Retro-Check: Autobahn Total

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Formula Retro Racing – Wer hat die Polygone geklaut? (Test, Review)

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Retro-Check: SuperChix ’76

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RĂŒckblick: Formel 1 in der Videospiel-Branche

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» Racing

Retro-Check: Autobahn Total

kepu am 17.Januar 2022 um 11:01:19

Rennen auf vielen verschiedenen deutschen Autobahnabschnitten: Klingt in der Theorie nach einem total abgefahrenen Erlebnis. Doch der Totalschaden in dieser Autobahn-Raser-Inspiration ist höher als gedacht.


Da existierte mit „Autobahn Raser“ schon ein mittelmĂ€ĂŸiges Rennspiel mit deutschen SchauplĂ€tzen, kommt Ende 1999 vom Publisher IncaGold das von Brightstar entwickelte „Autobahn Total“ um die Ecke geschossen, welches sich dem gleichen Thema widmet: hemmungslos ĂŒber deutsche Autobahnen dĂŒsen, koste es was es wolle. WĂ€hrend es in „Autobahn Raser“ auch durch StĂ€dte geht, behandelt „Autobahn Total“ gemĂ€ĂŸ Titel nur Autobahnabschnitte, angeblich welche aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und ein bisschen aus den Niederlanden.

WĂ€hrend die Auswahl der ganzen 32 Strecken mit zehn unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen sehr ĂŒppig klingt, gibt es mit gerade mal zwei Porsche-Modellen eine eher dĂŒrftige Fahrzeugauswahl. Als fahrbare UntersĂ€tze stehen ein 911er und ein 944er in jeweils fĂŒnf Farben zur VerfĂŒgung. Entweder lernt man die Streckenabschnitte im Zeitrennen alleine kennen oder tritt im Duell gegen einen Gegner an. Der Gewinner wird reichlich belohnt: mit einer Anzeige, dass er gewonnen hat. Es gibt schließlich nichts zum freischalten.

Ein einzelner Reifen muss als Ladebildschirm herhalten und man kann zurecht fragen: haben die (Macher) ein Rad ab? Was zur Hölle lĂ€dt der da so lange? Zumindest auf dem Testsystem betrug die Ladezeit gerne eine knappe Minute, dabei besteht der ĂŒberwiegende Teil der Ladezeit sogar aus einem schwarzen Bildschirm. Da ist es allerdings löblich, dass das Rennen nicht sofort losgeht oder mit einem Countdown angekĂŒndigt wird, sondern ein Tastendruck dieses erst beginnen lĂ€sst. Das muss allerdings nicht die Leertaste sein, wie das Spiel es blinkend mitteilt.

Und egal, welche Strecke man startet, alle sehen gleich aus. Autobahnen können zwar durchaus gleich aussehen, aber im wahren Leben bieten sie dennoch mehr Variation als die Autobahnen in „Autobahn Total“. Hin und wieder Ausfahrten mit BrĂŒcke, ab und zu ein Tunnel, irgendwann kommt eine Kurve und vielleicht noch eine. Das wars. An der Seite zieren noch ein paar GebĂ€ude hinter dem HĂŒgel das Spielgeschehen. ParkplĂ€tze? Ach was. Baustellen? Nerven eh. Mal eine vier- statt sechsspurige Autobahn? Aufwendig zu programmieren.

Nicht nur der Motorensound der beiden Porsche-Modelle ist absolut grottig, die Steuerung ist es ebenso. Eine Lenkbewegung bremst das Fahrzeug massiv aus und Kurvenfahrten fĂŒhren meist zu einer höllischen Untersteuerung. Ulkigerweise hilft eine Stotterbremsung dabei, dem Kuss der Leitplanke zu entkommen. Und manchmal muss nicht einmal die Pfeiltaste gedrĂŒckt werden, um das Fahrzeug zu beschleunigen. Das Spiel bietet mit dieser verkorksten Steuerung eine Herausforderung, die es so nicht geben sollte.

Und die kĂŒnstliche Intelligenz? Eher eine kĂŒnstliche Blödheit. Die Packung meint, „der Verkehr [wird] wirklichkeitsnah simuliert“. Die stĂ€ndigen Spurwechsel und die hĂ€ufige Missachtung des Rechtsfahrgebots sprechen dafĂŒr. Doch die Fahrzeuge kollidieren öfter als es einem lieb ist. In diesem Spiel passieren auf der gesamten Strecke mehr UnfĂ€lle als auf einem eisglatten Gehweg bei Minustemperaturen und gefrierender NĂ€sse. Selbst wenn es bei den Modellen fĂŒr den Straßenverkehr mehr Variation gibt als dem Spieler zur VerfĂŒgung steht, gibt es keine LKW. DafĂŒr aber massenweise Busse, die eigenartigerweise so stark wackeln als wĂŒrden sie jedes Straßenloch mitnehmen. Und die Modelle kennen nur Ecken und Kanten, aber keine Rundungen.

Im Duell gibt es immer nur einen Gegner, der das andere Porsche-Modell fĂ€hrt als der Spieler, dafĂŒr immer in rot. Wenn es Momente gibt, wo man diesen Gegner problemlos ĂŒberholen könnte, greift eine eigenartige Technik, die ihn plötzlich auf magische Art und Weise mehr Schub gibt. Das fĂŒhrt zu einer Aggression in Form von Rammen. Sobald der Gegner in der NĂ€he des Spielerfahrzeugs ist, lĂ€sst dieser keine Gelegenheit aus, dieses wegzuschieben. Und baut der Kontrahent selber einen Unfall, wird das eigene Fahrzeug seltsamerweise ausgebremst. Das passiert nicht immer, aber es ist ein eigenartiges Gummiband-PhĂ€nomen.

Das Rennen ist vorbei, wenn die Zielentfernung am oberen Rand des Bildschirms auf 0 steht. Dann wird das Bild ausgeblendet und eine kleine Statistik wird angezeigt, wÀhrend der Porsche eine Ausfahrt auf einem Autobahnkreuz nimmt. Eine Variation, die man im gesamten Spiel schmerzlich vermisst. Einmal ist es im Test vorgekommen, dass das Fahrzeug plötzlich quergestellt die Ausfahrt nimmt. Das konnte allerdings nicht mehr wieder reproduziert werden.

Es gibt noch weitere Ungereimtheiten. Die Streckenangaben bei der Auswahl machen keinen Sinn. Zum Beispiel soll die Autobahnstrecke zwischen Duisburg und Bonn 4km lang sein. Oder die Strecke zwischen Hennef und Kerkrade, die ist mit 22km angegeben. Das kann man noch einsehen, dass man das nicht so exakt angeben könnte. Der Publisher sollte dann allerdings sinnvolle GrĂŒnde vorlegen, warum in der Anleitung Tastenbelegungen erwĂ€hnt werden, die es gar nicht gibt. Mit der Leertaste soll man hupen können, im Spiel passiert da gar nichts. Mit der Umschalttaste (bzw. Shift) soll man das Licht einschalten können, im Spiel löst das die Hupe aus. Das Licht lĂ€sst sich absolut nicht ansteuern.

Um die Nutzerunfreundlichkeit noch vollstĂ€ndig zu machen, erstellt die Installation weder einen StartmenĂŒeintrag noch eine VerknĂŒpfung auf dem Desktop. Gibt es nach all dem Gemecker eigentlich irgendwas positives zu berichten? Das MenĂŒ ist immerhin ĂŒbersichtlich und unkompliziert gestaltet, selbst wenn man die Musikeinstellungen mit in die Detailstufen platziert hat. Und die Musikauswahl klingt recht gut, wĂ€re die AudioqualitĂ€t von ihr nicht grottenschlecht.

