Nioh РKatana der Schildkröte des Todes des Wals!

Ab und an denke ich mal daran ein beliebiges Dark Souls rauszukramen und nochmal durchzuspielen – doch darauf folgt eine Erinnerung an die Strapazen und diverse Gemeinheiten, die die Entwickler im Spiel plaziert haben und die Lust schwindet wieder. Aber bei insgesamt fast 800 Stunden Dark Souls + Souls-Likes ist es vielleicht nicht ganz so … weiter

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Nioh РKatana der Schildkröte des Todes des Wals!

Reddok am 11.Januar 2018 um 18:01:03

Ab und an denke ich mal daran ein beliebiges Dark Souls rauszukramen und nochmal durchzuspielen – doch darauf folgt eine Erinnerung an die Strapazen und diverse Gemeinheiten, die die Entwickler im Spiel plaziert haben und die Lust schwindet wieder. Aber bei insgesamt fast 800 Stunden Dark Souls + Souls-Likes ist es vielleicht nicht ganz so verwunderlich, dass mann die Lust verliert. Schlie√ülich ist es doch das Unbekannte, was den Reiz dieser Spiele ausmacht. Gut, dass es Nioh doch noch auf den PC geschafft hat – an dieser Stelle muss ich beichten, dass ich einen ganzen Monat lang gebraucht habe, um mich zum Kauf zu bewegen. Das ist der Grund f√ľr meine Versp√§tung. Trotzdem hoffe ich, dass ihr mich auf eine Reise in die Anf√§nge der Edo-Zeit des Fantasy-Japan im Jahre 1600 begleitet. Ich gehe hier allerdings ziemlich ins Detail, wer also alles selbst herausfinden m√∂chte, sollte lieber selbst spielen als zu lesen. Jedoch verrate ich nicht alles und vor allem Spoiler vermeide ich.

Story

Kelley hat immer ein L√§cheln auf den Lippen. So ein positiver Mensch!Wir schreiben das Jahr 1600, unser Protagonist William Adams ist dem Alchemisten Edward Kelley nach Japan gefolgt. Dieser ‚Hollow Man‘ mit dem Schutzgeist Ouroboros – die Schlange, die sich selbst verschlingt, ein wichtiges Symbol der Alchemie – hat den Schutzgeist von William entf√ľhrt, Sariose. Er benutzt sie um das Amrita zu sammeln, welches durch die st√§ndigen Konflikte Japans in H√ľlle und F√ľlle vorhanden ist. Diese sind so schlimm geworden, dass b√∂se Geister auf der Erde wandeln. Yokai, Ayakashi, Aratama, Oni, D√§monen; sie haben viele Namen und ebensoviele Formen.
Zu allem √úberfluss mischt sich Kelley in die Politik ein und sorgt f√ľr Unruhe. Es dauert nicht lange und wir werden in den B√ľrgerkrieg hineingezogen, welcher nach dem Tod von Oda Nobunaga im Jahr 1582, neu entflammte. Dieser grausame, als D√§mon angesehene Daimyo (= Feldherr), hatte es beinahe geschafft Japan zu vereinigen; wurde jedoch von Akechi Mitsuhide verraten und beging Selbstmord. 20 Jahre sp√§ter streiten nun die Daimyo Tokugawa Ieyasu und Ishida Mitsunari um die Einheit Japans und einen bleibenden Frieden. Diese beiden wollen eigentlich das gleiche, k√∂nnen sich jedoch nicht leiden. Im Spiel sehe ich Mitsunari als wesentlich sympathischer als Tokugawa an – dummerweise hat sich der finstere Alchemist Kelly auf dessen Seite geschlagen und verst√§rkt dessen Armee mit D√§monen. Also hilft man Tokugawa und trifft dabei einige historische Pers√∂hnlichkeiten, wie Hattori Hanzo. Allerdings sind sowohl Samurai, als auch Shinobi und Kunoichi ganz sch√∂n √ľbertrieben romantisch dargestellt. Noch mehr als Ritter, Piraten und Cowboys bei uns. Zum Beispiel Hanzo’s Sch√ľlerin: Sie ist eine Kunoichi, also im Prinzip einem weibliche Shinobi. Diese sind jedoch ganz anders vorgegangen – w√§hrend die Ninja (zu deutsch: Verborgener) sich in den Schatten versteckten, haben die Kunoichi undercover gearbeitet, spioniert und Nachrichten √ľberbracht- und ja das tut sie auch im Spiel, genau wie K√§mpfen und Akrobatik. Aber da es ja eh ziemlich Fantasy-m√§√üig zugeht, kann ich damit leben. Fun Fact: Kunoichi ist kein „echtes“ Wort und wird auf japanisch „„ĀŹ„É隳ē geschrieben. Jedes der 3 Zeichen ist aus einer anderen Zeichenfamillie, wenn ich das richtig verstanden habe. Zusammengesetzt ergeben sie das Zeichen „Ś•≥“, welches Frau bedeutet.
√úbrigens ist auch William Adams ein historischer Charakter: Anders als im Spiel war er aber kein Pirat sondern ein englischer Seefahrer, der von H√§ndlern aus Rotterdam angeheuert wurde, um neue Handelsrouten zu erschlie√üen. Er brach mit 5 Schiffen auf, doch nur die Liefde schaffte es im Jahr 1600 nach Japan. Dort wurde er direkt in den Kerker geworfen, weil die Portugiesen vor Ort ihn der Piraterie bezichtigten. Tokugawa Ieasu pers√∂hnlich verh√∂rte ihn, welcher von Adam’s Wissen beeindruckt wurde. Er erz√§hlte ihm au√üerdem von dem Vertrag von Tordesillas, mit dem Spanier und Portugiesen die Welt unter sich aufgeteilt hatten. Das fand der stolze Tokugawa nat√ľrlich nicht so dufte. Lange Rede kurzer Sinn: William Adams wurde (vermutlich) zum ersten europ√§ischen Samurai, namens Miura Anjin – der Navigator von Miura.

