Retro-Check: Deus Ex (2000)

„A bunch of pretentious old men playing at running the world, but the world left them behind long ago. We are the future!“ Willkommen in der Zukunft, willkommen bei Deus Ex – einem RPG-Shooter-Hybriden entwickelt von Warren Spector f√ľr Ion Storm und ver√∂ffentlicht von Eidos aus dem Jahr 2000 (PC) bzw. 2002 (PlayStation 2). Einem … weiter

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» Looking Glass Studios

Retro-Check: Deus Ex (2000)

FloosWorld am 3.Februar 2019 um 18:02:52

„A bunch of pretentious old men playing at running the world, but the world left them behind long ago. We are the future!“

Willkommen in der Zukunft, willkommen bei Deus Ex – einem RPG-Shooter-Hybriden entwickelt von Warren Spector f√ľr Ion Storm und ver√∂ffentlicht von Eidos aus dem Jahr 2000 (PC) bzw. 2002 (PlayStation 2). Einem Spiel, welchem nachgesagt wird, dass es jedes Mal neuinstalliert wird, sobald man seinem Namen erw√§hnt. Wie viele wohl das Spiel nach dieser Review neuinstallieren werden?

Die Handlung

Die Welt ist im Jahr 2052 denkbar schlecht aufgestellt: Seuchen herrschen √ľberall und die einzige M√∂glichkeit einer Heilung ist der Impfstoff Ambrosia, der allerdings nur den Reichen zur Verf√ľgung steht. Die NSF – eine Terrororganisation – stieht den Impfstoff und verschanzt sich in der Freiheitsstatue auf Liberty Island. Ihr Ziel: die Verbreitung des Ambrosia f√ľr alle Bev√∂lkerungsgruppen, da die NSF der Ansicht ist, dass die US-Regierung den Stoff bewusst zur√ľckh√§lt, um die Bev√∂lkerung durch das Massensterben kontrollieren zu k√∂nnen.

Der Spieler √ľbernimmt die Rolle des UNATCO-Agenten JC Denton. Die UNATCO ist eine von den Vereinten Nationen gegr√ľndete Anti-Terrororganisation. F√ľr Denton ist es der erste Arbeitstag nach der Akademie und dieser bekommt den Auftrag die NSF in der Freiheitsstatue zu stellen und dabei den gefangengenommenen Agenten Gunther Hermann zu befreien.

Ohne weiteres von der Handlung verraten zu wollen sei soviel gesagt: Deus Ex kombiniert mehrere bekannte Verschwörungstheorien und bastelt daraus eine eigene Geschichte.

„Don’t tell me you’re going to wear those sunglasses during a night operation.

Das Gameplay und die Technik

Deus Ex lässt sich wie am Anfang bereits erwähnt wie eine Mischung aus Rollenspiel und Shooter spielen. Das Bedeutet: JC Denton kann in verschiedenen Fähigkeiten, wie z.B. dem Umgang mit diversen Waffenarten oder umgebungsbezogene Attribute wie dem Schwimmen oder der Umgang mit Technik, aufgewertet werden. Der Rest ist fast shootertypisch Рder Umgang mit der Waffe beeinflusst die Präzision, sprich, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Schuss ein Treffer ist.

Spector, welcher u.a. f√ľr die System Shock Reihe von Looking Glass Studios verantwortlich ist, betreute ebenfalls f√ľr einige Weile Thief: The Dark Project, war aber davon entt√§uscht, wie sehr dieses Spiel seiner Ansicht nach K√§mpfe provozieren w√ľrde. Von daher wollte er bei Deus Ex dem Spieler die freie Wahl lassen, wie die Missionen angegangen werden – ganz egal, ob man hier sich durch Gegnerhorden schie√üt, oder wie ein wahrer Agent die Gegend erkundet und durch eventuelle Hintereing√§nge den Auftrag ruhiger und ohne unn√∂tige Tote ausf√ľhrt. Dazu wurde die Unreal Engine auf Basis von Unreal Tournament (1999) genutzt und um einige grundlegende Z√ľge erweitert: die KI von Deus Ex kann auf den Spieler in unterschiedlichen Situationen reagieren und handeln. Der Soundtrack f√ľr die einzelnen Areale ist in mehreren Varianten vorhanden und wechselt dynamisch je nach Situation (Ambiente, Kampf, Dialog und Tod). Der KI ist es ebenfalls m√∂glich auf Licht und Ger√§usche zu reagieren, auch wenn dies nicht so r√ľberkommt, wie bei der Dark-Engine von Spectors ehemaligen Arbeitgeber. Ein Vorteil der Unreal Engine ist, dass sich damit ziemlich gro√üe und detaillierte Areale abbilden lassen, die auf schwachen PCs der fr√ľhen 2000er mit niedriger Sichtweite unendlich gro√ü vorgekommen sein sollen.

Ob man von dieser Handlungsfreiheit etwas im Spiel merkt? Ja! Ein Beispiel aus der ersten Mission: Sobald man auf Liberty Island ankommt, wird man von Dentons Bruder Paul begr√ľ√üt und vor die Wahl gestellt, welche Waffe man neben der Pistole und dem Elektroschocker, welche man standardm√§√üig dabei hat, haben m√∂chte: ein nicht-schallged√§mpftes Scharfsch√ľtzengewehr, ein Raketenwerfer (GEP Gun) oder eine Armbrust mit Bet√§ubungspfeilen. Auf Liberty Island selbst hat man zwei M√∂glichkeiten, um in die Statue zu kommen: durch einen Frontalangriff am Vordereingang oder durch genaueres inspizieren der Gegend mittels einer selbstgebautern Treppe aus Kisten, die direkt auf die Aussichtsplattform von Lady Liberty f√ľhrt.