Die Grafik ist nicht die allerbeste und die Weitsicht lĂ€sst zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Mehr als 640×480 Pixel in der Auflösung sind nicht drin, selbst im Direct3D-Modus. Die verschiedenen Detailstufen machen allerdings keinen großen optischen Unterschied. Auf dem Testsystem (Intel Pentium II 350, 256MB RAM, 3dfx Voodoo3 3000, Windows 98 SE) lief das Spiel flĂŒssig, sofern wenig oder gar kein Verkehr vorhanden war. Sobald sich der Verkehr regelrecht vermengt hat, ging die Framerate stark runter, aber nicht so stark, dass daraus eine Slideshow wurde.

Fazit

Spiele wie „Autobahn Total“ gehören gewiss nicht auf die Überholspur, sondern auf den Pannenstreifen. Die Variationslosigkeit der 32 Strecken bietet mehr QuantitĂ€t statt QualitĂ€t, die sich mit dem mangelhaften Fuhrpark und der absolut dĂ€mlichen KI anfĂŒhlen wie auf einem Fahrsicherheitstraining im öffentlichen Straßenverkehr. Der Alltag auf deutschen Autobahnen ist zwar schon etwas chaotisch, dennoch haben die Macher mit diesem Spiel fast schon unfreiwillig eine Persiflage davon geschaffen, ohne dies jemals auf der Packung zu erwĂ€hnen. Wer Spaß auf virtuellen deutschen Strecken sucht, ist mit dem mittelmĂ€ĂŸigen „Autobahn Raser“ tatsĂ€chlich besser beraten.

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Bewertung: 5.0/5 (3)
0 » Retro

Retro-Check: GTI Racing

kepu am 9.August 2021 um 20:08:46

Grand Tourisme Injection – mit der AbkĂŒrzung kam 1976 ein leistungsstarker Volkswagen Golf auf dem Markt. 30 Jahre spĂ€ter widmete Techland diesem Modell ein Rennspiel, welches zwar keine BĂ€ume rausreißen konnte, aber doch nette AnsĂ€tze besaß.


Deep Silver veröffentlichte im FrĂŒhling 2006 das von Techland entwickelte “GTI Racing”, welches logischerweise den grĂ¶ĂŸten Fokus auf den Volkswagen Golf hat. Neben dem Golf von der ersten bis zur damals aktuellen fĂŒnften Generation (fĂ€lschlicherweise auf der Packung als “brandneu” bezeichnet) darf man allerdings auch Modelle wie den KĂ€fer, den ersten Transporter (bzw. VW Bus), den New Beetle oder einige Konzeptfahrzeuge durch verschiedene Strecken auf der Welt bewegen. Genauer gesagt durch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritanien und Texas.

Der Karrieremodus bietet 72 Rennherausforderungen, welche ĂŒberwiegend aus Rundkursen bestehen, hin und wieder allerdings auch garniert sind mit Drag-, Drift- und Freistilrennen. Bei jedem Rennen gibt es Geldpreise, die in AufrĂŒstteile oder neue Fahrzeuge investiert werden können. Hin und wieder können auch Bonuswagen gewonnen werden, die dem Spieler mehr Geld fĂŒr AufrĂŒstteile ĂŒbrig lassen. Klingt ein wenig nach einem “Need for Speed: Volkswagen Golf”, aber weit gefehlt: “GTI Racing” kam – zumindest bei der Fachpresse – nie wirklich gut an seine Konkurrenz ran.

Die Meisterschaft des Spiels wird “Rennserie” oder “Rallye-Meisterschaft” genannt. Im Laufe der Zeit nimmt man so an zig verschiedenen Cups teil. Angegeben wird immer das Preisgeld fĂŒr den ersten Platz. Gerade im mittleren Schwierigkeitsgrad, der standardmĂ€ĂŸig eingestellt ist, ist das durchaus zu schaffen. Doch der erste Platz ist nicht zwingend notwendig, das Spiel gibt sich zum Freischalten der weiteren Herausforderungen mit dem zweiten Platz zufrieden. Sehr fair, wo doch viele Konkurrenten immer die Top-Platzierung haben wollen.

Entweder einer oder drei, mehr Gegner bietet das Spiel nicht. Das ist bei den meisten Strecken eine durchaus sinnvolle Anzahl, einige empfinden das als zu wenig. Deren StÀrke ist von Rennen zu Rennen unterschiedlich. Mal sind sie etwas stÀrker als der Spielerwagen, mal sind sie unglaublich schwach und man lÀsst diese weit hinter sich. Und wenn die KI mal in der NÀhe ist, verhÀlt sie sich ziemlich doof: bei simplen Rammern verlieren sie die Kontrolle und fliegen aus der Strecke, das kriegen sie aber auch ohne jegliches Zutun von Seiten des Spielers hin. Und allgemein gelten sie als sehr schadenfroh.

So groß einige Kurse sind, viel AktivitĂ€t darf man auf diesen nicht erwarten. Auf dem deutschen Kurs, der unpassenderweise weit weg vom Standort von Volkswagen stattfindet – nĂ€mlich in Bayern – gibt es KĂŒhe. Sonst gibt es an der Startflagge meistens Publikum. FĂ€hrt man beide bewegliche Objekte an, setzt das Spiel das eigene Fahrzeug zurĂŒck und kann innerhalb von drei Sekunden wieder losfahren. Sonst gibt es nur abwechslungsreiche tote Gegenden zu erblicken. Selbst die Zugstrecken in Texas und in Frankreich werden nicht befahren, wobei man wĂ€hrend eines Rennens ungern an einem BahnĂŒbergang warten möchte, wĂ€hrend alle Gegnerschaften Richtung Ziel dĂŒsen.

Und dann gibt es noch die Physik. Keine Frage, die Fahrzeuge steuern sich nicht zu Arcade-lastig und nicht zu realistisch, Techland hat hier einen soliden Mittelweg gefunden und mit der Steuerung kann man sich schnell anfreunden. Die Welt von „GTI Racing“ nutzt allerdings eine seltsame Art von Erdanziehungskraft, denn die Fahrzeuge kleben förmlich auf dem Boden. SprĂŒnge fĂŒhlen sich eigenartig an und das eigene GefĂ€hrt dreht sich bei einer kleinen doofen Unebenheit auf der Straße um 180°. Sprungschanzen werden plötzlich zu einer unberechenbaren Waffe. Das ist reichlich ungesund fĂŒr ein Rennspiel.

WĂ€hrend der ĂŒberwiegende Teil der Meisterschaft aus klassichen Rundkursen besteht, gibt es neben diesen noch weitere Herausforderungen. Bei den Driftevents muss das Auto bei verĂ€ndertem Fahrverhalten ins Schlittern kommen, dabei darf die Wand allerdings nicht berĂŒhrt werden. Ein Punktzahlabstand sagt, ob der erste Platz sicher ist oder ob noch mehr geschlittert werden muss. Dragrennen sind Rennen gegen einen Kontrahenden auf einer sehr kurzen geraden Strecke. Hier muss eigenhĂ€ndig und zum richtigen Zeitpunkt geschaltet werden und die einzig mögliche Kamerasicht ist die Innenraumperspektive. Sonst gibt es noch Checkpoint-Rennen mit der freien Wahl der Erreichung ebendieser (gerne auch querfeldein) und eine Freistil-Veranstaltung, wo man Pappfiguren ausweichen muss.

