CrossCode – MMORPG und doch Singleplayer

In Japan ist vor einiger Zeit ein bestimmtes Genre entstanden: Isekai. Die Fantasie, unsere Welt zu verlassen und ganz in eine Fantasywelt einzutauchen. Die ersten Exemplare dieser Art sind vermutlich .hack, Log Horizon und Sword Art Online. Heute gibt es solche Geschichten wie Sand am Meer. Ob ein NEET mit einer Idioten-Gruppe gegen DĂ€monenfĂŒrsten kĂ€mpft … weiter

Vorstellung: Path of a Samurai – Ukiyoe trifft auf Manga.

Lange Zeit ist es her seit wir das letzte Mal von RPG Maker Projekten berichtet hatten.Die Liste von Spielen mit herausragender 2D Grafik und spannenden Geschichten ist nicht gerade all zu groß.Umso erfreulicher das wir gerade dieses in der Entwicklung befindliche Spiel in den weiten des Internets entdeckt hatten.Path of a Samurai behandelt das feudale … weiter

The Vagrant – E … Es ist nicht das, wonach es aussieht!

Es sei denn es sieht wie ein spaßiger Mix aus 2D-Rollenspiel und Action Adventure aus. Dann ja, ist es exakt das, wonach es aussieht … Neulich auf Steam: Wie gewohnt schaue ich halb schlafwandelnd durch die Neuerscheinungen im Steamstore, wo mir the Vagrant zwei… kaum ĂŒbersehbare Argumente bietet. Und ja, dieses Spiel ist sexistisch: WĂ€hrend … weiter

Kampf um das Überleben der Menschheit – Teil 2

Wie angedroht, folgt jetzt der Test von Attack on Titan 2. Also wer bisher noch nicht gespoilert wurde: Verrat mir deine Tricks! Letzte Warnung, ab jetzt wird gespoilert. Vor allem im nĂ€chsten Absatz; wer also nicht gespoilert werden will, obwohl die Serie schon mehrere Jahre alt ist, ĂŒberspringt diesen und liest bei der Überschrift weiter. … weiter

Kampf um das Überleben der Menschheit – Teil 1

„Wir haben sie nicht verloren… Diese Soldaten sind nicht einfach so gestorben. Mein Befehl hat sie sterben lassen. Dies ist der Moment, der ĂŒber Fortbestand oder Untergang der Menschheit entscheidet – wenn die Menschheit dank dessen ĂŒberleben kann, ist es mir egal wenn man mich einen Massenmörder nennt.“ DemnĂ€chst kommt der Actiontitel A.O.T. Wings of … weiter

Nioh – Katana der Schildkröte des Todes des Wals!

Ab und an denke ich mal daran ein beliebiges Dark Souls rauszukramen und nochmal durchzuspielen – doch darauf folgt eine Erinnerung an die Strapazen und diverse Gemeinheiten, die die Entwickler im Spiel plaziert haben und die Lust schwindet wieder. Aber bei insgesamt fast 800 Stunden Dark Souls + Souls-Likes ist es vielleicht nicht ganz so … weiter

Vorstellung: Der RPG Maker

Dank reichlich vorhandener Editoren, wie zum Beispiel den RPG Maker , ist es heute relativ einfach sein eigenes Spiel zu erstellen. Vor allem im 2D Bereich gibt es reichlich Ressourcen die man einsetzen kann um ein grafisch ansehnliches Spiel zu erstellen. In diesem Artikel möchte ich auf den oben genannten RPG Maker eingehen und die … weiter

» Manga

CrossCode – MMORPG und doch Singleplayer

Reddok am 10.MĂ€rz 2020 um 14:03:22

In Japan ist vor einiger Zeit ein bestimmtes Genre entstanden: Isekai. Die Fantasie, unsere Welt zu verlassen und ganz in eine Fantasywelt einzutauchen. Die ersten Exemplare dieser Art sind vermutlich .hack, Log Horizon und Sword Art Online. Heute gibt es solche Geschichten wie Sand am Meer. Ob ein NEET mit einer Idioten-Gruppe gegen DĂ€monenfĂŒrsten kĂ€mpft (Konosuba), ein Lich, der eine Fantasywelt brutal erobert (Overlord), oder ein Psychopath, der sich mit Gott anlegt, welcher ihn dann in eine Fantasyversion des ersten Weltkriegs versetzt (Saga of Tanya the Evil) – es gibt vermutlich fĂŒr fast jeden etwas.

CrossCode? CrossWorlds?

Warum erzĂ€hl ich das? Weil CrossCode im Grunde eine spielbare Version dieser Art von Geschichte ist. Allerdings mit ein paar interessante Twists. Das MMO von CrossCode heißt CrossWorlds und CrossCode ist die Technologie, mit der dieses ermöglicht wurde, was auch gleichzeitig der Name des echten Spiels ist.
Klingt vielleicht etwas verwirrend. Also: CrossCode = Name vom Spiel. CrossWorld =  simuliertes MMO, welches eine zentrale Rolle im Spiel einnimmt.

Das eigentliche Spiel geht ausserhalb von CrossWorlds los, wo unsere Protagonistin Lea stumm und ohne Erinnerungen auf einem Schiff aufwacht, der MS. Solar. Dieses schafft Personal und VersorgungsgĂŒter zum MMO. Warte, was? Ja, CrossWorlds spielt in einer echten Welt, genauer gesagt auf einem echten Mond, den sich die Spielefirma Instatainment extra dafĂŒr gekauft hat. Avatare, NPCs und Items bestehen aus einem Stoff namens Instantmaterie. In echt wĂŒrde das wohl RL-Grafik bedeuten, aber wir mĂŒssen uns „leider“ mit der Retro-Optik begnĂŒgen.
Der Großteil des Spiels, wie FĂ€higkeiten und Angriffe geschehen aber ausschließlich virtuell, auf einem Server – damit ein Mensch also vor Ort – außer rumgefuchtel – etwas sehen kann, muss dieser einen AR-Visor tragen.

Da CrossWorlds ein MMORPG ist, gibt es fĂŒnf Klassen: Triblade, Quadroguard, Pentafist, Hexacast und Spheromancer. Normalerweise wĂŒrde sich ein Spieler diese aussuchen, doch bei Lea ist das ganze schon in Sack und TĂŒten, genau wie ihre Hörner (zu ihrem Leidwesen).  Warum? Das wĂ€re ein Spoiler, denn das Hauptziel des Spiels ist die Frage nach Lea’s IdentitĂ€t. Alles was wir am Anfang wissen: Sie ist ein Spheromancer, bewaffnet mit VRP’S. Virtual Ricochet Projectiles. Oder anders ausgedrĂŒckt: BĂ€lle. Es sind virtuelle BĂ€lle. Diese Stellen das Kern-Feature von CrossCode dar, fast alles wird damit gemacht. Man kann sie im Dauerfeuer werfen oder aufladen und so von den WĂ€nden abprallen lassen – mehr dazu im Gameplay-Teil. Aber keine Bange, Gegner lassen sich auch im Nahkampf verdreschen – was hauptsĂ€chlich eine Berufung von Pentafists, wie Emilie, aka Emilienator, ist. Diese stĂŒrmische, französische Frohnatur treffen wir am Anfang unseres Abenteuers und wird schnell Lea’s beste Freundin. Selbst Lea’s Stummheit aufgrund fehlender Wörter, die nach und nach per Hand einprogrammiert werden, ist kein Hindernis. Diese Art der Kommunikation ist zwar sehr witzig und spaßig, da Lea auch mit begrenztem Wortschatz sehr ausdrucksstark ist; aber je lĂ€nger unser Abenteuer geht, um so mehr wĂŒnscht man sich, dass sich Lea Emelie anvertrauen könnte. Dies fĂŒhrt zu einer der befriedigendsten Szenen in einem Spiel, die ich erlebt habe.

Im Lauf des Spiels schließt sich Lea einer Gilde an.

Welt, Quests, KĂ€mpfe, RĂ€tsel und Sonic the Hedgehog

Ich denke, Screenshots von Crosscode sind wenig aussagekrĂ€ftig, denn so sieht es aus, wie ein beliebiges RPG-Maker Spiel. In Bewegung macht das Spiel einen ganz anderen Eindruck! Es ist um einiges detaillierter als Ă€hnliche Spiele und fĂŒhlt sich deswegen fast immer wie ein echtes MMO an.

Fast. Die Dungeons sind nĂ€mlich nur Singleplayer und andere Spieler wiederholen ihren Text stur. Aber sonst? StĂ€dte sind lebendig, da NPCs sich zahlreich an Schnellreisepunkte teleportieren und von da aus in verschiedene Richtungen laufen – oder in der Wildnis auf der Straße an respawnenden Monstern vorbei rennen, -klettern und -springen.

Apropos springen und klettern: Das funktioniert so Ă€hnlich wie in Assassin’s Creed. Man lĂ€uft einfach drauf zu und der Rest passiert automatisch, solange der Abstand und die Höhe stimmt. Letzteres ist manchmal durch die 2D-Optik schwer einzuschĂ€tzen. Wenn man zu einem halbhohen Hindernis wie einem Zaun, einem Hocker, einer Kiste oder einem Tresen lĂ€uft, springt man darauf und kann von da aus dann auf Objekte mit der gleichen Höhe springen oder noch höher klettern. Monster und Begleiter bekommen das ĂŒberraschenderweise auch gut hin, selbst wenn sie ab und an mal in den Abgrund, oder ins Wasser segeln (Instantmatiere wird bei der BerĂŒhrung mit Wasser zerstört).

Die actionreichen KĂ€mpfe und Gruppen funktionieren auch, wie man es sich in einem MMO vorstellt: Sobald man eine Gruppe (aus max. drei Leuten) bildet, werden die Monster stĂ€rker. Besiegte Monster geben Gold, EP und HandelsgegenstĂ€nde – sind aber anspruchsvoller als in echten MMO’s. Selbst die ersten Monster, welche auf den Namen Igöll hören, benötigen eine Strategie…. Ohne diese kommt man nicht weit. Übrigens ist ihr Chef blau und super schnell.

Geschwindigkeit ist etwas, was auch dem Spieler im Kampf helfen kann: Je schneller viele Gegner plattgemacht werden, umso eher steigt euer Rang, was Boni auf Geld, XP und Dropraten gibt. Sind aber zu große Pausen zwischen den Gefechten, muss man wieder von vorn anfangen. Man sollte es jedoch nicht ĂŒbertreiben, denn die HP regenerieren sich nur außerhalb des Kampfes – wenn man keine Sandwiches(=HeiltrĂ€nke) benutzt. Diese Mechanik ist besonders im Endgame wichtig, wenn man sich ein paar gute Items gegen Edelsteine besorgen möchte.

Das Towerdefense-Minigame kann sehr unĂŒbersichtlich werden. Selber kĂ€mpfen funktioniert auch, dafĂŒr mĂŒssen die feindlichen Schilder von TĂŒrmen beseitigt werden… Ansonsten tötet man sich selber.

Die KĂ€mpfe fĂŒhlen sich gut an und die FĂ€higkeiten knallen ordentlich, dennoch haben RĂ€tsel gefĂŒhlt eine wichtigere Rolle in CrossCode – vor allem in Dungeons. Diese sind ewig lang und verlangen RĂ€tselmuffeln wie mir so einiges ab. Und doch bin ich immer freiwillig fĂŒr mehr zurĂŒckgekommen! Im Grunde geht es meist darum, seine VRPs zu werfen, die mit der Zeit auch unterschiedliche Eigenschaften annehmen können und somit anders mit ihrer Umgebung interagieren. Klingt recht simpel, aber die RĂ€tsel sind teilweise sehr komplex und verlangen ab und zu gute Koordination unter Zeitdruck. Außerdem gibt es in Dungeons hĂ€ufiger KĂ€mpfe, die mit RĂ€tselmechaniken verbunden sind.

Egal ob KĂ€mpfe oder RĂ€tsel: Die KomplexitĂ€t steigt mit jedem Element an, das man in einem Dungeon bekommt. Es gibt insgesamt vier: Feuer, KĂ€lte, Blitz und Welle. Jedes einzelne hat seinen eigenen FĂ€higkeitsbaum (plus ein neutraler) und seine eigenen Auswirkungen und FĂ€higkeiten, die sich Ă€ndern, je nachdem, wie man geskillt hat. Es gibt 4 mögliche FĂ€higkeiten fĂŒr Nahkampf, Fernkampf, Blocken und Ausweichen. FĂŒr jede Variante gibt es wiederum 2 FĂ€higkeiten pro Element in mehreren Stufen. Gleichzeitig Ă€ndern sich noch beim Wechsel der Elemente die Attribute von Lea. GlĂŒcklicherweise kann man die Zeit anhalten, um die Gegner genauer unter die Lupe zu nehmen. FĂŒr RĂ€tsel heißt das, man muss – wĂ€hrend ein VRP durch die Gegend fliegt – sich mit Welle herum teleportieren, mit Blitz Magneten aufladen, mit KĂ€lte WassersĂ€ulen zu Eis erstarren lassen oder sie mit Feuer verdampfen… Und das sind nur die Grundlagen.

Tja, aber was wĂ€re ein MMORPG ohne Quests? Ich muss gestehen, bei RPGs (und besonders bei MMORPGs) mache ich selten alle Nebenquests. Bei CrossCode war das anders. Sie sind zwar sehr zahlreich – ich vermute Crosscode ist eins der Umfangreichsten Indiespiele die es gibt – aber bleiben trotzdem abwechslungsreich. Ok, ein zwei klassische MMO-Quests gibt’s. Hier mal ein paar gute Beispiele:

 

  • Mafia-Papageien haben Geiseln genommen; Lea soll als UnterhĂ€ndler fungieren. Durch ihren begrenzten Wortschatz geht das aber ziemlich in die Hose und die Geiseln mĂŒssen mit Gewalt befreit werden.
  • Ein GrĂ¶ĂŸenwahnsinniger möchte mithilfe von Bergziegen die Welt erobern. Das mĂŒssen wir natĂŒrlich verhindern, aber vorher gibt’s eine Verfolgungsjagd auf den DĂ€chern der Stadt.
  • Praktikanten haben ein verstecktes Gebiet gebaut, welches normalerweise unzugĂ€nglich ist. GlĂŒcklicherweise bekommt Lea UnterstĂŒtzung von jemandem, der sich mit Bugs auskennt.
  • Ein Hacker hat sich ins Spiel eingeschleust. Lea muss Hinweise auf seinen Aufenthaltsort sammeln und ihn austricksen.

Die „Dialoge“ sind ein Highlight von CrossCode.

Neben den normalen Quests gibt es aber auch noch Elite-Quests. Diese sind, wie der Name schon vermuten lĂ€sst, besonders schwer, und werden auch durch farmen und aufleveln kaum einfacher – dafĂŒr gibts dann glĂŒcklicherweise eine bessere Belohnung.

Nachdem man CrossWorlds durchgespielt hat (zumindest soweit wie es möglich ist, es ist im Early Access), schaltet man die Hauptstadt frei, wo man sich in der Arena austoben , neue Shops besuchen und alte Gebiete schwieriger machen kann. FĂŒr letzteres braucht man spezielle Items, die in den betreffenden Gebieten versteckt sind.

Spielt CrossCode!

CrossCode ist eines der besten Indiespiele ĂŒberhaupt. Die Geschichte um den Kampf fĂŒr Lea’s Zukunft und Vergangenheit ist cool, spannend und bietet viele tolle Charaktere. Das Gameplay ist absolut flĂŒssig; die KĂ€mpfe sind schnell, spaßig und wuchtig. Bei bei der Anzahl von RĂ€tseln hat man aber ein bisschen ĂŒbertrieben, jedoch: Selbst ich als RĂ€tselmuffel kann damit leben. Der Gameplay-Loop ist gewissermaßen ein bisschen repetitiv, aber immerhin sind die Quests abwechslungsreich! Außerdem haben mir die Anspielungen auf Gaming-Eigenheiten, wie Early Access, hĂ€ufiger ein Schmunzeln ins Gesicht getrieben.

