Das Internet: Freund oder Feind?

Sicherlich ein etwas sehr √ľberzeichneter wie auch plakativer Titel, den ich hier nun f√ľr den Blogeintrag gew√§hlt habe.¬†Dennoch ist es ein Thema, welches immer wieder besch√§ftigt.¬†Damit w√§re n√§mlich rein gar nicht die Nutzung des weltweiten Netzwerks in Sachen Information gemeint.¬†Die Vorteile hier hinsichtlich Teilen und Weitergabe sind mehr als ersichtlich.¬†Viel eher geht es um das … weiter

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Das Internet: Freund oder Feind?

throgh am 10.März 2013 um 20:03:15

Sicherlich ein etwas sehr √ľberzeichneter wie auch plakativer Titel, den ich hier nun f√ľr den Blogeintrag gew√§hlt habe.¬†Dennoch ist es ein Thema, welches immer wieder besch√§ftigt.¬†Damit w√§re n√§mlich rein gar nicht die Nutzung des weltweiten Netzwerks in Sachen Information gemeint.¬†Die Vorteile hier hinsichtlich Teilen und Weitergabe sind mehr als ersichtlich.¬†Viel eher geht es um das stete Wachstum und die Akzeptanz von Spielen, die sich nur noch √ľber eine Internetverbindung nutzen lassen.

Der letzte prominente Zuwachs in der Familie der sog.¬†„Always-On“-Software?¬†„Sim City 5“¬†von der Firma Electronic Arts.¬†Nein, das ist jetzt kein Artikel, der durchweg mobil in Richtung ORIGIN, STEAM oder UPLAY machen m√∂chte.¬†Es geht hierbei einfach um die Frage wieviel Fremdsteuerung inzwischen ein Nutzer zu erdulden hat, sofern er dem Hobby der virtuellen Entdeckungen fr√∂nen m√∂chte.¬†Beginnen wir doch einfach mit der generellen Betrachtung eines Nutzers von Unterhaltungssoftware: Dieser geht nun in das Fachgesch√§ft seiner Wahl und m√∂chte dort seine Software kaufen oder er erwirbt das Ganze durch einen Onlineshop, digital oder als Postsendung sp√§ter.¬†Nun h√§lt man das Objekt der Begierde freudestrahlend in den H√§nden und sitzt vor dem heimischen PC /¬†Notebook.¬†Die Installation steht an und hiernach auch die ersten Schritt in der neuen Welt.¬†Halt, so schnell dann doch nicht: Erst muss ein Konto eingerichtet oder eben ein Bestehendes wieder bem√ľht werden.¬†Eine Client-Software muss gestartet werden, damit das Spiel initial gebunden werden kann.¬†Das Internet macht es bei entsprechend schneller Anbindung m√∂glich.¬†Das ist nat√ľrlich nunmehr ein Idealbild, auf diesem Wege k√∂nnen bereits einige √Ąrgernisse entstehen wenn zum Beispiel die eigene Anbindung nicht wirklich schnell genug ist und somit das Herunterladen von Daten zu einer stundenlangen Wartezeit wird.

Wie dem auch sei: Irgendwann wird man das Spiel mitsamt all seinen Anforderungen sicherlich auf dem System untergebracht haben und starten k√∂nnen.¬†Nur ist die Frage wie hoch der Preis war, den man wirklich daf√ľr gezahlt hat?¬†F√ľr die Hersteller ist es ein lohnendes Gesch√§ft die Kunden immer weiter in die Online-Abh√§ngigkeit zu treiben.¬†Der Kontrollverlust, der sich nach Herausgabe der Daten-CD oder DVD zwangsweise ergibt, kann so minimiert werden, da eben der Kunde nach Erwerb schlicht wieder auf die eigenen Serversysteme zur√ľckkehren muss.¬†Das passt zugleich in das Bildnis, welches die Unternehmen gerade im vergangenen Jahr so von sich gegeben haben: Der K√§ufer von Gebrauchtsoftware als „Verbrecher im Geiste“.¬†Es ist eben vermessen zu glauben, dass man mit Erwerb des Datentr√§gers auch das Spiel gekauft hat.¬†So konnten wir in den letzten Jahren immer wieder lernen, dass es ein „alleiniges Nutzungsrecht“¬†ist.¬†Nur ist die Frage: Auf Zeit?¬†Oder eben unbeschr√§nkt?¬†Das sind n√§mlich die Begrifflichkeiten, die von Herstellerseite gern unterschlagen werden.¬†Defakto kann ein „unbeschr√§nkt“¬†auch gelten, solange das Spiel eben lauff√§hig ist.¬†Und LAUFF√ĄHIG bedeutet zugleich auch die M√∂glichkeit es abzuschalten.¬†Nat√ľrlich w√ľrde man jetzt paranoides Gedankengut meinerseits dahinter vermuten.