Men√ľs & Listen

Nioh besteht zu 40% aus Knallhartem Action-Adventure/Action-RPG Gameplay und 20% Itemjagd al√° Diablo. Der Rest sind Untermen√ľs und Listen. Okay, ganz so schlimm ist es nicht. Trotzdem kann es Anfangs ganz sch√∂n erschlagend wirken.

Direkt am Anfang des Spiels merkt man die Gemeinsamkeiten von Dark Souls und Nioh – und auch die ersten kleinen Unterschiede. Amrita sind Seelen/Erfahrungspunkte, aber man bekommt auch Geld, welches man selbst beim Tod beh√§lt. Gestorbene Spieler kann man f√ľr ihre Ausr√ľstung wiederbeleben und besiegen. Es gibt leichte und schwere Angriffe, welche auf X und Y liegen, und nicht auf RB und RT… Ja ich benutze das XBox-Gamepad. Mit RT wechselt man durch die Itemsets und mit RB l√∂st man den Ki-Puls (Ja ja, ich komme gleich dazu.) aus und wechselt seine Waffen und Haltungen. LT ist f√ľr den Fernkampf. Praktisch, da man nicht wie in Dark Souls erst den Bogen in die Hand nehmen muss. Mit LB blockt man – wenigstens etwas gewohntes. Ein anderes Feature, an das ich mich bereits seit Gothic 3 gew√∂hnt habe, ist das Ausdauermanagement. Team Ninja hat sich daf√ľr etwas eigenes ausgedacht: In Nioh nennt sich das ganze Ki. Nachdem man einen Angriff ausgef√ľhrt hat, sammelt es sich in Form von blauen Energiekugeln um die Spielfigur herum und str√∂mt in den K√∂rper zur√ľck. In diesem Zeitfenster kann man einen Ki-Puls ausf√ľhren, der das Ki schneller sammelt. Wenn man den Puls ganz am Ende, also sobald die Energie wieder in den K√∂rper flie√üt, durchf√ľhrt, wird daraus ein perfekter Ki-Puls. Dieser gew√§hrt bessere Boni, reinigt das Gebiet von d√§monischer Korruption (welche die Ki-Regeneration verringert) und ist f√ľr fortgeschrittene Techniken unabdingbar. Ich mag dieses System. Ich halte es sogar f√ľr das beste am Spiel. Jedoch reichen meine Koordinationsf√§higkeiten nicht f√ľr K√§mpfen, Micro-Management und ein Gamepad-Klavierst√ľck gleichzeitig. Gl√ľcklicherweise muss man keine komplizierten Kombos beherrschen, um durchzukommen.
Was man allerdings beherschen sollte, sind die Haltungen, die auch auf echten Kampfkunsthaltungen basieren. Hohe Haltung [RB+Y]: Viel Schaden, langsam, aggressiv. Mittlere Haltung [RB+X]: Ausgewogen, defensiv, zum blocken und parieren. Niedrige Haltung [RB+A]: Schnell, defensiv mit Fokus auf Ausweichen. Wechselt man mit einem perfekten Ki-Puls die Haltung, wird die Ki-Regeneration nochmals verst√§rkt. Um Mal ein (leicht √ľbertriebenes) Beispiel f√ľr eine Katana-Kombo zu nennen:

