Retro-Check: GTI Racing

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Formula Retro Racing – Wer hat die Polygone geklaut? (Test, Review)

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Kolumne: Das perfekte Rennspiel

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» Rennspiel

Retro-Check: GTI Racing

kepu am 9.August 2021 um 20:08:46

Grand Tourisme Injection – mit der AbkĂŒrzung kam 1976 ein leistungsstarker Volkswagen Golf auf dem Markt. 30 Jahre spĂ€ter widmete Techland diesem Modell ein Rennspiel, welches zwar keine BĂ€ume rausreißen konnte, aber doch nette AnsĂ€tze besaß.


Deep Silver veröffentlichte im FrĂŒhling 2006 das von Techland entwickelte “GTI Racing”, welches logischerweise den grĂ¶ĂŸten Fokus auf den Volkswagen Golf hat. Neben dem Golf von der ersten bis zur damals aktuellen fĂŒnften Generation (fĂ€lschlicherweise auf der Packung als “brandneu” bezeichnet) darf man allerdings auch Modelle wie den KĂ€fer, den ersten Transporter (bzw. VW Bus), den New Beetle oder einige Konzeptfahrzeuge durch verschiedene Strecken auf der Welt bewegen. Genauer gesagt durch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritanien und Texas.

Der Karrieremodus bietet 72 Rennherausforderungen, welche ĂŒberwiegend aus Rundkursen bestehen, hin und wieder allerdings auch garniert sind mit Drag-, Drift- und Freistilrennen. Bei jedem Rennen gibt es Geldpreise, die in AufrĂŒstteile oder neue Fahrzeuge investiert werden können. Hin und wieder können auch Bonuswagen gewonnen werden, die dem Spieler mehr Geld fĂŒr AufrĂŒstteile ĂŒbrig lassen. Klingt ein wenig nach einem “Need for Speed: Volkswagen Golf”, aber weit gefehlt: “GTI Racing” kam – zumindest bei der Fachpresse – nie wirklich gut an seine Konkurrenz ran.

Die Meisterschaft des Spiels wird “Rennserie” oder “Rallye-Meisterschaft” genannt. Im Laufe der Zeit nimmt man so an zig verschiedenen Cups teil. Angegeben wird immer das Preisgeld fĂŒr den ersten Platz. Gerade im mittleren Schwierigkeitsgrad, der standardmĂ€ĂŸig eingestellt ist, ist das durchaus zu schaffen. Doch der erste Platz ist nicht zwingend notwendig, das Spiel gibt sich zum Freischalten der weiteren Herausforderungen mit dem zweiten Platz zufrieden. Sehr fair, wo doch viele Konkurrenten immer die Top-Platzierung haben wollen.

Entweder einer oder drei, mehr Gegner bietet das Spiel nicht. Das ist bei den meisten Strecken eine durchaus sinnvolle Anzahl, einige empfinden das als zu wenig. Deren StÀrke ist von Rennen zu Rennen unterschiedlich. Mal sind sie etwas stÀrker als der Spielerwagen, mal sind sie unglaublich schwach und man lÀsst diese weit hinter sich. Und wenn die KI mal in der NÀhe ist, verhÀlt sie sich ziemlich doof: bei simplen Rammern verlieren sie die Kontrolle und fliegen aus der Strecke, das kriegen sie aber auch ohne jegliches Zutun von Seiten des Spielers hin. Und allgemein gelten sie als sehr schadenfroh.

So groß einige Kurse sind, viel AktivitĂ€t darf man auf diesen nicht erwarten. Auf dem deutschen Kurs, der unpassenderweise weit weg vom Standort von Volkswagen stattfindet – nĂ€mlich in Bayern – gibt es KĂŒhe. Sonst gibt es an der Startflagge meistens Publikum. FĂ€hrt man beide bewegliche Objekte an, setzt das Spiel das eigene Fahrzeug zurĂŒck und kann innerhalb von drei Sekunden wieder losfahren. Sonst gibt es nur abwechslungsreiche tote Gegenden zu erblicken. Selbst die Zugstrecken in Texas und in Frankreich werden nicht befahren, wobei man wĂ€hrend eines Rennens ungern an einem BahnĂŒbergang warten möchte, wĂ€hrend alle Gegnerschaften Richtung Ziel dĂŒsen.