Aber die technischen M√∂glichkeiten sind heute bereits vorhanden.¬†Nur hat sich noch kein Hersteller wirklich getraut auf den ber√ľhmt-ber√ľchtigten roten Knopf zu dr√ľcken und damit mehr Profit zu generieren.¬†Mit einem Male w√§ren die erstandenen Nutzungsrechte f√ľr ein Spiel auf einer Plattform wie ORIGIN zum Beispiel aberkannt und der Kunde m√ľsste sich vielleicht die aktuellste Version der im Jahrestakt inzwischen erscheinenden Spiele-Serien kaufen.¬†Dahinter stecken schlichte Datenbankeintr√§ge und die k√∂nnen jederzeit variabel aberkannt werden.¬†Das bedeutet jetzt aber auch NICHT, dass die besagten Plattformen wie STEAM, ORIGIN oder UPLAY jetzt allesamt nur schlecht sind oder den Benutzer g√§ngeln wollen.¬†Keineswegs, das w√ľrde ich den Unternehmen auch nicht so ohne Weiteres unterstellen wollen.¬†Allerdings ist dem ganzen Konzept schon eine arge Fremdsteuerung nicht abzusprechen und vor allem dem Trend an sich.¬†Die Argumentation, die man bisweilen h√∂rt ist ja schlicht: „Ich bin doch eh immer online, da macht es doch keinen Unterschied mehr.“

Wie soll man hierauf antworten?¬†Vermutlich gar nicht erst einmal.¬†Ich habe in der letzten Zeit einige Diskussionen ONLINE wie auch OFFLINE versucht zu f√ľhren.¬†Bisweilen endet das damit, dass man als „Neurotiker“¬†dargestellt oder eben als Au√üenseiter abgestempelt wird.¬†Dabei m√∂chte ich doch im Grunde den Menschen ihre Freude gar nicht streitig machen.¬†Dennoch hat man in den Diskussionen immer das Gef√ľhl, dass sogleich das pers√∂nliche EGO so mancher Teilnehmer angekratzt wird.¬†Das darauf folgende Schimpfgewitter lasse ich dann bisweilen ausgeblendet, denn es gibt auch Ausnahmen.¬†Das sind Menschen, die eben die Plattformen nutzen und auf Augenh√∂he diskutieren wollen, nicht mit Ironie oder purem Sarkasmus antworten, wie es der Internetgemeinde zeitweilens inzwischen schon gemein zu sein scheint in manchen Dingen.¬†An diese Menschen geht auch mein Lob und ein Danke f√ľr die guten Argumente, durch welche ich auch mehr lernen konnte als sog.¬†„Verweigerer“.¬†Aufgeschlossenheit ist das Schl√ľsselweot, denn im Grunde teilen wir alle das gleiche Hobby.¬†Und einzig die Fraktion der „Verweigerer der Online-DRM-Ma√ünahmen“¬†m√∂chte doch schlicht f√ľr Alternativen werben, mitnichten eben besagte Plattformen zur G√§nze abschaffen.
Das Internet fordert von uns als gr√∂√ütes Experiment in Sachen „Anarchie“¬†viel mehr als nur die pure Darstellung der Meinung.¬†Es ist ein Ort, an welchem wir uns vornehmlich im ersten Moment nur mittels Text ausdr√ľcken k√∂nnen.¬†Die aktuelle Neigung zu immer k√ľrzeren Nachrichten verw√§ssert das Ganze jedoch.¬†Es schadet sogar dem ganzen Konzept wie man deutlich an den Eskapaden der Piratenpartei sehen kann.¬†Also was w√§re die Forderung?