Niedrige Haltung > X > X > X > Y > Y > Ki+[RB + X](mittlere Haltung) > X > X > Ki+[RT + rechts/links](Waffenwechsel mit schnellem Angriff) > Y > Ki+[RB+B] (B gedr√ľckt halten f√ľr schnelle Iaijutsu-Technik) > Ki+[RB+Y](hohe Haltung) > X > Y > RB

Theorethischerweise w√§re diese Kombo m√∂glich. Die meisten Gegner sind aber beim ersten Teil der Kombo bereits tot, blocken einen Angriff, oder ignorieren das ganze und rammen William ungespitzt in den Boden – besonders Bossgegner. Iai ist √ľbrigens der Name der Technik, mit der die Samurai ihre Klinge blitzschnell aus der Scheide ziehen und zuschlagen.
Nach dem man aus dem Tower von London ausgebrochen ist, darf man sich erstmal seine Anfangswaffen (welche einen Anfangsbonus auf Attribute geben) und seinen ersten Schutzgeist ausw√§hlen. F√ľr Anf√§nger w√ľrde ich zu Katana und Speer raten, da diese am einfachsten zu erlernen sind und der Speer √ľber gute Reichweite und Crowd-Control verf√ľgt. Au√üerdem skalieren diese Waffen mit Herz und K√∂rper; diese Attribute geben HP und Ki und Samurai-F√§higkeitspunkte. Moment mal! F√§higkeitspunke? Ja. Anders als in Dark Souls muss man F√§higkeiten wie Backstabs, Magie und Paraden mit F√§higkeitspunkten freischalten.

Es gibt Samurai-F√§higkeitspunkte f√ľr Waffenf√§higkeiten jeder Waffengattung; Shinobi-F√§higkeitspunkte f√ľr spezielle Tarnf√§higkeiten und Werkzeuge (wie Shuriken, Kunai und Bomben mit Gift- oder L√§hmeffekten); Onmyo-F√§higkeitspunkte f√ľr magische F√§higkeiten. Da man nur begrenzte Punkte f√ľr Waffen zur Verf√ľgung hat, sollte man sich auf ein bis zwei Waffenarten festlegen. Besonders wenn man haupts√§chlich als Magier oder Ninja spielen will.
Jetzt hat man verschiedene Kampftechniken erlernt, ist aber immer noch nicht fertig. Im Kombo-Men√ľ kann man noch F√§higkeiten f√ľr die jeweiligen Waffen ausw√§hlen, da es meist mehr als eine von jeder Sorte gibt. Zum Beispiel hat das Katana DREI verschiedene Parade-Techniken…
So, wars das jetzt endlich? Leider nein. Es gibt noch 2 Ruf-Listen: Durch bestimmte Aktionen bekommt man Rufpunkte und Titel. Ein paar Beispiele: 150 Menschen töten, bestimmte Elemente im Kampf benutzen, einen Boss mehrmals besiegen, einen Boss besiegen ohne getroffen zu werden. Mit dem Rufpunkten bekommt man kleinere Boni, wie 0,5% mehr Gold oder 10 Lebenspunkte.

