontinente“.

Im Gameplay hat sich ein wenig etwas getan: das Feature, was am deutlichsten auffÀllt ist die Einheitenwarteschleife, welche beim Hauptspiel noch gefehlt hatte. Allerdings lassen sich nur Einheiten eines Typs in die Warteschleife stellen.

Was bei Rise of Rome aber nach wie vor fehlte und erst mit Age of Empires 2 dazukam: Formationen und Tore. Die einzige Art Verteidigungsanlagen zu bauen blieb nach wie vor eine Kombination aus Mauer, TĂŒrmen und eine kleinere Armee, die die Mauer an „LĂŒcken“ wo das Tor sein sollte bewachte.

Ebenso fehlt ein frei einstellbares Einheitenlimit fĂŒr den Einzelspieler. Dieses ist standardmĂ€ĂŸig auf 75 eingestellt und lĂ€sst sich nur in Multiplayer-Partien auf bis zu 200 Ă€ndern. Wer also alleine mit bis zu 200 Einheiten spielen wollte, musste ein Multiplayer-Spiel starten und alle 7 Mitspieler auf „Computer“ stellen.

Der Soundtrack wurde wiederum als CD- und MIDI-Version ausgeliefert und unterscheidet sich kaum, da hier die gleichen Titel zu hören sind. Ledigleich bei Mean ist das Intro bei der CD-Version etwas lÀnger.

 

Age of Empires: Definitive Edition (19. Februar 2018)

Fast 20 Jahre, einer Mobileversion fĂŒr Handys, den Nachfolgern und der HD-Edition fĂŒr Age of Empires 2 spĂ€ter folgte, nachdem die Defintive Edition um wenige Monate verschoben wurde auch ein Remaster fĂŒr das erste Age of Empires. Ein Remaster, was die Spielerschaft spaltet.

Die Definitive Edition nimmt die Engine des Spiels von 1997 und verpasst dem Original ein neues Grafikgewand, ohne das ursprĂŒngliche Spielerlebnis grundlegend zu verĂ€ndern. Einerseits super, andererseits schade, dass damit die Chance verpasst wurde, die doch teils umstĂ€ndlichen Mechaniken von AoE 1 zu verbessern. Weiterhin fehlen Formationen und Tore. Als neues Feature kommt das parallele Erstellen von Einheiten des gleichen Typs in mehreren GebĂ€uden und die DurchgĂ€ngigkeit des Bauernhofes hinzu. Im Einzelspieler lĂ€sst sich nun auch das Bevölkerungslimit bis zu 250 einstellen und die Kampagnen der Demoversion wurden nun auch in die Vollversion aufgenommen.

Die Tatsache, welche die Spielerschaft jedoch am meisten spaltete ist, dass Age of Empires: Definitive Edition genauso wie die zukĂŒnftigen Definitive Editions fĂŒr Age of Empires 2 und 3 sowie Age of Empires 4 eine Windows 10-exklusive Angelegenheit bleibt, womit ein Großteil der Spieler ausgesperrt wird. Und das obwohl die Anforderung empfohlenerweise eine GeForce GTX 650, eine DirectX Grafikkarte aus dem Hause Nvidia aus dem Jahr 2012, voraussetzt – und dies keine DirectX 12 Grafikkarte ist. Von offizieller Seite gibt es keine Angabe ĂŒber die Verkaufszahlen und die Besitzer der Definitive Edition, allerdings kann man davon ausgehen, dass sich diese bislang schleppend verkauft hat.

Update (20.08.19) – Seit Juni ist nun klar, dass die Definitive Edition von Age of Empires 1, sowie Teil 2 und 3 und AoE 4 auf Steam erscheinen werden.

 

Bonus: Age of Empires – UPatch HD Mod (2015)

Vor der Definitive Edition gab es bereits die UPatch HD Mod, welche das originale Age of Empires HD tauglich macht und zudem fĂŒr moderne Systeme optimiert, da sowohl AoE 1 als auch AoE 2 ab Windows XP unter Grafikfehlern leiden und bestimmte Texturen falsch angezeigt werden (Beispielsweise rot-grĂŒnes Gras bei Age of Empires 2).

Features der Mod sind u. A. ein neues Bevölkerungslimit, welches bis zu 400 Einheiten pro Volk erlaubt, die Demokampagnen (mit Ausnahme der Schlachtdemonstration), der CD Soundtrack, neue Hotkeys, neue Zufallskarten und vieles mehr.

Wer nicht extra das Geld fĂŒr die Definitive Edition ausgeben möchte, ist mit der UPatch Mod sehr gut aufgehoben, aber Achtung: SpielstĂ€nde lassen sich u. U. nicht Laden und bringen das Spiel zum Absturz!

Die Mod lÀsst sich hier downloaden.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0/5 (0)