Mein Eindruck von Gothic Playable Teaser (Remaster)

Als alter Haudegen der die Piranha Bytes Spiele ,und vor allem Gothic, mehr als des öfteren gespielt hat , konnte natürlich auch nicht ich meine Finger vom Gothic Remaster lassen und hatte mir die Demo kurzerhand auf meinem Rechner installiert.Das die Demo nicht von den Entwickler aus dem Ruhrpott erstellt wurde machte auch mich zunächst … weiter

Rückblick: Gothic (PC)

Im Königreich Myrtana tobt ein gnadenloser Krieg zwischen Orks und den Menschen unter König Rhobar II. Das Magische Erz aus der Insel Khorinis könnte einen Sieg entscheiden und so versetzt der König eine Strafkolonie auf die einsame Insel. Dort lässt er jeden Gefangenen seines Reiches in den Erzminen schuften um sich somit seine Armeen ausrüsten … weiter

» Königreich Myrtana

Mein Eindruck von Gothic Playable Teaser (Remaster)

Dominik am 22.Dezember 2019 um 11:12:26

Als alter Haudegen der die Piranha Bytes Spiele ,und vor allem Gothic, mehr als des öfteren gespielt hat , konnte natürlich auch nicht ich meine Finger vom Gothic Remaster lassen und hatte mir die Demo kurzerhand auf meinem Rechner installiert.Das die Demo nicht von den Entwickler aus dem Ruhrpott erstellt wurde machte auch mich zunächst Stutzig aber man soll ja meistens immer aufgeschlossen gegenüber neuerem bleiben.Zu Beginn schmeichelt uns Publisher THQ Nordic mit einigen Textpassagen die auch gleich auf das alte Spiel und den damit verbundenen Erfahrungen einstimmen.Das Intro ist meiner Meinung nach etwas zu kurz geraten.Mit dem Schwarz Weiß Filter wirkt die Erzählung meiner Meinung nach etwas stimmiger als im Original.Die düstere Atmosphäre wird deutlich rüber gebracht auch wenn man das in der späteren Demo nicht behaupten kann.

Schön finde ich das man auf einer Karte Myrtana präsentiert bekommt damit wird doch gleich das ganze Volumen des Königreichs dargestellt welches sich in einem erbitterten Krieg mit den Orks befindet.Was ich aber schmerzlich vermisse ist die Erwähnung dass das Erz aus Khorinis magisch und damit besonders wertvoll für die menschlichen Armeen ist.Es wird der Eindruck erweckt als ob man Waffen nur mithilfe der Ressourcen aus dem Minental herstellen könnte.Ein weiterer Schwachpunkt ist das mir die Verurteilung durch den Richter fehlt.Es wird zu schnell an dem Punkt gesprungen an welchen unser Held ins Tal befördert wird.Wo es bei der Erzählung am Anfang hadert lassen die spanischen Entwickler beim Einstieg in die Kolonie die Cutscene Effekte der Unreal Engine ordentlich springen.Ich fand die gleich dargebotene Action mit dem Feuerwerk sehr unterhaltsam.Der Held ist bezüglich seiner Reaktionen auf dieses unerwartete Ereignis etwas zu cool.

Mich stört bei dem Einstieg aber am meisten als der Held das abgebrochene Schwert zu sich nimmt und es auch gleich mit nur einer Hand beim Aufheben wie ein erfahrener Kämpfer schwingt und betrachtet.Mit Verlaub unser Charakter ist ein unerfahrener Kämpfer wie die Entwickler später bei den Kämpfen wie im Original darstellen werden.Es ist dieses kleine Detail wo ich mir denke ob das wirklich sein musste? Besser wäre es gewesen wenn der Held das Schwert unbeholfen beim Heben geschwungen hätte.Die klassische Begrüßung via Faustschlag ins Gesicht durch einen Arschloch Gardisten bleibt uns diesmal erspart.Stattdessen dürfen wir mit Snappern Bekanntschaft machen wo wir auch gleich fast ins Jenseits befördert werden.Das Treffen mit Diego findet trotzdem statt und da vermisse ich diese alte Schattenkluft mit den stylischen rot karierten Hosen.Diego trägt in dieser Interpretation des Spiels eine Tunika die mich mehr an einen Bürger von Khorinis erinnert als an einen abgewrackten Banditen der eine zusammen geschusterte Kluft trägt.Die Dialoge finde ich ganz in Ordnung auch wenn es wesentlich besser geworden wäre hätte man eine deutsche Synchronisation samt den alten Sprechern verwendet.

