Spiele(n) auch unter Linux, oder doch Windows?

Ein weiterer Eintrag mit einem komplett neuen Thema: Seit einigen Monaten steht Microsofts neuster Spr√∂√üling „Windows 8“ im Laden. Ich m√∂chte ungern nun beginnen positiv wie negativ abzuw√§gen, da ich mich auch noch sehr gut an „Windows Vista“¬†erinnerte und die damit verbundenen Ger√ľchte, dass Microsoft OpenGL nicht mehr unterst√ľtzen will bzw.¬†hier nur eine Schnittstelle zu … weiter

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Spiele(n) auch unter Linux, oder doch Windows?

throgh am 28.Februar 2013 um 19:02:22

Ein weiterer Eintrag mit einem komplett neuen Thema: Seit einigen Monaten steht Microsofts neuster Spr√∂√üling „Windows 8“ im Laden. Ich m√∂chte ungern nun beginnen positiv wie negativ abzuw√§gen, da ich mich auch noch sehr gut an „Windows Vista“¬†erinnerte und die damit verbundenen Ger√ľchte, dass Microsoft OpenGL nicht mehr unterst√ľtzen will bzw.¬†hier nur eine Schnittstelle zu DirectX schaffen will.¬†Ebenso war die Rede von weiteren Ma√ünahmen, um dem Problem der Raubkopie beizukommen.¬†Nun lang ists her und ich erinnere mich dennoch wie sehr ich gegen die kommenden Windows-Systeme /¬†-Versionen gewettert habe.¬†Und dann?¬†Nun die Neugierde war dann irgendwann doch zu gross und als ich mich bei meinem damaligen Arbeitgeber konfroniert sah schwanden die Vorurteile schnell dahin.¬†Windows 7 habe ich dann schlicht auf dem Wege mitgenommen, weil es schlicht das ausgereiftere System der Zwei war und bis heute ist.

Aber man schaut sich immer wieder um, lernt dazu und versucht sich neu zu erschaffen.¬†Daher galt und gilt die Frage: Kann ein Linux-System ein Windows ersetzen?¬†Sicherlich w√ľrden nun die Kenner sagen.¬†Aber gilt dies auch f√ľr den „Spieler“?¬†Hier wird es dann schwierig.¬†Ja, es gibt Spiele f√ľr Linux.¬†Ja, einige von ihnen sind prominenterer Natur wie z.B.¬†„Sacred“¬†und wurden von Unternehmen portiert.¬†Gro√üteils aber fand der kleine Pinguin bis heute keine so gro√üe Beachtung bei den Spielern.¬†Unverdient im Grunde genommen wie ich nun nach einiger Zeit erfreut feststellen konnte.¬†Die Zeiten, in denen man mit Knoten in den Fingern einen X-Server einrichten und entsprechende Treiber kompilieren muss sind l√§ngst vorbei.¬†Linux ist weit mehr inzwischen und von daher m√∂chte ich in dem nachfolgenden Text die Relation und die M√∂glichkeiten vom heutigen Stand n√§her beleuchten.¬†Wie immer gilt hier: Meine Meinung erhebt keinen Anspruch auf absolute Vollst√§ndigkeit und ist ebenso kein Alleinstellungsmerkmal wie sie auch nicht in Stein gemei√üelt ist.¬†Wenn also Kritik oder Anmerkungen im Raume stehen, so schreibt sie als Kommentar auf.¬†Umso besser kann man sp√§ter nachvollziehen, wenn Informationen noch fehlen sollten oder Korrekturen vorgenommen werden m√ľssen.

