Highway Pursuit – Auf dem Highway ist die Hölle los

Auf das kleine aber feine Rennspiel „Highway Pursuit“ wurde ich 2005 aufmerksam, als es einer ComputerBILD-Spiele-Ausgabe beilag. In James-Bond-Manier durchkreuzt man eine lange Autobahn mit seinem Supersportflitzer und muss dabei ĂŒblen Feinde aus dem Weg rĂ€umen oder ihnen möglichst entkommen. Klingt erst einmal gar nicht so schwer, wird aber mit der Zeit eine Ă€ußerst haarige … weiter

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Highway Pursuit – Auf dem Highway ist die Hölle los

kepu am 16.September 2019 um 13:09:28

Auf das kleine aber feine Rennspiel „Highway Pursuit“ wurde ich 2005 aufmerksam, als es einer ComputerBILD-Spiele-Ausgabe beilag. In James-Bond-Manier durchkreuzt man eine lange Autobahn mit seinem Supersportflitzer und muss dabei ĂŒblen Feinde aus dem Weg rĂ€umen oder ihnen möglichst entkommen. Klingt erst einmal gar nicht so schwer, wird aber mit der Zeit eine Ă€ußerst haarige Angelegenheit.

Der Nissan-350Z-Verschnitt ist der Hauptcharakter dieses Highway-Chaos. Mitten auf einer langen Autobahn beginnen wir unsere Fahrt ohne ein bestimmtes Ziel. Man muss so weit kommen, wie es nur geht. Könnte funktionieren, wĂŒrde sich das Spiel lediglich auf Ausweichmanöver beschrĂ€nken. Doch der Adam Dawes, der Entwickler des Spiels, baute ein paar fiese Agenten ein, die mit aller Macht versuchen, uns zu stoppen bzw. von der Strecke zu drĂ€ngen.

Das fĂ€ngt noch recht harmlos an. Lilafarbene Fahrzeuge mit eigenartigen Bremsmanövern probieren es mit Schubsen. Sei es von der Seite oder mit hoher Geschwindigkeit von hinten. Orangefarbene Fahrzeuge mit ihren spitzen Reifen sind da schon etwas gefĂ€hrlicher, denn die bringen uns sogar zum Schleudern. DunkelgrĂŒne GelĂ€ndewagen verhalten sich Ă€hnlich wie die lilafarbenen Fahrzeuge, nur sind sie noch zusĂ€tzlich kugelsicher. Und Helikopter vermiesen die Laune unseres Sportwagens, indem sie Bomben in unsere Richtung abwerfen. Alles Dinge, die den Lebensstand unseres GefĂ€hrts verringern. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Zivilisten, die ebenfalls auf der Straße herumschwirren. Bei aller Unfairness muss man aber sagen, dass der Helikopter verschwindet, sobald dieser keine Bomben mehr hat.

Ein kleines Herz zeigt den Zustand an. Umso niedriger der wird, desto mehr qualmt der Wagen, hat aber keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten. Nicht nur die oben genannten Gegner können uns „Leben“ abziehen, sondern auch große Steine auf der Straße oder sogar die seitlichen Felder. Was irgendwie keinen Sinn ergibt.

Im Laufe des Spiels ruft unsere Dame fĂŒr alles – Ashley – Kleintransporter mit passenden AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden oder Reparaturfahrzeuge. Unser Sportwagen kann mit Ölwerfern, „Rauchwerfern“ oder Raketen ausgestattet werden. Mit den ersten zwei können wir die Feinde auf der Straße bestens loswerden, mit Letzterem den Helikopter. Die AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde kriegen wir zum richtigen Zeitpunkt. Wird ein Helikopter angekĂŒndigt, gibt es Raketen. Ist unser Zustand kritisch, gibt es ein Reparaturfahrzeug. Eine weitere Kniffligkeit besteht darin, in diese Transporter zu fahren, denn das ist ebenfalls nicht so einfach.

Bunte fahrende Feinde, fahrende AusrĂŒstungstransporter, die man nur schwer „treffen“ kann, welche Schwierigkeiten könnte es noch geben? Die Umgebungen. Nach einer gewissen Fahrzeit kommt eine WĂŒste, eine Stadt oder eine Schneelandschaft. Mittendrin wird man sogar von einem Nebel ĂŒberrascht. Die Stadt hat haarige Kurven, in der Schneelandschaft wirds sehr rutschig und bei Nebel ist die Sichtweite stark eingeschrĂ€nkt. Alles Sachen, die unsere drei Leben schnell verschwinden lassen. Es sei denn, man ist so weit gekommen, dass es ein neues Leben dazu gibt. Das passiert alle 100.000 Punkte.

Ein weiteres Detail sind die getrennten Straßen. Hin und wieder kommt es vor, dass sich die Straße in zwei StĂŒcke trennt. Entweder treffen die beiden StĂŒcke wieder zusammen oder genau die Straße, auf der man NICHT ist, fĂŒhrt woanders hin. Das hĂ€tte evtl. die Dynamik etwas erhöhen können. Manchmal gibt es auch fehlende BrĂŒckenstĂŒcke und da man leider keinen amerikanischen Bus mit einer Geschwindigkeit ĂŒber 50 Meilen pro Stunde hat, sollte man lieber die ganze BrĂŒcke nehmen.

Die erste Version erschien im November 2003, eine verbesserte Version 1.1 kam zwei Jahre spĂ€ter. Erst 2015 erschien eine Version 1.2, die sich auch bestens mit aktuellen Systemen vertrĂ€gt und eine 1080p-Auflösung mitbringt. Man hat die Möglichkeit, seinen Highscore ins Internet hochzuladen. Lustigerweise funktioniert das in der ersten Version immer noch. Komischerweise werden bei der Eingabe des Namens fĂŒr den Highscore flotte TastenanschlĂ€ge nicht toleriert. Aber sonst ist das Spiel bei der Wahl des Rechners anspruchslos, die Screenshots wurden auf einem XP-Rechner mit AMD Athlon XP 3000+ mit 1 GB RAM und GeForce4 Ti 4200 angefertigt, selbst darauf lief die erste Version von „Highway Pursuit“ sehr flĂŒssig.


„Highway Pursuit“ verursacht einen erstaunlich hohen Adrenalinpegel, den man bei kaum einen kostenlosen Rennspiel findet. Mit jedem Kilometer gibt es immer mehr Aktionen, die einen die wertvollen Leben kosten können, sei es schlechte WetterverhĂ€ltnisse oder eine Masse an gemeinen Feinden. Man könnte noch darĂŒber meckern, dass der Zugang zu VerteidigungsgegenstĂ€nden ziemlich erschwert wird und man nicht rĂŒckwĂ€rts fahren kann, was in einigen Situationen praktisch wĂ€re, aber auch so bekommt man einen fabulösen Höllenritt auf dem Highway.

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Bewertung: 5.0/5 (6)
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