Ist eines dieser Herausforderungen gewonnen, können mit etwas GlĂŒck neue Fahrzeuge gekauft werden, sonst muss man sich der AufrĂŒstung seines derzeitigen GefĂ€hrts widmen mit dem Erwerb neuer AufrĂŒstteile. Davon hat das Spiel reichlich zu bieten, sogar von namhaften Herstellern. Motor, Turbo, Getriebe, Bremsen, Stabilisatoren, leichtgewichtigere Karosserieteile etc
 „GTI Racing“ lĂ€sst da kaum WĂŒnsche offen. Jedoch sollte man nicht mit unfangreichen optischen Modifizierungen Ă  la „Need for Speed“ rechnen. Es gibt feste Lackierungen und nur ein paar Karosserieteile, der Großteil der AufrĂŒstungsteile beschrĂ€nkt sich mehr auf die inneren Werte.

Im Laufe der Karriere werden neue Fahrzeugkategorien freigeschaltet, die seltsame Namen haben (etwa ist der Golf IV in der Kategorie „Ausgaben“). FĂŒr bestimmte Herausforderungen sind Fahrzeuge einer oder zwei bestimmter Kategorien vorgesehen, insofern muss man sich auf diese beschrĂ€nken. Im Fall des VW-Busses (auch VW T1 genannt) kann man im Karrieremodus sogar ein Fahrzeug gewinnen, welches man in der Form nicht kaufen kann. SpĂ€ter wird einem die Kaufentscheidung abgenommen, wenn das gewonnene Bonusfahrzeug eines von der spĂ€ter notwendigen Kategorie ist.

Grafisch muss sich „GTI Racing“ keineswegs verstecken. Mit den höchsten Grafikeinstellungen hat das Spiel fĂŒr sein Erscheinungsjahr eine recht ansehnliche Grafik, unter anderem mit hĂŒbschen Reflektionseffekten auf der Karosserie. Von außen sieht man bei den ganzen Vehikeln einen detallierten Innenraum, etwa die roten Sitzpolster der GTI-Modelle, und einen menschlichen Fahrer am Steuer. Dieser Augenschmaus setzt sich allerdings nicht im Innenraum fort, denn die Innenraumperspektive hat sehr niedrig aufgelöste Texturen. Immerhin bewegen sich die Scheibenwischer bei Regen oder Schlamm, was man auch in der Innenraumperspektive sehen kann.

Im Einzelrennen können die freigeschalteten Rennen zu unterschiedlichen Tageszeiten (von 7 bis 18 Uhr) bei klaren oder regnerischem Wetter gefahren werden. Zur Auswahl stehen nicht nur die freigeschalteten Modelle zur VerfĂŒgung, sondern auch die, die man in seiner Werkstatt besitzt. ZusĂ€tzlich lassen sich alle AufrĂŒstteile einbauen. Das ist praktisch, um auch mal sein fahrerisches Können mit kompletten Tuning zu zeigen. Viel kaputt geht beim Auto ohnehin nicht, bei einigen Schrammen zerspringen die Scheiben. Mehr passiert allerdings nicht. Im Laufe des Spiels wurde mein eigener Volkswagen nie richtig kaputt und hatte Schadenswerte um max. 3%.

Die absolvierten Rennen können in verschiedenen Kameraperspektiven und mit zahlreichen mehr oder weniger sinnvollen Videofiltern in Form von Wiederholungen betrachtet werden. So ist es möglich, die verschlampte Frontansicht anzuschauen, denn im Spiel kann man nicht nach hinten sehen, weder per Taste noch mithilfe eines RĂŒckspiegels. Eine Einzigartigkeit, die nicht hĂ€tte sein mĂŒssen. Seltsamer Nebeneffekt: bei manchen Wiederholungen kann es beim Betrachten vorkommen, dass das eigene Fahrzeug auf einmal unsichtbar ist, aber nur bei bestimmten Perspektiven. Die Wiederholungen lassen sich abspeichern und spĂ€ter ĂŒber das HauptmenĂŒ erneut abrufen.

Technisch lief das Spiel auf dem Testsystem (AMD Phenom 9600B, 4GB RAM, GeForce 9800 GT Green Edition, Windows Vista SP1) auf höchsten Einstellungen und in der Auflösung 1024×768 Pixel hervorragend, abgesehen von einigen nervigen Mikrorucklern, die ich aber eher auf die Treiber als auf das Spiel schiebe. Der StarForce-Treiber, der unter Windows Vista nicht funktioniert, zwang mich allerdings zur Nutzung eines No-DVD-Patches. Bis auf die eine Sache mit den Wiederholungen bemerkte ich beim Durchspielen keinerlei technische Macken. Zudem fielen selten Platzhalter-Texte auf.

Fazit

Nicht nur Fans des Automobils aus Wolfsburg, sondern auch Gelegenheitsspieler finden mit GTI Racing ihr Videospiel. Die abwechslungsreichen Rennherausforderungen finden in Kombination mit der guten Modellauswahl von KĂ€fer, Golf & Co. und dem Tuning durchaus Gefallen. Stellt man allerdings Vergleiche mit der Konkurrenz an, finden sich schnell Negativpunkte. Die seltsame Physik, die einen gerne aus der Strecke schmeißt, ist Ă€rgerlich. Und Techland hat sich bei der PrĂ€sentation aller Features nicht die beste MĂŒhe gegeben. FĂŒr spektakulĂ€re Rennveranstaltungen hat hier offenbar der Platz gefehlt. Nichts desto trotz wurde hier ein ĂŒberaus nettes, wenn auch kein allzu hervorstechendes Rennspiel mit Volkswagen kreiert, welches fĂŒr einige Stunden Spielspaß sorgt.

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Bewertung: 5.0/5 (3)
0 » Retro

Formula Retro Racing – Wer hat die Polygone geklaut? (Test, Review)

kepu am 8.Juli 2020 um 19:07:33

Man kombiniere Segas „Virtua Racing“ mit den Spielmechaniken der heutigen Zeit. Heraus kommt ein Rennspiel mit F1-Wagen, womit uns Repixel8 in die frĂŒhen 90er zurĂŒckversetzen möchte.


Die britische Indiespiele-Schmiede „Repixel8“ veröffentlichte am 15. Mai 2020 das Rennspiel „Formula Retro Racing“ fĂŒr PC und Xbox One. Es kommt mit acht unterschiedlichen Kursen, drei Spielmodi, „verrĂŒckter Crash-Physik“ und einer Online-Bestenliste. Besonderes Augenmerk gibt es bei der Grafik, die mit einer ungewöhnlich nackten Textur daherkommt. Könnte aber auch daran liegen, dass das Spiel voll und ganz auf Retro getrimmt ist.

Alleine das MenĂŒ zeigt schon, worauf man sich einstellen kann: flotte Rennen mit wenig Polygonen und fröhlich-schnelle Musik. Dabei haben sich die Macher einiges von den Sega-Spielen abgeguckt. Wird eine Modi ausgewĂ€hlt, gibt es bei den folgenden MenĂŒs Countdowns. Innerhalb von 30 Sekunden darf man sich fĂŒr eine Strecke, einen Schwierigkeitsgrad, die Farbe des eigenen GefĂ€hrts und der Gangschaltung (automatisch oder manuell) entscheiden. NatĂŒrlich fĂ€ngt dieser Countdown bei jedem MenĂŒ wieder von vorne an, aber trödeln ist jedenfalls verboten.