Eine klassische Lebensanzeige gibt es nicht, daf√ľr mehrere Trefferzonen: Kopf, Torso, Arme und Beine. F√ľr Denton t√∂dlich sind schwere Verletzungen am Kopf und Torso, Verletzungen an den Armen und Beinen schr√§nken die Bewegungs- und Handlungsf√§higkeit ein. Stark verletzte oder nicht mehr vorhandene Beine sorgen z.B. daf√ľr, dass Denton sich nur noch kriechend fortbewegen kann. Abhilfe schaffen Medipacks, Trinkwasserspender, Schokoriegel, Sojanahrung und Medizin-Bots.

Rollenspieltypisch werden gefundene Gegenstände in ein Inventar untergebracht. Der Raum im Inventar ist knapp, von daher sollte man immer darauf achten, welche Waffen und Gegenstände man mit sich tragen will.

Denton ist mit Augumentierungen ausgestattet, die bestimmte F√§higkeiten f√ľr kurze Zeit, wie extra starke Hebekraft, ein Tarnfeld oder den Schutz vor giftigen Stoffen zulassen. Die Energie f√ľr die Augumentierungen l√§sst sich mittels Biozellen wiederaufladen. Um neue Augumentierungen hinzuzuf√ľgen, muss man gefundene Augumentierungskanister zu Medizin-Bots bringen und sich diese installieren lassen.

Neben menschlichen Gegnern ist Dentons gr√∂√üter Feind die Technik: Kameras nehmen den Spieler wahr, schlagen Alarm und l√∂sen damit manchmal auch Selbstschussanlagen aus. Doch der Spie√ü kann auch umgedreht werden: Sicherheitsterminals lassen sich hacken und gew√§hren Zugriff auf Kameras, Gesch√ľtze, sowie T√ľren. Kameras lassen sich deaktiveren, Gesch√ľtze k√∂nnen ihre Freund-/Feindkennung √§ndern oder auch deaktiviert werden und T√ľren lassen sich ent- und verriegeln. Weitere Hindernisse¬† und Gegner sind z.B. Lichtschranken oder auch Roboter, die an ED-209 aus dem Filmklassiker Robocop erinnern. W√§hrend sich die Roboter durch EMP-Granaten oder Sprengwaffen au√üer Gefecht setzen lassen k√∂nnen Lichtschranken z.B. durch den Einsatz von Pfeffersprays oder Feuerl√∂scher, welche die Lichtstrahlen kurzfristig unsch√§dlich machen, umgangen werden. Tastenfelder, welche mehrstellige Codes verlangen, sind auch dabei, sowie normale Computer, deren E-Mails gelesen werden k√∂nnen. Passw√∂rter und Codes f√ľr elektrische Ger√§te im Spiel erf√§hrt man durch Dialoge mit NPCs oder dem gezielten Suchen in Unterlagen.

Denton kann ebenfalls Gebrauch von Dietriche und sogenannten „Multitools“ machen, um T√ľren zu √∂ffnen und Kameras, sowie Alarmtafeln zu deaktivieren, wenn kein Terminal in der N√§he ist. T√ľren lassen sich ebenfalls mit Sprengwaffen zerst√∂ren. Mit dem Multitool lassen sich ebenfalls die Tastenfelder knacken.

Wie selbst kleinere Handlung einen Einfluss auf das Spielgeschehen machen k√∂nnen, zeigt eine fr√ľhe Szene im Spiel, als Denton die NSF in der Freiheitsstatue gestellt hat und sich im Hauptquartier der UNATCO meldet: betritt man die Damentoilette, wird man von einer Mitarbeiterin auf das unprofessionelle Verhalten aufmerksam gemacht („How unprofessional!“) und bei der Lagebesprechung mit seinem Chef danach ermahnt („By the way Denton – Stay out of the ladies restroom.“).

Das Spiel hat nur eine englische Sprachausgabe – jedoch mit deutschen Untertiteln f√ľr die Disc-Version. Wer das Spiel auf Steam oder GOG hat, muss sich erst einen Patch herunterladen, der den Bildschirmtext auf Deutsch stellt.

A bomb’s a bad choice for close-range combat.

Die Atmosphäre

Deus Ex schafft durch das Szenario eine besondere Atmosph√§re. Wer Fan von Cyberpunk, Science Fiction und dystopischen Werken wie 1984 oder Blade Runner ist, wird sich bei Deus Ex wie Zuhause f√ľhlen.

In der gesamten Spielwelt lassen sich Details finden, die darauf warten, dass ihre Geschichte erzählt wird. So bemerkt man, dass der Kopf der Freiheitsstatue abgetrennt und ausgestellt auf der Aussichtsplattform liegt Рdas Spiel erklärt dies mit einem Terroranschlag einer Organisation, welche der Meinung war, dass es ein Fehler der Franzosen war, Lady Liberty den Amerikanern zu schenken.

Beim urspr√ľnglichen PC-Release 2000 sagte man ebenfalls unfreiwillig die Zukunft voraus: Bei genauerer Betrachtung der Skyline von New York f√§llt auf, dass die Twintower fehlen. Das hat technische Gr√ľnde, da der Texturspeicher f√ľr die T√ľrme nicht gereicht hatte. Das Spiel selbst erkl√§rt das mit einem Terrorangriff, welcher am 11. September im Folgejahr auch so der Fall war.

Details, die fast schon wie ein Film- bzw. Literaturzitat wirken, lassen sich z.B. mit einer Kamera hinter einem Bild versteckt finden.