Es dauert nicht mehr lange, dann wird der Epilog samt letzten Dungeon veröffentlicht , was das ohnehin sehr umfangreiche Spiel nochmal erweitert – da warte ich schon sehnsĂŒchtig drauf.

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Bewertung: 5.0/5 (1)

Vorstellung: Path of a Samurai – Ukiyoe trifft auf Manga.

Dominik am 12.Dezember 2018 um 19:12:24

Lange Zeit ist es her seit wir das letzte Mal von RPG Maker Projekten berichtet hatten.Die Liste von Spielen mit herausragender 2D Grafik und spannenden Geschichten ist nicht gerade all zu groß.Umso erfreulicher das wir gerade dieses in der Entwicklung befindliche Spiel in den weiten des Internets entdeckt hatten.Path of a Samurai behandelt das feudale Japan mit seinen Kriegern,Hexen,DĂ€monen und anderen Mythologien des damals sehr abgeschotteten Landes.Wir spielen die Geschichte des jungen Jann Gadani einen AnwĂ€rter auf den Titel eines Samurais.Im zarten Alter von nur 12 Jahren bewies dieser mit einem Holzschwert bewaffnet seine KĂŒnste in ZweikĂ€mpfen und ließ alle wissen was er spĂ€ter einmal werden wĂŒrde.In den folgenden Jahren wurde sein Name zum Inbegriff eines wahren Ronin und unter den Lords der LĂ€ndereien wurde Jann gefĂŒrchtet und verehrt.Er findet schließlich auch im Privatleben sein GlĂŒck und heiratet Mizuki seine einzige große Liebe.Sie ist die Tochter eines berĂŒhmten Kriegsherren und dieser erteilt den beiden seinen und den Segen aller anderen Clanchefs.Janns bisher eher geordnetes Leben wird aber auf den Kopf gestellt als ein Mordanschlag auf ihn zum Tod seiner Frau fĂŒhrt.Dabei verliert der junge Ronin sein Augenlicht und wandelt fortan im Dunkeln durch die Welt ohne aber seine KĂŒnste fĂŒr den Schwertgriff verloren zu haben.Er geht einen Deal mit dunklen MĂ€chten ein um den Drahtzieher hinter dem Mordkommando zur Rechenschaft zu ziehen.Um dieses Ziel zu erreichen reisen wir in der Haut von Jann Gadani durch ganz Japan.Neben den KĂ€mpfen die wir in klassischer 2D Seitenansicht austragen reisen wir auch in isometrischer Perspektive durch Dörfer und StĂ€dte.Bei den ersteren genannten KĂ€mpfen können wir auch Kombinationen einsetzen die unsere Gegner mit einem Schlag erledigen können.Generell wird in Path of a Samurai das ErzĂ€hlen der Story einen grĂ¶ĂŸeren Platz einnehmen als das Austragen von Duellen.

Die Entwickler setzen bei der Gestaltung des Spiels auf einen Mix zwischen Manga und Ukiyoe Kunst.Ukiyoe ist eine Art traditionelle japanische Kunstfertigkeit.Sie zĂ€hlt zu einen der Ă€ltesten und höchst verfeinerten japanischen bildenden KĂŒnste.Die UrsprĂŒnge dieses Malstils in Japan reichen weit in die prĂ€historische Zeit des Landes bis 300 v. Chr. zurĂŒck.Durch dieses zusammen WĂŒrfeln der beiden Kunstformen möchten die Entwickler etwas Stilistisch einmaliges erschaffen das sich auch von anderen Projekten an denen sie beteiligt waren abhebt.Neben dem schönen handgemalten Aquarellthema steht natĂŒrlich auch der Soundtrack im Mittelpunkt der Darstellungen.Denn was wĂ€re die hĂŒbscheste Grafik ohne einer dazugehörigen bestĂ€tigenden Musik.Die Zeichnungen der Sprites sind 48×96 Frames.Da die uns vorliegenden Screenshots leider mit einem hochauflösenden Monitor gemacht worden sind wirken die Figuren auf den Landschaften kleiner als das normalerweise der Fall sein sollte.Die Entwickler versprechen Besserung und bauen gerade noch an einem Kamera-Zoom-Plugin um dieses Problem mit höherer Auflösung auch im fertigen Spiel zu beheben.Grob eingeschĂ€tzt kann man das Spiel als ein Samurai Cinema RPG mit eigenem FMV Battle System beschreiben.Denn bei jedem Kampf werden fĂŒr die vielen Moves eigene Trickfilm Animationen abgespielt. Diese enden in dem Moment in dem unser Charakter die Angriffsanimation ausfĂŒhrt.Das ist eine Design Entscheidung die wir bei anderen RPG Maker Spielen noch nicht gesehen haben.Ob der grafische ErzĂ€hlstil am Ende ausreichen wird um das eher Storylastige Spiel einen spannenden gameplay zu geben bleibt abzuwarten.Wir finden das Spiel auf jeden Fall sehr interessant.Alleine schon aufgrund seiner außergewöhnlichen Artworks verdient es einen Artikel zu bekommen und auf unserer Seite erwĂ€hnt zu werden.

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Bewertung: 0.0/5 (0)
0 » Indie

The Vagrant – E … Es ist nicht das, wonach es aussieht!

Reddok am 21.August 2018 um 11:08:51

Es sei denn es sieht wie ein spaßiger Mix aus 2D-Rollenspiel und Action Adventure aus. Dann ja, ist es exakt das, wonach es aussieht …

Neulich auf Steam: Wie gewohnt schaue ich halb schlafwandelnd durch die Neuerscheinungen im Steamstore, wo mir the Vagrant zwei… kaum ĂŒbersehbare Argumente bietet. Und ja, dieses Spiel ist sexistisch: WĂ€hrend die Frauen durchweg hĂŒbsch – und gut gebaut – sind, sehen die mĂ€nnlichen Exemplare teilweise aus wie Kartoffeln. Wo ist der gutausehende, muskelbepackte Typ, der nur eine knappe Unterhose anhat?

Aber ich schweife ab. Zum Release kostete es nur 2€, weil es um 50% gesenkt war, also dachte ich mir: „Was kann schon schiefgehen?“ Wie sich herausstellte, fast gar nichts. Das Spiel hat zwar einige Krankheiten- die ich spĂ€ter noch aufzĂ€hlen werde – aber die sind fĂŒr den Preis maximal Meckern auf hohem Niveau.

Leichte MĂ€dchen, seichte Story… und Gollum

Die Story verdient keinen Nobelpreis, aber macht auch einige Dinge richtig. Wir schlĂŒpfen in die spĂ€rlich bedeckte Haut der Söldnerin Vivien und stolpern von einem Missgeschick in das nĂ€chste. Erst sinkt unser Schiff, nachdem uns ein Typ mit Eulenkopf besucht. Am Strand angespĂŒlt treffen wir auf ein MĂ€del, welches wir vor einem Eber retten, aus Dank gibt sie uns eine Unterkunft und bittet uns, sie aus ihrem Dorf zu eskortieren, da sie zwangsverheiratet werden soll und zwar an einen stotternden Bauernjungen (der mir ehrlich gesagt etwas leidtat). Als wir jedoch am Treffpunkt ankommen, ist der heimliche Geliebte jedoch tot. Um das MĂ€dchen trauern zu lassen gehen wir zum Dorf zurrĂŒck – dort ist die Kacke jedoch richtig am Dampfen, denn es Stellt sich heraus, dass der getötete Geliebte dummerweise einen magischen Schutzfelsen vollgeblutet hat. Dies fĂŒhrt dazu, dass das Dorf vom Soulreaper und einer Horde Untoter heimgesucht wird, die uns promt aus den Latschen hauen. GlĂŒcklicherweise werden wir von einer Magierin und ihrem SchĂŒler gerettet, die Freude darĂŒber hĂ€lt natĂŒrlich nur kurz an, da die Magierin uns als RunenwĂ€chter erkennt und verslkavt uns mit einem Fluch, ohne zweimal drĂŒber nachzudenken – denn RunenwĂ€chter töten gern Magier. Quasi wie in Dragon Age, nur andersherum. Wird es Vivien schaffen, den Fluch aufzuheben? Was hat es mit der Eule und dem Soulreaper auf sich? Was hat die Magierin vor?
Okay zugegeben, das klingt jetzt vermutlich ziemlich simpel… Ist es auch. Was aber meiner Meinung nach gut gemacht ist: Die Art und Weise, wie man StĂŒck fĂŒr StĂŒck mehr ĂŒber Vivien und die dĂŒsteren Geheimnisse ihrer Familie erfĂ€hrt, vor allem Vater Vincent und Schwester Valerie, wĂ€hrend der Name der Mutter nicht mal genannt wird… Vermutlich Valentina oder so… Außerdem gibt es einige Popkulturreferenzen, wie z.B. Gollum und den einen Ring(als zufĂ€lliges Verkaufsobjekt). Das gibt bei mir immer ein paar Pluspunkte. Das Worldbuilding lĂ€sst aber etwas zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Es fĂŒhlt sich wie eine große Welt an, der eigentliche Inhalt beschrĂ€nkt sich fast Ausschließlich auf die Magierakademie und die RunenwĂ€chter, dabei steigen wir in die tiefen der Hölle oder kĂ€mpfen sogar gegen einen Gott! ZusĂ€tzlich werden in den Credits eine ganze Menge Ereignisse angeteasert, und zwar im vertikalen Skryrim Wandrelief-Style.

GrĂŒnĂ€ugige Blondine sucht… wĂŒrdige Gegner zum Verdreschen

Um sich wilde Tiere, DĂ€monen, Untote und anderes Gesocks vom Hals zu halten, muss man tough sein – zum GlĂŒck ist Viven eine Mordsbraut, die Mithilfe eines Langschwerts alles ins Jenseits befördert, was ihr im Weg steht. Bis man aber Götter und andere UngetĂŒme besiegen kann, muss man so einiges an Mana (= Erfahrung) in den Fertigkeitsbildschirm investieren. Meine Philosophie: Je schneller ich etwas töten kann, desto geringer die Chance, dass es mich tötet. Ich wĂŒrde aber auch empfehlen Kombos, Manöver wie DoppelsprĂŒnge und TrankvertrĂ€glichkeit freizuschalten. The Vagrant verfĂŒgt ĂŒber ein standard Actionkampfsystem (und Xbox-Controller ist bei mir Standard): X fĂŒr einen leichten Angriff, Y fĂŒr einen Schweren. Vier leichte Angriffe lassen sich kombinieren, man kann aber jederzeit mit einem schweren Angriff abschließen. D.H. es gibt XXXX, XXXY, XXY, XY und Y. Der schwere Angriff durchbricht nicht nur blockende Gegner, sondern hat auch einen Elementareffekt, der von der ausgerĂŒsteten Waffe abhĂ€ngig ist. Feuer richtet mehr Schaden an, Eis verlangsamt und Blitz verteilt einen Prozentsatz des Schadens auf nahe Gegner. RĂŒstungen und Waffen lassen sich verbessern, verzaubern und auseinandernehmen. GemĂ€ĂŸ ihres Designs ist Viven jedoch nicht darauf ausgelegt, SchlĂ€ge einzustecken. Blocken funktioniert nicht, also muss man allen Attacken mit RT ausweichen. Kassiert man trotzdem eine Schelle, kann man sich mit LT einen Trank reinpfeifen, dieser hat jedoch einen Cooldown: Wenn man schnell hintereinander trinkt, ist die Wirkung minimal; gilt auch fĂŒr verschiedene Tranksorten. Elixiere sind die einzige Ausnahme, die fĂŒllen Wut und HP sofort wieder auf. Ganz vergessen: Mit B in Kombination mit dem Digikreuz löst man einen von 4 ausgerĂŒsteten Spezialangriffen aus, die Wut konsumieren. Die habe ich fast nie benutzt; dafĂŒr einen passiven Skill der mir auf höchster Stufe bis zu 30% Bonusschaden gibt, solange die Wutleiste voll ist.

Das Kampfsystem ansich ist einfach zu lernen und flĂŒssig – allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad erst spĂ€t im Spiel erheblich an. Ein einzelner optionaler Bossgegner (fĂŒr das wahre Ende) hat mich alleine hĂ€ufiger gekillt als alle anderen zusammen. Generell hab ich ca. 85% des Spiel auf dem normalen Schwierigkeitsgrad durchgespielt, ohne dass ich gestorben bin. Auch manche Kampfabschnitte waren seltsam. Es gibt z.B. Stellen wo der ganze Bildschirm voller Gegner ist, die sich gegenseitig ergĂ€nzen und das Leben des Spielers potenziell zur Hölle machen können. Dann gibt es noch Abschnitte wo einfache Gegner einzeln kommen oder man einfach nur mit Hirschen und Wildschweinen eingesperrt ist, die man zwar töten muss um weiterzukommen, aber so gut wie keinen Widerstand leisten. Dann gibts wieder Stellen, wo man von außerhalb des Bildschirms weggesnipert wird. Klingt jetzt vielleicht alles schlimmer als es ist.
Optik und Sound sind hingegen Top und auch abwechslungsreich. Umgebungen und Charaktere sind handgezeichnet, Bosse und Gegner sehen außnahmslos super aus. Man kĂ€mpft sich durch idyllische Felder, verfallene Königreiche, verschneite Berge, geheime Laboratorien und das Innere eines lovecraft’schen Schreckens. Das ist kein Spoiler; man wird nicht von einem Monster verschluckt. Stellt euch folgende Situation vor: Ihr kĂ€mpft euch durch von Fleisch, Augen und SchlĂŒndern ĂŒberzogene Korridore, wĂ€hrend im Hintergrund Musik mit harten Riffs lĂ€uft und die gepeinigten Seelen eurer gefallenen Gegner vor Qual schreien… \m/

Mein Fazit: FĂŒr unter 5€ ein Spaß, der lĂ€nger unterhĂ€lt als eine Durchschnittliche COD-Kampagne. Noch mal kurz zusammengefasst:

Pro’s:
– einfaches, aber gut funktionierendes Kampfsystem
– eine Welt, von der man gern mehr sehen wĂŒrde
– toller Sound
– erkunden der Welt wird belohnt

Con’s:
–wenig fĂŒr Hinternliebhaber
–Story fĂŒhlt sich Anfangs an wie eine Abfolge von ZufĂ€llen, bleibt recht zweckmĂ€ĂŸig
– Endgame um einiges schwieriger als der Rest des Spiels
– nur in englischer Sprache

Alles in allem geb ich fĂŒr den niedrigen Preis des Spiels 7,5 knappe Oberteile von 5,25 BikinirĂŒstungen.
Von kĂŒhlen Blondinen gehts als nĂ€chstes in den kalten Krieg…

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Bewertung: 5.0/5 (8)

Kampf um das Überleben der Menschheit – Teil 2

Reddok am 25.April 2018 um 09:04:26

Wie angedroht, folgt jetzt der Test von Attack on Titan 2. Also wer bisher noch nicht gespoilert wurde: Verrat mir deine Tricks! Letzte Warnung, ab jetzt wird gespoilert. Vor allem im nĂ€chsten Absatz; wer also nicht gespoilert werden will, obwohl die Serie schon mehrere Jahre alt ist, ĂŒberspringt diesen und liest bei der Überschrift weiter. Wer keine Ahnung von der Vorlage hat, schaut sich am besten Teil 1 und/oder den Manga/Anime an. Oh, und noch eine Warnung: Der Text ist wieder ziemlich lang und ausfĂŒhrlich.