Und dann gibt es noch die Physik. Keine Frage, die Fahrzeuge steuern sich nicht zu Arcade-lastig und nicht zu realistisch, Techland hat hier einen soliden Mittelweg gefunden und mit der Steuerung kann man sich schnell anfreunden. Die Welt von „GTI Racing“ nutzt allerdings eine seltsame Art von Erdanziehungskraft, denn die Fahrzeuge kleben förmlich auf dem Boden. SprĂŒnge fĂŒhlen sich eigenartig an und das eigene GefĂ€hrt dreht sich bei einer kleinen doofen Unebenheit auf der Straße um 180°. Sprungschanzen werden plötzlich zu einer unberechenbaren Waffe. Das ist reichlich ungesund fĂŒr ein Rennspiel.

WĂ€hrend der ĂŒberwiegende Teil der Meisterschaft aus klassichen Rundkursen besteht, gibt es neben diesen noch weitere Herausforderungen. Bei den Driftevents muss das Auto bei verĂ€ndertem Fahrverhalten ins Schlittern kommen, dabei darf die Wand allerdings nicht berĂŒhrt werden. Ein Punktzahlabstand sagt, ob der erste Platz sicher ist oder ob noch mehr geschlittert werden muss. Dragrennen sind Rennen gegen einen Kontrahenden auf einer sehr kurzen geraden Strecke. Hier muss eigenhĂ€ndig und zum richtigen Zeitpunkt geschaltet werden und die einzig mögliche Kamerasicht ist die Innenraumperspektive. Sonst gibt es noch Checkpoint-Rennen mit der freien Wahl der Erreichung ebendieser (gerne auch querfeldein) und eine Freistil-Veranstaltung, wo man Pappfiguren ausweichen muss.

Ist eines dieser Herausforderungen gewonnen, können mit etwas GlĂŒck neue Fahrzeuge gekauft werden, sonst muss man sich der AufrĂŒstung seines derzeitigen GefĂ€hrts widmen mit dem Erwerb neuer AufrĂŒstteile. Davon hat das Spiel reichlich zu bieten, sogar von namhaften Herstellern. Motor, Turbo, Getriebe, Bremsen, Stabilisatoren, leichtgewichtigere Karosserieteile etc
 „GTI Racing“ lĂ€sst da kaum WĂŒnsche offen. Jedoch sollte man nicht mit unfangreichen optischen Modifizierungen Ă  la „Need for Speed“ rechnen. Es gibt feste Lackierungen und nur ein paar Karosserieteile, der Großteil der AufrĂŒstungsteile beschrĂ€nkt sich mehr auf die inneren Werte.

Im Laufe der Karriere werden neue Fahrzeugkategorien freigeschaltet, die seltsame Namen haben (etwa ist der Golf IV in der Kategorie „Ausgaben“). FĂŒr bestimmte Herausforderungen sind Fahrzeuge einer oder zwei bestimmter Kategorien vorgesehen, insofern muss man sich auf diese beschrĂ€nken. Im Fall des VW-Busses (auch VW T1 genannt) kann man im Karrieremodus sogar ein Fahrzeug gewinnen, welches man in der Form nicht kaufen kann. SpĂ€ter wird einem die Kaufentscheidung abgenommen, wenn das gewonnene Bonusfahrzeug eines von der spĂ€ter notwendigen Kategorie ist.

Grafisch muss sich „GTI Racing“ keineswegs verstecken. Mit den höchsten Grafikeinstellungen hat das Spiel fĂŒr sein Erscheinungsjahr eine recht ansehnliche Grafik, unter anderem mit hĂŒbschen Reflektionseffekten auf der Karosserie. Von außen sieht man bei den ganzen Vehikeln einen detallierten Innenraum, etwa die roten Sitzpolster der GTI-Modelle, und einen menschlichen Fahrer am Steuer. Dieser Augenschmaus setzt sich allerdings nicht im Innenraum fort, denn die Innenraumperspektive hat sehr niedrig aufgelöste Texturen. Immerhin bewegen sich die Scheibenwischer bei Regen oder Schlamm, was man auch in der Innenraumperspektive sehen kann.

