Insane West ‚Äď Im wahrsten Sinne des Wortes! (Early Access)

Chinesische Spielemacher machen ein Westernspiel. Probieren kann man es ja, nur sollte man sich von der Schwierigkeit her nicht zu sehr an eSports-Bedingungen kn√ľpfen, sonst kommt so was raus, was mit „INSANE WEST“ gemacht wurde: ein Spiel, welches einen wortw√∂rtlich in den Wahnsinn treibt. Der Wilde Westen im 19. Jahrhundert gilt als gutes Szenario, das … weiter

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Insane West ‚Äď Im wahrsten Sinne des Wortes! (Early Access)

kepu am 10.Juni 2019 um 20:06:47

Chinesische Spielemacher machen ein Westernspiel. Probieren kann man es ja, nur sollte man sich von der Schwierigkeit her nicht zu sehr an eSports-Bedingungen kn√ľpfen, sonst kommt so was raus, was mit „INSANE WEST“ gemacht wurde: ein Spiel, welches einen wortw√∂rtlich in den Wahnsinn treibt.


Der Wilde Westen im 19. Jahrhundert gilt als gutes Szenario, das hat Rockstar Games mit „Red Dead Redemption“ erfolgreich beweisen k√∂nnen. Jump&Runs und Survival mit dem Setting sind allerdings recht rar und nicht wirklich √ľberall zu finden. Das JIGUANGGamestudio ver√∂ffentlichte am 2. Mai 2019 eine Early-Access-Version seines Computerspiels „INSANE WEST“, √ľbersetzt „Verr√ľckter Westen“, dessen Highlight ein Sidescroller mit Jump&Run-Elementen sein soll. Nebenbei erw√§hnt wird zudem ein Survival-Mode in der Testphase.

Im Men√ľbildschirm sehen wir die Spielerfigur schlafend in einem Bett mit einer Kiste Obst, Flaschen und einem WANTED-Blatt an einem Spiegel. Unsere Spielfigur ist das im √ľbrigen nicht, da passt der Bart nicht dazu. Als Charakter k√∂nnen wir nicht nur einen Cowboy, sondern auch ein Cowgirl ausw√§hlen. Hinter „Adventure Mode“ verbirgt sich der Sidescroller mit seinen insgesamt 14 Level. „New Game“ startet die √úberlebens-Action.

Das erste Level im Adventure Mode ist noch kinderleicht, hier wird einem die Steuerung erkl√§rt. Mit WASD bewegt man sich fort und mit der Leertaste kann man springen. Es wird allerdings verschwiegen, dass man auch einen Doppelsprung durchf√ľhren kann. Sp√§testens das wird beim zweiten Level n√ľtzlich sein. Hier begegnen uns erstmals explosive F√§sser, die bei Ber√ľhrung binnen weniger Sekunden in die Luft gehen und uns durchaus verletzen k√∂nnen, kommen wir denen zu nahe. F√ľnf Herzen haben wir, um das Level zu √ľberleben, hei√üt f√ľnf mal darf man sich verletzen. Alleine das zweite Level ist voller gef√§hrlicher Elemente, dass man es nur mit viel Geduld und viel Kraft schafft, lebendig am Ziel anzukommen, was mir bei der Testphase jedoch nicht gelungen ist. Man begegnet sp√§ter auch Luftblasen, die die Steuerung umkehrt. Man l√§uft etwa nach links, wenn man D dr√ľckt, wo man normalerweise rechts laufen sollte. Absolut nichts f√ľr Anf√§nger.

Interessanter ist da wohl eher der wahre „Adventure Mode“, n√§mlich der Survival-Modus. Man startet an einem Balken vor einer kleinen Stadt, die im typischen Wild-West-Look aufgebaut und platziert wurde: wenig Stra√üen und jedes Geb√§ude ist ein Gewerbe. Und alles muss aus Holz sein. Man f√§ngt ges√§ttigt, mit guter Gesundheit und $5 in der Tasche an. Nicht gerade viel, aber das ist doch das 19. Jahrhundert, da sollte alles doch ziemlich billig sein, oder? Sch√∂n w√§rs.