Bevor ich mit dem eigentlichen Test anfange, möchte ich einen Gedanken aus dem ersten Teil zuendefĂŒhren: Warum ist Eren JĂ€ger so ein toller Charakter? Kurze Antwort: Er stirbt. Na ja, nicht wirklich. Eher sein frĂŒheres Selbst, und zwar als er die Grinsebacke wiedertrifft, der seine Mutter gefressen hat und dieser den Mann verschlingt, der ihn und seine Adoptivschwester das letzte mal gerettet hat. Dieser Titan hat Erens gesamtes Leben also zwei mal umgekrempelt. Anfangs ist er entschlossen, die Menschheit (Gut) von den Titanen (Böse) zu befreien. Je weiter die Story voranschreitet, desto klarer wird, dass es nicht ganz so einfach ist, denn er ist nicht nur selbst ein Titan, sondern 4 andere Mitglieder des 104. Trainingskorps auch. Durch seine schwarz/weiß Moralvorstellung kann er dies nicht nicht akzeptieren und verweigert die Tatsachen, dass einige seiner Kameraden Feinde sind, bis zuletzt. ZusĂ€tzlich kommt hinzu, dass er zwar die wichtigste Person des MilitĂ€rs ist, jedoch nicht weil er besonders ist, sondern weil er eine besondere FĂ€higkeit von seinem Vater aufgedrĂŒckt bekommen hat. Er muss hĂ€ufig tatenlos zusehen, wie Menschen sterben, um ihn zu beschĂŒtzen. Was dermaßen gegen seine Natur ist, dass er einem Plan zustimmt, der ihn umbringen wĂŒrde… Wenn nicht eine andere gewisse weibliche Persöhnlichkeit wĂ€re. Damit ich nicht nochmehr in den Mangabereich abrutsche, fang ich mal lieber an, ĂŒber das Spiel zu schreiben.

GesprÀche, GesprÀche und nochmehr GesprÀche

Zugegeben, der Anfang des Spiels hat mich sehr ĂŒberrascht. Es geht direkt mit der Jagd nach dem weiblichen Titanen los, bevor man wieder in der Zeit zurrĂŒckgeworfen wird. Anstelle wieder verschiedene Charaktere der Serie abwechselnd zu spielen, dĂŒrfen wir diesmal unseren eigenen Soldaten entwerfen (der ein Tagebuch fĂŒhrt, welches stark an die Bonus-Episode Ilse’s Notizbuch erinnert) und zwar mit einem ziemlich guten Charaktereditor, der manche MMO’s blass aussehen lĂ€sst. Aber vorher erfahren wir etwas zu unserer Origin-Story: Wir fliehen mit unseren Eltern aus Shiganshina, also die sĂŒdlichste Stadt, welche gerade angegriffen wird. Hinter uns bricht gerade der gepanzerte Titan durch das Tor, als wir ein paar Meter davor stehen – ein TrĂŒmmerteil erschlĂ€gt unsere Erzeugerfraktion. Wir ĂŒberleben nur knapp, ein Soldat bringt uns auf ein Schiff. Nicht auf irgendein Schiff – auf das gleiche mit dem Eren, Mikasa und Armin evakuieren. Erens wilde Entschlossenheit steckt uns an, sodass auch wir uns dem AufklĂ€rungstrupp anschließen und uns an dem gepanzerten Titanen rĂ€chen wollen.

Zwischen Missionen darf man sich in bestimmten Stadtgebieten bewegen und mit diversen Figuren sprechen. Dazu zÀhlt auch der ruchlose HÀndlerboss und der Pastor des Mauerkults.

Jahre vergehen in einem Wimpernschlag; wir befinden uns bei der Ausbildung, wo der Ausbilder uns zur Schnecke macht. Ich nutze hier mal die Gelegenheit um zu schreiben, dass die Zwischensequenzen in der Ego-Perspektive ziemlich gut gemacht sind. Haben wir unseren Helden erstellt (Samt Vor- und Nachnamen; wenn man die anderen Mah Dude oder Ă€hnliches sagen lassen will, benutzt man am besten den Nachnamen, der Vorname wird relativ selten außerhalb des Kampfes benutzt.), geht es mit dem Training los, bei dem uns die Bewegung- und Kampfmechaniken eingeblĂ€ut werden. Nach einem kleinen Wettkampf sehen wir eine weitere Neuerung gegenĂŒber dem VorgĂ€nger: Wir sammeln Kameradschaftspunkte mit den Soldaten, mit denen wir kĂ€mpfen. Und es geht direkt weiter, denn nach dem Training können wir durch die Kaserne laufen, uns mit allen möglichen Leuten unterhalten und uns mit ihnen anfreunden. Das ist auch ziemlich wichtig, denn unsere Kontakte geben uns Perks; spĂ€ter können wir unsere Attribute im Gruppentraining auch besser mit Freunden steigern, als mit Fremden. Wenn wir genug vom Sozialleben haben, stĂŒrzen wir uns in die nĂ€chste Trainingsmission, bei der wir fortgeschrittene Dinge lernen, wie das Befehligen einer Einheit und das neue Basensystem. Dann quatschen wir wieder ne Runde, was ich dringend empfehle, denn die erste richtige Schlacht steht an und unsere Freunde fangen bereits an, wegzusterben (bereits freigeschaltete Perks behalten wir aber). Bevor das Spiel richtig losgeht, dauert es ca. eine Stunde oder lĂ€nger… zumindest kam es mir so vor.

Die Story geht in die gleiche Richtung des Ursprungsmaterials, ist jedoch ein bisschen wie eine alternative Version, in der unser Held existiert. Dies ist viel besser umgesetzt, als ich erst gedacht habe, hat aber trotzdem einige Probleme: Die Story bleibt die gleiche, es wird nicht wirklich viel neues hinzugefĂŒgt. Da ich (und viele andere auch), den Anfang der Story schon mehrmals in unterschiedlichsten Versionen erlebt habe, fĂŒhlt es sich nicht gerade frisch an. Das meiste Neue liegt in den GesprĂ€chen mit seinen Kameraden, von dem vieles von den Originalsprechern vertont ist. Die schiere Menge an GesprĂ€chen ist zwar ermĂŒdend, aber sĂ€mtliche Figuren und ihre Motivationen und Eigenschaften sind sehr gut getroffen. So ĂŒberreden wir Jean ‚Jeanbo‘ Kirstein, dass er seiner anhĂ€nglichen Mutter zurĂŒckschreiben soll, liefern fĂŒr Levi die Abzeichen gefallener Soldaten an deren Familien, gehen mit Sascha auf die Jagd und mit Christa ins Lazarett. Es gibt auch spezielle Missionen, die man ab einem bestimmten Freundschaftsrang bekommt, man sollte aber kein Mass Effect erwarten. Es gibt GesprĂ€chsoptionen, die meist in Richtung Fallout gehen… Damit meine ich Fallout 4. Das einzige, was ich an diesem System auszusetzen habe: Es fĂŒhlt sich ein bisschen an wie ein Psychopathen-Symulator; man sagt jedem das, was er hören will und macht ihnen Geschenke, um Freundschaften zu schließen, aus denen man dann Vorteile zieht; jedoch sind alle Charaktere gut getroffen, und ich habe nie gedacht: „Mensch, das passt gar nicht zu ihm.“ Außerdem kommt man in den Genuss sich mit Charakteren zu unterhalten, die im Ursprungsmaterial relativ selten vorkommen, bzw. von denen man nicht so viel mitbekommt, wie Hanji’s Assistent Moblit oder der Oberbefehlshaber Darius Zackly. Warum man sich als Rekrut mit dem Oberbefehlshaber anfreunden kann, erschließt sich mir zwar nicht, aber das ist halb so wild. Zusammengefasst bietet AOT2 im Storysegment eher etwas fĂŒr GesprĂ€chsenthusiasten und Fans der Synchronsprecher (Ich vermute, dass der Großteil des hohen Preises den ganzen Synchronsprechern „geschuldet“ ist…). Allerdings sehen die GesprĂ€che ziemlich steif aus, vor allem Drehungen und die Idle-Animation. GlĂŒcklicherweise spiele ich diese Spiele hauptsĂ€chlich wegen dem Gameplay, fĂŒr die Story habe ich den Manga. Wobei mir das Ende unseres Charakters und die Zwischensequenzen (aus seinen Augen) sehr gut gefallen hat.

Am blauen Himmel tanzen die FlĂŒgel der Freiheit

Kommen wir zum Bewegungs- und Kampfsystem. Wolltet ihr euch schon immer mal spidermanmĂ€ĂŸig durch die LĂŒfte schwingen und Riesen in handliche kleine Teile schneiden? Dann sied ihr hier an der richtigen Adresse. Es ist beinahe unfassbar, wie gut die Entwickler das Bewegungssystem der Vorlage umgesetzt haben. Geschwindigkeit, Steuerung, BeschleunigungsgefĂŒhl, alles passt. Wir zischen intuitiv durch HĂ€userschluchten, klettern auf DĂ€cher oder hĂ€ngen uns an WĂ€nde bzw. BĂ€ume, und das ganze mit 2 Tasten, Richtungswechsel nicht mitgerechnet. Mit X (XBOX Gamepad) schießen wir unsere Anker in erhöhte Positionen (falls vorhanden) und schleudern uns in die Luft, mit dem linken Stick kontrollieren wir unsere Bewegungen. Sobald wir etwas Momentum verlieren, pressen wir X erneut, um uns fortzubewegen oder wir halten einfach die ganze Zeit X gedrĂŒckt. Dann können wir noch A drĂŒcken fĂŒr einen kurzen Sprung oder gedrĂŒckhalten fĂŒr einen Boost. Der Sprung ist um einiges nĂŒtzlicher, als es sich anhört: Sein Hauptnutzen besteht darin, Titanen auszuweichen, kann aber auch fĂŒr schnelle Richtungswechsel, kleine Boosts fĂŒr zusĂ€tzliche Höhe/Fortbewegung oder sich in gewissen Situationen wieder in der Luft zu stabilisieren. Man kann sich aber nicht nur rumschwingen wie Spiderman, sondern auch GebĂ€ude, Mauern und RiesenbĂ€ume erklimmen, an ihnen entlanglaufen oder sich dranhĂ€ngen. DafĂŒr muss man nur einmal X antippen, wenn man z.B. ein paar Meter davor steht bzw. gleitet; Alternativ kann man sich auch mit dem Kopf voran gegen die Wand boosten. Ist man kurz davor, reicht es mit A gegen die Wand zu springen. Allerdings kommt man auch mal in Gebiete, wo man seine 3D-ManöverausrĂŒstung nicht benutzen kann. Dann bleibt einem nichts anderes ĂŒbrig, als mit seinem (gefĂŒhlt extrem langsamen) Pferd ĂŒber die Ebenen zu reiten oder sich die ganze Zeit mit dem Boost durch die Luft zu schießen, was allerdings mit einem enormen Gasverbrauch verbunden ist. Ruinen von HĂ€usern sind aber teilweise fast unĂŒberwindbare Hindernisse, da man nirgendwo seine Anker befestigen kann.

Wenn man sich einen Überblick verschaffen will, kann man sich an OberflĂ€chen hĂ€ngen.

Das Kampfsystem ist nicht so intuitiv; sobald man aber den Bogen raus hat, fĂŒhlt man sich wie ein Badass, der ganze Titanenarmeen im Alleingang platt macht. Wobei das nicht wirklich das Thema der Vorlage ist, solange man sich nicht an Mikasa, bzw. Levi (der stĂ€rkste Soldat der Menschheit) orientiert. Mit [RB] geht man in den Kampf-Modus, bzw. visiert einen Titanen an, was außerdem seine Angriffspunkte hervorhebt, die man mit dem rechten Stick auswĂ€hlen kann. Dabei sollte man beachten, dass das durchschalten immer gleich bleibt, egal wie der Titan zur Kamera steht – oder liegt. Hat man den gewĂŒnschten Schwachpunkt ausgewĂ€hlt, drĂŒckt man Y, um die Haken im Fleisch des Gegners zu versenken. Prompt wird man an die gewĂŒnschte Stelle herangezogen; sobald man nah genug ist drĂŒckt man Y nochmal, um den Körperteil anzugreifen. Dazu muss jedoch die Geschwindigkeit, der Winkel und das Timing stimmen, ansonsten macht man nur seine Schwerter kaputt und bringt sich vielleicht sogar in Gefahr. Um den Winkel nachzujustieren, bewegt man den Linken Stick, sobald man das erste mal Y gedrĂŒckt hat, so kann man den anvisierten Titanen umkreisen und aus dem besten Winkel angreifen. Will man an dieser stelle doch einen anderen Körperteil zerstören, wechselt man wieder mit dem rechten Stick und drĂŒckt erneut Y. Allerdings sollte man darauf achten, dass keine Hindernisse zwischen euch und dem Ziel auftauchen, wie BĂ€ume oder andere Titanen. Besonders beim KĂ€mpfen gegen ganze Gruppen kann dies schnell zum VerhĂ€ngnis werden. Aber auch so kann man die Titanen nicht ewig umkreisen: Je nach Attributen des Charakters und der AusrĂŒstung lösen sich die Haken nach einer kurzen Zeit wieder. Vom stĂ€ndigen Gasverbrauch ganz zu schweigen. Also den linken Stick möglichst schnell wieder loslassen, um das Ziel angreifen. Sollte sich das Ziel plötzlich bewegen (und das passiert stĂ€ndig) bewegt man den Stick wieder, um zu reagieren. Oder man fĂŒhrt einen Sturmsprint aus, indem man A drĂŒckt, wĂ€hrend man auf den Titanen zuschnellt. Das bringt nicht nur einen Schadensboost, sondern auch mehr Geschwindigkeit und Zeitlupe. Man ist Quasi so schnell, dass die Geschwindigkeit (gefĂŒhlt) gleich bleibt, aber alles andere in Zeitlupe ablĂ€uft.
Anders als im ersten Teil kann man sich immer noch mit X bewegen, solange man einen Titanen anvisiert – man sieht nur nicht, wohin.

Okay, vielleicht kann man sich das ganze nicht so ganz vorstellen, deswegen beschreibe ich mal theorethisch einen Kampf:
Drei Titanen stehen dicht beieinander auf einer Kreuzung und sehen in meine Richtung. Ich benutze X um zu ihnen zu kommen, allerdings visiere ich sie noch nicht an, sondern warte bis ich an ihnen vorbeigeglitten bin. Sobald ich im RĂŒcken des hintersten bin drĂŒcke ich [RB] um diesen anzuvisieren; da ich mich gerade in einer guten Höhe befinde, wird automatisch der Nacken anvisiert. Ich drĂŒcke Y , lasse mich ranziehen und erledige den ersten mit einem weiteren Druck auf Y. Ich will aber nicht zu Boden sinken, also drĂŒcke ich direkt nach dem Kill A, um mich wieder aufzurichten, dann [RB] um den nĂ€chsten Titanen anzuvisieren. Dummerweise ist diesmal der Arm automatisch angewĂ€hlt, also bewege ich den rechten Stick nach oben, drĂŒcke Y, und da der Titan gerade dabei ist, sich zu drehen, fĂŒhre ich mit A einen Sturmsprint aus, damit ich den Nacken noch rechtzeitig erwische und nicht gegen seine Nase klatsche. Der zweite Titan beißt ins Gras, doch der Dritte hat sich inzwischen ausreichend gedreht, um nach mir greifen zu können. Wie vorher drĂŒcke ich A, dann [RB] und wĂ€hle den Nacken aus, tippe Y erneut an. Ich muss den Titanen jedoch erstmal umkreisen, also mache ich das mit dem linken Stick. Jedoch gerĂ€t ein Hindernis zwischen mir und den Titanen, was den Anker wieder löst. Damit ich nicht wie ein Stein zu Boden falle, drĂŒcke ich A, wĂ€hrend ich in eine grĂŒnstige Richtung lenke und dann erneut Y. Jetzt ist der letzte Titan ein leichtes Ziel. Nach dessen Unterwerfung tippe ich nochmal kurz A an, um in der Luft zu bleiben und X, um mich der nĂ€chsten Gruppe zu nĂ€hern.