Im Einzelrennen können die freigeschalteten Rennen zu unterschiedlichen Tageszeiten (von 7 bis 18 Uhr) bei klaren oder regnerischem Wetter gefahren werden. Zur Auswahl stehen nicht nur die freigeschalteten Modelle zur VerfĂŒgung, sondern auch die, die man in seiner Werkstatt besitzt. ZusĂ€tzlich lassen sich alle AufrĂŒstteile einbauen. Das ist praktisch, um auch mal sein fahrerisches Können mit kompletten Tuning zu zeigen. Viel kaputt geht beim Auto ohnehin nicht, bei einigen Schrammen zerspringen die Scheiben. Mehr passiert allerdings nicht. Im Laufe des Spiels wurde mein eigener Volkswagen nie richtig kaputt und hatte Schadenswerte um max. 3%.

Die absolvierten Rennen können in verschiedenen Kameraperspektiven und mit zahlreichen mehr oder weniger sinnvollen Videofiltern in Form von Wiederholungen betrachtet werden. So ist es möglich, die verschlampte Frontansicht anzuschauen, denn im Spiel kann man nicht nach hinten sehen, weder per Taste noch mithilfe eines RĂŒckspiegels. Eine Einzigartigkeit, die nicht hĂ€tte sein mĂŒssen. Seltsamer Nebeneffekt: bei manchen Wiederholungen kann es beim Betrachten vorkommen, dass das eigene Fahrzeug auf einmal unsichtbar ist, aber nur bei bestimmten Perspektiven. Die Wiederholungen lassen sich abspeichern und spĂ€ter ĂŒber das HauptmenĂŒ erneut abrufen.

Technisch lief das Spiel auf dem Testsystem (AMD Phenom 9600B, 4GB RAM, GeForce 9800 GT Green Edition, Windows Vista SP1) auf höchsten Einstellungen und in der Auflösung 1024×768 Pixel hervorragend, abgesehen von einigen nervigen Mikrorucklern, die ich aber eher auf die Treiber als auf das Spiel schiebe. Der StarForce-Treiber, der unter Windows Vista nicht funktioniert, zwang mich allerdings zur Nutzung eines No-DVD-Patches. Bis auf die eine Sache mit den Wiederholungen bemerkte ich beim Durchspielen keinerlei technische Macken. Zudem fielen selten Platzhalter-Texte auf.

Fazit

Nicht nur Fans des Automobils aus Wolfsburg, sondern auch Gelegenheitsspieler finden mit GTI Racing ihr Videospiel. Die abwechslungsreichen Rennherausforderungen finden in Kombination mit der guten Modellauswahl von KĂ€fer, Golf & Co. und dem Tuning durchaus Gefallen. Stellt man allerdings Vergleiche mit der Konkurrenz an, finden sich schnell Negativpunkte. Die seltsame Physik, die einen gerne aus der Strecke schmeißt, ist Ă€rgerlich. Und Techland hat sich bei der PrĂ€sentation aller Features nicht die beste MĂŒhe gegeben. FĂŒr spektakulĂ€re Rennveranstaltungen hat hier offenbar der Platz gefehlt. Nichts desto trotz wurde hier ein ĂŒberaus nettes, wenn auch kein allzu hervorstechendes Rennspiel mit Volkswagen kreiert, welches fĂŒr einige Stunden Spielspaß sorgt.

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Bewertung: 5.0/5 (3)
0 » Retro

Formula Retro Racing – Wer hat die Polygone geklaut? (Test, Review)

kepu am 8.Juli 2020 um 19:07:33

Man kombiniere Segas „Virtua Racing“ mit den Spielmechaniken der heutigen Zeit. Heraus kommt ein Rennspiel mit F1-Wagen, womit uns Repixel8 in die frĂŒhen 90er zurĂŒckversetzen möchte.


Die britische Indiespiele-Schmiede „Repixel8“ veröffentlichte am 15. Mai 2020 das Rennspiel „Formula Retro Racing“ fĂŒr PC und Xbox One. Es kommt mit acht unterschiedlichen Kursen, drei Spielmodi, „verrĂŒckter Crash-Physik“ und einer Online-Bestenliste. Besonderes Augenmerk gibt es bei der Grafik, die mit einer ungewöhnlich nackten Textur daherkommt. Könnte aber auch daran liegen, dass das Spiel voll und ganz auf Retro getrimmt ist.