Auftr√§ge kann man sich am Bahnhof einholen. Wir k√∂nnen entweder einen Koffer, eine Box, einen Sack Reis oder ein Fass transportieren, f√ľr letzteres gibt es immerhin schon $20. Die Hinweise geben schon Auskunft genug, wo die Sachen hin m√ľssen. Mit etwas Gl√ľck l√§uft alles reibungslos, mit etwas Pech kriegt man pl√∂tzlich keinen Auftrag oder man bekommt wie aus dem Nichts eine Strafe. Auf den n√§chsten Auftrag darf man √ľbrigens 5 Minuten in Echtzeit warten. Gerade, wenn was schief l√§uft, ist das gnadenlos.

Man kann aber auch eine Brechstange f√ľr $5 kaufen und sich auf die Jagd nach F√§ssern mit Pfeilen machen, diese verbergen n√§mlich alkoholische Getr√§nke, die man letzten Endes f√ľr ein kleines S√ľmmchen an der Bar verkaufen kann. Warum man die kaufen kann, erschlie√üt sich nicht, da man im Inventar ohnehin nur Sachen vom Lebensmittelstand zu sich nehmen kann.

Ob die Lebensmittel Salz enthalten, kann man schon anhand der Preise feststellen, denn die sind ordentlich gesalzen, gar √ľbersalzen. M√∂chte man etwa seinen Durst stillen und die Lebensenergie aufwerten, kauft man eine Tomate, die $15 kostet. Wer kennt sie nicht, die Tomate als Durststiller? $20 f√ľr einen Keks will man auch nicht gerne ausgeben und selbst die g√ľnstigeren Sachen helfen nur bedingt. Und ehe man bei den vermaledeiten Bugs so viel zusammen bekommt, dass man garantiert √ľberleben kann, dauert es. Im Hotel kann man √ľbrigens f√ľr $7 eine Kleinigkeit essen.

Der immerhin sehr sch√∂n anzusehende Tag/Nacht-Rhythmus bietet einem die Gelegenheit, schlafen zu gehen. Doch um schlafen zu k√∂nnen, braucht man Geld. Die teuerste √úbernachtungsm√∂glichkeit mit $25 bietet die Bar. M√∂chte man sehr g√ľnstig schlafen, gibt es √ľberdachte Pl√§tze an einem Lagerfeuer. Und selbst da kostet das Schlafen $1. Wenn alle Lichter in der Stadt anspringen, haben alle L√§den ohnehin keinen Dienst mehr und damit fehlt leider die M√∂glichkeit, sich noch irgendwie Geld zu verdienen. Allerdings kann man vorher auch nicht schlafen, das geht nur abends.

Die Umgebung bietet auch nicht unbedingt viel, sonderlich gro√ü ist die Karte ebenfalls nicht. Lediglich ein paar F√§sser mit Alkohol und ein Haus mit einer m√∂glichen Verbrechensaktion, die √ľberhaupt nicht beschrieben wird, warten auf den Spieler. Aber der Schwierigkeitsgrad ist durch die horrenden Preise, der geringen √úberlebenschancen und den widerspenstigen Bugs ohnehin sehr hoch angelegt und d√ľrfte gerade bei Einsteigern schnell frusten. Sven Festag von QUICK-SAVE.de gab ich ebenfalls die M√∂glichkeit, das Spiel kurz anzutesten und war ebenfalls nicht sonderlich begeistert von dieser Darbietung.

Die oder der Macher gab(en) bei Steam an, dass das Spiel aktuell zu 80% fertig sei und noch einiges fehlt. In meinen Augen fehlt da viel mehr, damit es zu einem fairen und guten Spiel wird. Die etwas minimalistisch gehaltene Grafik gibt wenig Grund zum Meckern, der Stil geht völlig in Ordnung und unfassbar hässlich sieht es auch nicht aus. Performanceprobleme gab es seltsamerweise nur bei Nacht, sonst lief es durchgehend stabil. Nur einmal blieb der Ladevorgang hängen.

„INSANE WEST“ ist aktuell f√ľr 3,99 ‚ā¨ erh√§ltlich und ist derzeit im Early-Access-Stadium.

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Bewertung: 5.0/5 (3)
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