„My vision is augmented.“

Die PlayStation 2 Version

Knapp 2 Jahre nach der PC Version wurde Deus Ex f√ľr die PlayStation 2 portiert und international als „Deus Ex – The Conspiration“ vermarktet. Im deutschsprachigen Raum kam das Spiel weiterhin als „Deus Ex“ auf dem Markt.

Dem Release des Ports fieberte man entgegen, da man wissen wollte, wie ein Spiel, welches so sehr deutlich f√ľr den PC entwickelt wurde, auf einer Konsole funktionieren kann.

Bereits im Intro lassen sich Unterschiede feststellen: Aus der Ingame-Cutscene wurde eine gerenderte Sequenz, welche auch um ein paar Dialogzeilen erleichtert wurde.

Die Steuerung ist so, wie man es f√ľr moderne Shooter auf der Konsole gewohnt ist: Bewegt wird sich mit den Analogsticks und mit L3 wechselt man zwischen ducken und stehen. Konsolentypisch ist ebenfalls eine Schusshilfe, welche das Fadenkreuz in Richtung des Gegners lenkt und Schusswechsel einfacher macht.

Die deutlichste √Ąnderung ist, dass die PlayStation 2 anscheinend mit den rie√üigen Arealen der PC-Version √ľberfordert ist, sodass Liberty Island z.B. in mehrere Ladezonen unterteilt wurde. In der PC-Version ist Liberty Island eine einzige Zone ohne Ladepause. Um dies auszugleichen, wurden Details hinzugef√ľgt bzw. abge√§ndert.

Ebenfalls dabei sind Vibrationseffekte: man „sp√ľhrt“ vorbeilaufende Roboter und auch jeden Schuss aus der Waffe.

Das Main Theme wurde f√ľr den Port im Mittelteil ver√§ndert.

„Just fixed Gunther’s knee, in fact. A sticky actuator. So far I feel more like a mechanic than a doctor.“

Fazit

F√ľr mich ist Deus Ex neben Thief: The Dark Project und Hitman: Blood Money eines der besten Stealth-Spiele aller Zeiten. Doch auch neben dem Schleichspa√ü schafft es Deus Ex mich immer wieder durch seine gro√üartige Atmosph√§re in den Bann zu ziehen, da sich die Spielwelt dank der vielen Details und der M√∂glichkeit auf die Handlung Einfluss zu nehmen, sehr lebendig anf√ľhlt.

Wie bereits erwähnt: Wer Filme wie Blade Runner kennt, 1984 gelesen und vielleicht auch die Verfilmung aus dem Jahr 1984 gesehen hat und allgemein ein Freund dystopischer Science Fiction ist, wird mit Deus Ex seine Freude und ein sehr gut geschriebenes Spiel haben. Die verschiedenen Verschwörungstheorien verstricken sich perfekt in eine eigene Geschichte, die einem danach viele Dinge in Frage stellen lässt.

Wem die Grafik von Deus Ex zu veraltet ist, kann auf Mods wie GMDX oder Deus Ex: Revision, von welchem auch die Ingame Screenshots aus diesem Artikel sind, zur√ľckgreifen. Revision ist auf Steam und GOG verf√ľgbar und bietet einige interessante Einstellungen, die eine zus√§tzliche Herausforderung bieten, z.B. dem sofortigen Tod nach einem Treffer oder das Durchspielen binnen 24 echter Stunden.

√úbrigens: Das Spiel hat auch einen Multiplayer-Modus, dessen Sever leider 2014 abeschaltet wurden. Der LAN Modus funktioniert aber nach wie vor.

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Bewertung: 5.0/5 (3)

Dark Project: Der Meisterdieb im Retro-Test (Review)

throgh am 1.März 2013 um 13:03:16

„Du hast die Finsternis durchreist, doch was wei√üt du?¬†Das Auge ist das Licht des Leibes, wenn aber das Licht in dir Finsternis ist, wie gross wird dann die Finsternis sein?“

So beginnt eines der Spiele, welches wirklich Geschichte geschrieben hat und wegweisend f√ľr ein Genre war.¬†Ich w√ľrde sogar sagen, dass „Thief“¬†pr√§gend f√ľr ein gewisse Spielmechanik war.¬†Die Idee?¬†Ein Dieb, der sich in den Schatten verbirgt und seinem Tage-¬†respektive Nachtwerk folgt.¬†Sicherlich nicht √ľberw√§ltigend auf den ersten Blick, aber das was die Firma „Looking Glass“¬†hier geschaffen hat geh√∂rt zu einem der sch√∂nsten, d√ľstersten und geheimnisvollsten Werke, welches im Sektor der Spiele bis heute das Licht erblicken konnte.¬†Aber zuerst der Reihe nach!