Jedes Rennen beginnt mit einem fliegenden Start, bei dem der Spieler schon einen kleinen Vorteil genießen darf: er startet nie als letzter. Im Arcade-Modus mĂŒssen die Rennen wie ĂŒblich absolviert werden, jedoch mit dem kleinen Unterschied, dass es ein Zeitlimit zwischen den Checkpoints gibt. LĂ€uft die Zeit vor einem Countdown ab, ist das Rennen schon frĂŒher beendet. Je höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto kĂŒrzer ist die Zeit. Gerade in Kombination mit Computergegnern keine leichte Sache.

Im Eliminator-Modus werden die Rennen so lange gefahren, bis der Spieler das Ziel mit einer Platzierung zwischen Platz 11 und 20 erreicht. Heißt man muss lange genug in einen der zehn besten Platzierungen bleiben. Mit jeder Zieldurchquerung wird dabei die Geschwindigkeit der Gegner erhöht, was das ganze von Runde zu Runde kniffliger macht. Zudem gibt es noch einen Practice-Modus, wo man die ganzen Strecken ohne Gegner und ohne Zeitlimit fahren kann.

Bei der Streckenauswahl beschrĂ€nkt man sich auf nett anzusehende Rennkurse sowie Rundkurse durch StĂ€dte, StrĂ€nde oder WĂ€lder. Mit „Monaco“ ist sogar eine wiedererkennbare Strecke dabei, in der das Publikum in Form von bunten Quadraten existiert. Von den ganzen Strecken fiel eine auf, die durch ihre Huckelpisten nicht unbedingt fĂŒr F1-Rennautos geeignet ist. Da es keine Wartungsfunktionen fĂŒr die Fahrzeuge gibt, hat keines der Strecken einen Boxenstopp. Nicht mal die Rennkurse.

Zu Beginn sind die letzten drei Strecken gesperrt, diese lassen sich freischalten, indem man Punkte sammelt und in seinem Status immer weiter aufsteigt. Umso höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto mehr Punkte gibt es fĂŒr vordere RĂ€nge. Fairerweise gibt es fĂŒr jede Platzierung Punkte, selbst wenn es auf einer Strecke nur fĂŒr einen der hinteren RĂ€nge gereicht hat, kommt nicht ohne Punkte davon. Der Wille zĂ€hlt.

Die Fahrzeugauswahl beschrĂ€nkt sich fairerweise auf ein einziges F1-Rennauto. Entsprechend des Titels glĂ€nzt es nicht gerade mit Details, aber es passt gut zur restlichen Grafik des Spiels. Nur die Motorensounds klingen sehr aufheulend, ziemlich hoch und absolut nicht nach einem guten alten F1-Wagen. Das GerĂ€usch wird unterschiedlich laut, wenn durch die drei Kameraperspektiven gewechselt wird. Maximal 295 Kilometer pro Stunde können die Wagen schaffen, im Windschatten der Kontrahenten können kurzzeitig knapp 330 Kilometer pro Stunde erreicht werden. Das Handling ist sehr gut beherrschbar, aber weit ab von „realistisch“. Stört allerdings ĂŒberhaupt nicht, wenn ohnehin von einem Arcade-Rennspiel gesprochen wird. Ausrutschen ist nur möglich, wenn der Gegner einen rammt.

Die KI ist mitunter einer der eigenartigsten, die ich je in einem Rennspiel gesehen habe. Sie zuckeln nicht nur unruhig auf der Straße, sondern sind dem Spielerfahrzeug gegenĂŒber völlig unfair. Sie nutzen jede Gelegenheit aus, den Spieler von der Straße zu rammen. Wenn deren Plan scheitert, zögern sie plötzlich und ziehen sich vorerst zurĂŒck. Solche Verzögerungen gibt es hĂ€ufig auch in Kurven, die man sonst problemlos mit höheren Geschwindigkeiten bewĂ€ltigen kann. In einem Rennen kam es vor, dass zwei Gegner sich auf der Karte nicht bewegten, aber auch nur, weil sie an einer Wand versuchten weiterzukommen.

Das Schadensmodell kommt nur bei mittleren bis sehr schweren UnfĂ€llen zum Vorschein. In Form von auseinander fliegenden Teilen. Das wird allerdings soundtechnisch wenig spektakulĂ€r prĂ€sentiert. Sonst gibt es nicht einmal kleine Kratzer oder gebrochene Achsen bei leichten Remplern. Auch kann sich das Spiel nicht ganz entscheiden, welches Fahrzeug bei einem Unfall in tausend Teile zerfallen soll: der Verursacher oder das Opfer. Weil die KI unfair ist, trifft es in den meisten FĂ€llen eher sie. Die Moral sagt „Zurecht.“, die RealitĂ€t sagt „Meh
“.

WĂ€hrend das Spiel an sich durch den Testzeitraum stabil lief, waren es nur kleinere Bugs, die ein wenig den technischen Gesamteindruck trĂŒben. Wo man zu Beginn die ganzen Rennsequenzen sehen kann, dreht gerne die Physik der Flaggen, die wohl das flexibelste Objekt im ganzen Spiel sein dĂŒrften, am Rad und verhĂ€lt sich eigenartig. Manchmal werden diese viel zu groß und verformen sich.

Audiotechnisch gibt es bis auf die Motorensounds nichts auszusetzen. Die Musik ist stimmig und lĂ€sst einen direkt in die 80er katapultieren. Leider gibt es in dem Spiel zu wenig MusikstĂŒcke und diese sind dafĂŒr etwas zu kurz. Selbst an eine Ansagerin wurde gedacht, um den Flair der Sega-Spiele einzufangen. Sei es bei der Auswahl der Gangschaltung wie „Automatic transmission“ oder beim Erreichen eines Checkpoints wie „Time extended“.

Im Spiel gibt es Onlinefunktionen, die sich aber lediglich auf Bestenlisten beschrĂ€nken. So kann man sich anschauen, wie welcher Steam-Nutzer bei dieser und jener Strecke war und auf welchem Platz er in der gesamten Liste ist. Schade, dass es sich nur darauf beschrĂ€nkt, denn ein Multiplayer könnte dem Rennspiel gut tun. Da mĂŒsste man sich nicht mit einer merkwĂŒrdigen KI rumschlagen.

„Formula Retro Racing“ kostet bei Steam 10,79€ und im Microsoft Store 11,99€. Die Macher halten sich mit den Systemvoraussetzungen ziemlich bedeckt und empfehlen lediglich einen 64-Bit-Prozessor und ein 64-Bit-Betriebssystem. Auf dem Testsystem (Intel Xeon E3-1230v3, 16 GB DDR3, nVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, Win 10 Home 64-Bit, installiert auf einer HDD) lief das Spiel bei 1080p durchgehend ruckelfrei.

Formula Retro Racing bringt den Charme der Rennspiele der frĂŒhen 90er Jahre erstaunlich gut rĂŒber. Niedrige Polygon-Anzahl, flotte Musik und schnelle Spielbarkeit. Die Spielmodi sind bei höherem Schwierigkeitsgrad durchaus herausfordernd, man hat jedoch mit einer problematischen KI zu kĂ€mpfen, die ĂŒberaus unruhig und unfair ist. Ohne Multiplayer bleibt es nur ein nettes kleines Rennspiel, welches voll auf Retro getrimmt ist.

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Bewertung: 5.0/5 (4)
1 » Indie

Retro-Check: SuperChix ’76

kepu am 5.April 2020 um 21:04:30

Acht Damen veranstalten in den 70er Jahren mit ihren flotten Schlitten Rennen quer durch die Welt…oder sagen wir mal auf ganzen vier (!!) Strecken. Mit voll aufgedrehten Boxen mit reinster Disco-Musik gehts direkt ins wirre Rennabenteuer. Fiendish Games veröffentlichte im Jahr 2000 den Nachfolger zu „Hot Chix ‚n‘ Gear Stix“, der nur einige Monate zuvor auf den Markt kam. Jetzt gibt es zwei Damen und eine Strecke mehr. Ob es das rausreißt, wird sich zeigen.