Der Sturmangriff lÀsst den Titanen keine Zeit zum reagieren.

Ich weiß nicht, wie gut das rĂŒberkommt, aber es braucht etwas Übung und Konzentration, um das so gut hinzubekommen. Wenn man aber den Bogen raus hat, macht es ziemlich viel Spaß. Was mir aber besonders gefĂ€llt ist, wie die verschiedenen Systeme ineinander greifen: Man kann z.B. mit seinem Pferd auf den Titanen zureiten, ihn anvisieren, um ihn herumreiten und dann vom Pferd aus angreifen. Oder man hĂ€ngt sich an eine Wand oder Ă€hnliches, wartet bis ein Titan vorbeikommt und schlĂ€gt aus dem Hinterhalt zu.

Sollte man ein Ausweichmanöver hinbekommen, wird man mit krassen Moves belohnt.

Apropos Hinterhalt: Es gibt eine weitere Mechanik, die man nur benutzen sollte, wenn man nicht im Sichtfeld eines Titanen ist. Mit [RT] holt man ein Fernglas raus, mit dem man einen Titanen anvisieren kann. Ist dieser erfasst, drĂŒckt man Y um ihn anzugreifen und dann erneut, um ihm den Todesstoß zu geben. Ich wĂŒrde aber erst versuchen, das Kampfsystem zu meistern, denn so einen Hinterhalt ist nur gegen vereinzelte Ziele wirksam – sollte ein Titan einen Spanner erwischen, geht er direkt in den Wutanfall ĂŒber.

Menschlein, ick hör dir tapsen!

Die Titanen versuchen natĂŒrlich ihr bestes, den Spieler von erfolgreichen Angriffen abzuhalten, beabsichtigt oder nicht. Einerseits ist es schon etwas frustrierend, wenn ein Titan sich in einem GebĂ€ude verkeilt; versucht an eine unnereichbare eine Stelle zu springen, was dazu fĂŒhrt, dass er ab und zu durch die Gegend glitcht oder Kopfstand an einer Felswand ĂŒbt; komische Zuckgymnastig macht, weil ihm beide Beine abgeschnitten wurden. Andererseits passt es auch ganz gut zu der unvorhersehbaren Natur der Titanen. Ich will aber nichts schönreden, es kann ziemlich nervig sein, besonders wenn man deswegen abgeblockt wird. Sie haben aber auch andere (beabsichtigte) Methoden, unser Leben schwer zu machen.
Neu in AOT 2 ist das Aufmerksamkeits-System. Solange wir uns nicht im Sichtfeld eines Titanen befinden, bzw. bestimmte Perks und AusrĂŒtsung benutzen, bemerkt uns dieser nicht. Sobald wir bemerkt werden, wird er versuchen die Spielfigur anzugreifen, falls er nicht schon anderweitig beschĂ€ftigt ist. Da er jedoch weiß, dass wir da sind, kann er auch versuchen, unsere Angriffe abzuwehren, indem er die Hand nach uns austreckt oder uns wie MĂŒcken wegscheucht. Außerdem sollte man nicht zu nah am Kopf des Titanen vorbeisausen, sonst wird man möglicherweise aus der Luft genascht.
Sollten wir jedoch in seinem Blickfeld verweilen, staut sich Wut im Bauch des Titanen an, was zu einer Art GegenstĂŒck zu unserem Sturmsprint fĂŒhrt: Alles ist extrem verlangsamt (eigentlich eingefroren), außer der Titan. Unser Charakter kann sich noch bewegen, aber ist langsamer, wĂ€hrend der Titan aktiv wird… Als wĂ€hre ihm plötzlich eingefallen, dass er seine guten NeujjahrsvorsĂ€tze kurz vor Silvester noch nicht umgesetzt hĂ€tte. Nicht nur das, er wird auch zwangsanvisiert. In diesem Zustand sollte man vorsichtig sein, denn man kann nicht „zufĂ€llig“ von anderen Soldaten gerettet werden (gegriffene Soldaten werden automatisch losgelassen, sobald der Titan Schaden nimmt). Um dies zu Überleben muss man entweder durchhalten bis der Wutanfall vorbei ist, den Titanen töten oder eine Blendgranate abfeuern… oder man setzt sein Team ein, was aber je nach Teammitgliedern eine Verschwendung sein kann.

Auf freiem Feld kann man sich nicht nur langsam bewegen, anschleichen ist auch fast unmöglich. Das Symbol ĂŒber dem Kopf des Soldaten Zeigt an, dass gerade keine geeigneten Ziele fĂŒr die Haken in Reichweite sind.

in the 41st millennium there is only war

Um der Lage stets Herr zu sein und alle Titanen möglichst schnell und effizient vernichten zu können, sollte man die passende AusrĂŒstung parat haben. Es gibt drei AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde. Mit Pferd vier, aber das hat fast gar keinen Einfluss auf die KĂ€mpfe. Es gibt ausrĂŒstbare Klingen, deren Scheiden und 3D-Manöverapparate. Davon gibt es viele unterschiedliche Sets, die mir persöhnlich meist zu ulkig aussehen (und nicht in der Vorlage vorkommen), weshalb ich bei der Standard-AusrĂŒstung geblieben bin – was mir aber keinen Nachteil bringt, da man sie hĂ€ufiger AufrĂŒsten kann. Außerdem hat jedes Set seine Vor- und Nachteile. Es gibt aber vor allem gegen Ende des Spiels (oder sagen wir, des Story-Modus) interessante Waffen, wie ein KettensĂ€genschwert. Deswegen die Überschrift – man braucht kein Sherlock Holmes zu sein, um zu erraten, aus welchem Franchise dieses Instrument abgekupfert wurde. Die experimentelle AusrĂŒstung, wie ich diese Dinger nenne, hat sich seine extravaganz aber verdient: Jedes Set Ă€ndert das Gameplay, sei es ĂŒber Werte (wie erhöhte Ankerreichweite), oder spezielle Eigenschaften: Z.B. verbesserter Stealth und Angriffe ohne gesehen zu werden garantieren Zerstörung des jeweiligen Körperteils; wenn man aber gesehen wird, macht man weniger Schaden. Man kann AusrĂŒstungen mischen, sollte aber nicht, da jedes Set einen Attributsbonus gibt. Das Standard-Set gibt Beispielsweise StĂ€rke + 3.
AusrĂŒstung lĂ€sst sich beim Austatter bauen, verkaufen (nicht zu empfehlen), aufrĂŒsten (gegen Materialien kann man die Werte verbessern, ab und zu hat man die Auswahl zwischen zwei Upgrades – z.B. Klinge der ersten Generation zu Klinge der zweiten Generation oder zur verstĂ€rkten Klinge) und verstĂ€rken (1-3 andere, gleichwertige Items Opfern um die Werte von einem geringfĂŒgig zu verbessern, wobei ich vermute, dass drei GegenstĂ€nde pro VerstĂ€rkung kosteneffizienter ist).

Das Objekt unserer Begierde: der gepanzerte Titan ist fĂŒr fast jede Schlacht gerĂŒstet.

AusrĂŒstungswerte habe ich ja bereits angesprochen, davon gibt es pro StĂŒck drei: Bei Klingen sind das SchĂ€rfe, KlingenlĂ€nge und Haltbarkeit. SchĂ€rfe erhöht den Schaden; je kĂŒrzer die Klinge ist, um so mehr mĂŒssen wir auf unser Timing achten. Wegen erbitterter KĂ€mpfe gehen Klingen auch mal kaputt und mĂŒssen ausgetauscht werden… Die Haltbarkeit bestimmt logischerweise, wie lange es dauert bis die Klinge zerbricht.
Scheiden haben Klingen- und GaskapazitĂ€t, sowie Gasdruck. Ersteres bestimmt, wie viele Ersatzklingen man mit sich fĂŒhren kann, das zweite, wie viel Gas pro BehĂ€lter enthalten ist. Der Druck bestimmt die Beschleunigung von gasbasierten Manövern.
3D-Manöverapparate haben die Attribute AnkerstĂ€rke, Reichweite und Rollengeschwindigkeit. AnkerstĂ€rke wird nur fĂŒr den Kampf benutzt und bestimmt, wie lange wir uns an Titanen festhalten können. Reichweite erhöht die Distanz, auf die wir unsere Anker benutzen können, was vor allem auf recht leeren Gebieten nĂŒtzlich ist. Rollengeschwindigkeit beeinflusst, wie schnell unser Draht eingeholt wird.

Außer der AusrĂŒstung gibt es noch VerbrauchsgegenstĂ€nde, wie Klingen, Gasflaschen, Blendgranaten, Signale oder Brandbomben. Von diesen kann man insgesamt 8 StĂŒck anlegen und werden mit dem Steuerkreuz benutzt, mit [LT] wechselt man zwischen 2 x 4 Items, da das Kreuz ja nur 4 Richtungen hat. Falls man viel von dem Ramsch verbraucht hat, kann man die VorrĂ€te wieder auffĂŒllen, in dem man zu einer Versorgungsbasis geht. 1x Klingen und Gasflaschen bekommt man auch von Standard-Basen, oder wenn man neue baut (egal um was es fĂŒr eine Basis es sich handelt.)
Basen können an bestimmten Orten gebaut werden, und haben verschiedene Funktionen, wie die eben genannte Nachschubbasis, Automatische- und Manuelle GeschĂŒtze, Bergbau- und ProduktionsgebĂ€ude sowie zwei unterschiedliche GebĂ€ude die Buffs geben.
Eines davon trĂ€gt den glorreichen Namen „Angriff auf die Basis“ und sorgt dafĂŒr, dass Kartenweit den Schaden erhöht wird, je mehr von diesen Propaganda-DenkmĂ€lern rumstehen. Ganz ehrlich, wer sich diesen Pannennamen ausgedacht hat, gehört an die Wand gestellt. Na ja, vielleicht ist es ein Übersetzungsfehler und im Original ergibt das ganze einen Sinn. Oder ein Japaner hat seine mangelnden Englischkenntnisse unter Beweis gestellt und ein anderer hat das Ganze einfach ins Deutsche ĂŒbersetzt.

Basen kann man ĂŒbrigens nur bauen, solange man die passenden Signale vorrĂ€tig hat, man startet mit einem kleinen Vorrat, aber bekommt mehr, wenn man anderen Soldaten auf dem Schlachtfeld hilft.

KĂ€mpft gemeinsam, oder sterbt einsam

Wie ich bereits kurz angesprochen habe, gibt es Teamaktionen. Diese sind abhĂ€ngig von den Charakteren, die man in seinem Team hat. Im Team sind platz fĂŒr 4 Leute. Man startet, je nach Mission, meist mit 1-2 Leuten. Mehr (Soldaten von QualitĂ€t) bekommt man ĂŒber Nebenmissionen, die mit grĂŒnen Rauchsignalen gekennzeichnet sind. Sollte noch Platz im Team sein, bzw. es mit generischen Soldaten gefĂŒllt sein, werden diese automatisch gefĂŒllt oder ausgetauscht. Wenn kein Platz mehr ist, kann man sich zu ihnen stellen, und mit B Soldaten auswechseln. Dann kann man mit [LB]+Steuerkreuz die gewĂŒnschte Aktion ausfĂŒhren.

Der anvisierte Titan kann sich schon mal von seinen zwei Armen verabschieden.

Die Standard-Aktion ist der Angriffsbefehl: Der jeweilige Soldat wird die ausgewĂ€hlte Stelle angreifen. Alle generischen Soldaten besitzen diese FĂ€higkeit, genau wie fast alle Hauptcharaktere am Anfang der Story. Christa ist eine der Ausnahmen, sie heilt auf Befehl und das bis zum Ende des Spiels. Andere feuern eine Blendganate ab, dabei sollte man aber beachten, wo sich der Soldat gerade befindet. Dann gibt es noch zwei Soldaten, die ein Angriffssignal geben können, Armin und Erwin. Dies sorgt dafĂŒr, dass alle Soldaten an verschiedenen Stellen des anvisierten Titanen angreifen und bufft sie und den Spieler gleich mit.
Dann gibt es noch vier koordinierte Angriffe: Ein Doppelangriff auf die Arme (bei großen und starken Exemplaren auf einen Arm), einen Doppelangriff auf den Nacken, und im Fall von Mikasa und Levi einen Angriff der totalen Auslöschung. Dieser greift alle Gliedmaßen mit astronomischen Schadenszahlen an, gefolgt vom Angriff des Protagonisten auf den Nacken, mit weit weniger Schaden. Der vierte ist zum Einfangen der Titanen und wird von Hanji, Moblit und Sascha eingesetzt.
Es gibt noch eine, bzw. zwei weitere Aktionen, die hauptsĂ€chlich nach der Story verfĂŒgbar werden. Dabei ĂŒbernimmt man fĂŒr eine kurze Zeit Kontrolle ĂŒber eine andere Figur.
Koordinierte Angriffe und die als letzte erwÀhnte Art haben den höchsten Cooldown und können relativ selten eingesetzt werden.

Sollte man von einem Titanen geschnappt werden und hat keine Lust auf Buttonmashing, kann man einem Teammitglied befehlen zur Rettung zu eilen. Dabei sollte man aber beachten, dass dafĂŒr die gleichen Cooldown-Zeiten wie fĂŒr die normalen Aktionen – also sollte man sich nicht unbedingt von Levi oder Mikasa retten lassen.

Nichts und niemand zÀhmt den Wolf in uns

Nach jeder Schlacht levelt unser Charakter auf, was uns nicht direkt bessere Werte einbringt. Wir erhöhen lediglich seine Fertigkeitspunkte, die wir benutzen um Perks anzulegen. Dieses System gefÀllt mir sehr, denn man kann sich je nach Situation anpassen (geht nicht wÀhrend der Schlacht) oder seinen Charakter so lange optimieren, bis man zufrieden ist. Perks können simple Attributsboni sein, passive Eigenschaften oder neue Angriffsmöglichkeiten.

Der perfekte AnfĂŒhrer: Erwin Smith kĂ€mpft an vorderster Front.

Mikasa bringt uns beispielsweise verbesserte Gas-Sprints sowie die Möglichkeit, diese mehrmals in der Luft einzusetzen, bei. Levi hingegen verleiht uns fortgeschrittene Kampftechniken, wie den Wirbelhieb und den Sturmangriff, mit dem man nach seinem Angriff noch ein paar schnelle, schwĂ€chere Angriffe ausfĂŒhren kann. Bei schwĂ€cheren Titanen kann man so in Sekunden fast alle Arme und Beine abtrennen. LĂ€sst sich aber auch etwas kreativer einsetzen, wofĂŒr ich meinen Theoriekampf von vorhin benutze: Anstelle jeden Titanen einzeln zu erlegen, drĂŒcke ich nach der ersten Unterwerfung (ohne A) [RB] > Y > [RB] > Y und erledige so alle drei auf einen Schlag. FĂŒr sieben reicht diese FĂ€higkeit leider nicht.
Sich frĂŒh mit Christa anzufreunden ist auch empfehlenswert, da sie nicht nur Permanente Boni auf Freundschaftsgewinnung gibt, die man nicht ausrĂŒsten muss, sondern auch „Motivation“ in drei Stufen, die Abklingzeit von Teamaktionen verringert.
Dann gibt es noch Perks, die man je nach Spielstil auswĂ€hlen sollte. Ist man eher HinterhĂ€ltig, sollte man sich mit Ymir anfreunden, die uns Schadensboni gibt, sollten wir nicht entdeckt worden sein. Der Perk „Duellant“ von Gelgar ist eher fĂŒr offene KĂ€mpfe gedacht und verbessert den Schaden gegen Titanen, die den Spieler angreifen.
FĂŒr weniger Klingen- und Gasverbrauch sollte man sich mit Sascha und Connie anfreunden – wobei der Klingenperk spĂ€ter durch Mikasa’s Klingenkunst ausgetauscht werden kann, welches die Klingenabnutzung halbiert, wenn man mit genug Geschwindigkeit angreift.
Dann gibt es noch Perks fĂŒr VerbrauchsgegenstĂ€nde (wie KapazitĂ€t) und besondere Situationen (keine Verlangsamung durch Verletzungen).