Alleine das MenĂŒ zeigt schon, worauf man sich einstellen kann: flotte Rennen mit wenig Polygonen und fröhlich-schnelle Musik. Dabei haben sich die Macher einiges von den Sega-Spielen abgeguckt. Wird eine Modi ausgewĂ€hlt, gibt es bei den folgenden MenĂŒs Countdowns. Innerhalb von 30 Sekunden darf man sich fĂŒr eine Strecke, einen Schwierigkeitsgrad, die Farbe des eigenen GefĂ€hrts und der Gangschaltung (automatisch oder manuell) entscheiden. NatĂŒrlich fĂ€ngt dieser Countdown bei jedem MenĂŒ wieder von vorne an, aber trödeln ist jedenfalls verboten.

Jedes Rennen beginnt mit einem fliegenden Start, bei dem der Spieler schon einen kleinen Vorteil genießen darf: er startet nie als letzter. Im Arcade-Modus mĂŒssen die Rennen wie ĂŒblich absolviert werden, jedoch mit dem kleinen Unterschied, dass es ein Zeitlimit zwischen den Checkpoints gibt. LĂ€uft die Zeit vor einem Countdown ab, ist das Rennen schon frĂŒher beendet. Je höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto kĂŒrzer ist die Zeit. Gerade in Kombination mit Computergegnern keine leichte Sache.

Im Eliminator-Modus werden die Rennen so lange gefahren, bis der Spieler das Ziel mit einer Platzierung zwischen Platz 11 und 20 erreicht. Heißt man muss lange genug in einen der zehn besten Platzierungen bleiben. Mit jeder Zieldurchquerung wird dabei die Geschwindigkeit der Gegner erhöht, was das ganze von Runde zu Runde kniffliger macht. Zudem gibt es noch einen Practice-Modus, wo man die ganzen Strecken ohne Gegner und ohne Zeitlimit fahren kann.

Bei der Streckenauswahl beschrĂ€nkt man sich auf nett anzusehende Rennkurse sowie Rundkurse durch StĂ€dte, StrĂ€nde oder WĂ€lder. Mit „Monaco“ ist sogar eine wiedererkennbare Strecke dabei, in der das Publikum in Form von bunten Quadraten existiert. Von den ganzen Strecken fiel eine auf, die durch ihre Huckelpisten nicht unbedingt fĂŒr F1-Rennautos geeignet ist. Da es keine Wartungsfunktionen fĂŒr die Fahrzeuge gibt, hat keines der Strecken einen Boxenstopp. Nicht mal die Rennkurse.

Zu Beginn sind die letzten drei Strecken gesperrt, diese lassen sich freischalten, indem man Punkte sammelt und in seinem Status immer weiter aufsteigt. Umso höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto mehr Punkte gibt es fĂŒr vordere RĂ€nge. Fairerweise gibt es fĂŒr jede Platzierung Punkte, selbst wenn es auf einer Strecke nur fĂŒr einen der hinteren RĂ€nge gereicht hat, kommt nicht ohne Punkte davon. Der Wille zĂ€hlt.

Die Fahrzeugauswahl beschrĂ€nkt sich fairerweise auf ein einziges F1-Rennauto. Entsprechend des Titels glĂ€nzt es nicht gerade mit Details, aber es passt gut zur restlichen Grafik des Spiels. Nur die Motorensounds klingen sehr aufheulend, ziemlich hoch und absolut nicht nach einem guten alten F1-Wagen. Das GerĂ€usch wird unterschiedlich laut, wenn durch die drei Kameraperspektiven gewechselt wird. Maximal 295 Kilometer pro Stunde können die Wagen schaffen, im Windschatten der Kontrahenten können kurzzeitig knapp 330 Kilometer pro Stunde erreicht werden. Das Handling ist sehr gut beherrschbar, aber weit ab von „realistisch“. Stört allerdings ĂŒberhaupt nicht, wenn ohnehin von einem Arcade-Rennspiel gesprochen wird. Ausrutschen ist nur möglich, wenn der Gegner einen rammt.

Die KI ist mitunter einer der eigenartigsten, die ich je in einem Rennspiel gesehen habe. Sie zuckeln nicht nur unruhig auf der Straße, sondern sind dem Spielerfahrzeug gegenĂŒber völlig unfair. Sie nutzen jede Gelegenheit aus, den Spieler von der Straße zu rammen. Wenn deren Plan scheitert, zögern sie plötzlich und ziehen sich vorerst zurĂŒck. Solche Verzögerungen gibt es hĂ€ufig auch in Kurven, die man sonst problemlos mit höheren Geschwindigkeiten bewĂ€ltigen kann. In einem Rennen kam es vor, dass zwei Gegner sich auf der Karte nicht bewegten, aber auch nur, weil sie an einer Wand versuchten weiterzukommen.