„Scharfe MĂ€dels! Heiße Schlitten! Abgefahrene Rennstrecken! Funky Sounds!“ – mit diesem Untertitel wirbt der Publisher „Xtend New Media“ fĂŒr das Spiel „SuperChix ’76“. Scharf sind die MĂ€dels in der Tat und die Schlitten versprechen definitiv, heiß zu sein. Zu den abgefahrenen Rennstrecken zĂ€hlen Sherwood Forest, San Francisco, Eilat und Amazonas-Becken, wahnsinnig viele sind es nicht unbedingt. Und „funky Sounds“ gab es in den 70er Jahren mehr als genug.

Zwei Spielmodi stehen zur Auswahl: zum einen gibt es die Rallye, die drei Meisterschaften bereitstellt. Dabei durchlĂ€uft der Spieler zwei Runden auf den Kursen. Zwar gibt es pro Meisterschaft drei Rennen, doch bei vier Strecken ist KreativitĂ€t gefragt, diese zu fĂŒllen. Die Macher haben es einfach gelöst: man fĂ€hrt hin und wieder die gleiche Strecke…nur rĂŒckwĂ€rts. Abgefahren! In der anderen Spielmodi fĂ€hrt man gegen eine Konkurrentin, das Spielgeschehen wird allerdings von vier Polizeistreifen begleitet, genannt „Polizei-Jagd“. Umso mehr Strecken man in der Rallye absolviert hat, umso mehr stehen bei der „Polizei-Jagd“ zur VerfĂŒgung.

FĂŒr das Rennen wĂ€hlt man einen Wagen bzw. eine Dame aus. Zu den Damen gibt es Steckbriefe, die auf interessante Art und Weise ziemlich in die Tiefe gehen, sprich es gibt GrĂ¶ĂŸe, Gewicht und den Gesundheitszustand. Und natĂŒrlich gibt es noch Eigenschaften des jeweiligen Fahrzeugs, dargestellt durch Fahrverhalten, Bremsen, Lenkung und Beschleunigung. Höchstgeschwindigkeit ist da offenbar uninteressant. Hauptsache der Gesundheitszustand ist in Ordnung.

Zu den Strecken gibt es ebenfalls eine kleine Beschreibung und einem Hinweis, wie man dort am besten „verfahren“ sollen. Was allerdings „Lieblings-Braut“ zu bedeuten hat, wissen offenbar nur die Macher selbst. Eventuell sollte man die jeweilige Braut fĂŒr die Strecke auswĂ€hlen? Inmitten der Meisterschaft ist es jedenfalls nicht möglich, jedoch davor. Man kann also drei verschiedene Fahrzeuge fĂŒr die drei Meisterschaften, die es insgesamt gibt, auswĂ€hlen.

Im Renngeschehen wird man bemerken: grafisch sieht es gar nicht mal so schlecht aus fĂŒr 2000er-VerhĂ€ltnisse, lediglich aus der NĂ€he werden die Texturen ziemlich unappetitlich. Unangenehm ist auch das Verhalten der Kontrahenden. Anfangs sieht es so aus, als wĂŒrden diese den Weg durchkreuzen wie immer bei einem Rennspiel. Doch dann kommt das eine Fahrzeug von der Strecke ab, das andere prallt gegen einen Baum. Wollte man sich etwa an den Klischees der Frau am Steuer bedienen? DafĂŒr können die Damen flott aufholen, wenn man nicht aufpasst.

Das Streckendesign ist regelrecht langweilig. Zwar gibt es hin und wieder nett anzusehende Sachen wie WasserfĂ€lle, PfĂŒtzen oder Kisten mit Kollisionsabfrage, sonst fĂ€hrt man die Strecke zu Ende und das war es auch. Da die Konkurrenz keineswegs die hilfreichen AbkĂŒrzungen nutzen möchte, ist das fĂŒr die eigene Platzierung ein großer Vorteil. Macht aber das Spielerlebnis und die Schwierigkeit ein wenig kaputt. Ohnehin kommt man nur voran, weil die anderen irgendwo hĂ€ngen bleiben.

Im Laufe des Rennens wird es viele Rammer geben, die vom Charakter nervig kommentiert werden. Die Sprachausgabe klingt nicht sehr motivierend und man will sie gerne abschalten. Da machen selbst die Pseudo-Dialekte es nicht viel besser. Zumindest beschweren die Damen sich nicht etwa ĂŒber abgebrochene FingernĂ€gel, sondern darĂŒber, dass sie nicht vorbei können. Schaden können die Fahrzeuge auch kriegen, im Spielverlauf ist mir dieser aber nur bei den hinteren Scheinwerfern aufgefallen, die Risse kriegen können und danach nicht mehr funktionieren. Reparaturen nach dem Rennen braucht es nicht und Powerups gibt es genauso wenig.

Alle Rennen haben nur zwei Runden und brauchen dementsprechend nicht lange. Am Ende werden Punkte fĂŒr die jeweilige Platzierung vergeben. Um eine Meisterschaft zu gewinnen, muss man nicht zwingend bei jedem Rennen Erster werden. Lediglich viele Punkte werden benötigt, um am Ende der Meisterschaft auf dem Siegertreppchen stehen zu können.

Und dann gibt es den Modus „Polizei-Jagd“. Laut Packung wird ein „rasante[r] Zweikampf“ versprochen, inklusive „Jungs in Blau [
], die alles tun, um [einen] auszubremsen und zu stoppen“. Da denkt der Spieletester automatisch an die „Need for Speed“-Teile ab 1998, die mit dem Pursuit-Modus tolle Verfolgungsjagden mit der Polizei abgeliefert haben. Je nachdem, wie weit der Fortschritt im Rallye-Modus ist, gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Strecken zur Auswahl. Die Strecke kann wahlweise auch rĂŒckwĂ€rts gefahren werden.

Der einzige Unterschied ist: es gibt nur eine wirkliche Gegnerin, gegen die man antreten muss. Sonst gibt es auf dem Kurs vier Polizeiwagen, die entweder versuchen, den Spieler oder die Gegnerin aufzuhalten. Betonung auf „versuchen“. Der Polizei entkommt man ziemlich simpel. Und ist man dennoch umgeben von Polizeiwagen, hat das keinerlei Konsequenzen wie eine Verwarnung oder eine Verhaftung. Sie sind lediglich Störenfriede, die klĂ€glich daran scheitern, ein Fahrzeug außer Gefecht zu setzen. Eingesetzt werden amerikanische Polizeiwagen der 70er Jahre. Auf jeder Strecke.

Das heißt: egal, wo man ist, ĂŒberall lauert die amerikanische Polizei mit vier Wagen auf uns. Sogar im Sherwood Forest (England), wo komischerweise Rechtsverkehr herrscht. Oder in Eilat (Israel). Einzig in San Francisco macht diese Streife Sinn, doch die wird bei einer vollkommen menschenleeren Stadt ohne Straßenbahnen (aber immerhin mit Straßenbahnschienen) die AtmosphĂ€re nicht aufleben können. Da tue ich mir lieber eine Verfolgungsjagd voller Nervenkitzel im 70er-San-Francisco von „Driver“ (1998) an.