So, jetzt hat man den ersten Boss besiegt. Und… kommt auf eine Weltkarte. Dort kann man zwischen Haupt und Neben-Missionen ausw√§hlen und ein halbes Dutzend andere Dinge. Das wichtigste sind hier wohl Dojo und Waffenschmied: Ersteres bringt einem das Spiel und fortgeschrittene Mechaniken bei (die ich zum Teil bereits erkl√§rt habe) und schaltet F√§higkeiten frei. Bei der Waffenschmiedin wirds kompliziert. Man kann Kaufen/Verkaufen, neue R√ľstungen und Waffen schmieden, seine Waffen mit anderen Fundst√ľcken auf h√∂here Stufen bringen, ihr Aussehen √§ndern, bestimmte Eigenschaften neu ausw√ľrfeln lassen, oder seine Haare schneiden lassen. Je mehr man den Schmied benutzt, desto besser (und billiger) wird er. Au√üerdem gibt es einen Schrein, bei dem man das gleiche wie in der Mission machen kann; die Torii-Pforte, die Ko-Op und PVP erm√∂glicht und das interdimensionale Teehaus, welches eine weitere Online-Komponente anbietet: „Clan-Kriege“… Klingt spannender, als es letzenendes ist. Man w√§hlt einen Klan aus, der einem bestimmte Vorteile bringt. Ich habe Mohri gew√§lt, was meinen Bogen-Schaden verbessert. Daf√ľr muss man aber Gegenst√§nde spenden, die diesen Buff bekommen: In meinem Fall sind das B√∂gen. Das bringt einem Ruhm ein, mit dem man sich Materialien, Emotes, zuf√§llige Waffen/R√ľstungen und Verwandlungen in andere Personen kaufen kann. Letzteres ist anfangs recht billig, bis man zu den „Waifus“ kommt. Die drei weiblichen Charaktere im Spiel sind Teilweise 10 mal so teuer wie die m√§nnlichen… Ich hab sie mir alle gekauft.

Auf der Weltkarte kommen auch im Hauptmen√ľ ein paar n√ľtzliche Dinge hinzu. Charakter- und Yokai-Verzeichnisse, in denen man sich Geschichten und die Eigenschaften von Gegnern und anderen Figuren ansehen kann – und wie oft diese William ins Reich der Toten bef√∂rdert haben.

Schutzgeister & Elemente

Very Spirit. Much Lightning. Wow. Zwei von schier endlosen Schutzgeistern, in Form von Shiba Inus. Im Internet wohl eher als Doge bekannt…Wie im letzten Abschnitt bereits erw√§hnt, kann man sich nach der Tutorial-Mission einen neuen Schutzgeist zulegen. Fuchs, Hai oder Kranich. Welcher ist erstmal egal, da man sp√§ter an jedem Schrein seinen Schutzgeist wieder wechseln kann. Jeder Schutzgeist ist einem von 5 Elementen zugeteilt: Feuer, Wasser, Wind, Erde und Blitz. Beim Spielen sammelt man Geisteskraft, die man dann benutzen kann, um den Schutzgeist in die Waffe fahren zu lassen, diese macht dann den jeweiligen Elementschaden und man wird solange Unverwundbar, bis die Geisteskraft nachl√§sst. Durch das besiegen von Gegnern l√§sst sich dieser Zustand verl√§ngern. Aber man sollte Vorsicht walten lassen: Wird William getroffen, wird die Zeit verk√ľrzt; je nach dem, wie viel Schaden ausgeteilt wird, kann er trotzdem noch in sekundenschnelle das Zeitliche segnen.
Schutzgeister haben aber noch jede Menge passive Fähigkeiten, welche man allerdings erst mit dem Geist-Attribut freischalten muss. Das kann so etwas wie Feind-Radar sein, zusätzliches Ki, oder erhöhter Schaden mit Ninjutsu-Fähigkeiten.
Sollte man irgendwann zwangsl√§ufig draufgehen, verliert man seinen Schutzgeist an der Stelle, wo man gestorben ist – und mit ihm s√§mtliche Boni – bis man ihn wieder aufgesammelt hat. Man kann ihn aber auch auf mehreren Wegen zurr√ľckrufen, am Schrein oder mit einer Beschw√∂rerkerze. Die Kerze hat den Vorteil, dass sie einem gleich das verlorene Amrita zur√ľckbringt. Holt man den Geist jedoch am Schrein zur√ľck, bzw. stirbt nochmal, kommt der Schutzgeist ohne das Amrita wieder.