Inhalt

Als Spieler √ľbernimmt man die Rolle von Garrett, einem Meisterdieb und Einwohner einer nicht n√§her benannten Stadt.¬†Gleich zu Beginn erf√§hrt der Spieler etwas √ľber die j√ľngeren Tage unseres Protagonisten: Als Strassenkind aufgewachsen und eigentlich nur durch Zufall auf einen geheimnisvollen Mann getroffen, der lieber unerkannt geblieben w√§re, erf√§hrt Garrett, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als sich der einfache Mensch vorstellen mag.¬†Der Fremde, welchen er um einige M√ľnzen erleichtern m√∂chte, ist ein „H√ľter“.¬†Die „H√ľter“¬†sind eine geheimnisvolle Bruderschaft, die stets im Hintergrund wachend, die Geschicke der Welt sehen und in ihren B√ľchern niederschreiben, teils nur als reines Protokoll, teils aber auch als Vision der Zukunft.¬†Und so ist die Einf√ľhrung also Garretts Training.¬†Man lernt das Schwert zu f√ľhren, den Bogen zu spannen und zwei der wichtigsten Regeln auch: Bleibe im Schatten und verursache keinen L√§rm.¬†Aber Garrett ist anderer Meinung als seine Lehrmeister, die in ihm einen hervorragenden Kandidaten f√ľr ihre Bruderschaft sehen.¬†Er m√∂chte seine Talente etwas gewinnbringender investiert sehen und so trennen sich nach Abschluss der initialen Trainingsmission auch direkt wieder die Wege.¬†Man wird hiernach also Zeuge von Garretts Vorstellung des Einsatzes seiner Talente und zugleich auch Agitator: In der ersten Mission erleichtert man auch sogleich einen etwas schr√§gen und von sich eingenommenen Edelmann der Stadt namens Lord Bafford.¬†Im weiteren Verlauf vertiefen sich die Geschehnisse und schlussendlich finden sich unser Meisterdieb und auch wir als Spieler in einer sehr, sehr gef√§hrlichen Lage wieder, deren weiterer Verlauf das Schicksal der kompletten Stadt beeinflussen d√ľrfte.¬†Mehr m√∂chte ich an dieser Stelle nicht verraten, so denn aber einen Vorgeschmack auf den Stil der Erz√§hlung geben.¬†„Thief“¬†erz√§hlt seine Geschichte in Form von einf√ľhrenden Filmen wie auch ganzen Zwischensequenzen.¬†Allesamt zu eigen ist ein ganz besonderer Stil aus wundersch√∂n gezeichneten Bildern wie auch Animationen und f√ľr mich bis heute auch einzigartig!

Atmosphäre und Spielmechanik

W√ľrde ich eine konkrete Punktzahl vergeben, so w√§re hier ein Volltreffer erreicht.¬†„Thief“¬†hat eine einzigartige Atmosph√§re.¬†Die Zitate in den Filmsequenzen, die im englischen Original unterschiedliche Sprache und deren Auspr√§gungen, die dynamische Hintergrundmusik und die unglaubliche Ger√§uschkulisse und nicht zuletzt auch die wirklich gut gemachte wie auch einfach zu beherrschende Spielmechanik.¬†Es gibt bei „Thief“¬†vornehmlich eine wichtige Regel: Halte dich im Hintergrund, der Schatten ist dein bester Freund!¬†Das Spiel l√§sst auch die Wahl Schwert gez√ľckt haltend auf die Wachen zu st√ľrmen.¬†Man merkt dann aber schnell, dass Garrett kein Superheld ist oder irgendeinen Panzer tr√§gt.¬†Ganz im Gegenteil ist unser Schleicher nur in eine normale Lederkluft gekleidet und liegt nach einigen Schwertstreichen auch in seinem eigenen Blut auf dem Boden.¬†So passt man sich schnell dieser Spielweise an und was soll ich sagen?¬†Lasst den „Dieb“¬†in euch heraus.¬†Es macht einfach nur Spass aus einer dunklen Ecke heraus die Wachen zu √ľberlisten oder sich aus kniffligen Situationen zu befreien.¬†Hierzu stehen Garrett allerlei Werkzeuge zur Verf√ľgung: Neben dem Schwert also zun√§chst einmal der Kn√ľppel, mit welchem sich Gegner schnell ins Reich der Tr√§ume bef√∂rdern lassen.¬†Dann nat√ľrlich Pfeil und Bogen!¬†Allerdings ist Garrett ein Dieb und kein M√∂rder.¬†Dies betont er auch einige Male: T√∂te nur wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt!¬†Also gibt es auch weitere Pfeilarten wie zum Beispiel Seilpfeile oder Moospfeile f√ľr lautstarke Untergr√ľnde.¬†Bet√§ubte Gegner und Leichen sollte Garrett schnell zur Seite schaffen: Alarmierte Gegenspieler sind schwieriger als Unwissende!

Das Spiel zeichnet sich im weiteren Verlauf auch dadurch aus, dass es eine sehr gruselige Atmosph√§re aufweist.¬†So sind die Gegner von Garrett nicht nur Wachen, sondern auch andere Kreaturen, die nicht allesamt der nat√ľrlichen Ordnung unterstehen.¬†Aber auch hier vorweg ein Video mit Hinweis, dass es vielmehr zu entdecken gibt!

Die Welt von „Thief“¬†ist durchweg von Gegens√§tzen gepr√§gt.¬†Im Grunde genommen w√ľrde ich sie pers√∂nlich im Bereich von „Steampunk“¬†ansiedeln.¬†Neben den „H√ľtern“¬†finden sich weitere Parteien im Verlauf der Geschichte ein: Zum Einen die „Hammeriten“, ein Orden von Fanatikern, welche dem Erbauer huldigen, einer g√∂ttlichen Instanz, welche den Menschen das Licht und das Wissen wie auch die „Technik“¬†schenkte.¬†Zum Anderen w√§ren da noch die „Heiden“¬†als konkreter Gegenpol zu den „Hammeriten“.¬†Diese Partei ist durchweg von ihrem Glauben an die Natur gepr√§gt.¬†Der Waldf√ľrst ist ihr Anf√ľhrer und zugleich auch Gott.¬†Nebenher sei hier noch verraten, dass besagter Waldf√ľrst im weiteren Verlauf der Geschichte von „Thief –¬†The Dark Project“¬†eine sehr tragende Rolle √ľbernehmen wird.¬†Aber Garrett w√§re nicht so wie er nun einmal ist: Er legt sich sogleich mit allen Parteien an.¬†Und dennoch ist er f√ľr das Schicksal der Stadt wichtiger als er es ahnt.¬†Er ist kein HELD im eigentlichen Sinne, eher also ein Antagonist in manchen Situationen.¬†Voller Zynismus ist er dennoch eine Figur, die man im Grunde wirklich zu sch√§tzen lernt.¬†Ein ums andere Mal schmunzelt man bei den Kommentaren von Garrett bei einer eher unerwarteten Wendung oder Entdeckung!