–¬†Bereitschaft sich auf alternative Meinungen einzulassen
–¬†Austausch von Sichtweisen
–¬†Hinterfragen und Nachhaken sofern Unklarheiten bestehen

Am Schluss auch einfach andere Meinungen stehen lassen: Die Plattformen STEAM, ORIGIN oder UPLAY sind versinnbildlicht nur Spiegel dessen, wie sehr wir uns sozial von au√üen steuern lassen wollen.¬†Aber wir als Kunden und Teilnehmer d√ľrfen durchaus in meinen Augen auch Forderungen an die Unternehmen stellen.¬†Ebenso d√ľrfen wir unseren Gegen√ľber darauf aufmerksam machen, wenn er „uns“¬†verletzt hat mit seinen Worten.¬†Das ist kein Gejammer.¬†Man ist dadurch auch kein Schw√§chling, sondern steht f√ľr seine Meinung ein.¬†Ein ABER jedoch hier: Es hilft nat√ľrlich nicht in einer Diskussion zu solchen Themen mit Beleidigungen zu antworten.¬†Auch das durfte ich zuletzt erleben: Bisweilen wollen hier einige Menschen schlicht nur provozieren und sich selbst in das rechte Licht r√ľcken.¬†Dabei nutzen sie Tipps, Tricks und Kniffe, indem sie die Gegenposition einfach durch vornehmliche Polemik abwerten.¬†Helfen tut es nat√ľrlich gar nicht, ganz im Gegenteil.

Nat√ľrlich kann man als „Verweigerer digitaler DRM-Ma√ünahmen“¬†nun auch das Argument des Datenschutzes anbringen.¬†Hierzu verweise ich einfach einmal auf einen sehr interessanten Artikel aus der Zeitschrift c’t: http://www.heise.de/ct/artikel/¬†Risiko-Identitaetsklau-1740579.¬†html
Auch das ist ein Grund immer kritisch zu bleiben.¬†Die zunehmende Vernetzung bringt dies mit sich, dass wir technisch weit mehr gefordert sind im Detail zu beleuchten was eine Plattform wie UPLAY f√ľr uns tats√§chlich bedeutet.¬†Bisweilen wird in den Diskussionen hier jedoch immer das mit einem „Der Anbieter wird sich schon um die Sicherheit bem√ľhen!“¬†weggewischt.¬†Aber liegt es nicht auch in der eigenen Verantwortung, selbst wenn das eben wirklich M√ľhen bedeutet?¬†So geben wir uns doch eben der Fremdsteuerung en masse hin.¬†Die letzte Forderung ist also einfach auf Augenh√∂he wie auch kritisch zu bleiben.

Das Internet ist weder FREUND noch ist es FEIND.¬†Nur sollten wir unsere Eigenverantwortung in meinen Augen weder negieren noch zur G√§nze nach au√üen legen.¬†So ist das weltweite Netzwerk auch ein Spiegel unserer eigenen sozialen Verantwortung und wenn wir Mitglieder mit einer kontr√§ren Meinung schlicht nur ausschlie√üen: Was sagt das √ľber uns letztendlich aus?¬†Es gibt defakto keine „DRM-Gegner“¬†oder „DRM-Bef√ľrwortr“, nur eben Spieler.¬†Und diese sollte einander die Meinungen g√∂nnen, aber auch Sichtweisen anbieten.¬†Derzeit ist das Ganze stark zerfasert, wie man deutlich an der Diskussion um das eingangs erw√§hnte „Sim City 5“¬†sehen kann.

Was meint ihr denn dazu? Seht ihr hier Abh√§ngigkeiten im sozialen Gef√ľge? Gibt es die besagten Fraktionen der „DRM-Gegner“¬†oder „DRM-Bef√ľrworter“?
Wie steht ihr zu der Haltung der Unternehmen, die ihre eigene Kundschaft verleumden, indem sie ihnen kriminelle Energie ohne Beweise nachsagen?
Gibt es eine soziale Verantwortung f√ľr Spieler? Oder ist sich Jeder selbst der N√§chste? Wie sehr beeinflusst denn die „DRM-Politik“¬†das Spielegeschehen in euren Augen?

von throgh
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