Also nochmal: Warum das Ganze?¬†Ich k√∂nnte auch bei „Windows 7“¬†bleiben und gl√ľcklich sein.¬†Nun es gibt viele Beweggr√ľnde, mitunter w√§re der Eine, dass wie schon einige Male zuvor und auch im letzten Blogeintrag erw√§hnt die Hersteller immer rigider mit der Kundschaft umgehen.¬†Dies gilt jetzt nicht nur f√ľr Microsoft, sondern f√ľr die komplette Branche zum Teil.¬†Sch√ľtzenswertes Gut ist Software ohne Frage, aber man sollte die Kunden nicht einfach nur als Durchlaufverkehr ansehen, welchen man jedes Jahr erneut auf eine neue Version lenken muss.¬†Der Kunde m√∂chte mitgenommen werden.¬†Sicherlich nicht Jeder, aber es ist von meinem Empfinden her weit interessanter wie auch sch√∂ner, wenn man konkret wei√ü¬†welche Vorteile die neue Version bringt und das auch hinter der sch√∂nen Welt der Oberfl√§che, also unter der Haube.¬†Statt die Kunden nun wirklich mitzunehmen, fingiert man immer neue Systeme.¬†In „Windows 8“¬†l√§sst Microsoft eine Liste von installierter Software erstellen, der sog.¬†Smartfilter.¬†Hier gilt es den Nutzer wohl auch vor Schadsoftware zu sch√ľtzen.¬†Kritisch beachtet nimmt man dem Anwender jedoch nun eine ganze Menge ab.¬†Nun k√∂nnte er sich auf das Wesentliche konzentrieren.¬†Allerdings w√§re es gar nicht schlecht wenn der Anwender nun sein System auch kennen w√ľrde.¬†Mir schwebt da immer eine Art von Horrorvision einer Welt vor, in welcher man sein System nunmehr gar nicht kennt und nur noch durch die Unternehmen mit Inhalten versorgt wird.¬†Da kann man mich paranoid nennen, aber ich bin ein Freund der freien Wahlm√∂glichkeit.¬†Vor allem auch was ich wie und wo installiere.¬†Jetzt erwische ich mich gerade wieder dabei wie ich doch teils in Detailfragen √ľber das kommende Windows beginne zu schimpfen.¬†Wenden wir uns also lieber dem eigentlichen Thema zu: Linux oder Windows?¬†Kann Linux Windows aus der Perspektive eines Spielers ersetzen?

Die klare Antwort hier kann ich nicht geben, da Jeder f√ľr sich entscheiden muss.¬†Allerdings kann ich Empfehlungen nach meinen Tests aussprechen: Ich habe die aktuelle Version von Ubuntu Linux ausprobiert.¬†In dem Falle ist es die Version 12.04 in der 64bit-Variante.¬†Viele Anwender werden durch die Vielfalt an sog.¬†Linux-Distributionen oder auch Derivaten abgeschreckt.¬†Aber ganz so schlimm wie man es sich vorstellt ist das im Grunde nicht.¬†Viel eher ist jede Distribution f√ľr sich eine kleine oder auch gro√üe Anwendergemeinschaft.¬†Man kann hier schnell viele Antworten finden und vor allem wird einem auch freundlich geholfen bei schwierigen Problemen.¬†F√ľr jeden Anwendertyp gibt es eine Distribution.¬†Ubuntu ist in dem Falle schnell installiert und bietet f√ľr die g√§ngigen Anwenderfragen eine L√∂sung an.¬†Vor allem ist es auch stark in der Kompatibilit√§t: Im Test wurde das Medion-Notebook direkt mit allen notwendigen Treibern versehen, die Webcam wurde erkannt und auch die Grafikkarte wurde in Grundz√ľgen erkannt.¬†Hier kam ich doch direkt zu einer ersten kleinen H√ľrde: Grafikkarte –¬†UNBEKANNT?¬†Zumindest sagte mir das die zentrale Systeminformation.¬†Hier war guter Rat erstmal teuer: Doch das zuvor beschriebene elendige Treiberproblem?¬†W√§re ja nicht so als w√§re dies mein erster Versuch mit Linux gewesen.¬†Die Antwort hierauf: Es ist ein kleiner Anzeigefehler in der aktuellen Distribution.¬†Mit dem Kommando „sudo apt-get install mesa-utils“¬†l√∂ste sich mein Problem sehr schnell und die Ivy-Bridge hatte den Intel-Treiber erkannt.¬†√úberhaut wird der Befehl SUDO schnell zum besten Freund, ebenso wie in allen anderen Distributionen.¬†Oberfl√§che hin oder her, Linux l√§sst sich auch leicht in der Konsole bedienen.¬†F√ľr den reinen Windows-Anwender ohne tiefere Kenntnis nun etwas ungewohnt.¬†Aber hier sei versichert: Man gew√∂hnt sich hieran sehr schnell und lernt dies auch zu sch√§tzen.¬†Tja und nun?¬†Nach der ersten Euphorie kam die Ern√ľchterung: Was mache ich denn nun mit meinem Linux?¬†Man sollte hier nicht nach einem Grund zum Wechsel suchen sondern schlicht beginnen zu „arbeiten“.¬†F√ľr so ziemlich jeden Einsatz gibt es eine entsprechende Applikation: DVD und Videos lassen sich wunderbar √ľber VLC abspielen, die MP3-Sammlung findet auch ein entsprechendes Zuhause und Bildersammlungen k√∂nnen archiviert werden.¬†Dokumente k√∂nnen bequem mit dem vorinstallierten LibreOffice bearbeitet und erstellt werden.