Wer bei den Geistern und Elementen an Pok√©mon denken muss, liegt gar nicht so falsch, auch wenn es nur so 5-6 Geister pro Element gibt. Bosse (Yokai und Menschen) haben meist Resistenzen und Schw√§chen, je nach dem welchem Element sie zugeordnet sind. Bei den Yokai sollte man hierbei darauf achten, was sie machen oder wie sie aussehen. Spucken sie Feuer? Lassen sie Blitze erscheinen? Bei den Menschen ist es einfacher, man muss eigentlich nur die Farbe ihres Schutzgeistes beachten. Erde ist Lila, Wind gr√ľn, Wasser blau (Echt jetzt!), Feuer rot, und Blitz gelb. Viel interessanter ist aber die Frage, welche St√§rken und Schw√§chen die Elemente untereinander haben. Blitz ist gut gegen Wasser, oder? Fehlanzeige! In der Regel zerst√∂rt Feuer Wasser, Wind verweht Erde, Blitz erledigt Wind, Wasser vernichtet Blitz. Jedoch ist es nicht immer so einfach… Es gibt z.B. Feuer-Yokai, deren Schw√§che Wasser darstellt.
Elemente machen aber nicht nur zus√§tzlichen Schaden, sondern f√ľhren auch zu Statuseffekten, sollte man in kurzer Zeit gen√ľgend Elementarschaden verursachen.
Feuer … brennt, f√ľhrt zu Schaden √ľber Zeit – l√§sst sich aber durch wiederholtes Ausweichen l√∂schen.
Wasser verringert die physische Verteidigung.
Erde erhöht den erlittenen Ki-Schaden.
Wind veringert den verursachten Schaden.
Blitz verlangsamt und verringert die Reichweite von Bewegungen.
Und sollte man es schaffen, zwei Effekte gleichzeitig auf ein Ziel zu bringen, f√ľhrt das zu einem extremen Statuseffekt namens Verwirrung: Solange das Ziel angegriffen wird, kann es sich nicht wehren und nimmt massiv erh√∂hten Schaden. Da aber die Anzeige f√ľr den Statuseffekt schnell wieder sinkt, es mit der niedrigen Haltung am einfachsten und schnellsten geht, den gew√ľnschten Effekt herbeizuf√ľhren, kommt es ganz schnell zum Buttonmashen – und das ist nicht im Sinne dieser Art von Spielen.

Haushohe Blobs & Oneshotting

Die Bosse von Nioh z√§hlen f√ľr mich zu den Highlights, aber auch zu dem gr√∂√üten Problem des Spiels. Highlight, weil das visuelle Design gro√üartig ist. Selbst die menschlichen Bossgegner – von denen drei einen Speer als Waffe benutzen – strotzen vor Charakter. Aber selbst die coolsten Bosse k√∂nnen nicht mit denen aus Dark Souls mithalten. Es gibt maximal einen Boss, der an die Epicness von Gwynn, Friede, Gael oder der Seele der Asche herankommt. Ich denke auch, dass selbst die Bosse in The Surge wesentlich besser dastehen, von den Mechaniken her. Hinzu kommt, dass es ca. 2-4 unterschiedliche Bosskampf-Musikst√ľcke gibt. Kein Vergleich zu Dark Souls, wo jeder Boss seine eigenes St√ľck hat. Gerade die „T√§nzerin des Nordwindtals“ in Dark Souls 3, die einen ganz anderen Rythmus hat (Bewegungen, Angriffe und Musik), als der Rest des Spiels. Au√üerdem haben viele Bosse in Nioh ein bis zwei Attacken, die William selbst mit voller Lebensenergie ins Jenseits bef√∂rdern. Oder eine Kombo, die das gleiche bewirkt, sobald die erste Attacke trifft. Manchmal scheint sowas aus dem Nichts zu kommen, was die ganze Sache frustrierender macht, als sie sein sollte.

