Victoria 2: Test, Review

Neben seinem Strategie Schwergewichten Europa Universalis und Hearts of Iron präsentieren die Schwedischen Entwickler von Paradox mit Victoria 2 eine Strategie Simulation die das Zeitalter der Industrialisierung bis zum Ende des ersten Weltkrieges behandelt. Wie von dem Studio gewohnt sind ausnahmslos alle Nationen des damaligen Weltbildes spielbar. Über das Britische Imperium zu den Sibirischen Steppen … weiter

Rückblick: Europa Universalis (PC)

In dem von Paradox geschaffenen Spiel geht es darum eine Nation der bekannten alten Welt zwischen 1492 und 1792 zu Regieren und sich Diplomatisch,Wirtschaftlich sowie Millitärisch von anderen Nationen abzuheben und den Status einer Großmacht bzw. Weltmacht zu erreichen.

» Französische Revolution

Victoria 2: Test, Review

Dominik am 12.März 2013 um 17:03:35

Neben seinem Strategie Schwergewichten Europa Universalis und Hearts of Iron präsentieren die Schwedischen Entwickler von Paradox mit Victoria 2 eine Strategie Simulation die das Zeitalter der Industrialisierung bis zum Ende des ersten Weltkrieges behandelt. Wie von dem Studio gewohnt sind ausnahmslos alle Nationen des damaligen Weltbildes spielbar. Über das Britische Imperium zu den Sibirischen Steppen des Russischen Zarenreiches, von der Wüste Teherans bis zu dem mit Wäldern bedeckten Lothringen sind alle Völker spielbar. Natürlich zählt neben Militärischer Stärke, guter Infrastruktur und Zufriedenheit der unterschiedlichen Bevölkerungsschichten auch der Aufschwung von Wirtschaft und Forschung. Denn ohne diese beiden letzten Elemente ist euere Nation nur eine unter vielen aufstrebenden Staaten der Westlichen und Östlichen Hemisphäre. Ob sich ein Einstieg mit dem kaiserlichen Japan wohl eher lohnt als gleich mit den Franzosen die Wüsten Afrikas zu kolonisieren klärt unser Ausführlicher Test.

Für welche Nation soll ich mich entscheiden? Diese Frage dürfte sich wohl jeder stellen der beim Anblick der Weltkarte, im Startmenü, über die Kontinente mit dem Mauszeiger schwebt und dabei Volksentscheidende Themen wie zivilisierte Nationen und Teilverwestliche Länder vorfindet. Generell macht gerade dieser Umstand den Unterschied aus. Während Europa und große Teile Amerikas bereits zu Spielbeginn mit dem Forschen von Hinterladern, Fließbändern und Dampfschiffen beginnen können und ganz nebenbei Sozial und Politikreformen einleiten, kriechen Nationen wie Ägypten, China oder Afrika noch am unteren Ende ihrer Industrialisierung und müssen Ausländische Investoren und Militärberater ins Land einladen um wenigstens einen Teil ihrer maroden Volkswirtschaft retten zu können. Denn ohne den Bau von Fabriken und des damit einher gehenden Wachstums können keine Armeen und Provinzen ausgebaut werden. Während Frankreich nationale Schwerpunkte wie etwa die Förderung von Kapitalisten und Facharbeitern voran treibt benötigen Völker wie jene des nahen Ostens vor allem Geistliche Wissenskraft um Forschungspunkte für ihre Verwestlichung zu ergattern. Um den Bau von Fabrikanlagen erstmal zu ermöglichen bedarf es einer Umsumme an Geld und Material, die wir nur mit Steuererhöhungen und Regulierung der Zölle erreichen können. Als nächsten Schritt sollte gut überlegt werden wo das geplante Wirtschaftswunder überhaupt erstellt werden soll. Kolonien eignen sich hierzu überhaupt nicht da ihre Bevölkerungen nicht in der Lage sein werden die mit 10.000 Arbeitsplätze benötigte Raffinerie zu besetzen. Im Fall von Frankreich direkt im Mutterland und in Regionen mit hoher Population platzieren. Der letzte Schritt besteht nun lediglich darin eine in Planung befindliche Fabrik der erforderlichen Ressourcen anzupassen. Sind diese im eigenen Land nicht vorhanden sollte man auf den Bau verzichten und sich eine geeignetere  Anlage suchen. Der Besitz mehrerer Industrieller Komplexe verändert neben dem Geldbeutel vor allem die, in den jeweiligen Regionen, vorhandenen Arbeitskräfte. So werden aus Landarbeitern und Handwerkern schnell Facharbeiter die vor allem zu Beginn der neuen Ära sehr selten anzutreffen sind. Neben diesen beiden Nebeneffekten steigert die Organisierte Produktion auch unser Weltansehen und ehe man sich versieht landet man auf einen der insgesamt mit Acht Plätzen belegten Weltrangliste der Großmächte. Damit spielt nun Frankreich eine fundamentale Rolle im Geplänkel um Macht und Einfluss in Europa.