Und die Spiele?¬†Jetzt wird es interessant: F√ľr Spiele jeder Art gibt es verschiedenste Wege.¬†Am Einfachsten sind nat√ľrlich die nativen Versionen: Warzone 2100 zum Beispiel l√§sst sich einfach wie bequem √ľber das Software-Center installieren und ist sogleich auch einsatzbereit.¬†Schwieriger wird es nun mit den reinen Windows-Spielen.¬†Denn hier gibt es zwar WINE.¬†Aber allein die Installation von WINE hilft hier nicht.¬†Viel eher muss man das Konzept hier erst lernen zu verstehen.¬†Unter http://www.winehq.org/¬†finden sich alle notwendigen Informationen.¬†Wenn man nun in der App-DB etwas recherchiert wird schnell klar: Nicht JEDES Spiel funktioniert unter WINE und einige Spiele brauchen ganz spez.¬†Versionen.¬†Jetzt ist auch der entscheidende Punkt erreicht: Verst√§ndlich ist es wenn nun der Anwender sagt: „Ich bin doch nicht verr√ľckt.¬†Unter Windows so einfach?¬†Und nun so kompliziert?¬†Ich wechsele wieder.“¬†Ja das ist leider so und ein Resultat einer absoluten Konzentration auf das System von Microsoft.¬†Das ist nicht als Vorwurf gedacht, allerdings gestaltet sich nun so ein Wechsel als nahezu unm√∂glich.¬†Nun ja: FAST!¬†Es gibt Mittel und Wege.¬†Mit etwas Mu√üe und Suche fndet sich ein Helferlein.¬†PLAYONLINUX ist eine Skriptsammlung, welche viele Dinge abnimmt und zugleich auch eine der zentralen St√§rken ausspielt, welche man mit WINE nutzen kann: Die sog.¬†WINEPREFIX-Definitionen.¬†Dies muss man sich quasi als eine Art Sandkasten vorstellen.¬†Jeder PREFIX ist eine eigene, autarke Windows-Installation und Version.¬†Ebenso kann jeder PREFIX mit Paketen best√ľckt werden: DIrectX 9, PhysX, VC-Runtime-Bibliotheken und selbst Steam wie auch Origin finden sich hier.¬†Daneben bietet PLAYONLINUX dann die M√∂glichkeit f√ľr jeden PREFIX eine entsprechende WINE-Version zu installieren.¬†Unter der folgenden URL findet man das sch√∂ne Werkzeug: http://www.playonlinux.com/en/.