Grafisch ist mir das Spiel wie sicherlich vielen anderen auch etwas zu Bunt geworden.Die bedrückende Düsternis welche den Alltag der Kolonie beherrscht kommt nicht wirklich zum Vorschein.Könnt Ihr euch noch an die gefiederten Scavenger aus Gothic 3 erinnern? Das war damals ein Element im Artwork das mich sehr gestört hatte und diesmal haben die (anderen) Entwickler es sein lassen und den Körnerfressern eine nackte Haut wie im Original verpasst.Das fand ich sehr gut und brachte auch einen Teil Retro Charme für mich mit sich.Wie ich schon ausgeführt habe hatte Diego im Remaster für mich zu ordentliche Kleidung die sich über alle Charaktere der Demo fortführt.

Im alten Gothic gehörte es zum Push Element wenn eine neue Rüstung Teile wie Schulterpanzer hinzu fügte.Unser Held trägt solche aber bereits beim Einwurf in die Kolonie.Die Gardisten waren damals auch durch rote Lumpen mit Plattenpanzerungsteilen gekennzeichnet.Und erst die schwere Garderüstung ließ den Held mächtiger erscheinen.Nun im Remaster sehen die Wachen des alten Lagers wie Soldaten der königlichen Armee aus.Bestens ausgerüstet mit Stahlhelm und allem was dazu gehört. Mit Verlaub meiner Meinung nach ist die Kolonie ein armer Haufen in welchem alle bis auf ein paar Privilegierte (Erzbarone,schwere Garde,Söldner etc) mit wirklich guter Ausrüstung in den Kampf ziehen können.Ein inhaltlicher Fehler entrückte mir einen Lacher als der Held anmerkt das er nicht weiß was Snapper sind.Der war wohl nie in Khorinis oder Myrtana unterwegs.Bei genaueren Hinhören erkennt man die Melodie von InExtremo Herr Mannelig beim Barden am Tor.Dieses Musikstück das im Original bereits am Galgenplatz aufgeführt wurde brachte die Stimmung damals richtig zum Kochen und so kam ein Stück weit alte Atmosphäre in der Demo auf.

Kommen wir zum Kampfsystem.Dieses fand ich gegen menschliche Gegner gut umgesetzt bei Wildtieren sieht eine klassische Schwert Duell Haltung einfach nicht gut aus.Wenn man Fehlschläge landet sind diese grafisch dargestellt nicht gut gelöst.Denn der Held schlägt trotzdem in Richtung des Gegners und scheint auch optisch zu treffen obwohl der Schlag ein Miss war.Das muss man noch besser lösen da vor allem diese Eigenschaft während eines Kampfes doch Stirn runzeln auslöst.

Ich finde es eine gute Idee ein Spiel mit solch einer Demo erst mal antesten zu lassen und sich über die Community Feedback zu holen.Meiner Meinung nach geht die Demo in die richtige Richtung.Grafik sollte unbedingt nicht so Farbenfroh gehalten werden und zu so einer beklemmenden Atmosphäre gehören auch Lumpen kleidung und ärmlich wirkende Gegenstände und Objekte.Beim Kampfsystem müssen auch noch ein paar Sachen wie bereits erwähnt gefixt werden.Auch wenn es nicht die alten Entwickler sind möchte ich den Leuten aus Barcelona die Möglichkeit geben Gothic neu zu interpretieren,natürlich nicht das zu viel vom alten Charme verloren gehen sollte.Wenn ich mich zu sehr nach dem Original sehne kann ich dieses auch mithilfe von Spine und Grafikmods spielen.