Wir mĂŒssen aber nicht unbedingt Fertigkeitspunkte fĂŒr die 6 Attribute (StĂ€rke, Geschicklichkeit, Flinkheit, Konzentration, FĂŒhrung und Gesundheit) ausgeben, sondern können diese auch begrenzt mit Einzel- oder Gruppentraining steigern – sobald wir uns den AufklĂ€rern angeschlossen haben und uns FlĂŒgelabzeichen verdienen können. Falls man diese nicht fĂŒr Erfahrungs-Buffs oder BasenaufrĂŒstung benutzen will, kann man die ohne Gewissensbisse ins Training reinbuttern. Im Einzeltraining können wir mit zusĂ€tzlichen Abzeichen unsere Erfolgschance erhöhen (welche sinkt, je mehr wir trainieren). Gruppentraining kostet immer nur ein Abzeichen, aber man muss sich von 3 zufĂ€lligen Soldaten einen Trainingsparter aussuchen, der den Erfolg des Trainings am besten beeinflussen kann. Dies hĂ€ngt von der Freundschaft und den FĂ€higkeiten des Partners ab und kann in seltenen FĂ€llen auch einen großen Erfolg mit sich bringen.
Jede der 3 Trainingsformen verbessert 2 Werte, eine Leiste die sich fĂŒllt bestimmt unseren Fortschritt – aber keine Angst, die Leiste stellt das maximale Training dar und nicht die Zeit bis ein Attribut verbessert wird. Ist sie voll, können wir mit dem Trainieren aufhören.

Aber was machen die Attribute ĂŒberhaupt? StĂ€rke erhöht den Angriff, Geschicklichkeit verringert den Gasverbrauch und verbessert den Schaden von VerbrauchsgegenstĂ€nden sowie manuellen GeschĂŒtzen, Flinkheit erhöht die Bewegungsgeschwindigkeit (allgemein und beim Umkreisen von Titanen), Konzentration macht kritische Angriffe einfacher (keine Ahnung, ob damit die goldenen Angriffe gemeint sind, oder die Ausweichangriffe, beides ist gegen Ende hĂ€ufiger aufgetreten; keine Ahnung ob es was mit Skill oder diesem Wert zu tun hat), FĂŒhrung verringert die Abklingzeit der Soldaten und erhöht gleichzeitig deren Schaden, Gesundheit verbessert unsere Resistenz gegen Griffe und wir können uns leichter wieder befreien.

Mir gefĂ€llt der Weg vom Rekruten bis zum Elitesoldaten. Wenn man mit einem komplett aufgelevelten und ausgerĂŒsteten Charakter spielt und dann nochmal mit einem neuen, kommt man sich vor wie eine lahme Schnecke.

Schnapp‘ sie dir alle!

Hm, ich glaube ich mĂŒsste so langsam zum Ende kommen. Habe ich etwas noch nicht erwĂ€hnt? Ach ja, noch ein paar Dinge, das erste ist die Titanenforschung. Ab einer bestimmten Story-Mission kann man Titanen fangen und so seine Labor-Level (bis Stufe 10, dafĂŒr muss man nicht jede Variation einfangen) verbessern. Das bringt zwei Perks fĂŒr mehr Schaden, einen fĂŒr mehr Gegenstandsschaden (soweit ich weiß, gibt es nur die Brandbombe, und den fliegenden Klingenwechsel (Klingen in der Luft benutzen, Levi Perk. Wow, ich bin schon bei verschachtelten Klammern!), welche Schaden verursachen, keine Ahnung ob der Perk fĂŒr letzteres wirkt.) und verschiedene GegenstĂ€nde, wie Rauchbomben (versteckt uns) oder Glitzerpulver (macht uns attraktiver).
Um das Labor-Level zu erhöhen muss man Titanen fangen, die man noch nicht hat. Ich habe erst versucht, mir die Gesichter und ihre Statur zu merken, aber wenn man wÀhrend einer Schlacht die Karte öffnet und sich die Titanenliste anzeigen lÀsst, sieht man ob der jeweilige Titan schon gefangen ist, oder nicht. Ziemlich fummelig, ich hÀtte vielleicht ein zusÀtzliches UI-Element neben das Titanen-Icon gemacht, wie z.B. eine Lupe oder ein Netz, wenn man das Exemplar schon hat. Wo wir gerade dabei sind, das UI ist ganz schön voll, wie man es aus vielen japanischen Spielen kennt. Man kann aber vieles an und ausschalten. Nicht die Missionsmarkierungen, was dÀmlich ist, denn eigentlich kann man sich auch prima an den Rauchsignalen orientieren.
ZurĂŒck zum Fangen: Um einen Titanen zu fangen mĂŒssen wir diesen je nach GrĂ¶ĂŸe schwĂ€chen – die kleinen nicht, die sind immer fangbar. Die Mittleren mussen um ihre Beine und die GrĂ¶ĂŸten um all ihre Gliedmaßen erleichtert werden. Wenn man einen JĂ€ger im Team haben sollte, braucht man sich nicht darum kĂŒmmern. Nur bei den bizarren Titanen (Variationen der Bossgegner im Storymodus) muss man trotzdem alle Gliedmaßen zerstören. (Da fĂ€llt mir ein, ich habe auch noch gar nicht ĂŒber die BosskĂ€mpfe geschrieben…) Es gibt außerdem einen Perk von Hanji, der das Fangen erleichtert.
Das Einfangen hat noch einen anderen Vorteil: man bekommt seltene Materialien. Allerdings sollte man es nicht ĂŒbertreiben, denn wenn man zu viele FĂ€ngt hat das negativen Einfluss auf die Auslöschungs-Wertung.

Endgame

Ca. 20 Stunden habe ich fĂŒr die Story gebraucht, zusammen mit 51% der AufklĂ€rungsmissionen. Dabei gibt es zwei letzte Story Missionen, die erste ist ein Abschluss der normalen Geschichte (Ende Staffel 2 im Anime), die zweite ein Abschluss fĂŒr unseren Helden. Moment mal, ich habe inwischen schon doppelt so viel Zeit mit dem Spiel verbracht. Warum?
Nun, nach der Story wird einiges freigeschaltet, zum einen der Inferno-Modus, welches nochmal der normale Story Modus ist, nur Hardcore. Hab mich damit noch nicht befasst und weiß nicht genau, was die Unterschiede sind, ist aber der einzige Modus wo man genĂŒgend Zeug bekommt um seine AusrĂŒstung auf die höchste Stufe zu bringen (falls man sich nicht totgrinden möchte).
Zum anderen kann man nach der letzten Mission den Story-Modus mehr oder weniger normal weiterspielen. Damit meine ich, dass man alle Missionen wiederholen und seine Freundschaften weiterpflegen kann. Aber warum sollte man das wollen?

Grund 1: Man kann das Schicksal von einigen Soldaten Ă€ndern und sie retten. Neue Nebenaufgaben tauchen in Story-Missionen auf, bei denen wir den Totgeweihten helfen, dem Sensenmann von der Schippe zu hĂŒpfen. Mit denen können wir dann auch unsere Beziehungen verbessern und sie auf AufklĂ€rungsmissionen mitnehmen. Bestimmte Charaktere bekommen außerdem neue FĂ€higkeiten, ĂŒber die man erst nach der letzten Mission gebieten kann.
Grund 2: Sollte man außerdem alle Nebenaufgaben pro Schlacht abschließen, kommt ein zusĂ€tzlicher Titan aufs Schlachtfeld, ein sogenanntes Ziel fĂŒr eine fatale Vernichtung. Dieser wird auch nicht einfach nur reingeworfen, in Story-Missionen kommentieren die verschiedenen Leute das Ganze auch. Sollte man die Schlacht auf Rang S abschließen und die fatale Vernichtung erfĂŒllen, bekommt man den S+ Rang und bekommt bessere Materialien, mit denen man sein Zeugs noch weiter aufrĂŒsten kann.
Grund 3: Keine Ahnung wie es anderen geht, aber mir wird das Kampfsystem nicht langweilig. Ich springe immer mal gern fĂŒr ein bis zwei Stunden rein, um Titanenblut ĂŒber HĂ€userfassaden zu verteilen.

Abschluss und noch ein paar nicht so tolle Dinge

Ich könnte noch ĂŒber den Multiplayermodus reden, oder die technische Umsetzung – das werde ich aber unter den Tisch fallen lassen, da ich bisher keinen Multiplayer gespielt habe und mein Rechner ziemlich gute Technik drin hat und mir deswegen vermutlich keine grĂ¶ĂŸeren Probleme wie Performance-EinbrĂŒche aufgefallen sind. Ich werde jedoch einige Kritikpunkte auffĂŒhren die noch nicht genannt worden sind:

Jep, das ist eine Kanonenkugel. Automatische GeschĂŒtztĂŒrme schießen ohne Unterbrechung.

Der Anfang macht dei Übersetzung. Eigentlich ist sie grĂ¶ĂŸtenteils ganz gut gelungen, wobei ich viele Texte wĂ€hrend der Action nicht lesen konnte. Allerdings scheint das Spiel ein Problem mit Einzahl und Mehrzahl zu haben. Keine Ahnung ob das ein Fehler der Übersetzung ist, oder vom System (wie die Schrift angeordnet wird). So kommen Titanenen hĂ€ufiger vor (manchmal stimmt es aber komischerweise…) und auch einmal „eine Gruppe Erenen“. Schon, im Vergleich zur deutschen Version von Salt & Sanctuary, wo SĂ€tze stellenweise gar keinen Sinn ergeben, ist das noch recht in Ordnung und Deck13 hat bei der Übersetzung von Lords of the Fallen (zumindest hab ich das so in Erinnerung) ins Chinesische keine Übersetzung bekommen, sondern eine Excel-Tabelle mit Chinesischen Zeichen a lĂĄ „Hier, mach mal.“ Keine Ahnung, ob das hier Spiegelverkehrt der Fall war… Trotzdem handelt es sich um ein Vollpreisspiel, wo man eine ordentliche Übersetzung schon mal erwarten darf.
Außerdem macht das Spiel relativ wenig neu. Das Meiste kommt von den vielen neuen Dialogen. Karten sind teilweise wiederverwertet, haben vielleicht einen zusĂ€tzlichen Winterskin bekommen. Bin mir nicht ganz sicher, ob es Wintermissionen schon im VorgĂ€nger gab.
BosskĂ€mpfe laufen in der Regel nach dem gleichen Schema ab, nur die Bewegungen und Angriffe der Titanen Ă€ndern sich. Die einzigen Ausnahmen sind zwei KĂ€mpfe gegen den kollossalen Titanen, die aber spielerisch total Stumpf sind – der Zweite fĂŒhlt sich aber wenigstens ziemlich Episch an und ist auf andere weise fordernd, da man mehrere Stellen gleichzeitig verteidigen muss.
Apropos fordernd: Bisher hat es nur der Tier-Titan geschafft mich umzubringen. Allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht die schwersten AufklÀrungsmissionen gespielt.
BosskĂ€mpfe laufen folgendermaßen ab: GrĂŒne Stellen angreifen, bis der Titan keine Ausdauer mehr hat, dann wird er verwundbar. Im VorgĂ€nger musste man noch das Fell des Tier-Titanen verbrennen, um ihn angreifen zu können.

Ich gebe siebenundzwanzig Eltern von neunundreißig zerquetschten Personen.

Meine Meinung: FĂŒr Hardcore-Fans und Leute die den ersten Teil nicht gespielt haben in Ordnung bis gut, im Zweifel warten bis es billiger wird.

7 /10

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Bewertung: 5.0/5 (1)

Kampf um das Überleben der Menschheit – Teil 1

Reddok am 19.MĂ€rz 2018 um 13:03:01

„Wir haben sie nicht verloren… Diese Soldaten sind nicht einfach so gestorben. Mein Befehl hat sie sterben lassen. Dies ist der Moment, der ĂŒber Fortbestand oder Untergang der Menschheit entscheidet – wenn die Menschheit dank dessen ĂŒberleben kann, ist es mir egal wenn man mich einen Massenmörder nennt.“

DemnĂ€chst kommt der Actiontitel A.O.T. Wings of Freedom 2 raus und obwohl der VorgĂ€nger ziemlich durchwachsen war, kann dieser fĂŒr mich als Attack on Titan-Fan trotzdem eines der besten Spiele 2018 werden. Aber was ist Attack on Titan, oder wie der richtige Titel lautet, Shingeki no Kyojin, eigentlich? Ich will es versuchen ohne Spoiler zu erklĂ€ren, fĂŒr diejenigen, die es nicht kennen. Denn der richtige Test (was dann Teil 2 ist) wird vermutlich eine Spoiler-Apokalypse. Wer die Anime/Manga-Serie noch nicht kennt und unvoreingenommen genießen möchte, sollte außerdem die Trailer zu den Spielen vermeiden… Allerdings gibt es den Manga bereits seit Ende 2009 und die Animationsserie seit 2013, also bin ich mir nicht ganz sicher, ob die ungespoilerte Zielgruppe, die ich bedienen möchte ĂŒberhaupt existiert. Ich vermute mal, das hier zu lesen lohnt sich vermutlich nur, wenn man entweder selten oder gar keine Anime-Serien schaut, bzw. Manga liest.

Fun Fact: Shingeki no Kyojin heist soviel wie Angriff der Riesen – was im Prinzip das Gegenteil von Attack on Titan ist…

 

Der Mann hinter Attack on Titan

Die 10 besten Soldaten des 104. Trainingskorps. Dieses Bild wird auf den RĂŒcken der Manga abgebildet. Sobald einer stirbt, fehlt er in der nĂ€chsten Ausgabe.

Hajime Isayama, der Zeichner und Kopf hinter Shingeki no Kyojin, hat mal in einem InternetcafĂ© gearbeitet und ist auf einen betrunkenen Kunden gestoßen. Isayama war erstaunt darĂŒber, dass sie nicht miteinander kommunizieren konnten, obwohl sie der gleichen Art angehören. In dem Moment kam ihm der Gedanke, dass der Mensch sowohl die vertrauteste, als auch die furchteinflĂ¶ĂŸendste Kreatur auf der Welt ist. Dieser Gedanke wurde zu einer Inspiration fĂŒr die Titanen, welche man vermutlich am ehesten als Kreuzung von Riese und Zombie verstehen kann.

Isayama hat des öfteren an Manga-Wettbewerben teilgenommen, wo seine Zeichnungen als hĂ€sslich und schlecht galten. Mit Attack on Titan landete er jedoch einen Hit, welcher sogar International extrem erfolgreich war und den Manga-Platzhirschen konkurrenz machte. Isayama war ĂŒberwĂ€ltigt davon. Er wollte seinen Manga eigentlich mit einem extrem tragischen Ereignis abschließen und alle Hauptcharaktere sterben lassen. Die plötzliche PopularitĂ€t ließ ihn jedoch umdenken. Er wollte seinen Fans ein befriedigenderes Ende verschaffen. Was nicht heißt, dass alle Figuren sicher sind. Als Isayamas Editor das Schicksal seines Lieblingscharakters sah, brach dieser in TrĂ€nen aus, schloss sich zum weinen auf der Toilette ein und flehte Isayama an, diesen noch etwas leben zu lassen. Isayama Ă€nderte zum GlĂŒck seine Meinung, und verschonte diese Person… vorerst.