Grafik und Sound

„Thief“¬†ist nicht umsonst ein „Good Old Game“: Bei seinem Erscheinen im Jahre 1998 war die Engine selbst schon teils etwas veraltet.¬†Die Figuren waren und sind arm an Details und Polygonen.¬†Und dennoch wei√ü¬†das Spiel zu Entz√ľcken, auch mit seiner Grafik.¬†Zum Einen weil es auf heutigen Systemen jeglicher Art und Auspr√§gung lauff√§hig ist, zum Anderen weil das Spiel eine sehr gro√üe Fangemeinde aufzuweisen hat und damit auch Leute, die sich dem Problem der Grafik angenommen haben.¬†So wurden Texturen √ľberarbeitet und Probleme mit Mehrkernprozessoren beseitigt.¬†Im TTLG-Forum findet man hierzu schnell wie einfach mit TFix eine komplette Sammlung der Korrekturen: http://www.ttlg.com/forums/show thread.php?t=134733&s=ba8a0a00f 594800a088cfefdd5f15988.¬†Dies l√§sst sich auch mit der GOG-Version ohne Probleme erledigen.¬†Schatten-¬†und Lichtspiele waren und sind aber auch sonst sehr sch√∂n gelungen!¬†Mit DDFIX, welches ihr auch in dem Download findet, wird das Spiel auch kompatibler zu DirectX 9 und unterst√ľtzt einige moderne Grafikeffekte.

Der Sound ist allerdings bis heute √ľber jeden Zweifel erhaben.¬†Das St√∂hnen der Zombies oder Pfeifen von Wachen erschallt aus irgendeiner Richtung und man erwischt sich dabei wie man sogleich vor dem PC alarmierter agiert und der Puls etwas h√∂her agiert.¬†Die Musik passt sich je nach Situation automatisch an und ist im Grunde sogar selbst ein kleines Meisterwerk: Es sei hier verraten, dass die CRF-Dateien von „Thief“¬†mit einem √ľblichen Packprogramm wie 7zip ge√∂ffnet werden k√∂nnen und so entdeckt man schnell, dass selbst die Musik vom Programm aus Versatzst√ľcken und Einzelaufnahmen zusammengebaut wird.¬†Eine mehr als nur beachtliche Leistung.

Wiederspielwert

Man sagt ja immer, dass ein Spiel nach dem „Erleben“¬†oder auch obligaten „Durchspielen“¬†im Schrank versauert.¬†Bei „Thief“¬†w√ľrde ich dies nicht so sehen.¬†Erst k√ľrzlich habe ich eine weitere Runde begonnen und nach einer ganzen Woche in Spielstunden gerechnet erfolgreich beendet.¬†Es war nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein!¬†Hinzu kommt, dass ich besagte Spielrunde auf einem LINUX-System vollzogen habe.¬†Insofern deckt sich das auch mit einem fr√ľheren Blogeintrag: „Thief –¬†The Dark Project“¬†l√§sst sich hervorragend unter WINE spielen.¬†Und wer hungriger ist: „Looking Glass“¬†hat mit DromEd den Editor f√ľr „Thief“¬†mit der Gold-Edition ver√∂ffentlicht und so den initialen Ansto√ü¬†f√ľr die Fangemeinde gegeben zahllose Missionen selbst zu designen.¬†Dies m√ľndet sogar in ganz neuen Abenteuern inkl.¬†entsprechender Zwischensequenzen und reicht von einem einfachen Einbruch bis hin zu weiteren Ausfl√ľgen in dunkle Katakomben, voller Fallen und √ľbernat√ľrlicher Wesen.¬†Davon ab spielen sich nat√ľrlich auch die eigentlichen Kernmissionen immer wieder anders, ganz davon abh√§ngig wie man vorgehen m√∂chte und welchen Schwierigkeitsgrad man eingestellt hat.¬†So kann auch eine Mission schnell beendet sein, wenn man eine Wache t√∂tet.
Nachfolgend einige Links, die euch bei der Suche nach weiteren Abenteuern behilflich sein können:

http://www.thief-thecircle.com/missions/
http://www.thief-universe.com/
http://www.ttlg.com/forums/forum.php

Res√ľmee

Pers√∂nlich bin ich seit 1998 ein erkl√§rter Fan von Garrett.¬†Ich hatte das Gl√ľck damals durch einen Bekannten einen sog.¬†„Press-Release“¬†aus den USA in Originalverpackung zu bekommen.¬†Kaum war das Spiel damals unter Windows 98 installiert bekam man mich nicht mehr weg von der Welt.¬†Und seitdem komme ich auch nicht fort von „Thief“.¬†„Looking Glass“¬†hat hiermit ein Denkmal geschaffen in meinen Augen.¬†Sie haben ein Meisterwerk hinterlassen und ich finde es schade, dass die Zeit selbst diese Firma √ľberrollt hat.¬†Aber in Foren wie TTLG (Through The Looking Glass)¬†findet man noch heute weitere Gleichgesinnte.¬†Wenn ihr mich fragt: Investiert das Geld auf GOG und erlebt den Meisterdieb selbst und so schlie√üe ich meinen ersten Testbericht mit einem weiteren Ausschnitt, diesmal nur musikalischer Natur.¬†M√∂ge der Meisterdieb noch lange Zeit in den dunklen Strassen unterwegs sein und so manches Mal doch mehr machen als nur seine Taschen f√ľllen: Ein Held wider Willen und doch menschlicher als es den Anschein hat!

