Cloud-Gaming & Spiele-Streaming: GeForce NOW

Cloud-Gaming, Games-on-Demand, Spiele-Streaming oder wie auch immer man Spielen auf teilweise externalisierter Hardware bezeichnen mag, ist nicht l├Ąnger ein abstraktes Konstrukt. Meine subjektive und nicht nachpr├╝fbare Gamer-Intention fl├╝stert mir ins Ohr, dass diese Art von „Spielen“ ├Ąu├čerst zukunftstr├Ąchtig ist und zumindest partiell den Markt in absehbarer Zeit vereinnahmen wird – zum Leidwesen unseres geliebten Selbstbau-PCs … weiter

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Cloud-Gaming & Spiele-Streaming: GeForce NOW

Malte am 9.Januar 2018 um 17:01:28

Cloud-Gaming, Games-on-Demand, Spiele-Streaming oder wie auch immer man Spielen auf teilweise externalisierter Hardware bezeichnen mag, ist nicht l├Ąnger ein abstraktes Konstrukt. Meine subjektive und nicht nachpr├╝fbare Gamer-Intention fl├╝stert mir ins Ohr, dass diese Art von „Spielen“ ├Ąu├čerst zukunftstr├Ąchtig ist und zumindest partiell den Markt in absehbarer Zeit vereinnahmen wird – zum Leidwesen unseres geliebten Selbstbau-PCs und einiger Hersteller oder Subvendoren.

Spielen in der Wolke Ôśü´ŞĆ

Wir erfahren externalisierte Hardware, die die meisten Rechenoperationen dezentral ausf├╝hren, bereits seit geraumer Zeit in Netzwerkarchitekturen, wie in handels├╝blichen Client-Server-Modellen, so wie sie unter verschiedenen Netzwerktopologien in den meisten Unternehmen und Institutionen vorzufinden sind. Also da steht irgendwo der dicke Server, an denen dann alle anderen Rechner der Anwender per Netzwerkkabel angebunden sind. Dies sind Thin-Clients oder Cloud-Clients, sozusagen Computer, die ├╝ber kaum Hardwareausstattung bzw. Rechenleistung verf├╝gen und somit ganz sch├Ân platz- und stromsparend sein k├Ânnen. Sie erf├╝llen also eher den Zweck eines Terminals, leiten Eingaben weiter, diese werden dann verarbeitet und im Ergebnis zur├╝ckgeschickt. Und gar nicht mal so anders funktionieren die Serverfarmen von GeForce NOW – nur, dass da pro Spieler quasi eine dicke GeForce GTX 1080 Ti leistungstechnisch zur Verf├╝gung gestellt wird.

Zu schwache Internetverbindungen k├Ânnen aber insbesondere bei datenintensiven Spielen einen Flaschenhals darstellen, was im sp├Ąrlich vernetzten Deutschland, insbesondere was die durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit betrifft, nicht zu vernachl├Ąssigen ist. Wir sind unseren Standard nur irgendwie so gewohnt, was aber m├Âglicherweise zu falschen Prognosen f├╝hren k├Ânnte, denn in den meisten „├Ąhnlich“ entwickelten L├Ąndern wird mit so viel Geschwindigkeit gesurft, dass Spiele-Streaming eben schon absolut realistisch klingt.

Vorteile ­čśâ

Wir k├Ânnen unser sch├Ąbiges Netbook mit einem Intel HD 3000 Grafikchip und Intel Atom Prozessor aus der Verwahrlosung befreien, an ein flottes CAT6-Netzwerkabel dranh├Ąngen und Dishonored 2 oder Just Cause 3 auf volle Pulle zocken, mit 120 Bildern die Sekunde. Das verspricht Nvidia aktuell bei jedem der 150 Titel bis zu einer Aufl├Âsung von 1920 x 1080 Pixeln – demn├Ąchst sogar in UHD. Zuk├╝nftig mag ein kosteng├╝nstiger, kleiner, und damit effizienter, Computer ausreichen, um jegliche Titel auf h├Âchsten Detailstufen fl├╝ssig spielen zu k├Ânnen. Ebenfalls werden wir voraussichtlich nicht l├Ąnger an ein Betriebssystem gebunden sein.

Nachteile ­čśą

Mit Steam haben wir schon gr├Â├čtenteils unsere physische Spielesammlung aufgegeben und digitalisiert. Damals war der Aufschrei gro├č, als Half-Life 2 pl├Âtzlich mit einer verpflichtenden Online-Aktivierung daherkam. Setzen wir zuk├╝nftig auf Cloud-Gaming, werden wir „offline“ nicht l├Ąnger spielen k├Ânnen. Wir m├╝ssen uns auf die Funktionalit├Ąt des Servers verlassen, was analog wieder wunderbar mit dem genannten Client-Server-Modell korreliert – wenn unser Server im Unternehmen ausgefallen ist, k├Ânnen wir m├Âglicherweise auf keinerlei geteilten Dokumente und Softwarel├Âsungen zugreifen, die ja nur noch ├╝ber den Server funktionieren. Des Weiteren sind wir nicht l├Ąnger Herr unseres Systems, sondern „mieten“ lediglich einen Server f├╝r aktuell 10 ÔéČ im Monat. Zugegeben, der Tarif ist durchaus fair, wobei wir heutzutage f├╝r eine vern├╝nftige Grafikkarte alleine kaum noch unter 200 ÔéČ rutschen k├Ânnen.

F├╝r Modder und Individualisierer steht ebenfalls eine eher d├╝stere Zukunft bevor. Da es im Prinzip keine lokalen Spieldateien beim Streamen gibt, wird es schwierig bis unm├Âglich werden, Mods umzusetzen, es sei denn, der Entwickler stellt eine entsprechende Plattform bereit.

Ja, mit der Externalisierung von Daten geht eben auch ein Kontrollverlust einher. Immer. Letztendlich sind wir durch Vertragsmodelle keine Inhaber mehr von unseren Spielen. Sie geh├Âren uns nicht, sondern sind lediglich gemietet irgendwo da drau├čen auf einem Server. Nichtmal mehr lokal installierbar. Wer also ideelle Werte mit seiner Spielesammlung teilt, wird mit Spiele-Streaming Kompromisse eingehen m├╝ssen.

Der Besitz von Spielen wird hervorragend zur Retro-Sparte unserer Webseite passen, denn ein Wegfall dessen ist l├Ąngerfristig mehr als wahrscheinlich.

Fazit

Erinnert sich noch jemand an den Aprilscherz im vergangenen Jahre von Nvidia selbst? Denn Games-on-Demand ist verglichen mit der scherzhaft annoncierten GeForce als USB-Stick ein eigentlich viel futuristescheres Gebilde – und zum Greifen nahe.  Ob sich Cloud-Gaming fl├Ąchendeckend durchsetzt oder gar als einzige M├Âglichkeit zum Spielen herhalten wird, ist aktuell noch fraglich. Wir sollten diese Entwicklung als innovativ und zukunftstr├Ąchtig betrachten. Mit m├Âglichen Einschr├Ąnkungen, die insbesondere an unsere Pers├Ânlichkeit und Einstellung appellieren werden.

Eine Bewerbung f├╝r die Beta von GeForce NOW ist hier m├Âglich, nachdem GeForce NOW bereits f├╝r den Mac verf├╝gbar ist. Viel Spa├č!

Bildquellen: nvidia.com, geforce.com

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