Doch machen wir uns nichts vor, nur alleine durch Angebot  und Nachfrage kann man kein Reich und vor allem die Welt regieren. Dazu benötigt es Soldaten und zwar eine menge Soldaten. Je nachdem wie weit unsere Forschung im Waffensektor voranschreitet verändert sich, simuliert dargestellt, die Vorgehensweise unserer Armeen. Vorbei sind die Zeiten von Vorderladern und Bajonetten. Jetzt sind Maschinengewehre und schwere Artillerie gefragt. Denn mit modernen Truppen lässt sich schnell Land gewinnen. Damit das ganze nicht außer Kontrolle gerät und auf den Globus ein einziges Feuerwerk veranstaltet wird, gibt es Richtlinien die den Krieg realistisch wirken lassen sollen. Ohne Kriegsrechtfertigung marschiert nicht ein Gefreiter ins feindliche Land, zufällige Events ausgeschlossen. Unberechtigte Überfälle steigern den Infamie Wert unseres Staates ins unermessliche. Ist eine gewisse Obergrenze überschritten kann ein Großbündnis verschiedener Länder schnell zur Abrüstung zwingen. Und das ist für eine große Nation wie Frankreich Existenz entscheidend . Befolgen wir stattdessen die Richtlinien kann die Nation im großen Umfang wachsen und neue Bevölkerungsgruppen und Religiöse Minderheiten assimilieren. Deren Alttagsbedürfnisse sollten zufriedenstellend gestillt werden sonst stehen Revolten bevor, wenn man sie nicht vorher durch Unterdrückungspunkte verhindert. Rebellionen sind für Nationen schädlicher wie jeder andere Krieg. Kurzerhand können neue Regierungssysteme etabliert werden. Aus Demokratien werden Absolute Monarchien oder Diktaturen. Aus Monarchien werden Bürgerherrschaften, Faschisten lösen Liberale ab, Konservative werden durch Kommunisten gestürzt. Knapp Formuliert, alles was wir bisher Poltisch in der Welt gesehen haben hat Paradox in Perfektion in Victoria 2 eingebaut.