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Bewertung: 5.0/5 (2)

Rückblick: Gothic (PC)

Dominik am 16.Februar 2011 um 13:02:07

Im Königreich Myrtana tobt ein gnadenloser Krieg zwischen Orks und den Menschen unter König Rhobar II. Das Magische Erz aus der Insel Khorinis könnte einen Sieg entscheiden und so versetzt der König eine Strafkolonie auf die einsame Insel. Dort lässt er jeden Gefangenen seines Reiches in den Erzminen schuften um sich somit seine Armeen ausrüsten zu lassen. Um jede Fluchtversuche von vorneherein auszuschließen lässt sich der König mithilfe von Magiern der unterschiedlichsten Zirkel eine magische Barriere um das Minental errichten. Doch der Vorbereitungszauber schlägt fehl und am Ende haben sich die Magier selbst in der Strafkolonie eingeschlossen. In diesem Moment kam es zum Aufstand der Gefangenen,innerhalb kürzester Zeit übernahmen sie die Kontrolle über das Isolierte Minental. Von nun hatten die sogenannten Erzbarone das Sagen. Um seiner Niederlage zu entgehen schließt der König ein Handelsabkommen mit den Sträflingen. Im Gegenzug zum magischen Erz liefert er den Minental Bewohnern alles was sie zum Leben brauchten.

Nun wird ein weiterer Gefangener mit der nächsten Lieferung an Gütern nach Khorinis gebracht. Ein Namenloser Held in dessen Haut wir schlüpfen werden. Noch Bevor man uns ins Tal wirft erhalten wir von einem Magier den Auftrag eine Botschaft an den Obersten Feuermagier ,welcher ebenfalls in der Kolonie eingeschlossen ist zu überreichen. Von nun sind wir für die weiteren Schritte im Minental verantwortlich. Nach einem sehr unangenehmen Empfang treffen wir auf den Meisterdieb Diego welcher uns von der Lage der Strafkolonie berichtet. So haben wir die Möglichkeit uns für 3. Fraktionen zu entscheiden,darunter das Älteste Alte Lager, ein neugegründetes Lager unter Führung des Wasserzirkels oder einer Mysteriösen Sekte welche sich im Sumpf niedergelassenen hat. Doch um die Angehörigkeit in einem dieser Lager zu erreichen ist es noch ein weiter Weg. So klopfen wir uns erst mal durch die Wälder und führen erste Kontakte mit den Tal Bewohnern. Die Steuerung ist eine Kombination aus Keyboard und Maus wobei diese sehr gewöhnungsbedürftig ist. So lohnt sich zuerst ein Blick ins Handbuch bevor man die ersten Kampfhandlungen vornimmt. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Gegner die alle einen Individuellen Kampfstil besitzen. So gibt es die Strauss ähnlichen Scavanger welche bei Bedrohung meistens Hilfelaute von sich geben um letztendlich im Rudel anzugreifen. Auch gibt es Einzelkämpfer wie die Riesigen Trolle oder Luker. Gothic wartet mit einer großen Auswahl von Entscheidungsquests auf uns. So haben wir immer wieder die Wahl bestimmte Personen zu bestechen oder unsere Auftragsgeber zu verraten. Der Realistische Wechsel von Tag und Nacht beeinflusst das Leben der Lagerbewohner womit die Spielwelt glaubhafter und vor allem Lebendiger rüber kommt.Es gibt eine große Auswahl an Waffen und Zaubern die wir aber erst dann effektiv nutzen können wenn wir deren Umgang gelernt und gemeistert haben. Bei einem Stufenaufstieg sammeln wir anstatt von Attributsverbesserungen Erfahrungspunkte,welche wir bei den vielen Lehrern gegen eine zB. Bessere Handhabung von Waffen oder neuen Zauberkreisen einlösen können. Da es immer unterschiedliche Lösungen und Aufgaben gibt wie etwa der Zugehörigkeit eines Lagers,kann man das Spiel ohne Probleme mehrfach durch spielen. Das Ende allerdings lässt sich hingegen nicht beeinflussen. Schade das Piranha Bytes dem Spiel damals keinen Mehrspielerpart mitgegeben hatte, denn Gothic war ein einmaliges Spiel an dessen Freiheiten kein anderes seiner Zeit mithalten konnte.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.7/5 (10)