Das Schadensmodell kommt nur bei mittleren bis sehr schweren UnfĂ€llen zum Vorschein. In Form von auseinander fliegenden Teilen. Das wird allerdings soundtechnisch wenig spektakulĂ€r prĂ€sentiert. Sonst gibt es nicht einmal kleine Kratzer oder gebrochene Achsen bei leichten Remplern. Auch kann sich das Spiel nicht ganz entscheiden, welches Fahrzeug bei einem Unfall in tausend Teile zerfallen soll: der Verursacher oder das Opfer. Weil die KI unfair ist, trifft es in den meisten FĂ€llen eher sie. Die Moral sagt „Zurecht.“, die RealitĂ€t sagt „Meh
“.

WĂ€hrend das Spiel an sich durch den Testzeitraum stabil lief, waren es nur kleinere Bugs, die ein wenig den technischen Gesamteindruck trĂŒben. Wo man zu Beginn die ganzen Rennsequenzen sehen kann, dreht gerne die Physik der Flaggen, die wohl das flexibelste Objekt im ganzen Spiel sein dĂŒrften, am Rad und verhĂ€lt sich eigenartig. Manchmal werden diese viel zu groß und verformen sich.

Audiotechnisch gibt es bis auf die Motorensounds nichts auszusetzen. Die Musik ist stimmig und lĂ€sst einen direkt in die 80er katapultieren. Leider gibt es in dem Spiel zu wenig MusikstĂŒcke und diese sind dafĂŒr etwas zu kurz. Selbst an eine Ansagerin wurde gedacht, um den Flair der Sega-Spiele einzufangen. Sei es bei der Auswahl der Gangschaltung wie „Automatic transmission“ oder beim Erreichen eines Checkpoints wie „Time extended“.

Im Spiel gibt es Onlinefunktionen, die sich aber lediglich auf Bestenlisten beschrĂ€nken. So kann man sich anschauen, wie welcher Steam-Nutzer bei dieser und jener Strecke war und auf welchem Platz er in der gesamten Liste ist. Schade, dass es sich nur darauf beschrĂ€nkt, denn ein Multiplayer könnte dem Rennspiel gut tun. Da mĂŒsste man sich nicht mit einer merkwĂŒrdigen KI rumschlagen.

„Formula Retro Racing“ kostet bei Steam 10,79€ und im Microsoft Store 11,99€. Die Macher halten sich mit den Systemvoraussetzungen ziemlich bedeckt und empfehlen lediglich einen 64-Bit-Prozessor und ein 64-Bit-Betriebssystem. Auf dem Testsystem (Intel Xeon E3-1230v3, 16 GB DDR3, nVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, Win 10 Home 64-Bit, installiert auf einer HDD) lief das Spiel bei 1080p durchgehend ruckelfrei.

Formula Retro Racing bringt den Charme der Rennspiele der frĂŒhen 90er Jahre erstaunlich gut rĂŒber. Niedrige Polygon-Anzahl, flotte Musik und schnelle Spielbarkeit. Die Spielmodi sind bei höherem Schwierigkeitsgrad durchaus herausfordernd, man hat jedoch mit einer problematischen KI zu kĂ€mpfen, die ĂŒberaus unruhig und unfair ist. Ohne Multiplayer bleibt es nur ein nettes kleines Rennspiel, welches voll auf Retro getrimmt ist.

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1 » Indie

Autobahn Raser III: Die downloadbaren Zusatzinhalte!

kepu am 11.Mai 2020 um 22:05:02

Der dritte Teil der hierzulande sehr beliebten Rennspiel-Reihe „Autobahn Raser“, der Ende 2000 erschien, bot erstmals eine Story an und die Fahrzeuge hatten Charaktere. Zwar alles nicht sonderlich spannend gestaltet, aber wir reden hier von dem Casual-Rennspiel, dass sich vor allen Dingen durch den cleveren Titel bestens verkauft hat. Vor allen Dingen mit der Fahrphysik hat es der niederlĂ€ndische Entwickler Davilex fast schon ĂŒbertrieben, denn die Autos lassen sich kaum kontrollieren. Das wird noch schlimmer, sobald diese mit GegenstĂ€nden oder anderen Fahrzeugen kollidieren.