Okay, genug rumgemeckert. Die Endgegner im Hauptspiel machen trotzdem Spass und verlangen (wenn man allein spielt) ganz schön viel Geduld und Disziplin. Ich werde kurz auf einige der ersten Bosse und geeignete Taktiken eingehen.

Der Onryoki sieht erstmal gef√§hrlicher aus, als er ist. Die gro√üen Ketten des 0815-D√§mons geben ihm sehr gute Schlagkraft und Reichweite – aber er ist langsam und anf√§llig f√ľr Statuseffekte (au√üer Feuer). Am besten immer kurz verletzen, dann einer Rundumattacke ausweichen. Ich habe die Hohe Haltung benutzt, bin immer abwechselnd ran- und weggegangen. Sobald er gen√ľgen HP verloren hat, verliert er seine Ketten und wird schneller. Am besten in die niedrige Haltung Wechseln, mit Magie Elementschaden auf die Waffe legen. Sobald der Status-Effekt eintritt, den Schutzgeist aktivieren (der bestenfalls ein anderes Element hat), dann solange draufkloppen, bis der Onroki verwirrt ist. Dann wieder in die Hohe Haltung wechseln und die st√§rksten Attacken raushauen, die man gelernt hat. Normalerweise w√ľrde der Onryoki selbst unter diesen nicht zusammenzucken und direkt zur√ľckschlagen – aber durch die Verwirrung wird er leichte Beute, die schnell f√§llt.

Die Hinoenma ist eine Art Mischung aus Vampir/Cthulhu und ist der zweite echte Boss. Ihr Name bedeutet wortw√∂rtlich fliegendes Ungl√ľck; geboren von der Wut einer erschlagenen, unschuldigen Frau, drinkt sie das Blut von M√§nnern, um ihre Lebenskraft und Sch√∂nheit zu erhalten. Je nach dem, ob man Punkte in Magie oder Nijutsu investiert hat, sollte man etwas gegen Paralyse dabei haben – oder man l√§sst sich einfach nicht treffen. Anders als der verherige Boss ist sie klein und schnell, l√§sst sich aber ganz gut blocken. Wenn sie sich in die L√ľfte erhebt gibt sie au√üerdem ein gutes Ziel f√ľr Fernangriffe ab, die ihr Ki ganz sch√∂n in Mitleidenschaft ziehen. Sie hat aber auch einen gef√§hrlichen Griff, der enormen Schaden verursacht und sie heilt. Dieser k√ľndigt sich in einer Art kurzen, sinnlichen Vorw√§rtsstolzieren an. Wenn man also sieht, wie sie ihre Haltung ver√§ndert, nimmt man am besten die Beine in die Hand und weicht r√ľckw√§rts aus. Diesmal sollte man auch nicht unbedingt versuchen den Verwirrtheits-Status auszunutzen, lieber ganz auf Blitzschaden konzentrieren, um sie zu verlangsamen.

Der Nue ist eine Chimera, bestehend aus einem Affengesicht, einem Tigerk√∂rper und einem Schlangenschwanz. Er ist in der Lage, Blitze vom Himmel regnen zu lassen, womit er sich h√§ufiger in japanischen Legenden besch√§ftigt hat. In Nioh hat er ziemlich starke Angriffe, die jedoch sehr gut zu vermeiden sind; am besten stellt man sich direkt vor ihm und greift seinen Bauch an, sobald er zu seinen Blitzatem ansetzt. Das macht ihn meist kurz wehrlos, aber Achtung: sobald er sich wieder aufl√§dt, kommen zwei Blitze gleichzeitig vom Himmel geschossen, die William oneshotten k√∂nnen. Das gleiche gilt f√ľr die 4 versetzten Blitze, die niederprasseln, sobald der Nue den Himmel anheult (wenn man vom Ersten getroffen wird, trifft auch meist der Zweite). Um den Nue zu verwirren, greift man am besten auf Wasser und Erde zur√ľck.