Was ist schlimmer als Zombies? Riesige, fast unverwundbare Zombies.

So sehe ich Leute an, die denken, dass Anime fĂŒr Kinder ist. Lasst euch von den hellen Visuals nicht tĂ€uschen – auch wenn AOT ein Action-Anime ist, liegen seine Wurzeln im Horror-Genre.

Aber warum ist Attack on Titan so beliebt geworden? Nun, manche bezeichnen es als Game of Thrones aus Japan, bzw. der Zeichentrickserien. Ich persönlich empfinde diesen Vergleich nicht ganz passend, aber er kommt auch nicht von ungefĂ€hr. Die Story der Serie ist dicht, fĂŒhlt sich sehr gut vernetzt an. Alles ist miteinander verbunden. Charaktere haben ihre Motivationen, Geschichten, GrĂŒnde warum sie an dem Ort sind, wo sie sind. Dinge und Figuren, von denen man dachte, dass ihre Rollen ausgeschöpft sind, kommen zurĂŒck und tragen sinnvoll zum Gesamtwerk bei. So habe ich mich erst geĂ€rgert, das die Deutsche Synchro einen Synchronsprecher mehrmals verwendet. Etwas spĂ€ter kam dann ein neuer Manga-Band raus, der zu einer viel spĂ€teren Zeit spielt und klar macht, dass das, was ich fĂŒr zwei unterschiedliche Charaktere hielt, eigentlich ein und der selbe ist – was mein Hirn zum explodieren gebracht hat.

Wichtige Szenen, die den Verlauf des Plots mehrere Folgen vorher anteasern sind in der Regel schnell vergessen, weil man geschickt abgelenkt und nicht wieder daran erinnert wird. Die Serie bricht nicht nur Storytelling-Regeln, sondern auch seine eigenen – funktioniert aber trotzdem, da sie und ihre Figuren einfach gut geschrieben ist. Teilweise ist die Darstellung der Charaktere ĂŒbertrieben dramatisch, wie das einfache Essen einer Kartoffel (Nicht so sehr wie “Ich nehme einen Kartoffelchip – UND ESSE IHN!”), dass man komplett ĂŒberrumpelt wird, wenn eine wichtige Information – welche die gesamte erste Staffel in anderem Licht erscheinen lĂ€sst – beilĂ€ufig im Hintergrund erwĂ€hnt wird wĂ€hrend im Vordergrund andere GesprĂ€che gefĂŒhrt werden. Viele Dinge verstecken sich direkt vor den Augen des Zuschauers, der sich blöd vorkommt, wenn er realisiert, dass er alles die ganze Zeit vor der Nase hatte. Allerdings kann man auch Dinge voraussehen, wenn man aufmerksam ist. Jetzt wo ich darauf hingewiesen habe, ist die Wahrscheinlichkeit dafĂŒr wohl gestiegen.

In AOT bleibt kein Stein auf den anderen.

Der Hauptcharakter von Shingeki no Kyojin ist genial. Er ist kein AuserwĂ€hlter,  nur eine gewöhnliche Person mit einer schwarz-weiß Moral und freiheitsliebend wie ein Texaner, der seinen Colt fĂŒr den morgendlichen Gang zum BĂ€cker umschnallt. Nun denkt ihr euch vielleicht: “Was ist daran genial?” Nun, ich kann nicht darauf Antworten, ohne zu Spoilern, deswegen werde ich das in Teil 2 fortsetzen. Allerdings merkt man als reiner Serien-Schauer davon nur wenig.

Die musikalische Untermalung als episch zu bezeichnen, ist fast untertrieben. Die Animationen sehen vor allem in Kampfszenen dynamisch aus und vereinfachen den hĂŒbschen Artstyle nicht zu sehr. Und auch das CGI fĂŒgt sich meistens ziemlich gut in das Gesamtbild ein. Ich wĂŒrde sogar so weit gehen und AOT als einer der hĂŒbschesten Anime bezeichnen – von dem, was ich gesehen habe sieht nur Violet Evergarden (Kann ich auch empfehlen.) besser aus – meiner Meinung nach. Wir reden hier immerhin von einer 5 Jahre alten Serie. Aber naja, das ist Geschmackssache.

Negative Dinge: Das Pacing ist ĂŒberall und nirgends – gepaart mit CliffhĂ€ngern aus den Tiefen der Hölle. Ist aber im Zeitalter des Bingens halb so wild. Außerdem bleiben durch die aufwendigen Animationen einige Szenen auf der Strecke und werden als einfache Standbilder dargestellt, vor allem in der ersten Staffel. Dabei handelt es sich allerdings um vereinzelte GesprĂ€che. Meckern auf hohem Niveau: Wie immer denken sich Japaner komische europĂ€ische Namen aus, fĂŒr sie reicht es wohl, dass sie exotisch klingen.

Die FlĂŒgel der Freiheit

„In Diesem Augenblick erinnerte ich mich. Dass ich diesen Anblick seit meiner Geburt schon unzĂ€hlige, UNZÄHLIGE male… gesehen hatte. Ich hatte es so oft gesehen. Immer und immer wieder. Aber ich hatte immer so getan als hĂ€tte ich es nicht gesehen. Es ist wahr: Diese Welt ist ein grausamer Ort!“

Das plötzliche Auftauchen der Titanen hat die Menschen an den Rand der Ausrottung getrieben. Die letzten Reste der Menschheit leben seit 100 Jahren inmitten von 3 Mauern: Maria, Rose und Sina. Diese 50 Meter hohen Bauwerke werden mittlerweile als Göttinnen verehrt. Über die Titanen ist nicht viel bekannt. Sie sind unterschiedlich groß, meist 3-15 Meter hoch. Sie können Menschen spĂŒren und fressen Sie, haben aber keine Möglichkeit sie zu verdauen und kotzen sie wieder aus. Ihre Energie kommt vom Sonnenlicht, jedoch hĂ€lt jeder Titan unterschiedlich lange ohne Sonne aus. Es gibt außerdem noch abnorme Exemplare, die meist ungewöhnliches Verhalten an den Tag legen. Diese erkennt man an ihren seltsamen und unpraktischen Fortbewegungsmethoden. Alle Titanen haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind fast untötbar und regenerieren Verletzungen innerhalb von Minuten, selbst Enthauptungen. Der einzige Schwachpunkt liegt direkt im Nacken, von dem ein ganzes StĂŒck herausgeschnitten werden muss, um sie vom regenerieren abzuhalten.

Die Soldaten kĂ€mpfen in der Regel nicht, weil es ihnen Befohlen wurde, sondern weil ihnen keine andere Wahl bleibt. Die meisten wĂŒrden eine Exekution wegen Desertierens dem Kampf gegen Titanen vorziehen.

Aber genug von den Titanen, was machen die Menschen so? Das MilitĂ€r der Menschheit ist in drei Divisionen unterteilt: Mauergarnison, MilitĂ€rpolizei und AufklĂ€rungstrupp. Die Erste hĂ€lt was der Name verspricht, sie bewachen die Mauern und reparieren sie, falls nötig. ZusĂ€tzlich dazu kĂŒmmern sie sich um neue Rekruten und bilden sie aus. Außerdem kĂ€mpfen sie meist mit stationĂ€ren GeschĂŒtzen, die allerdings nur Trostspender sind. Was die MilitĂ€rpolizei angeht, sind sie hauptsĂ€chlich in inneren Bezirken stationiert, wo sie fĂŒr Ordnung sorgen und die Adligen bewachen; Luntenschlossgewehre sind die Waffen ihrer Wahl. Der AufklĂ€rungstrupp ist der interessanteste. Sie erforschen die Äußeren Gebiete, studieren die Titanen und entwickeln neue Kampftechniken sowie -technologien, wie den 3d-Manöverapparat und die dazugehörigen auswechselbaren Klingen. Dieser katapultiert die Soldaten mit Gas in die Luft und verwendet zwei Enterhaken, sowie das eben erwĂ€hnte Gas zur Fortbewegung. Seit diese Technologie in Massenproduktion gegangen ist, wurden auch die anderen Divisionen damit ausgerĂŒstet, wobei die MilitĂ€rpolizei diese nur zu ausgewĂ€hlten AnlĂ€ssen benutzt. Allerdings haben sich auch einige dieser GerĂ€te auf den Schwarzmarkt und in GaunerhĂ€nde verirrt.

Der hundertjÀhrige Frieden nimmt mit dem Auftauchen des kolossalen Titans ein jÀhes Ende.

Im sĂŒdlichsten Äußeren Bezirk Shiganshina lernen wir den Protagonisten Eren JĂ€ger kennen, wo er mit seiner Adoptivschwester Mikasa Holz sammelt. Man merkt schnell, dass sie sehr auf ihn fixiert ist und alles fĂŒr ihn tun wĂŒrde. Sie möchte ihm ausreden, sich dem AufklĂ€rungstrupp anzuschließen, da deren Expeditionen meist nur die HĂ€lfte der Leute zurĂŒck kommt. Warum er das trotzdem machen will? Erens Kindheitsfreund hat Armin ihm diese Flausen in den Kopf gesetzt; mithilfe eines alten Buches ĂŒber die Außenwelt weckte er Erens Neugier. Seitdem möchte er die Welt sehen, echte Freiheit erleben, nicht wie Vieh im KĂ€fig sein Dasein fristen – selbst wenn es ihn umbringt. Diese PlĂ€ne werden jedoch in weite Ferne gerĂŒckt, als der Kolossale Titan urplötzlich vor dem Tor steht und dieses Kurzerhand zerstört. Chaos breitet sich aus, denn die normalen Titanen nutzen die Gelegenheit um in die Stadt einzudringen. Zu allem Überfluss Zerstört der gepanzerte Titan das Innere Tor, was dazu fĂŒhrt, dass sich die gesamte Menschheit hinter die Mauer Rose zurĂŒckziehen muss. Ähnlich bescheiden geht es Eren und Mikasa, denn ihre Mutter wurde in den TrĂŒmmern ihres Hauses eingequetscht. Eine der dramatischsten Szenen ĂŒberhaupt spielt sich ab, als Erens Mutter sich mit letzter Kraft davon abhĂ€lt, die Kinder anzuflehen bei ihr zu bleiben (nachdem sie diesen befohlen hatte sie zurĂŒckzulassen), wĂ€hrend ein Freund der Familie Eren und Mikasa vor einem besonders diebisch grinsenden Exemplar rettet, der dann die Mutter verspeist. Daraufhin schwört Eren, sĂ€mtliche Titanen vom Antlitz der Welt zu tilgen. So viele werden es dann aber doch nicht.

Soviel zu meiner allgemeinen Zusammenfassung. Falls du, lieber Leser, jetzt Blut geleckt haben solltest, rate ich dringend dazu die Serie anzusehen, bzw. den Manga zu lesen. Auf keinen Fall die Filme ansehen, egal ob Live-Action oder nicht! Die 2. Staffel gibt es allerdings noch nicht komplett auf Deutsch. Der AOT 2 Test wird kommen, und dann wird gespoilert bis der Arzt kommt – was nicht heißt, dass ich jegliches Detail der Story (die momentan verfĂŒgbar ist) erklĂ€ren werde – es sei denn, das wird gewĂŒnscht.

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4 » Nerd

Nioh – Katana der Schildkröte des Todes des Wals!

Reddok am 11.Januar 2018 um 18:01:03

Ab und an denke ich mal daran ein beliebiges Dark Souls rauszukramen und nochmal durchzuspielen – doch darauf folgt eine Erinnerung an die Strapazen und diverse Gemeinheiten, die die Entwickler im Spiel plaziert haben und die Lust schwindet wieder. Aber bei insgesamt fast 800 Stunden Dark Souls + Souls-Likes ist es vielleicht nicht ganz so verwunderlich, dass mann die Lust verliert. Schließlich ist es doch das Unbekannte, was den Reiz dieser Spiele ausmacht. Gut, dass es Nioh doch noch auf den PC geschafft hat – an dieser Stelle muss ich beichten, dass ich einen ganzen Monat lang gebraucht habe, um mich zum Kauf zu bewegen. Das ist der Grund fĂŒr meine VerspĂ€tung. Trotzdem hoffe ich, dass ihr mich auf eine Reise in die AnfĂ€nge der Edo-Zeit des Fantasy-Japan im Jahre 1600 begleitet. Ich gehe hier allerdings ziemlich ins Detail, wer also alles selbst herausfinden möchte, sollte lieber selbst spielen als zu lesen. Jedoch verrate ich nicht alles und vor allem Spoiler vermeide ich.

Story

Kelley hat immer ein LĂ€cheln auf den Lippen. So ein positiver Mensch!Wir schreiben das Jahr 1600, unser Protagonist William Adams ist dem Alchemisten Edward Kelley nach Japan gefolgt. Dieser ‚Hollow Man‘ mit dem Schutzgeist Ouroboros – die Schlange, die sich selbst verschlingt, ein wichtiges Symbol der Alchemie – hat den Schutzgeist von William entfĂŒhrt, Sariose. Er benutzt sie um das Amrita zu sammeln, welches durch die stĂ€ndigen Konflikte Japans in HĂŒlle und FĂŒlle vorhanden ist. Diese sind so schlimm geworden, dass böse Geister auf der Erde wandeln. Yokai, Ayakashi, Aratama, Oni, DĂ€monen; sie haben viele Namen und ebensoviele Formen.
Zu allem Überfluss mischt sich Kelley in die Politik ein und sorgt fĂŒr Unruhe. Es dauert nicht lange und wir werden in den BĂŒrgerkrieg hineingezogen, welcher nach dem Tod von Oda Nobunaga im Jahr 1582, neu entflammte. Dieser grausame, als DĂ€mon angesehene Daimyo (= Feldherr), hatte es beinahe geschafft Japan zu vereinigen; wurde jedoch von Akechi Mitsuhide verraten und beging Selbstmord. 20 Jahre spĂ€ter streiten nun die Daimyo Tokugawa Ieyasu und Ishida Mitsunari um die Einheit Japans und einen bleibenden Frieden. Diese beiden wollen eigentlich das gleiche, können sich jedoch nicht leiden. Im Spiel sehe ich Mitsunari als wesentlich sympathischer als Tokugawa an – dummerweise hat sich der finstere Alchemist Kelly auf dessen Seite geschlagen und verstĂ€rkt dessen Armee mit DĂ€monen. Also hilft man Tokugawa und trifft dabei einige historische Persöhnlichkeiten, wie Hattori Hanzo. Allerdings sind sowohl Samurai, als auch Shinobi und Kunoichi ganz schön ĂŒbertrieben romantisch dargestellt. Noch mehr als Ritter, Piraten und Cowboys bei uns. Zum Beispiel Hanzo’s SchĂŒlerin: Sie ist eine Kunoichi, also im Prinzip einem weibliche Shinobi. Diese sind jedoch ganz anders vorgegangen – wĂ€hrend die Ninja (zu deutsch: Verborgener) sich in den Schatten versteckten, haben die Kunoichi undercover gearbeitet, spioniert und Nachrichten ĂŒberbracht- und ja das tut sie auch im Spiel, genau wie KĂ€mpfen und Akrobatik. Aber da es ja eh ziemlich Fantasy-mĂ€ĂŸig zugeht, kann ich damit leben. Fun Fact: Kunoichi ist kein „echtes“ Wort und wird auf japanisch „くノ侀“ geschrieben. Jedes der 3 Zeichen ist aus einer anderen Zeichenfamillie, wenn ich das richtig verstanden habe. Zusammengesetzt ergeben sie das Zeichen „ć„ł“, welches Frau bedeutet.
Übrigens ist auch William Adams ein historischer Charakter: Anders als im Spiel war er aber kein Pirat sondern ein englischer Seefahrer, der von HĂ€ndlern aus Rotterdam angeheuert wurde, um neue Handelsrouten zu erschließen. Er brach mit 5 Schiffen auf, doch nur die Liefde schaffte es im Jahr 1600 nach Japan. Dort wurde er direkt in den Kerker geworfen, weil die Portugiesen vor Ort ihn der Piraterie bezichtigten. Tokugawa Ieasu persöhnlich verhörte ihn, welcher von Adam’s Wissen beeindruckt wurde. Er erzĂ€hlte ihm außerdem von dem Vertrag von Tordesillas, mit dem Spanier und Portugiesen die Welt unter sich aufgeteilt hatten. Das fand der stolze Tokugawa natĂŒrlich nicht so dufte. Lange Rede kurzer Sinn: William Adams wurde (vermutlich) zum ersten europĂ€ischen Samurai, namens Miura Anjin – der Navigator von Miura.