Hat man die „Tour“ genannte Kampagne durchgespielt, stehen einem weitere Strecken und der Kommissar KrĂŒger mit seinem ĂŒbertriebenen Hummer-GefĂ€hrt im Quickrace zur Auswahl. Jedoch gibt es im Quickrace noch ein wenig mehr: neben einer Country-Etappe gibt es den „Schatten“ als spielbaren Charakter. „Der Schatten“ ist laut Handbuch „der geistige Vater des Autobahn Raser Clubs“. Beide Sachen konnte man auf der Internetseite von Davilex herunterladen. Knapp 20 Jahre spĂ€ter ist das freilich nicht mehr möglich, aber schon damals gab es „Downloadable Content“, kurz DLC. Hier immerhin kostenlos.

Die von Laszlo Erdös gefĂŒhrte Seite lafix.de hat diese beiden herunterladbaren Zusatzinhalte von der offiziellen Internetseite retten können und bietet diese selber zum Download an. Mangels genĂŒgend gespeicherten Websites von Davilex im Web Archive gibt es von der offiziellen Internetseite, wo es diese Zusatzinhalte gab, nichts mehr zu sehen.

Man erhĂ€lt ein 1,33 MB großes ZIP-Archiv mit zwei Setup-Dateien, „car_update.exe“ mit einer DateigrĂ¶ĂŸe von 535 KB und „track_update.exe“ mit einer DateigrĂ¶ĂŸe von 829 KB. Ende 2000 war eine Internetleitung daheim fĂŒr viele noch Luxus, da hat sich ein Ausflug zum Internet-CafĂ© mit einer 3,5″-Diskette gelohnt, denn die Dateien passen locker darauf. Beide Dateien sind flott installiert, bieten aber kurioserweise einen Windows-Neustart an, der ĂŒberhaupt nicht notwendig ist.

Im AuswahlmenĂŒ verschwinden die Hinweise fĂŒrs Herunterladen und der „Weiter“-Button ist auswĂ€hlbar. Die Country-Etappe ist die einzige Strecke, wo es keine Karte in der Vorschau gibt. Und der Charakter „Der Schatten“ hat die gleichen Fahreigenschaften wie „KrĂŒger“. Wer das Spiel vorher noch nicht durchgespielt hat, kriegt mit dem „Schatten“ quasi sofort ein leistungsstarkes Fahrzeug mit den bestmöglichen Eigenschaften.

Das Rennen auf der Country-Etappe beginnt, einerseits mit den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen, andererseits mit einem gigantischen LKW mit einer dunklen Schattierung eines Fahrers am Steuer. Womöglich ist es sogar der LKW aus dem HauptmenĂŒ, nur ohne AnhĂ€nger. Bedingt durch die furchtbare Fahrphysik des Spiels steuert sich der LKW sehr eigenartig und neigt gerne zum Kippen. Immerhin hat es ein – fĂŒr das Spiel wohlgemerkt – nettes Schadensmodell, sogar einer der Achsen kann optisch beschĂ€digt werden.

Die Strecke wiederum ist fĂŒr den deutschen Spieler neu, allerdings nicht fĂŒr Spieler von „A2 Racer III: Europa Tour“ und „London Racer“. Dort existiert diese Strecke in einer leicht anderen Variante unter dem Namen „Country route to London“. Da ist es wenig verwunderlich, dass es auf der Strecke englische Schilder und Linksverkehr gibt. Verwirrend ist die Anwesenheit sowohl von niederlĂ€ndischen als auch deutschen Polizeifahrzeugen. Ansonsten gibt es eine Landstraße mit einigen Baustellen, Sprungschanzen und einer Tankstelle, wirklich viel spannendes gibt es nicht.

In meinem Test wollte sogar die Kombi mit dem Charakter „Der Schatten“ auf der Country-Etappe nicht reibungslos funktionieren. Wenige Meter vor der Ziellinie schmeißt mich das Spiel mit der Fehlermeldung „Unhandled exception!“ zurĂŒck ins MenĂŒ. Das passiert aber nur mit der Kombi. Wird ein anderes Fahrzeug auf der Country-Etappe genutzt, kann das Rennen abgeschlossen werden. Ebenso funktioniert „Der Schatten“ auf den bereits im Spiel existierenden Strecken problemlos.