9 /10

Link zur GOG-Gamecard „Thief Gold“

Passend zum Thema findet Ihr auf StayForever einen großartigen Videopodcast zu Thief: Hier klicken!

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Bewertung: 4.7/5 (6)

System Shock 2 im Retro-Test (Review)

throgh am 28.Februar 2013 um 14:02:59

‚ÄěSch-schau dich an, H-h-hacker.¬†Ei-ei-eine erb√§rmliche Kreatur aus Fleisch und Knochen, die keu-keuchend und schwitzend durch meine Korridore rennt.¬†Wie kannst du eine p-perfekte, unsterbliche Maschine herausfordern?‚Äú

So und nicht anders beginnt ein Spiel, welches in manchen Kreisen gar keiner Vorstellung mehr bedarf: SYSTEM SHOCK 2.¬†Wieso denn jetzt bitte direkt den zweiten Teil vorstellen?¬†Nun ja, das h√§tte den einfachen Grund, dass GOG diesen zuletzt initial herausgebracht hatte.¬†Leider noch nicht den ersten Teil (Betonung liegt hier aber h√∂chstwahrscheinlich eben auf „noch“).¬†Urspr√ľnglich mitunter durch Warren Spector entwickelt, welchem wir auch das gro√üartige „Deus Ex“¬†zu verdanken haben, beschreibt „System Shock“¬†eine d√ľstere Welt gepr√§gt von „Cyberpunk“-Elementen und gilt noch heute als √§u√üerst atmosph√§risches, tiefgehendes Erlebnis.¬†Leider jedoch ist die Lizenz dieses wundervollen Werkes der digitalen Spielekultur stark verzweigt: Die urspr√ľngliche Firma Looking Glass ist l√§ngst nicht mehr existent und das Namensrecht liegt bei Electronic Arts.¬†Die beteiligte Firma Irrational Games („Bioshock“-Reihe)¬†ist inzwischen ein Tochterunternehmen von 2K Games.¬†Insgesamt also sehr viele Teilnehmer an der Lizenz und daher nicht ganz so einfach erh√§ltlich!¬†Der Titel geisterte auch sehr lange Zeit auf der Community-Wishlist¬†von GOG herum bis nun am 14.¬†Februar 2013 ein denkw√ľrdiger Tag f√ľr all die bestehenden und noch werdenden Fans war: „System Shock 2“¬†erh√§ltlich √ľber GOG.com und damit auch die R√ľckkehr in SHODANs d√ľstere Welt.¬†Daher auch ein guter Anlass nun nach einigen Tagen ein Review dieses Meilensteins der Spielegeschichte zu schreiben, selbst wenn GameStar dies schon in einem Retro-Video auch vorgestellt hat.¬†Vielleicht kann man aber aus der Sicht eines Fans noch etwas mehr vermitteln?¬†Wer wei√ü, ich w√ľrde sagen, dass entscheiden wir zusammen in dem nun folgenden Text und den Kommentaren.

Inhalt

„System Shock 2“¬†erz√§hlt seine Handlung im Jahre 2114.¬†Ort der Handlung ist das √ľberlichtschnelle Raumschiff Von Braun.¬†Der Spieler wacht in einer kryogenen Schlafkammer auf, ausger√ľstet mit kybernetischen Implantaten.¬†Jedoch fehlt es ihm selbst an Erinnerungen was denn wirklich geschehen.¬†Denn vor ihm steht kein Mitglied der Krankenstation zur freundlichen Begr√ľ√üung und Pflege.¬†Ganz im Gegenteil sogar: Explosionen, Ersch√ľtterungen und der drohende Sog in die Unendlichkeit des Weltalls erwarten uns, sofern wir nicht schnellstm√∂glichst die Beine in die Hand nehmen und einen Ausweg finden wie uns √ľber Funk eine hektisch wirkende Dame mitteilt, die sich nur als Dr.¬†Janice Polito vorstellt.¬†Schon allein bei dieser Flucht sollte uns auffallen, dass hier neben dem maroden Zustand des Schiffes selbst auch einige andere Dinge ganz und gar nicht in Ordnung sind.¬†Es h√§tte ja sein k√∂nnen, dass man uns vergessen hat aufgrund von anderen Problemen wie einem Einschlag durch ein fremdes Objekt.¬†Nun ja: „Fremd“¬†w√§re hier das korrekte Wort.¬†Als wir uns dann doch letzten Endes vor der rettenden Schluftschleuse befinden sehen wir durch ein bruchsicheres Fenster ein weibliches Besatzungsmitglied schreiend den Korridor entlang davonrennen.¬†Den Grund erfahren wir nur wenige Sekunden darauf, als ein weiteres Wesen hinter ihr rennend eine Waffe aufrichtet und seltsame Worte in den sonst entv√∂lkert wirkenden Korridor br√ľllt.¬†Moment, war das jetzt ein Mensch?¬†Zumindest sah dieser so aus, von heftigen Missbildungen einmal abgesehen!¬†Kurz nach der erfolgreichen und dennoch tr√ľgerischen Flucht in die sicheren Gefilde der Von Braun¬†erfahren wir, dass fremdartige Anneliden, die sich nun ‚ÄěDie Masse‚Äú¬†nennen, die Besatzung assimiliert und das Schiff √ľbernommen haben.¬†Der Bordcomputer und KI Xerxes ist dem Anschein nach vollkommen in einer Fehlfunktion gefangen wie auch wohl der Rest der mechanischen Einwohner also zum Beispiel Roboter.¬†Aber das ist schlicht nur der Anfang einer d√ľsteren wie auch unheimlichen Reise und auch nur ein kleiner Ausschnitt der schrecklichen Wahrheit, die sich hinter all dem verbirgt.¬†Und wer ist diese Computer-KI „SHODAN“, deren Name wir in vielen Audio-Logs erw√§hnt finden?¬†„System Shock 2“¬†erz√§hlt seine komplette Handlung in Form von direkt Erlebtem des Spielers, z.B.¬†√ľber die Funkspr√ľche von Dr.¬†Polito als Eine der letzten √úberlebenden, und dem Vergangenem in Form der auffindbaren und jederzeit abh√∂rbaren Audio-Logs einzelner Besatzungsmitglieder.