Das Spiel hat man nach nicht einmal zwei Stunden durchgespielt, spĂ€testens nach der Zeit hat man auch alles gesehen, was es zu sehen gibt. Nicht mal witzige Videosequenzen, die bei dem Multimedia-Boom zu der Zeit der letzte Schrei waren, sind enthalten. Am Ende ist man „die Superbraut“. Joa…danke auch. Motiviert total. Immerhin ist es wĂ€hrend der AusfĂŒhrung nicht einmal abgestĂŒrzt und lief auf dem Testsystem (Pentium II 350, 256 MB RAM, Voodoo3 3000, Win98SE) nicht ganz ruckelfrei, aber trotzdem spielbar. Erstaunlicherweise verĂ€nderte sich die Framerate nicht großartig, als die Auflösung von 640×480 auf 1024×768 Pixel gewechselt wurde.

Fazit

Was an diesem Spiel das PrĂ€dikat „super“ verdient, ist das Aussehen der Damen. Sonst haben die Macher sich am Klischee „Frau am Steuer, Ungeheuer!“ bedient, denn so fĂ€hrt die Konkurrenz durch die Gegend. Die langweiligen und toten Strecken bieten keinerlei Mehrwert, die Spielmodi sind lĂ€cherlich und die Fahrzeuge steuern sich allesamt recht seltsam. Nur grafisch gibt es kaum Grund zur Beschwerde und die Berieselung mit einer Mischung aus merkwĂŒrdigen Motorensound und 70er-Discomusik ist annehmbar. Sorry MĂ€dels, aber das Spiel ist alles andere als „super“.

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Bewertung: 5.0/5 (3)
1 » Retro

RĂŒckblick: Formel 1 in der Videospiel-Branche

FloosWorld am 26.Juli 2017 um 14:07:51

Die Formel 1: Meistens 22 Fahrer ĂŒber 11 Teams verteilt, welche sich ĂŒber die Rennstrecken aus aller Welt jagen um am Ende des Jahres Weltmeister zu werden. In den letzten Jahren durch Regeln wie die EinfĂŒhrung von DRS kĂŒnstlich spannend gehalten und trotzalledem als knallharter Sport weltweit gefeiert. Eine Faszination fĂŒr sich, welche man nur schwer nachvollziehen kann, wenn man nicht gerade das Geld fĂŒr ein F1 Cockpit hat oder sich bereits in anderen Rennserien wie der Formel 2 bewiesen hat. Wie gut, dass es fĂŒr Zuhause Spiele gibt, welche das Erlebnis, mit 300 km/h ĂŒber Strecken wie Monza, Spa, Interlagos etc. zu brettern, versuchen einzufangen. Und darĂŒber soll es auch bei diesem Artikel gehen: Formel 1 Spiele von damals bis heute und ob sie etwas taugen, oder eher doch nicht. Ziemlich passend, da am 25.08.2017 mit F1 2017 das nĂ€chste F1 Spiel erscheinen wird. Managerspiele sind dabei ausgenommen und werden in einem anderen Artikel behandelt! Außerdem beschrĂ€nkt sich dieser Artikel nur auf Spiele, welche ich selbst gespielt habe.

Ich habe einige Spiele ausgekramt und möchte sie hier kurz und bĂŒndig vorstellen:

Formula One Grand Prix aka World Circuit Racing (Microprose/1992)

Der Auftakt einer ganz großen Reihe! UrsprĂŒnglich fĂŒr den Amiga veröffentlicht und nachher auf den PC gebracht, allerdings beschrĂ€nkt sich die Formel 1 Lizenz hierbei auf den Titel und den Rennstrecken der 1991er Saison, also das Jahr, als Michael Schumacher kurzerhand nach einer kleinen LĂŒge, ob er den Kurs von Spa kenne, obwohl er die Strecke erst kurz danach mit dem Fahrrad abgefahren ist, ein Cockpit bei Jordan ergatterte. Formula One Grand Prix (in den USA auch als World Circuit Racing bekannt) ist das erste realistische Formel 1 Spiel fĂŒr den PC. Mit den Möglichkeiten sein Auto auf die Strecken individuell abzustimmen indem man Übersetzung, FlĂŒgel, Federung etc. Ă€ndert und Regenrennen zu fahren lieferte Geoff Crammond hier ein Meisterwerk ab, welche noch 4 Nachfolger (das Addon fĂŒr Grand Prix 3 dazugerechnet!) mit sich brachte. Zudem ist das erste Spiel der Grand Prix-Reihe das einzige der Reihe, welches auf den klassichen Abfragekopierschutz setzt und den Spieler nach dem gefragten Wort in der Anleitung suchen lĂ€sst. Mittlerweile ist der Titel Abandonware und kann ĂŒber eingĂ€nige Seiten wie abandonia.com runtergeladen werden.

 

Formel 1 (Psygnosis/1996)

Psygnosis (Der Publisher hinter Destruction Derby) haben 1996 ihr erstes Formel 1 Spiel veröffentlicht, welches auf der 1995er Saison basiert (das Jahr des zweiten Schumacher-Titels) und auf den simplen Namen „Formel 1“ hört. Veröffentlicht wurde es fĂŒr den PC und der PlayStation. Im Gegensatz zu Grand Prix 2, welches im selben Jahr rauskam, ist dieser Titel eher arcadeorientiert, lĂ€sst sich aber auch anspruchsvoll im Grand Prix Modus fahren, was ich aber nur fĂŒr die PC Version empfehlen kann. Fahren kann man entweder mit dem ganzen Feld oder gegen einen einzigen Kontrahenten. Enthalten sind alle Rennstrecken und Fahrer der 1995er Saison. Selbst bereits ersetzte Fahrer sind enthalten! Um das GefĂŒhl einer TV-Übertragung zu erzeugen konnten verschiedene bekannte Kommentatoren engagiert werden, welche das Renngeschehen mehr oder weniger kommentieren. FĂŒr die englische Version konnte der legendĂ€re Kommentator Murray Walker engagiert werden und fĂŒr die deutsche Version Jochen Mass, der damals noch an der Seite von Heiko Wasser die Formel 1 bei RTL kommentierte. Im Nachhinein betrachtet klingen die Kommentare von Mass emotionslos und unfreiwillig komisch, wenn er ein Ausritt ins Kiesbett mit „Wunderbar“ kommentiert,  immer darauf gespannt ist „was jetzt kommt“ oder etwa gefĂŒhlte 1000x in einem Rennen „Da war definitiv ein Kontakt zwischen den beiden Fahrzeugen“ bei der kleinsten BerĂŒhrung von sich gibt. Vielleicht hĂ€tte man hier eher Jaques Schulz engagieren sollen, denn dieser wĂ€re von Anfang an Emotional bei der Sache dabei gewesen. 😉 Das Spiel enthĂ€lt einen Soundtrack von der Hauseigenen Band Overdrive sowie ausgewĂ€hlte StĂŒcke des Gitarristen Joe Satriani. Die PC-Version muss allerdings auf die Satriani-StĂŒcke verzichten. Wer noch eine PS1 bei sich daheim hat kann auf jeden Fall zugreifen! PC Spieler können Formel 1 ĂŒber Umwege durch Installation bei einem Virtuellen Computer und Kopieren auf die richtige Festplatte zum Laufen bekommen.