Dann sinkt der Schwierigkeitsgrad auf unerkl√§rliche Weise. Nach dem optionalen, „friedlichen“ Wettstreit mit dem un√ľbertroffenen Krieger des Westens, ist der gro√üe Tausendf√ľssler extrem einfach, vermutlich der einfachste Boss im ganzen Spiel. Gift-/Paralyseresistens verbessern, den Kopf mit gro√üen Waffen in hoher Haltung angreifen. Ansonsten sollte man genau auf die Mechaniken in der zugeh√∂rigen Mission achten.

Klein aber fein: Karakasa sind gef√§hrlicher als der gro√üe Tausendf√ľ√üler.

Etwas √§hnliches gilf f√ľr den Umi-Bozu – wortw√∂rtlich See-M√∂nch. Es ist ein Yokai, welcher in der Nacht ruhige Gew√§sser heimsucht und Schiffe angreift. Es hei√üt durch seinen Glatzkopf sieht er aus wie ein riesiger, buddhistischer M√∂nch. Er ist sehr schnell erreichbar, man sollte aber vorher Laternen, die in seinem Gebiet verteilt sind, anz√ľnden. Denn diese zerst√∂ren kleinere D√§monen auf Anhieb, die am Kampf teilnehemen – was den Kampf schonmal um einiges einfacher macht, da alle seine Attacken einfach zu vermeiden sind. Hebt er einen Arm, weicht man zu der Seite aus, wo dieser arm herkommt. Hebt er beide, rennt man zu seinem K√∂rper. Diversen Geschossen kann man in einer beliebigen Richtung ausweichen. Dann kloppt man einfach in der Hohen Haltung auf seinen K√∂rper, am besten mit Feuer. Kein Feuer? dann auf die leuchtenden Stellen auf seinem K√∂rper. Am einfachsten ist aber, seine Waffe bei einem der drei gro√üen Leuchtfeuer zu entfachen – was den Schaden dieser stark erh√∂ht – aber den Weg frei f√ľr kleine Gegner macht. Ansonsten muss man aufpassen, dass man nicht von einem Strahl gelber Fl√ľssigkeit getroffen wird, ein weiterer instant Tod. Ich versteh schon – von einem Strahl gelblicher Fl√ľssigkeit getroffen zu werden, ist auch im echten Leben unangenehm. Trotzdem Unn√∂tig.

Der letze Yokai/Boss, √ľber den ich schreibe, ist die Yuki-Onna oder Schneefrau. Typischerweise handelt es sich dabei um eine Frau, die in einem Schneesturm umgekommen ist; meist mit tragischer Liebesgeschichte. Im Spiel handelt es sich um die Frau von Oda Nobunaga, die den Tod ihres Mannes betrauert. Anders als die meisten Bosse, ist sie auf jede Entfernung absolut t√∂dlich, vor allem in der zweiten Phase. Trotzdem ist sie f√ľr mich einer der besser designten Bosse, da sie zwar Attacken hat, die viel Schaden und Debuffs verursachen, aber keine Oneshots oder Todeskombos. Habe aber nicht so viele Tipps, au√üer Feuer zu benutzen, ihre AOE’s zu vermeiden und die Muster ihrer verschiedenen Geschoss-Angriffe zu merken. Wenn man sich also keine Hilfe von anderen Spielern holt hei√üt es: Git Gud.

Fazit

Als dunkler Veteran und Teilzeit-Otaku habe ich viel Spa√ü mit Nioh. Es gibt mehrere Spielstile und Taktiken, was f√ľr enormen Wiederspielwert sorgen kann. Wer zudem Item-Jagd wie in Diablo mag, kommt auch bei Nioh auf seine Kosten. Das Gleiche gilt f√ľr Masochisten und Perfektionisten. Es gibt aber immer zwei Seiten der Medallie:

F√ľhlt ihr meinen Schmerz?