So gelang es mir Spiele wie „Mass Effect“, „Mass Effect 2“¬†oder „Aquanox“¬†zum Laufen zu bringen.¬†Und sie funktionieren wirklich wie auch √ľberraschend gut.¬†Keine Beanstandungen bisweilen, von einigen Nachladerucklern vielleicht abgesehen.
Leider ist das aber noch nicht die komplette Geschichte.¬†Denn ich sprach zuvor ja von einem Notebook.¬†Und wie wir ja wissen haben gerade auch Notebooks mit einem NVIDIA-Chipsatz die sog.¬†Ivy-¬†oder Sandy-Bride-Technologie, auch OPTIMUS genannt.¬†Klingt erstmal vielsagend und auch nett, denn die Technik soll f√ľr Stromsparma√ünahmen sorgen.¬†Also sind defakto ZWEI Grafikkarten am Werke.¬†Eine Intel-Grafikkarte, die den normalen Desktop-Betrieb √ľbernimmt und dann die NVIDIA-Grafikkarte mit dediziertem Speicher.¬†Unter Windows funktioniert die Installation des Systems und dessen Betrieb nachhaltig gut.¬†Unter Linux ist das derzeit ein Problem: Es gibt hier nur marginale Unterst√ľtzung seitens NVIDIA.¬†Auch wenn das Unternehmen das anders sehen mag.¬†Aber Hilfe bekommt die Linux-Gemeinde nur wenig bei der Entwicklung.¬†Teils sicherlich auch auf sog.¬†Unternehmensinterna zur√ľckzuf√ľhren, vielleicht auch verst√§ndlich, immerhin m√∂chte NVIDIA Wissen und Eigentum nicht komplett offenlegen.¬†Aber √§rgerlich ist es dennoch!¬†Und so sah es noch vor der Installation von PLAYONLINUX so aus als w√ľrde mein Versuch hieran scheitern.¬†Und doch: Mit BUMBLEBEE gibt es ein Projekt, welches sich dem annimmt und das Problem quasi anders versucht zu l√∂sen.¬†Etwas vereinfacht gesagt: Die L√∂sung ist hier eine Art virtuelle Treiberschicht.¬†BUMBLEBEE leitet einfach Anfragen auf die zweite Grafikkarte um und nutzt dann die entsprechenden Treiber als Basis.¬†Als Daemon auf Systemebene aktiv l√§sst sich BUMBLEBEE nat√ľrlich auch konfigurieren.¬†Unter der folgenden URL findet man weitere Informationen zu dem Projekt: http://www.bumblebee-project.or g/!¬†F√ľr Ubuntu und ArchLinux gibt es auch direkt von den Entwicklern erstellte Pakete.¬†Hier sollte man immer darauf achten die sog.¬†STABLE-Version zu nutzen, ebenso wie bei allem Anderen auch unter Linux versteht sich.¬†Einfach auch weil der Entwickler diese Versionen als stabil markiert hat und diese so am Ehesten f√ľr den produktiven Einsatz gedacht sind.

Bevor ich es noch vergesse: Neuste Chipsätze von NVIDIA könnten mit BUMBLEBEE noch ein Problem haben. Die FERMI-Architektur wird nicht durchgehend erkannt! Hierzu ein entsprechender Artikel bei den Entwicklern von BUMBLEBEE selbst: https://github.com/Bumblebee-Pr oject/Bumblebee/issues/216. Hier kann man auch hervorragend sehen wie schnell und auch freundlich geholfen wird, denn besagte Meldung stammt eben von mir bei meinem Versuch eben Linux zu testen.

Zusammenfassung

Langer Text, viele Informationen und was steht nun als Res√ľmee?¬†Alles und nichts.¬†Linux ist ebenso wie Windows schlicht ein Betriebssystem mit Ecken und Kanten.¬†Es gibt hier kein BESSER oder SCHLECHTER.¬†Linux ist eben ANDERS vom Einsatz her und l√§sst sich dennoch gut bedienen.¬†Mit etwas Einarbeitung wird man hier f√ľndig und kann ein neues „Zuhause“¬†f√ľr seine Daten finden.¬†F√ľr Spieler ist Linux heute schon zwar einsatzf√§hig, aber man muss mit Abstrichen leben k√∂nnen.¬†Nicht jedes Spiel l√§sst sich durch PLAYONLINUX und WINE zum Laufen bewegen.¬†Aber doch finden sich viele alte Klassiker, die wunderbar funktionieren und DOS-Spiele sind bereits durch die bekannte DOSBox vertreten und damit lauff√§hig.¬†Windows ist also quasi der fertige Porsche, w√§hrend Linux erst noch zusammengebaut werden muss.¬†ABER sobald man hier die Teile gut abgestimmt hat, kann man auch unter Linux hervorragend hochtourig laufen.¬†Ich f√ľr meinen Teil laufe seit dem Experiment nun zweigleisig und bin stolzer Besitzer eines Linux-Systems.¬†Und demn√§chst wird auch einmal mit FEDORA die Linux-Distribution des Herstellers „Red Hat“¬†in einer virtuellen Maschine probiert.¬†Mal sehen was mich hier erwartet!

√úbrigens: PLAYONLINUX bietet f√ľr viele GOG-Spiele bereits fertige Skripte an!

Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare, Kritiken oder Anmerkungen.¬†W√§re nur sch√∂n wenn bewertet wird dies auch entsprechend zu begr√ľnden.¬†Nur so l√§sst sich nachvollziehen was man vielleicht das n√§chste Mal besser beschreiben oder recherchieren kann.¬†Danke!

von throgh
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