Atmosphäre und Spielmechanik

Das Spiel nutzt die auch aus „Thief –¬†The Dark Project“¬†bekannte Engine und setzt vollends auf Immersion durch die Augen des Protagonisten.¬†Der verw√∂hnte Spieler aus dem Jahre 2012 /¬†2013 wird jetzt rufen: „Holla, das ist aber eine sehr kantige Grafik!“¬†Nun dem kann aber auch entgegnet werden, dass „System Shock 2“¬†weit mehr als das zu bieten hat.¬†Daneben nat√ľrlich l√§sst sich das Spiel auch sehr gut modifizieren und damit aufh√ľbschen, jedoch hierzu komme ich sp√§ter noch einmal zur√ľck.¬†Von der technischen Seite her bietet das Spiel √§hnliche Eigenschaften wie auch die „Thief“-Reihe: Ein dynamisches Musik-¬†und Soundsystem sorgen f√ľr deftige Gruselatmosph√§re, wenn man einen Gegner nur h√∂ren aber nicht sehen kann, und derbe Schockmomente, sobald dieser direkt hinter Einem auftaucht.¬†Hierbei ist „System Shock 2“¬†jedoch nicht so plump wie zum Beispiel „Doom 3“¬†und l√§sst die Gegner einfach irgendwo erscheinen.¬†Das Team von Looking Glass und Irrational Games haben sich interessante Methodiken einfallen lassen, so dass ein Gegner auch gern aus der zuvor passierten Luftschleuse hinter dem Spieler her hechtet.¬†Vor allem als „Hybriden“¬†bezeichneten Opfer der annelidischen Kreaturen sind hier nicht wirklich zimperlich.¬†Es mag sein, dass die Grafik zun√§chst abschreckend wirkt im Jahre 2013.¬†Dennoch ist die Atmosph√§re ungeschlagen und kann selbst den sog.¬†Kino-Inszenierungen so mancher Neu-Erscheinungen in den letzten Tagen etwas vormachen.¬†Nachfolgend ein musikalisches Intermezzo, untermalt mit Original-Aufnahmen und Sounds, welche auch so im Spiel vorzufinden sind:

Wie zuvor gesagt erlebt man das Spiel zur G√§nze aus der ICH-Perspektive.¬†Hier bietet sich dann auch einr vollumf√§nglichr Oberfl√§che an.¬†„System Shock 2“¬†setzt hier auf starke Rollenspiel-Systeme und -Eigenheiten wie einem Inventar.¬†So k√∂nnen auch kybernetische Module als eine Art Punktesystem dazu verwendet werden Fertigkeiten zu erlernen oder auszubauen: Man kann als brachialer Waffennarr durch die Korridore rennen, allerdings d√ľrfte man hier dann so seine lieben Schwierigkeiten mit dem Sicherheitssystem haben, welches durch den wahnsinnig gewordenen Schiffscomputer Xerxes gesteuert wird und bei Sichtung den Alarm ausl√∂st, der dann folgerichtig die n√§chsten Kreaturen und Gegner lockt.¬†Vor allem auch, da Munition ein rares Gut ist und die Waffen einer Abnutzung unterlegen sind.¬†Also sollte man vielleicht doch etwas mehr machen als sich nur auf „Waffen“¬†zu konzentrieren.¬†Reperaturfertigkeiten w√§ren nicht verkehrt, Modifikationen der Datenbanken der zwischendurch auffindbaren Automaten f√ľr Essensrationen, Hackm√∂glichkeiten f√ľr das Sicherheitsnetz, um vielleicht den Kameras zwischendurch ausweichen zu k√∂nnen oder diese vollends zu deaktivieren respektive zerst√∂ren.¬†Die Liste ist sehr lang.¬†Grundlegend unterteilt der Spieler sich in seiner Auswahl zu Beginn in drei Klassen:

–¬†Marine (h√∂here Affinit√§t f√ľr Waffen und St√§rke)
–¬†Navy (verbesserte Hackfertigkeiten, Forschung und Wissenschaft)
–¬†O.S.A.¬†Agent (direkteres Erlernen psionischer F√§higkeiten)

Im darauffolgenden Tutorial k√∂nnen diese in einer Ausbildung noch weiter verfeinert werden.¬†Damit kann dann zum Beispiel der „Marine“¬†auch weitere Forschungspunkte erwerben und seine Fertigkeiten dahingehend erweitern.¬†Es gibt im Internet unz√§hlige „Guides“¬†und „Vorschl√§ge f√ľr die optimale Klasse“.¬†Aber ich w√ľrde sagen: Das probiert man am Besten selbst f√ľr seine Spielweise aus.¬†Nachfolgend eine m√∂gliche Spielweise wie auch ein Gesamteindruck von „System Shock 2“:

Grafik und Sound

Wie zuvor erw√§hnt teilen sich die Spiele „Thief“¬†und „System Shock 2“¬†das gleiche Engine-Grundger√ľst: Die DARK-Engine.¬†Ihr Alter ist unverkennbar und dennoch schafft diese Engine etwas was selbst modernste Derivate der „Unreal“-Technik so manches Mal nicht hinbekommen.¬†Dies liegt aber auch am Talent der Designer und Entwickler vor dem Bildschirm, die uns hier ein wahres Kunstwerk geschenkt haben.¬†F√ľr das Spiel wurde das technische Grundger√ľst damals auch stark erweitert, um farbige Lichtquellen zum Beispiel zu erm√∂glichen.¬†Es ist zwar ein „Good Old Game“, allerdings weiterhin zeitlos.¬†Sound und Grafik lassen sich bisweilen stark modifizieren.¬†Ersterer w√§re gar nicht wirklich n√∂tig, denn Musik und Sound sind bei diesem Spiel allem Zweifel tats√§chlich erhaben!

Modifkationen

Hat „System Shock 2“¬†wirklich Modifikationen n√∂tig?¬†Ja und nein.¬†Das h√§ngt ganz davon ab was man konkret haben m√∂chte.¬†H√∂her aufgel√∂ste Texturen?¬†Verbesserte Charaktermodelle?¬†Das ist ohne gro√üe Schwierigkeiten m√∂glich.¬†Ebenso kann man aber auch weiter ins Detail abtauchen.¬†Hier sei erw√§hnt, dass s√§mtliche Resource-Dateien schlicht √ľber ein Packprogramm der pers√∂nlichen Wahl ge√∂ffnet werden k√∂nnen.¬†So kann man alle CRF-Dateien durchforsten und auf den Spuren der Entwickler wandeln!
F√ľr alleinige Grafikverbesserungen w√§ren zwei Modifikationen absolut zu empfehlen:

SHTUP
Dieses Paket verbessert viele Texturen im Spiel und ersetzt diese auch durch höher aufgelöste Versionen.
http://www.shtupmod.net/

REBIRTH
Mit diesem Paket werden die Charaktermodelle hinsichtlich ihrem Aussehen stark verbessert.
http://www.systemshock.org/inde x.php/topic,8.0.html

Vor allen Modifikationen sollte man sich allerdings noch dem SS2Tool zuwenden (http://www.systemshock.org/inde x.php?topic=392.0).¬†Hierdurch werden notwendige Verbesserungen aufgespielt und die Verzeichnisstruktur der „System Shock 2“-Installation f√ľr das Modifizieren vorbereitet.

Res√ľmee

Eine wahre Perle hat man uns hier zug√§nglich gemacht.¬†„System Shock 2“¬†war und ist nat√ľrlich auch weiterhin √ľber ebay zum Beispiel erh√§ltlich, jedoch hat das Spiel inzwischen nebst der Zeit auch einen Sammlerwert auf dem Buckel.¬†Und wer die Originalverpackung sein Eigen nennen m√∂chte muss wohl auch inzwischen einen sehr stolzen Preis bezahlen.¬†Jedoch auch dieser w√§re gerechtfertigt.¬†Ganz davon ab: GOG bietet massig Zusatzmaterial.¬†So findet man dort auch die Original-Soundtrack in den Formaten FLAC oder MP3, Konzeptzeichnungen, Interviews und Entwurfsdokumente.
Das Spiel ist in der Tat zeitlos: Es charakterisiert die Ur√§ngste des Menschen.¬†Allein, verlassen und auf sich gestellt muss man sich in der Gestalt des namenlosen Helden einen Weg durch diese unwirkiche Umgebung suchen, ohne Wissen was konkret geschehen ist.¬†Dies offenbart das Spiel in seiner Handlung erst nur langsam, fast schon widerwillig.¬†Aber gerade das ist der Reiz!¬†Zugleich hebt das Spiel schon fast unterschwellig den Finger, denn es f√ľhrt uns direkt vor Augen was durch eine Computer-KI und technische Entfremdung geschehen kann.¬†Nat√ľrlich in dieser Form absolut √ľberspitzt: Man hat sich auf das perfekte Schiff Von Braun¬†verlassen und trotzdem drang etwas Fremdes, Bedrohliches ein.¬†All die Technik konnte die Menschen nun nicht sch√ľtzen und ist sogar nun auch ihr Feind, denn die durchgedrehten Andoiden und Roboter wenden sich mitunter gegen ihre Sch√∂pfer im Dienste der „Masse“.¬†Gerade die Kommentare SHODANs und ihrem steten Hinweis auf den Imperfekt des „Fleisches“¬†wie auch dem Kontrast der Masse, die das „Fleisch“¬†als ihr Ein und Alles bezeichnet, machen das Spiel zu weit mehr als nur einem Vergn√ľgen f√ľr Zwischendurch.¬†Der Konflikt wird immer wieder thematisiert und findet am Schluss der Handlung in der jeweiligen Entscheidung des Spielers ihren H√∂hepunkt.¬†Kann sich denn der Spieler frei entscheiden?¬†Das verrate ich an dieser Stelle nicht und gebe nur den Hinweis, dass „System Shock 2“¬†auch etwas Kopfarbeit abverlangt wie auch eben besagtes „Kopfkino“¬†verursacht.¬†Hat das Spiel wie der Roboter jetzt einen Kunden vertrieben und muss demontiert oder degradiert werden?¬†Entscheidet selbst und lasst euch von SHODAN verzaubern und erschrecken zugleich!

9 /10

Link zur GOG-Gamecard „System Shock 2“

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Bewertung: 5.0/5 (4)