MenĂŒs & Listen

Nioh besteht zu 40% aus Knallhartem Action-Adventure/Action-RPG Gameplay und 20% Itemjagd alĂĄ Diablo. Der Rest sind UntermenĂŒs und Listen. Okay, ganz so schlimm ist es nicht. Trotzdem kann es Anfangs ganz schön erschlagend wirken.

Direkt am Anfang des Spiels merkt man die Gemeinsamkeiten von Dark Souls und Nioh – und auch die ersten kleinen Unterschiede. Amrita sind Seelen/Erfahrungspunkte, aber man bekommt auch Geld, welches man selbst beim Tod behĂ€lt. Gestorbene Spieler kann man fĂŒr ihre AusrĂŒstung wiederbeleben und besiegen. Es gibt leichte und schwere Angriffe, welche auf X und Y liegen, und nicht auf RB und RT… Ja ich benutze das XBox-Gamepad. Mit RT wechselt man durch die Itemsets und mit RB löst man den Ki-Puls (Ja ja, ich komme gleich dazu.) aus und wechselt seine Waffen und Haltungen. LT ist fĂŒr den Fernkampf. Praktisch, da man nicht wie in Dark Souls erst den Bogen in die Hand nehmen muss. Mit LB blockt man – wenigstens etwas gewohntes. Ein anderes Feature, an das ich mich bereits seit Gothic 3 gewöhnt habe, ist das Ausdauermanagement. Team Ninja hat sich dafĂŒr etwas eigenes ausgedacht: In Nioh nennt sich das ganze Ki. Nachdem man einen Angriff ausgefĂŒhrt hat, sammelt es sich in Form von blauen Energiekugeln um die Spielfigur herum und strömt in den Körper zurĂŒck. In diesem Zeitfenster kann man einen Ki-Puls ausfĂŒhren, der das Ki schneller sammelt. Wenn man den Puls ganz am Ende, also sobald die Energie wieder in den Körper fließt, durchfĂŒhrt, wird daraus ein perfekter Ki-Puls. Dieser gewĂ€hrt bessere Boni, reinigt das Gebiet von dĂ€monischer Korruption (welche die Ki-Regeneration verringert) und ist fĂŒr fortgeschrittene Techniken unabdingbar. Ich mag dieses System. Ich halte es sogar fĂŒr das beste am Spiel. Jedoch reichen meine KoordinationsfĂ€higkeiten nicht fĂŒr KĂ€mpfen, Micro-Management und ein Gamepad-KlavierstĂŒck gleichzeitig. GlĂŒcklicherweise muss man keine komplizierten Kombos beherrschen, um durchzukommen.
Was man allerdings beherschen sollte, sind die Haltungen, die auch auf echten Kampfkunsthaltungen basieren. Hohe Haltung [RB+Y]: Viel Schaden, langsam, aggressiv. Mittlere Haltung [RB+X]: Ausgewogen, defensiv, zum blocken und parieren. Niedrige Haltung [RB+A]: Schnell, defensiv mit Fokus auf Ausweichen. Wechselt man mit einem perfekten Ki-Puls die Haltung, wird die Ki-Regeneration nochmals verstĂ€rkt. Um Mal ein (leicht ĂŒbertriebenes) Beispiel fĂŒr eine Katana-Kombo zu nennen:

Niedrige Haltung > X > X > X > Y > Y > Ki+[RB + X](mittlere Haltung) > X > X > Ki+[RT + rechts/links](Waffenwechsel mit schnellem Angriff) > Y > Ki+[RB+B] (B gedrĂŒckt halten fĂŒr schnelle Iaijutsu-Technik) > Ki+[RB+Y](hohe Haltung) > X > Y > RB

Theorethischerweise wĂ€re diese Kombo möglich. Die meisten Gegner sind aber beim ersten Teil der Kombo bereits tot, blocken einen Angriff, oder ignorieren das ganze und rammen William ungespitzt in den Boden – besonders Bossgegner. Iai ist ĂŒbrigens der Name der Technik, mit der die Samurai ihre Klinge blitzschnell aus der Scheide ziehen und zuschlagen.
Nach dem man aus dem Tower von London ausgebrochen ist, darf man sich erstmal seine Anfangswaffen (welche einen Anfangsbonus auf Attribute geben) und seinen ersten Schutzgeist auswĂ€hlen. FĂŒr AnfĂ€nger wĂŒrde ich zu Katana und Speer raten, da diese am einfachsten zu erlernen sind und der Speer ĂŒber gute Reichweite und Crowd-Control verfĂŒgt. Außerdem skalieren diese Waffen mit Herz und Körper; diese Attribute geben HP und Ki und Samurai-FĂ€higkeitspunkte. Moment mal! FĂ€higkeitspunke? Ja. Anders als in Dark Souls muss man FĂ€higkeiten wie Backstabs, Magie und Paraden mit FĂ€higkeitspunkten freischalten.

Es gibt Samurai-FĂ€higkeitspunkte fĂŒr WaffenfĂ€higkeiten jeder Waffengattung; Shinobi-FĂ€higkeitspunkte fĂŒr spezielle TarnfĂ€higkeiten und Werkzeuge (wie Shuriken, Kunai und Bomben mit Gift- oder LĂ€hmeffekten); Onmyo-FĂ€higkeitspunkte fĂŒr magische FĂ€higkeiten. Da man nur begrenzte Punkte fĂŒr Waffen zur VerfĂŒgung hat, sollte man sich auf ein bis zwei Waffenarten festlegen. Besonders wenn man hauptsĂ€chlich als Magier oder Ninja spielen will.
Jetzt hat man verschiedene Kampftechniken erlernt, ist aber immer noch nicht fertig. Im Kombo-MenĂŒ kann man noch FĂ€higkeiten fĂŒr die jeweiligen Waffen auswĂ€hlen, da es meist mehr als eine von jeder Sorte gibt. Zum Beispiel hat das Katana DREI verschiedene Parade-Techniken…
So, wars das jetzt endlich? Leider nein. Es gibt noch 2 Ruf-Listen: Durch bestimmte Aktionen bekommt man Rufpunkte und Titel. Ein paar Beispiele: 150 Menschen töten, bestimmte Elemente im Kampf benutzen, einen Boss mehrmals besiegen, einen Boss besiegen ohne getroffen zu werden. Mit dem Rufpunkten bekommt man kleinere Boni, wie 0,5% mehr Gold oder 10 Lebenspunkte.

So, jetzt hat man den ersten Boss besiegt. Und… kommt auf eine Weltkarte. Dort kann man zwischen Haupt und Neben-Missionen auswĂ€hlen und ein halbes Dutzend andere Dinge. Das wichtigste sind hier wohl Dojo und Waffenschmied: Ersteres bringt einem das Spiel und fortgeschrittene Mechaniken bei (die ich zum Teil bereits erklĂ€rt habe) und schaltet FĂ€higkeiten frei. Bei der Waffenschmiedin wirds kompliziert. Man kann Kaufen/Verkaufen, neue RĂŒstungen und Waffen schmieden, seine Waffen mit anderen FundstĂŒcken auf höhere Stufen bringen, ihr Aussehen Ă€ndern, bestimmte Eigenschaften neu auswĂŒrfeln lassen, oder seine Haare schneiden lassen. Je mehr man den Schmied benutzt, desto besser (und billiger) wird er. Außerdem gibt es einen Schrein, bei dem man das gleiche wie in der Mission machen kann; die Torii-Pforte, die Ko-Op und PVP ermöglicht und das interdimensionale Teehaus, welches eine weitere Online-Komponente anbietet: „Clan-Kriege“… Klingt spannender, als es letzenendes ist. Man wĂ€hlt einen Klan aus, der einem bestimmte Vorteile bringt. Ich habe Mohri gewĂ€lt, was meinen Bogen-Schaden verbessert. DafĂŒr muss man aber GegenstĂ€nde spenden, die diesen Buff bekommen: In meinem Fall sind das Bögen. Das bringt einem Ruhm ein, mit dem man sich Materialien, Emotes, zufĂ€llige Waffen/RĂŒstungen und Verwandlungen in andere Personen kaufen kann. Letzteres ist anfangs recht billig, bis man zu den „Waifus“ kommt. Die drei weiblichen Charaktere im Spiel sind Teilweise 10 mal so teuer wie die mĂ€nnlichen… Ich hab sie mir alle gekauft.

Auf der Weltkarte kommen auch im HauptmenĂŒ ein paar nĂŒtzliche Dinge hinzu. Charakter- und Yokai-Verzeichnisse, in denen man sich Geschichten und die Eigenschaften von Gegnern und anderen Figuren ansehen kann – und wie oft diese William ins Reich der Toten befördert haben.

Schutzgeister & Elemente

Very Spirit. Much Lightning. Wow. Zwei von schier endlosen Schutzgeistern, in Form von Shiba Inus. Im Internet wohl eher als Doge bekannt…Wie im letzten Abschnitt bereits erwĂ€hnt, kann man sich nach der Tutorial-Mission einen neuen Schutzgeist zulegen. Fuchs, Hai oder Kranich. Welcher ist erstmal egal, da man spĂ€ter an jedem Schrein seinen Schutzgeist wieder wechseln kann. Jeder Schutzgeist ist einem von 5 Elementen zugeteilt: Feuer, Wasser, Wind, Erde und Blitz. Beim Spielen sammelt man Geisteskraft, die man dann benutzen kann, um den Schutzgeist in die Waffe fahren zu lassen, diese macht dann den jeweiligen Elementschaden und man wird solange Unverwundbar, bis die Geisteskraft nachlĂ€sst. Durch das besiegen von Gegnern lĂ€sst sich dieser Zustand verlĂ€ngern. Aber man sollte Vorsicht walten lassen: Wird William getroffen, wird die Zeit verkĂŒrzt; je nach dem, wie viel Schaden ausgeteilt wird, kann er trotzdem noch in sekundenschnelle das Zeitliche segnen.
Schutzgeister haben aber noch jede Menge passive FÀhigkeiten, welche man allerdings erst mit dem Geist-Attribut freischalten muss. Das kann so etwas wie Feind-Radar sein, zusÀtzliches Ki, oder erhöhter Schaden mit Ninjutsu-FÀhigkeiten.
Sollte man irgendwann zwangslĂ€ufig draufgehen, verliert man seinen Schutzgeist an der Stelle, wo man gestorben ist – und mit ihm sĂ€mtliche Boni – bis man ihn wieder aufgesammelt hat. Man kann ihn aber auch auf mehreren Wegen zurrĂŒckrufen, am Schrein oder mit einer Beschwörerkerze. Die Kerze hat den Vorteil, dass sie einem gleich das verlorene Amrita zurĂŒckbringt. Holt man den Geist jedoch am Schrein zurĂŒck, bzw. stirbt nochmal, kommt der Schutzgeist ohne das Amrita wieder.

Wer bei den Geistern und Elementen an PokĂ©mon denken muss, liegt gar nicht so falsch, auch wenn es nur so 5-6 Geister pro Element gibt. Bosse (Yokai und Menschen) haben meist Resistenzen und SchwĂ€chen, je nach dem welchem Element sie zugeordnet sind. Bei den Yokai sollte man hierbei darauf achten, was sie machen oder wie sie aussehen. Spucken sie Feuer? Lassen sie Blitze erscheinen? Bei den Menschen ist es einfacher, man muss eigentlich nur die Farbe ihres Schutzgeistes beachten. Erde ist Lila, Wind grĂŒn, Wasser blau (Echt jetzt!), Feuer rot, und Blitz gelb. Viel interessanter ist aber die Frage, welche StĂ€rken und SchwĂ€chen die Elemente untereinander haben. Blitz ist gut gegen Wasser, oder? Fehlanzeige! In der Regel zerstört Feuer Wasser, Wind verweht Erde, Blitz erledigt Wind, Wasser vernichtet Blitz. Jedoch ist es nicht immer so einfach… Es gibt z.B. Feuer-Yokai, deren SchwĂ€che Wasser darstellt.
Elemente machen aber nicht nur zusĂ€tzlichen Schaden, sondern fĂŒhren auch zu Statuseffekten, sollte man in kurzer Zeit genĂŒgend Elementarschaden verursachen.
Feuer … brennt, fĂŒhrt zu Schaden ĂŒber Zeit – lĂ€sst sich aber durch wiederholtes Ausweichen löschen.
Wasser verringert die physische Verteidigung.
Erde erhöht den erlittenen Ki-Schaden.
Wind veringert den verursachten Schaden.
Blitz verlangsamt und verringert die Reichweite von Bewegungen.
Und sollte man es schaffen, zwei Effekte gleichzeitig auf ein Ziel zu bringen, fĂŒhrt das zu einem extremen Statuseffekt namens Verwirrung: Solange das Ziel angegriffen wird, kann es sich nicht wehren und nimmt massiv erhöhten Schaden. Da aber die Anzeige fĂŒr den Statuseffekt schnell wieder sinkt, es mit der niedrigen Haltung am einfachsten und schnellsten geht, den gewĂŒnschten Effekt herbeizufĂŒhren, kommt es ganz schnell zum Buttonmashen – und das ist nicht im Sinne dieser Art von Spielen.

Haushohe Blobs & Oneshotting

Die Bosse von Nioh zĂ€hlen fĂŒr mich zu den Highlights, aber auch zu dem grĂ¶ĂŸten Problem des Spiels. Highlight, weil das visuelle Design großartig ist. Selbst die menschlichen Bossgegner – von denen drei einen Speer als Waffe benutzen – strotzen vor Charakter. Aber selbst die coolsten Bosse können nicht mit denen aus Dark Souls mithalten. Es gibt maximal einen Boss, der an die Epicness von Gwynn, Friede, Gael oder der Seele der Asche herankommt. Ich denke auch, dass selbst die Bosse in The Surge wesentlich besser dastehen, von den Mechaniken her. Hinzu kommt, dass es ca. 2-4 unterschiedliche Bosskampf-MusikstĂŒcke gibt. Kein Vergleich zu Dark Souls, wo jeder Boss seine eigenes StĂŒck hat. Gerade die „TĂ€nzerin des Nordwindtals“ in Dark Souls 3, die einen ganz anderen Rythmus hat (Bewegungen, Angriffe und Musik), als der Rest des Spiels. Außerdem haben viele Bosse in Nioh ein bis zwei Attacken, die William selbst mit voller Lebensenergie ins Jenseits befördern. Oder eine Kombo, die das gleiche bewirkt, sobald die erste Attacke trifft. Manchmal scheint sowas aus dem Nichts zu kommen, was die ganze Sache frustrierender macht, als sie sein sollte.

Okay, genug rumgemeckert. Die Endgegner im Hauptspiel machen trotzdem Spass und verlangen (wenn man allein spielt) ganz schön viel Geduld und Disziplin. Ich werde kurz auf einige der ersten Bosse und geeignete Taktiken eingehen.