Power F1 (Eidos/1997)

Wieder ein Spiel ĂŒber die 1995er Saison, dieses mal aber eher schlecht als recht. 1997 veröffentlichte Eidos das von Teque London entwickelte Spiel Power F1. Veröffentlicht wurde es fĂŒr den PC und lauffĂ€hig ist es unter DOS. Anders als beim im Jahr zuvor veröffentlichten Psygnosis-Spiel wurde jeder Hauch von Realismus entfernt. Das Fahrverhalten wirkt lĂ€cherlich, da es mit gezielten RammstĂ¶ĂŸen möglich ist seinen Gegner ins Schleudern zu bringen oder etwa durch enges Fahren an den Reifen des Gegners diesen mit einer kleinen Knight Rider Einlage auf zwei RĂ€dern zu ĂŒberholen. Außerdem wird man hier bestraft, wenn man beim Rennstart den ersten Gang im Stillstand einlegt, bevor ĂŒberhaupt das Rennen gestartet wurde. Die Besonderheit ist der Knock Out Modus: Hier fĂ€hrt man ĂŒber alle Strecken der 1995er Saison und muss eine vorgegbene Position im Rennen erreichen um weiterspielen zu können. Wie auch Official Formula 1 Racing von Eidos bzw. Lankhor ein Spiel, welches man getrost vergessen kann. LĂ€sst sich im Übrigen durch DOSBox auch unter modernen Windows-Systemen starten.

F1 Racing Simulation (Ubisoft/1997)

Im selben Jahr wie Eidos stiegen auch die Franzosen in den Rennspielmarkt ein und das mit gleich zwei Spielen: POD – ein futuristisches Rennspiel sowie eines der ersten 3Dfx Spiele und F1 Racing Simulation mit der offiziellen Lizenz zur 1996er Saison, also die erste mit Schumacher bei Ferrari sowie DebĂŒt vom Albert Park in Melbourne. Veröffentlicht wurde das Spiel auf dem PC. Enthalten sind alle Strecken der 1996er Saison, sowie alle Fahrer mit Ausnahme des damaligen Neulings Jaques Villeneuve (Sieger vom Indy 500 1995), dessen Management die Nutzung seines Namens untersagte – dieser wurde hier in „Driver X“ umbenannt. F1RS galt 1997 zusammen mit dem im Jahr zuvor veröffentlichten Grand Prix 2 als das realistischste, was man zu jener Zeit kaufen und spielen konnte. Besondere Features waren Wetterwechsel wĂ€hrend der Session, die Simulation der 107% Regel sowie die Wahl zwischen Arcade und Simulation. Im Gegensatz zu GP2 ist F1RS ein reines Windows-Spiel und unterstĂŒtzt 3Dfx, sowie Software und D3D.  Mit dem KompatibilitĂ€tsmodus auf Windows 98 gesetzt kann man das Spiel heute noch unter Windows 7, 8 und 10 spielen, allerdings mit einer niedrigeren Framerate – ein Rechner mit 98, XP und Vista spielt das Spiel in der richtigen Geschwindigkeit hab. Der Nachfolger Racing Simulation 2 (1998) bildet die 1997er Saison ab, verzichtete aber auf die Lizenz fĂŒr die Fahrer- sowie Teamnamen, welche sich allerdings per integrierten Editor sich ins Spiel bringen konnten. Allerdings sicherte man sich die Rechte an den Monaco Grand Prix, weswegen das Spiel international auch als Monaco Grand Prix Racing Simulation 2 bekannt war. Als eines der ersten Spiele bot der Nachfolger auch die Möglichkeit einer Karriere, sowie die Simulation des Ersatzfahrzeuges wĂ€hrend eines Rennwochenendes an – zwei TotalschĂ€den am Wochenende und es ist Schluss. Klare Empfehlung fĂŒr Retrofreunde.

Formel 1 98 (Psygnosis/1998)

Der dritte Teil der Psygnosis F1-Reihe wurde anders als noch Formel 1, sowie Formel 1 97, die von Bizarre Creations programmiert wurden, nun von Visual Scienes (PS1-Port von GTA, Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft u.a.) entwickelt und war exklusiv fĂŒr die PlayStation erhĂ€ltlich. Besser so, denn der Titel duelliert sich mit Power F1 um den Titel der schlechtesten Lizenzspiele im Rennsportsegment: Graphisch im Vergleich zu Formel 1 und Formel 1 97 ein RĂŒckschritt, Gameplaytechnisch eher lĂ€cherlich: Vollbremsungen fĂŒhren zu spontanen 180°-Drehungen des Rennboliden, die Strecken scheinen die Hardware der PlayStation 1 an ihr Limit zu bringen. Wie bei F1 Racing Simulation musste auf die Nutzung von Jaques Villeneuves Namen verzichtet werden, hier nannte man ihn „Driverone Williams“ – Walker, welche hier ebenfalls den Englischen kommentar einsprechen durfte nannte Villeneuve entweder „The Canadian“, oder „Williams Numberone“. Funfact: Beim VorgĂ€nger war Villeneuves korrekter Name in den Spieldateien enthalten. Ein nettes Feature sind allerdings die Steckbriefe von jedem Fahrer, welche u.a. ihre Lieblings- sowie Hassstrecke verraten – auffĂ€llig ist hierbei, dass Buenos Aires bei vielen als Hassstrecke galt. Zudem lassen sich mit Cheatcodes zwei Strecken freischalten: Ein Hippodrom, welches „Colluseum“ gennant wird und eine Stuntstrecke. Die Tradition bekannte Kommentatoren das Renngeschehen kommentieren zu lassen, wurde fortgesetzt: Formel 1 98 hat fĂŒr die deutsche Version Heiko Wasser und Hans-Joachim Stuck gewinnen können, die ihre SprĂŒche auf Ă€hnlichem Niveau wie Mass vortragen und zudem so klingen, als ob sie ihre Mikrofone im Mund hatten, als sie ihre Sprachaufnahmen gemacht hatten – zumindest, wenn man die KommentatorenlautstĂ€rke komplett aufdreht. Ein eher mittelmĂ€ĂŸiger Titel. Auf der linken Seite ist das Cover der englischen Version zu sehen, auf der deutschen sieht man Jarno Trulli, Mika HĂ€kkinen sowie Michael Schumacher.

Grand Prix Legends (Papyrus/1998)

ZurĂŒck auf den PC – 1998 veröffentlichte Sierra, welche sich zu dieser Zeit einen Namen u.a. mit Adventures und Aufbauspielen machen, zusammen mit Papyrus (Indycar Racing, Nascar Racing) ein etwas ungewöhnliches F1 Spiel. Anstelle der damaligen aktuellen Saison entschied man sich dafĂŒr eine Simulation zu veröffentlichen, welche die 1967er Saison beinhaltet. Der Meinung der Entwickler nach war diese Saison ein Wendepunkt in der F1-Geschichte, da hier zum letzten Mal ohne FlĂŒgel und Sponsoren gefahren ist und Teams ihre Autos in ihrer Landesfarbe lackierten. Bis auf kleinere Ausnahmen, wie etwa Rouen anstelle des eigentlichen Le Mans als Frankreich Grand Prix jagen hier 20 Boliden der 1967 ĂŒber Strecken wie der Nordschleife, Monaco, Spa, Monza etc. FĂŒr diesen Titel ist ein Lenkrad, oder zumindest ein gut kalibirerter Controller eigentlich schon Pflicht, da man mit der Tastatur schnell aufgeschmissen ist. Die Boliden verzeihen keine Fehler, brechen bei hektischen Lenkmanövern aus und beschĂ€digen sich ziemlich schnell an ihrer Achse. Das ultimative Fahrerlebnis und bis heute ein sehr beliebter Simulator, da er durch einige Fan-Patches immernoch Online gespielt wird, sowie mit Telemetrieinformationen erweitert wird. Der ungarische Fahrer Norbert Micheliz wurde im Übrigen durch Grand Prix Legends entdeckt. Wer diesen Klassiker spielen möchte, kann dies auf zwei verschiedene Wege tun: entweder die 2004er Demo herunteladen, welche lediglich Watkins Glen beinhaltet, aber alle Spielmodi hat, oder sich fĂŒr wenig Geld die Vollversion im Internet kaufen.