Das Kampfsystem ist schön tief und anpassbar, aber teilweise zu unnötig Komplex, zumindest sehe ich das so. Die drei Haltungen sind spitze. Was mir aber fehlt, ist ein wirksamer Guard-Break: Es gibt zwar Angriffe und Waffen mit hohem Ki-Schaden; aber gegen einen Gegner, der fast nur blockt, macht man sich eher selber zur Zielscheibe, besonders wenn der Gegner Doppel-Katana benutzt. Desweiteren sind manche Ki-Angriffe, wie Tritte, teil einer Kombo, die aber nicht zustande kommt, sollte der Gegner den ersten Angriff blocken. Gegen starke Doppel-Katana-Kämpfer erschien mir die leichteste Taktik, diese zuerst angreifen zu lassen, den ersten beiden Angriffen auszuweichen um dann den dritten Schlag zu parieren, anstatt zu versuchen das Ki des Kontrahenten zu rauben.

Zufallsitems und die Jagd nach besseren Items sind motivierend, bringen aber einige Probleme mit: Man kann eher selten gezielt auf etwas hinarbeiten, ohne Missionen mehrmals spielen zu m√ľssen. Am Ende haben mir 2 g√∂ttliche Set-Teile gefehlt, was ziemlich nervig ist. RNGesus hat meine Gebete nicht erh√∂rt. Man kann auch Gl√ľck haben, und sogenannte Uralte Texte bekommen, welche die Herstellung von Waffen und R√ľstungen erm√∂glichen – diese brauchen aber auch Boss-Gegenst√§nde, z.B. eine Klaue des Riesentausendf√ľ√ülers. Bei sieben Gegenst√§nden muss man also sieben mal den Tausendf√ľ√üler besiegen, bzw. eine Mission mit dieser Belohnung so oft abschlie√üen. Allerdings kommt es auch mal vor, dass beim Schmieden ein gew√∂hnlicher Gegenstand rauskommt, obwohl man nur die besten Materialien verwendet. Das hei√üt: Um ein Set mit den meisten und bestm√∂glichen Eigenschaften zu bekommen, muss man ein paar Ehrenrunden drehen. Im Endgame wird das ganze ein bisschen vereinfacht. Trotzdem waren Magier/Shinobi-Sets extrem Selten. Mei√üt wurde mir das Set einer der un√ľbertroffenen Krieger hinterher geworfen. Das zweite Problem ist, dass einzigartige Gegenst√§nde nicht einzigartig sind. Bei einer Nebenmission bekommt man das Blitzschwert Raikiri, weil es von William gef√ľhrt werden m√∂chte. So sehr, dass es einem an jeder Ecke hinterher geschmissen wird und man gleich noch eine Blaupause daf√ľr bekommt, um es selbst zu schmieden zu k√∂nnen.

Die Bossk√§mpfe machen Spa√ü und sind in der Regel abwechslungsreich. Sp√§testens bei den DLC’s scheinen den Entwicklern jedoch die Ideen ausgegangen zu sein. Die meisten sind √ľbermenschlich schnelle Menschen, die sich meist nicht mal unterbrechen lassen und mehrere Schutzgeister besitzen. Bei dem letzten Gegner des ersten DLC’s hab ich ca. 40 Versuche gebraucht. Beim Letzten wurde ich im Kampf nicht einmal getroffen… Der Endgegner im nachfolgenden DLC hat mich dann derart zu Verzweiflung gebracht, dass ich mir den Vorherigen zur√ľckw√ľnschte. Die Linie zwischen schwer/herausfordernd und frustrierend ist ein schmaler Grat, der sich vermutlich auch je nach Person unterscheidet. Wem das Spiel trotzdem zu leicht ist, der kann auch mehrere Bossgegner auf einmal bek√§mpfen (empfand ich minimal einfacher als die DLC Bosse…) – was gl√ľcklicherweise kein muss ist.

Ich gebe 5 Speerkämpfer von 7 Samurai!

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Bewertung: 5.0/5 (5)