Der Onryoki sieht erstmal gefĂ€hrlicher aus, als er ist. Die großen Ketten des 0815-DĂ€mons geben ihm sehr gute Schlagkraft und Reichweite – aber er ist langsam und anfĂ€llig fĂŒr Statuseffekte (außer Feuer). Am besten immer kurz verletzen, dann einer Rundumattacke ausweichen. Ich habe die Hohe Haltung benutzt, bin immer abwechselnd ran- und weggegangen. Sobald er genĂŒgen HP verloren hat, verliert er seine Ketten und wird schneller. Am besten in die niedrige Haltung Wechseln, mit Magie Elementschaden auf die Waffe legen. Sobald der Status-Effekt eintritt, den Schutzgeist aktivieren (der bestenfalls ein anderes Element hat), dann solange draufkloppen, bis der Onroki verwirrt ist. Dann wieder in die Hohe Haltung wechseln und die stĂ€rksten Attacken raushauen, die man gelernt hat. Normalerweise wĂŒrde der Onryoki selbst unter diesen nicht zusammenzucken und direkt zurĂŒckschlagen – aber durch die Verwirrung wird er leichte Beute, die schnell fĂ€llt.

Die Hinoenma ist eine Art Mischung aus Vampir/Cthulhu und ist der zweite echte Boss. Ihr Name bedeutet wortwörtlich fliegendes UnglĂŒck; geboren von der Wut einer erschlagenen, unschuldigen Frau, drinkt sie das Blut von MĂ€nnern, um ihre Lebenskraft und Schönheit zu erhalten. Je nach dem, ob man Punkte in Magie oder Nijutsu investiert hat, sollte man etwas gegen Paralyse dabei haben – oder man lĂ€sst sich einfach nicht treffen. Anders als der verherige Boss ist sie klein und schnell, lĂ€sst sich aber ganz gut blocken. Wenn sie sich in die LĂŒfte erhebt gibt sie außerdem ein gutes Ziel fĂŒr Fernangriffe ab, die ihr Ki ganz schön in Mitleidenschaft ziehen. Sie hat aber auch einen gefĂ€hrlichen Griff, der enormen Schaden verursacht und sie heilt. Dieser kĂŒndigt sich in einer Art kurzen, sinnlichen VorwĂ€rtsstolzieren an. Wenn man also sieht, wie sie ihre Haltung verĂ€ndert, nimmt man am besten die Beine in die Hand und weicht rĂŒckwĂ€rts aus. Diesmal sollte man auch nicht unbedingt versuchen den Verwirrtheits-Status auszunutzen, lieber ganz auf Blitzschaden konzentrieren, um sie zu verlangsamen.

Der Nue ist eine Chimera, bestehend aus einem Affengesicht, einem Tigerkörper und einem Schlangenschwanz. Er ist in der Lage, Blitze vom Himmel regnen zu lassen, womit er sich hĂ€ufiger in japanischen Legenden beschĂ€ftigt hat. In Nioh hat er ziemlich starke Angriffe, die jedoch sehr gut zu vermeiden sind; am besten stellt man sich direkt vor ihm und greift seinen Bauch an, sobald er zu seinen Blitzatem ansetzt. Das macht ihn meist kurz wehrlos, aber Achtung: sobald er sich wieder auflĂ€dt, kommen zwei Blitze gleichzeitig vom Himmel geschossen, die William oneshotten können. Das gleiche gilt fĂŒr die 4 versetzten Blitze, die niederprasseln, sobald der Nue den Himmel anheult (wenn man vom Ersten getroffen wird, trifft auch meist der Zweite). Um den Nue zu verwirren, greift man am besten auf Wasser und Erde zurĂŒck.

Dann sinkt der Schwierigkeitsgrad auf unerklĂ€rliche Weise. Nach dem optionalen, „friedlichen“ Wettstreit mit dem unĂŒbertroffenen Krieger des Westens, ist der große TausendfĂŒssler extrem einfach, vermutlich der einfachste Boss im ganzen Spiel. Gift-/Paralyseresistens verbessern, den Kopf mit großen Waffen in hoher Haltung angreifen. Ansonsten sollte man genau auf die Mechaniken in der zugehörigen Mission achten.

Klein aber fein: Karakasa sind gefĂ€hrlicher als der große TausendfĂŒĂŸler.

Etwas Ă€hnliches gilf fĂŒr den Umi-Bozu – wortwörtlich See-Mönch. Es ist ein Yokai, welcher in der Nacht ruhige GewĂ€sser heimsucht und Schiffe angreift. Es heißt durch seinen Glatzkopf sieht er aus wie ein riesiger, buddhistischer Mönch. Er ist sehr schnell erreichbar, man sollte aber vorher Laternen, die in seinem Gebiet verteilt sind, anzĂŒnden. Denn diese zerstören kleinere DĂ€monen auf Anhieb, die am Kampf teilnehemen – was den Kampf schonmal um einiges einfacher macht, da alle seine Attacken einfach zu vermeiden sind. Hebt er einen Arm, weicht man zu der Seite aus, wo dieser arm herkommt. Hebt er beide, rennt man zu seinem Körper. Diversen Geschossen kann man in einer beliebigen Richtung ausweichen. Dann kloppt man einfach in der Hohen Haltung auf seinen Körper, am besten mit Feuer. Kein Feuer? dann auf die leuchtenden Stellen auf seinem Körper. Am einfachsten ist aber, seine Waffe bei einem der drei großen Leuchtfeuer zu entfachen – was den Schaden dieser stark erhöht – aber den Weg frei fĂŒr kleine Gegner macht. Ansonsten muss man aufpassen, dass man nicht von einem Strahl gelber FlĂŒssigkeit getroffen wird, ein weiterer instant Tod. Ich versteh schon – von einem Strahl gelblicher FlĂŒssigkeit getroffen zu werden, ist auch im echten Leben unangenehm. Trotzdem Unnötig.

Der letze Yokai/Boss, ĂŒber den ich schreibe, ist die Yuki-Onna oder Schneefrau. Typischerweise handelt es sich dabei um eine Frau, die in einem Schneesturm umgekommen ist; meist mit tragischer Liebesgeschichte. Im Spiel handelt es sich um die Frau von Oda Nobunaga, die den Tod ihres Mannes betrauert. Anders als die meisten Bosse, ist sie auf jede Entfernung absolut tödlich, vor allem in der zweiten Phase. Trotzdem ist sie fĂŒr mich einer der besser designten Bosse, da sie zwar Attacken hat, die viel Schaden und Debuffs verursachen, aber keine Oneshots oder Todeskombos. Habe aber nicht so viele Tipps, außer Feuer zu benutzen, ihre AOE’s zu vermeiden und die Muster ihrer verschiedenen Geschoss-Angriffe zu merken. Wenn man sich also keine Hilfe von anderen Spielern holt heißt es: Git Gud.

Fazit

Als dunkler Veteran und Teilzeit-Otaku habe ich viel Spaß mit Nioh. Es gibt mehrere Spielstile und Taktiken, was fĂŒr enormen Wiederspielwert sorgen kann. Wer zudem Item-Jagd wie in Diablo mag, kommt auch bei Nioh auf seine Kosten. Das Gleiche gilt fĂŒr Masochisten und Perfektionisten. Es gibt aber immer zwei Seiten der Medallie:

FĂŒhlt ihr meinen Schmerz?

Das Kampfsystem ist schön tief und anpassbar, aber teilweise zu unnötig Komplex, zumindest sehe ich das so. Die drei Haltungen sind spitze. Was mir aber fehlt, ist ein wirksamer Guard-Break: Es gibt zwar Angriffe und Waffen mit hohem Ki-Schaden; aber gegen einen Gegner, der fast nur blockt, macht man sich eher selber zur Zielscheibe, besonders wenn der Gegner Doppel-Katana benutzt. Desweiteren sind manche Ki-Angriffe, wie Tritte, teil einer Kombo, die aber nicht zustande kommt, sollte der Gegner den ersten Angriff blocken. Gegen starke Doppel-Katana-KÀmpfer erschien mir die leichteste Taktik, diese zuerst angreifen zu lassen, den ersten beiden Angriffen auszuweichen um dann den dritten Schlag zu parieren, anstatt zu versuchen das Ki des Kontrahenten zu rauben.

Zufallsitems und die Jagd nach besseren Items sind motivierend, bringen aber einige Probleme mit: Man kann eher selten gezielt auf etwas hinarbeiten, ohne Missionen mehrmals spielen zu mĂŒssen. Am Ende haben mir 2 göttliche Set-Teile gefehlt, was ziemlich nervig ist. RNGesus hat meine Gebete nicht erhört. Man kann auch GlĂŒck haben, und sogenannte Uralte Texte bekommen, welche die Herstellung von Waffen und RĂŒstungen ermöglichen – diese brauchen aber auch Boss-GegenstĂ€nde, z.B. eine Klaue des RiesentausendfĂŒĂŸlers. Bei sieben GegenstĂ€nden muss man also sieben mal den TausendfĂŒĂŸler besiegen, bzw. eine Mission mit dieser Belohnung so oft abschließen. Allerdings kommt es auch mal vor, dass beim Schmieden ein gewöhnlicher Gegenstand rauskommt, obwohl man nur die besten Materialien verwendet. Das heißt: Um ein Set mit den meisten und bestmöglichen Eigenschaften zu bekommen, muss man ein paar Ehrenrunden drehen. Im Endgame wird das ganze ein bisschen vereinfacht. Trotzdem waren Magier/Shinobi-Sets extrem Selten. Meißt wurde mir das Set einer der unĂŒbertroffenen Krieger hinterher geworfen. Das zweite Problem ist, dass einzigartige GegenstĂ€nde nicht einzigartig sind. Bei einer Nebenmission bekommt man das Blitzschwert Raikiri, weil es von William gefĂŒhrt werden möchte. So sehr, dass es einem an jeder Ecke hinterher geschmissen wird und man gleich noch eine Blaupause dafĂŒr bekommt, um es selbst zu schmieden zu können.

Die BosskĂ€mpfe machen Spaß und sind in der Regel abwechslungsreich. SpĂ€testens bei den DLC’s scheinen den Entwicklern jedoch die Ideen ausgegangen zu sein. Die meisten sind ĂŒbermenschlich schnelle Menschen, die sich meist nicht mal unterbrechen lassen und mehrere Schutzgeister besitzen. Bei dem letzten Gegner des ersten DLC’s hab ich ca. 40 Versuche gebraucht. Beim Letzten wurde ich im Kampf nicht einmal getroffen… Der Endgegner im nachfolgenden DLC hat mich dann derart zu Verzweiflung gebracht, dass ich mir den Vorherigen zurĂŒckwĂŒnschte. Die Linie zwischen schwer/herausfordernd und frustrierend ist ein schmaler Grat, der sich vermutlich auch je nach Person unterscheidet. Wem das Spiel trotzdem zu leicht ist, der kann auch mehrere Bossgegner auf einmal bekĂ€mpfen (empfand ich minimal einfacher als die DLC Bosse…) – was glĂŒcklicherweise kein muss ist.

Ich gebe 5 SpeerkÀmpfer von 7 Samurai!

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Bewertung: 5.0/5 (5)

Vorstellung: Der RPG Maker

Dominik am 1.Mai 2017 um 13:05:13

Dank reichlich vorhandener Editoren, wie zum Beispiel den RPG Maker , ist es heute relativ einfach sein eigenes Spiel zu erstellen. Vor allem im 2D Bereich gibt es reichlich Ressourcen die man einsetzen kann um ein grafisch ansehnliches Spiel zu erstellen. In diesem Artikel möchte ich auf den oben genannten RPG Maker eingehen und die Vor- und Nachteile dieses Programms erlĂ€utern. Was ist der RPG Maker? Bei dieser Software handelt es sich um ein Programm welches das Erstellen von klassischen 2D Rollenspielen mithilfe von so genannten Tilesets ermöglicht. Dabei werden 2D Grafiken in einem Set zusammengefasst die man spĂ€ter mithilfe des Map Editors platzieren kann. Eine vereinfachte Skriptsprache erlaubt zudem das Programmieren von Event Triggern. ZusĂ€tzlich gibt es noch einen Datenbank Editor welcher das Modifizieren von bestimmten Werten im Spiel ermöglicht. Mithilfe all dieser Werkzeuge lassen sich mit jeder RPG Maker Version Spiele wie die alten Final Fantasy Teile erstellen. Eingefleischte Scripter haben es zudem geschafft den Quellcode so zu verĂ€ndern das auch Spiele anderer Genres programmiert werden können wie zum Beispiel Jump`Runs. Unter dem RPG Maker 2000 kam es in Mode Grafiken von Super Nintendo Entertainment Spielen zu Rippen. Obwohl dies vom Japanischen Entwickler ASCII/Enterbrain Offiziell untersagt worden ist gelangten so massiv Grafiken von SNES Spielen ins Internet. Das Ergebnis dieser frĂŒhen Raubkopien kann man heute in allen gĂ€ngigen  App Stores noch sehen. So ist es kein Wunder das extrem viele Android Spiele 2D Sprites und Tilesets aus zB. Super Mario verwenden. Aktuell befinden sich auf Steam einige Versionen der RPG Maker Reihe im Angebot. FĂŒr welche Version  man sich entscheidet muss jeder fĂŒr sich selbst entscheiden. Wer hohe Grafische Eigenschaften fĂŒr sein Rollenspiel haben möchte der kann die neuste 2015 erschienene Version  RPG Maker MV nutzen. Maker MV bietet eine Auflösung von 816×624 Pixel und erlaubt zudem das Steuern der Spielfigur mit der Maus. Tilesets und Charaktersets sind bei dieser Version jedoch nur eingeschrĂ€nkt verfĂŒgbar. Die Plattform Steam bietet auch kostenpflichtige Ressourcen Packs an. Ich finde die Preise fĂŒr diese Packs sind sehr ĂŒberzogen und jeder Hobby Grafiker oder Musikproduzent sollte sich lieber seine eigenen Spielinhalte erstellen.

Wer nicht in der Lage ist eigene Grafiken, MusikstĂŒcke oder Scriptinhalte zu kreieren der sollte auf den RPG Maker XP oder die alte Maker 2000 Version zugreifen. FĂŒr diese beiden Programme gibt es reichlich kostenlose Inhalte die das Erstellen des eigenen Rollenspiels ermöglichen. Wer jetzt sagt, dass ihm ein 2D Spiel nicht seinen AnsprĂŒchen genĂŒgt der kann auf eine 3D Variante des RPG Makers zugreifen. Allerdings sollte man sich dabei bewusst sein das es hierfĂŒr sehr wenige Grafiken zum implementieren gibt. Außerdem ist die Grafik eher an Anime oder Manga Stil Richtungen orientiert. Ein Westlich anmutendes Rollenspiel lĂ€sst sich mit diesem Programm leider nicht erstellen.

Nachdem ich euch nun die verschiedenen Versionen des Rollenspiel Makers vorgestellt habe bleibt im Schlussstrich zu sagen dass der RPG Maker sich eher an Hobbyentwickler richtet. Es mĂŒssen keine großen ProgrammierfĂ€higkeiten oder grafische Kenntnisse vorhanden sein um ein eigenes Spiel erstellen zu können. Die Limitierungen die das Programm besitzt erlaubt aber auch kein 100%ig individualisiertes Spiel. Die Spiele die mit dieser Software erstellt werden lassen sich auch kaum kommerziell nutzen. Es gibt zwar einige Ausnahmen die es in LĂ€den wie Media Markt oder dem Online Store von Steam schaffen, aber der Großteil der Hobbyspiele werden auf den Community Plattformen kostenlos angeboten. Wer sich in die Scriptsprache des Makers einarbeitet kann aber durchaus sehr ansprechende Spiele entwickeln. Es ist fĂŒr die Hobby Spielentwicklung ein passendes Werkzeug mit dem man seine eigenen TrĂ€ume wahr werden lassen kann. In diesem Sinne viel Spaß beim ausprobieren!

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Bewertung: 4.7/5 (3)