Die kleinen ExtrawĂŒrste erweitern den Inhalt von „Autobahn Raser III“ jetzt zwar nicht in astronomischen Höhen, sind aber eine nette Dreingabe. Zumal diese auch noch kostenlos ist. Nur den Fehler mit dem Konflikt zwischen neuer Strecke und neuem Charakter hĂ€tte man ausmerzen können.

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Bewertung: 5.0/5 (3)
1 » Retro

Retro-Check: SuperChix ’76

kepu am 5.April 2020 um 21:04:30

Acht Damen veranstalten in den 70er Jahren mit ihren flotten Schlitten Rennen quer durch die Welt…oder sagen wir mal auf ganzen vier (!!) Strecken. Mit voll aufgedrehten Boxen mit reinster Disco-Musik gehts direkt ins wirre Rennabenteuer. Fiendish Games veröffentlichte im Jahr 2000 den Nachfolger zu „Hot Chix ‚n‘ Gear Stix“, der nur einige Monate zuvor auf den Markt kam. Jetzt gibt es zwei Damen und eine Strecke mehr. Ob es das rausreißt, wird sich zeigen.


„Scharfe MĂ€dels! Heiße Schlitten! Abgefahrene Rennstrecken! Funky Sounds!“ – mit diesem Untertitel wirbt der Publisher „Xtend New Media“ fĂŒr das Spiel „SuperChix ’76“. Scharf sind die MĂ€dels in der Tat und die Schlitten versprechen definitiv, heiß zu sein. Zu den abgefahrenen Rennstrecken zĂ€hlen Sherwood Forest, San Francisco, Eilat und Amazonas-Becken, wahnsinnig viele sind es nicht unbedingt. Und „funky Sounds“ gab es in den 70er Jahren mehr als genug.

Zwei Spielmodi stehen zur Auswahl: zum einen gibt es die Rallye, die drei Meisterschaften bereitstellt. Dabei durchlĂ€uft der Spieler zwei Runden auf den Kursen. Zwar gibt es pro Meisterschaft drei Rennen, doch bei vier Strecken ist KreativitĂ€t gefragt, diese zu fĂŒllen. Die Macher haben es einfach gelöst: man fĂ€hrt hin und wieder die gleiche Strecke…nur rĂŒckwĂ€rts. Abgefahren! In der anderen Spielmodi fĂ€hrt man gegen eine Konkurrentin, das Spielgeschehen wird allerdings von vier Polizeistreifen begleitet, genannt „Polizei-Jagd“. Umso mehr Strecken man in der Rallye absolviert hat, umso mehr stehen bei der „Polizei-Jagd“ zur VerfĂŒgung.

FĂŒr das Rennen wĂ€hlt man einen Wagen bzw. eine Dame aus. Zu den Damen gibt es Steckbriefe, die auf interessante Art und Weise ziemlich in die Tiefe gehen, sprich es gibt GrĂ¶ĂŸe, Gewicht und den Gesundheitszustand. Und natĂŒrlich gibt es noch Eigenschaften des jeweiligen Fahrzeugs, dargestellt durch Fahrverhalten, Bremsen, Lenkung und Beschleunigung. Höchstgeschwindigkeit ist da offenbar uninteressant. Hauptsache der Gesundheitszustand ist in Ordnung.

Zu den Strecken gibt es ebenfalls eine kleine Beschreibung und einem Hinweis, wie man dort am besten „verfahren“ sollen. Was allerdings „Lieblings-Braut“ zu bedeuten hat, wissen offenbar nur die Macher selbst. Eventuell sollte man die jeweilige Braut fĂŒr die Strecke auswĂ€hlen? Inmitten der Meisterschaft ist es jedenfalls nicht möglich, jedoch davor. Man kann also drei verschiedene Fahrzeuge fĂŒr die drei Meisterschaften, die es insgesamt gibt, auswĂ€hlen.

Im Renngeschehen wird man bemerken: grafisch sieht es gar nicht mal so schlecht aus fĂŒr 2000er-VerhĂ€ltnisse, lediglich aus der NĂ€he werden die Texturen ziemlich unappetitlich. Unangenehm ist auch das Verhalten der Kontrahenden. Anfangs sieht es so aus, als wĂŒrden diese den Weg durchkreuzen wie immer bei einem Rennspiel. Doch dann kommt das eine Fahrzeug von der Strecke ab, das andere prallt gegen einen Baum. Wollte man sich etwa an den Klischees der Frau am Steuer bedienen? DafĂŒr können die Damen flott aufholen, wenn man nicht aufpasst.