Grand Prix 3 (Microprose/2000)

Zwei Jahre nach dem Psygnosis-Spiel brachte Geoff Crammond zusammen mit Microprose den dritten Teil der Grand Prix Reihe auf den Markt. Grand Prix 3 schaffte nun auch den Sprung in die Zeit der DirectX-Spiele. Von den Meisten als ein Grand Prix 2.5 belĂ€chelt bot Grand Prix 3 alles, was man sich damals von einem Formel 1 Spiel erhoffte. Ausgestattet ist GP3 mit der Lizenz zur Saison 1998, natĂŒrlich wieder mit der Ausnahme Villeneuve, der hier „John Newhouse“ genannt wurde. Das Intro ist mit dem StĂŒck „Furious Angels“, bekannt aus dem Matrix-Soundtrack, unterlegt und zeigt abwechselt den Rennkurs in Silverstone und Szenen der 1998er Saison. Nennenswerte Neuerungen zum VorgĂ€nger ist natĂŒrlich hier die DirectX Schnittstelle, damals mit DirectX 7, wenn auch die Autos weiterhin aus .BMP-Dateien bestanden, sowie das Wettermodell, das bereits bei GP2 eingebaut werden sollte, aber 1996 wohl die Rechenleistung des Durchschnitts-PCs ĂŒberstiegen hĂ€tte. Das von Crammond programmierte Wettermodell ermöglichte Wetterwechsel im Laufe der Session, sowie unterschiedliche, höhenabhĂ€ngige Wettersituationen auf der Strecke und eine langsam abtrocknende Ideallinie.  Wenn es z.B. in Spa in der Eau-Rogue erst leicht regnet kann das in den Les Combos nach der langen Gerade am Ende von Sektor 1 ganz anders aussehen. Der Nachfolger Grand Prix 4 (2002) verfeinerte das Wettermodell. Auch unter Windows 7 aufwĂ€rts durch den GPx-Patch lauffĂ€hig und bis heute von Fans mit neuen Carsets versorgt, wenn auch die Performance unter Windows 10 zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst.

 

Formel 1 2000 (Psygnosis/2000)

Kein Jahr ohne Formel 1 Spiel! Das galt besonders im Jahre 2000, da alleine fĂŒr diesen Jahrgang 4 Spiele veröffentlicht worden (Grand Prix 3 2000 Season, F1 2000, Formel 1 2000, F1 Championship Season 2000). Psygnosis, welche nun mehr unter dem Sony-Namen ihre Spiele fĂŒr Sonys PS1, sowie nachher PS2 veröffentlichen, lieferten auch im Jahr 2000 einen Titel ab. Qualitativ ist das Spiel wieder durchschnittlich, dieses Mal aber besser als Formel 1 98. Neue Features sind ein Quiz mit F1 Fragen zur ÜberbrĂŒckung der Ladepause, das Kommentatoren-Duo Danner und Wasser, deren SprĂŒche dieses mal sogar sinnvoll sind und die Möglichkeit das Starterfeld nach der Qualifikation seinen WĂŒnschen anzupassen. Enthalten ist das komplette Lizenzpaket fĂŒr die 2000er Saison mit der damals neuen Rundkursvariente von Indianapolis. Etwas kurios: Das Spiel wirbt auf der RĂŒckseite mit den „Top-Fahrern Heidfeld, Mazzacane und dem Briten Jenson Button“.  Ein durchaus lohnenswerter Titel.

 

F1 Challenge ’99-’02 (Electronic Arts/2003)

WĂ€hrend auf den Konsolen munter weitere F1 Spiele veröffentlicht worden, markierte F1 Challenge einen Wendepunkt im Bereich der F1 Spiele fĂŒr den PC, da es bis zu F1 2010 das vorerst letzte Spiel war, welches fĂŒr Computer kam. Programiert wurde es von Image Space (F1 2000/2001/2002 sowie rFactor) und veröffentlicht von Electronic Arts. Auf den Konsolen wurde das Spiel als F1 Career Challange veröffentlicht. Das Spiel beinhaltet die Lizenzen fĂŒr die Saisons 1999 bis 2002 – dieses mal auch mit dem Recht fĂŒr Villeneuves Namen. F1 Challenge benutzt die Engine des VorgĂ€ngers F1 2002. Das Spiel hat den damaligen Williams-Piloten und 2maligen Indy 500 Sieger Juan Pablo Montoya auf dem Cover. Viele der Ereignisse wĂ€hrend eines Rennens sind durch Textdateien geskriptet, man kann aber auch alles auf „Zufall“ schalten. Es ist jederzeit erweiterbar mit anderen Saisons, allerdings ist man auf 22 Fahrer im Feld beschrĂ€nkt. Durch der standardmĂ€ĂŸigen Deaktivierung des Kopierschutzes dank Microsoft ist F1 Challenge nur ĂŒber Umwege spielbar unter Windows 7.

 

 

F1 2006 (Studio Liverpool/2006)

Was war 2006 nur fĂŒr ein Jahr: Michael Schumacher kĂŒndigt nach dem Monza-GP sein Karriereende an und verabschiedet sich aus der Formel 1. Und so ein Abschied trifft auch auf die Welt der F1 Spiele zu: F1 2006, exklusiv fĂŒr die PlayStation 2 durch Studio Liverpool (ehemals Psygnosis) veröffentlicht, ist bis zu F1 2009 fĂŒr Wii und PSP das letzte F1 Spiel (ausgenommen von F1 Championship Edition (2007) fĂŒr die PlayStation 3, welches ebenfalls die 2006er Saison hat). Das Spiel beinhaltet alle Fahrer und Strecken der 2006er Saison bis zum Stand vom Juli 2006, da hier noch Juan Pablo Montoya mitfĂ€hrt, welcher nach dem USA GP von Pedro de la Rosa ersetzt wurde. Das Spiel hat, genauso wie sein VorgĂ€nger, die Möglichkeit im Karrieremodus als Testfahrer einzusteigen und sich hochzuarbeiten und hat nun die aktualisierten Qualifikationsregeln mit dem 3-stufigen Qualisystem. Wie auch bei den vorherigen Spielen, die fĂŒr die PS2 erschienen sind, kommentieren hier Christian Danner und Heiko Wasser das Renngeschehen – in typischer F1-Spiel Manier klingt das z.T. unfreiwillig komisch („Wir wissen ja bereits wie der Hase lĂ€uft.. Staaaart!“). Die Vibrationsfunktion ist ebenfalls im Rahmen des möglichen glaubwĂŒrdig: Lenkbewegungen werden als Vibration an der jeweiligen Seite des Controllers als Force Feedback wiedergegeben. Wer keine Lust hat zu Fahren kann im F1 TV Modus die Strecke, das Wetter und die StartplĂ€tze der einzelnen Fahrer einstellen. Das aus F1 2005 bekannte Boxenstop-Minispiel (Knöpfe im richtigen Moment drĂŒcken) ist ebenfalls wieder dabei. Ein wĂŒrdiger F1 Abschied von der PlayStation 2 und fĂŒr Personen, welche immernoch eine PS2 daheim haben sehr zu empfehlen. Rechts ist ĂŒbrigens das britische Cover zu sehen. Das deutsche Cover hat Schumachers Ferrari, sowie einen McLaren und BMW Sauber und einen Hinweis, dass das Spiel von Niki Lauda empfohlen wird, vorne drauf.

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Bewertung: 5.0/5 (4)
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