Kolumne: Red Baron kann als Remake funktionieren, aber …

Mit der Idee einer Neuauflage von Red Baron steht ein weiterer, echter Klassiker zum Kosmetikkurs auf kickstarter.com bereit. Mit an Bord des zust├Ąndigen Entwicklerstudios Mad Otter Games, Damon Slye, der einstige Begr├╝nder der Serie: „Red Baron is back! The best dogfighting flight sim of all time returns from Damon Slye, the original creator of Red … weiter

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Kolumne: Red Baron kann als Remake funktionieren, aber …

Malte am 26.Oktober 2013 um 12:10:56

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Mit der Idee einer Neuauflage von Red Baron steht ein weiterer, echter Klassiker zum Kosmetikkurs auf kickstarter.com bereit. Mit an Bord des zust├Ąndigen Entwicklerstudios Mad Otter Games, Damon Slye, der einstige Begr├╝nder der Serie: „Red Baron is back! The best dogfighting flight sim of all time returns from Damon Slye, the original creator of Red Baron.“ Die klare Aussicht auf Erfolg k├Ânnen quantitiv nur wenige, weitere Genrevertreter tr├╝ben, denn bis auf Rise of Flight w├╝rde Red Baron das Fliegerass im Himmel, zumindest des ersten Weltkrieges. Vorausgesetzt einer qualitativen Entwicklung im Sinne der Spieler – und Backer. Ja, Red Baron steht frisch auf kickstarter.com zum Backen bereit, ob eine Finanzierung jemals erfolgen wird, steht in den Sternen, rei├čerische Kritik mit stark pointiertem Titel kann immer ausge├╝bt werden; doch die Richtung, in die ein Videospiel geht, wird fr├╝h eingeschlagen, und einige Aussagen des vielversprechenden Vorstellungstextes zur Entwicklung, und das, was zu sehen ist, machen mich stutzig:

Single Player: Enlist for the full tour in campaign play with more than 30 missions played back to back from 1915 to 1918. Single player will be offline and DRM-free.

Dogfights zwischen 1915 und 1918 in klassischen Singleplayer-Missionen, das klingt g├Ąnzlich nach Red Baron. Aber was hatte die Kampagne nochmal ausgezeichnet? Richtig, der dynamische Spielverlauf. Keine festgelegte Anzahl an Missionen oder Feldz├╝gen. Der in weiten Teilen zufallsgenerierte Kriegsverlauf entscheidet dar├╝ber, wie oft und wann ich in meiner Maschine auf Seiten der Briten, Deutschen, Franzosen oder US-Amerikanern Platz nehmen muss, welche Ziele ich habe und somit das Geschehen beeinflussen kann. Als Belohnung f├╝r gute Eins├Ątze: Authentische Orden, h├Âhere Dienstgrade und neue Flugzeuge. In Red Baron handelt die Kampagne offensichtlich nur darum, die 30 Missionen statisch f├╝r eine der vier Kriegsparteien nacheinander zu absolvieren. Das kann auch Spa├č machen, zumal, nach Aussage der Entwickler im Trailer, irgendwie auch Einfluss auf den Kriegsverlauf genommen werden kann, nur w├Ąre dies eben doch ein gutes St├╝ck weit entfernt von der hochgelegten Messlatte der Vorg├Ąnger.

Easy to Learn: Red Baron will have a simple learning curve, allowing you to jump into the cockpit and fly within minutes to feel the rush of aerial combat.

Hier schl├Ągt Red Baron im Konzept einen sehr guten Weg ein: Eine vermeintlich ausgewogene Mischung aus Simulation und Arcade. Wie eben die Vorg├Ąnger, das Realismus-Einstellungsmen├╝ aus Red Baron II und Red Baron 3-D bot vielz├Ąhlige Schieberegler zur Vereinfachung des im Kern realistischen Flugverhaltens. So k├Ânnte Red Baron auch werden. Leider spricht dies eine v├Âllig andere Sprache als das noch im Anfangsstadium befindlichen Vorstellungsvideo. Flugzeuge und Geb├Ąude lassen sich mit wenigen Sch├╝ssen zerst├Âren, das gezeigte, direkt ansprechende Flugverhalten und die paradisisch-bunten Szenarien erinnern eher an Arcade-Ableger wie Die Jagd auf den Roten Baron oder ungl├╝cklicheren Versuchen, Dogfight-Arcade zu etablieren wie Wings of Honour.

Die Frage ist, ob die Schienen noch gerichtet werden k├Ânnen – es w├Ąre einfach schade, wenn sich Red Baron tats├Ąchlich in eine falsche Richtung, weit entfernt von der gro├čartigen Vorlage entwickeln w├╝rde, oder sprich: So bleibt, wie es im Gameplay-Trailer dasteht. Mich ├╝berzeugt das nicht. Eine Neuauflage eines erfolgreichen Klassikers soll doch bitte die wesentlichen, pr├Ągenden, spielerischen Kernelemente soweit ├╝bernehmen, wie sie noch in die heutige Zeit passen – meist fehlt es schlicht an Liebe zum Detail. Eine gleichzeitige Erg├Ąnzung innovativer Spielelemente, die sich ├╝bergangslos in die altbew├Ąhrten Mechaniken einf├╝gen, stellt sicherlich h├Âchste Anspr├╝che an die Entwickler, mit Shadow Warrior, Tomb Raider: Anniversary oder Duke Nukem Forever hat’s aber blendend funktioniert – ein Remake kann funktionieren.

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Bewertung: 4.0/5 (6)
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