Wie bei den anderen Titeln nutzt auch Victoria 2 eine verbesserte Version der Clausewitz Engine. Dabei sollte man vor allem den grafischen Umfang nicht mit anderen Game Engines, die beeindruckende Grafik samt Effekten erzeugen können, vergleichen. Die einzigen im Spiel dargestellten Dreidimensionalen Objekte sind die recht Polygon armen Armeemodelle. Der Rest wird in einer sehr übersichtlichen 2D Weltkarte präsentiert. Ohne diese würde sehr schnell die Übersichtlichkeit von Land einnahmen und Kolonialisierungen verloren gehen. So ist die gesamte Ansicht Grafisch etwas schlicht gehalten bietet aber eine beachtlich Genauigkeit und Details. Von den Alpen bis zu den Rocky Mountains ist die Welt eins zu eins nachgebildet worden. Paradox setzt dabei nur einige spielwichtigen Elemente bildlich um. Das Versorgungslimit von Provinzen wird in einer Tabelle gemeinsam mit den anderen Eigenschaften des Gebiets angezeigt. Bessere Nachschubsrouten sind vor allem durch Eisenbahnnetze ersichtlich. Den Überblick behält man aber letzten Endes durch das Einschalten von verschiedenen Ansichten die die kulturellen Regionsunterschiede, Die Reichsgrenzen (oder das Reichsterritorium) und die Effektivität von Verwaltungsorganen anzeigen. Etwas komplizierter dagegen ist trotz fein gegliederten Reitern das Wirtschafts- und Welthandelssystem. Buchhalter dürften am wenigsten Probleme damit haben die Spielinternen Statistiken auszuwerten. Ein Großteil des Spiels wird so durch die eigene Fantasie dargestellt. Dies betrifft auch die Gefechte im Spiel. Außer Moral und Versorgungsbalken sind es lediglich aufflackernde Zahlen die den Status der Armeen wiedergeben. Schlachten wie in einem Total War Spiel zu führen ist bei Paradox Speielen generell nicht möglich.

Um das Spiel noch zu versüßen haben die Entwickler aus dem kalten Norden Victoria 2 mit einem Mehrspielermodus ausgestattet. Neben den immer vorhandenen LAN Modus kann man seine Weltherrschaftsfanatasien noch auf den Hauseigenen Metaservern ausleben. An dieser Stelle sei erwähnt das sich die Community zu diesem Nischen Publisher sehr eigenstirnig verhält und man ohne Offiziellen Absprachen in den Foren kaum auf Mehrspielerpartien trifft. Dies hat den Hintergrund das bedingt durch die Spielbarkeit nur sehr wenige große Nationen zur Verfügung stehen denen eine breite Masse an schwachen Staaten gegenüber steht. Um so ein vom Spiel nicht vorgelegtes Gleichgewicht zu bewahren werden vor den Partien eigene Spielregeln aufgestellt, die bei Nichtbeachtung sehr schnell den eigenen Ruf ruinieren. Da bei diesem Spiel nur wenige hundert Spieler vorhanden sind die tatsächlich bereit sind im Online Modus gegen Unbekannte anzutreten ist es nur ratsam sich an diese individuellen Regelwerke zu halten. Die Geschwindigkeit des Zeitraffers kann nur vom Host festgelegt werden. Dadurch entsteht eine gewisse Art Rundenstrategie.

Fazit

Als langjähriger Fan von Paradox Monstersimulationen konnte auch ich der Versuchung nicht widerstehen in der Welt Anfang des 19. Jahrhunderts Fuß zu fassen. Der Einstieg war mit einer 90 Grad steilen Bergwand zu vergleichen. Die ersten Stunden endeten meistens im totalen Desaster, da ich keine Ahnung hatte was ich alles auf meiner Aufgaben Liste zu erledigen hatte. Erst durch die Zuhilfenahme von Let’s Plays und einiger Tutorials war es mir möglich, mich in diesem Komplexen Spiel zurecht zu finden. Daher kann ich den Kauf nur jeden Abraten der Ungeduldig ist und lieber ein schnelles Spiel sucht. Für Geschichtsstudenten und Historie begeisterte ist auch dieser Paradox Teil das gelobte Produkt. Grafikfetischisten dürften an Victoria 2 ohnehin durch die etwas rückständig wirkende Engine keinen Gefallen finden.

6,5 /10

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Bewertung: 5.0/5 (11)

Rückblick: Europa Universalis (PC)

Dominik am 25.November 2010 um 19:11:12

Hersteller: Paradox interactive

Release:14.März 2000 / 12.November 2001

Produktionsjahr: Unbekannt

Platformen: Pc (Windows)

Genre: Echtzeit Strategiespiel

Basierte Engine: 2D Basierende Grafikengine

Handlung \ Spielverlauf \ Informationen: Ich möchte an dieser Stelle Europa Universalis I und II zusammenfassen,da beide Spiele die gleiche Grafik technologie verwenden sowie sich Spielerisch gar nicht voneinander unterscheiden. In dem von Paradox geschaffenen Spiel geht es darum eine Nation der bekannten alten Welt zwischen 1492 und 1792 zu Regieren und sich Diplomatisch,Wirtschaftlich sowie Millitärisch von anderen Nationen abzuheben und den Status einer Großmacht bzw. Weltmacht zu erreichen. Dies sind jedoch nicht vorgegebene Ziele sondern jediglich einige der Möglichkeiten wie man Europa Universalis spielen kann. Zu Beginn hat man mehrere Möglichkeiten ,entweder man entscheidet sich für ein Freies Spiel welches 1492 startet oder man wählt zwischen bestimmten Historischen Szenarien wie etwa dem 30 Jährigen Krieg,der Französischen Revolution, oder den Nordeuropäischen Kriegen. Zur Auswahl stehen geschichtlich Korrekt alle Nation der Erde in den jeweiligen Epochen zum spielen zur Verfügung. So kann man sämtliche Europäischen Fürstentümer,Königreiche oder Stadtstaaten , Amerikanische Ureinwohner,Indische Fürstentümer, Russische Kosakenreiche,Arabische und Afrikanische Stämme oder Asiatische Nationen Ihrer Zeit kontrollieren. Das Spiel selbst wird von einer 2D Karte aus der Vogelperspektive gesteuert. Die einzelnen Reiche unterteilen sich in Provinzen wovon es über 1000 auf dem Globus gibt. Wie ich schon weiter oben geschrieben habe gibt es außer den Szenarien keine festen Ziele. Man kann eine gewählte Nation je nach Lust und Laune spielen ,dazu kann man Kolonialreiche oder ein Handelsimperium erschaffen. Einzig Historische Ereignisse tauchen immer mal wieder auf ,welche man auch noch beeinflussen kann. So kann man die Reformation Martin Luthers verhindern oder den Ausgang der Französischen Revolution verändern. Der Wirtschaftspart im Spiel unterscheidet sich in verschiedene wichtige Bereiche wie Infrastruktur,Stabilität,Handel,Kolonisation und Fortschritt. Ein teil der Steuereinnahmen aus den Provinzen beeinflusst gleichmässig diese Gebiete. Je mehr Provinzen oder Großstädte man besitzt,desto mehr kann man seine Investitionen erhöhen. Zusätzlich liefern Kolonial Provinzen wertvollere Waren welche den Handel und die Steuereinnahmen in die Höhe schiessen lassen. Bündnisse und Kriege gehören ebenso wie die Wirtschaft zu Europa Universalis. Man hat aber auch ohne diese zahlreiche Möglichkeiten andere Staaten in seine Kontrolle zu bringen zB. Durch Vasallisierung. Doch Aufgepasst ! Das führen vieler Eroberungen ohne Kriegsgründe kann ein Reich zum Hassfeind Nummer Eins werden lassen . Das bedeutet das im schlimmsten Fall mehrere Länder eine Allianz schmieden und gemeinsam angreifen werden.

Paradox Spiel lässt Geschichte verändern und das macht am meisten Spaß. Wer geschickt und Taktisch vorgeht kann auch ein Schottisches England oder ein japanisches Australien erschaffen. Zudem lernt man automatisch sehr viel Weltgeschichte,ganz nebenbei 🙂 Ein gutes Spiel dessen Fortsetzungen sich für Weltstrategen ebenso gut sehen lassen kann.

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Bewertung: 0.0/5 (0)