Das Streckendesign ist regelrecht langweilig. Zwar gibt es hin und wieder nett anzusehende Sachen wie WasserfĂ€lle, PfĂŒtzen oder Kisten mit Kollisionsabfrage, sonst fĂ€hrt man die Strecke zu Ende und das war es auch. Da die Konkurrenz keineswegs die hilfreichen AbkĂŒrzungen nutzen möchte, ist das fĂŒr die eigene Platzierung ein großer Vorteil. Macht aber das Spielerlebnis und die Schwierigkeit ein wenig kaputt. Ohnehin kommt man nur voran, weil die anderen irgendwo hĂ€ngen bleiben.

Im Laufe des Rennens wird es viele Rammer geben, die vom Charakter nervig kommentiert werden. Die Sprachausgabe klingt nicht sehr motivierend und man will sie gerne abschalten. Da machen selbst die Pseudo-Dialekte es nicht viel besser. Zumindest beschweren die Damen sich nicht etwa ĂŒber abgebrochene FingernĂ€gel, sondern darĂŒber, dass sie nicht vorbei können. Schaden können die Fahrzeuge auch kriegen, im Spielverlauf ist mir dieser aber nur bei den hinteren Scheinwerfern aufgefallen, die Risse kriegen können und danach nicht mehr funktionieren. Reparaturen nach dem Rennen braucht es nicht und Powerups gibt es genauso wenig.

Alle Rennen haben nur zwei Runden und brauchen dementsprechend nicht lange. Am Ende werden Punkte fĂŒr die jeweilige Platzierung vergeben. Um eine Meisterschaft zu gewinnen, muss man nicht zwingend bei jedem Rennen Erster werden. Lediglich viele Punkte werden benötigt, um am Ende der Meisterschaft auf dem Siegertreppchen stehen zu können.

Und dann gibt es den Modus „Polizei-Jagd“. Laut Packung wird ein „rasante[r] Zweikampf“ versprochen, inklusive „Jungs in Blau [
], die alles tun, um [einen] auszubremsen und zu stoppen“. Da denkt der Spieletester automatisch an die „Need for Speed“-Teile ab 1998, die mit dem Pursuit-Modus tolle Verfolgungsjagden mit der Polizei abgeliefert haben. Je nachdem, wie weit der Fortschritt im Rallye-Modus ist, gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Strecken zur Auswahl. Die Strecke kann wahlweise auch rĂŒckwĂ€rts gefahren werden.

Der einzige Unterschied ist: es gibt nur eine wirkliche Gegnerin, gegen die man antreten muss. Sonst gibt es auf dem Kurs vier Polizeiwagen, die entweder versuchen, den Spieler oder die Gegnerin aufzuhalten. Betonung auf „versuchen“. Der Polizei entkommt man ziemlich simpel. Und ist man dennoch umgeben von Polizeiwagen, hat das keinerlei Konsequenzen wie eine Verwarnung oder eine Verhaftung. Sie sind lediglich Störenfriede, die klĂ€glich daran scheitern, ein Fahrzeug außer Gefecht zu setzen. Eingesetzt werden amerikanische Polizeiwagen der 70er Jahre. Auf jeder Strecke.

Das heißt: egal, wo man ist, ĂŒberall lauert die amerikanische Polizei mit vier Wagen auf uns. Sogar im Sherwood Forest (England), wo komischerweise Rechtsverkehr herrscht. Oder in Eilat (Israel). Einzig in San Francisco macht diese Streife Sinn, doch die wird bei einer vollkommen menschenleeren Stadt ohne Straßenbahnen (aber immerhin mit Straßenbahnschienen) die AtmosphĂ€re nicht aufleben können. Da tue ich mir lieber eine Verfolgungsjagd voller Nervenkitzel im 70er-San-Francisco von „Driver“ (1998) an.

Das Spiel hat man nach nicht einmal zwei Stunden durchgespielt, spĂ€testens nach der Zeit hat man auch alles gesehen, was es zu sehen gibt. Nicht mal witzige Videosequenzen, die bei dem Multimedia-Boom zu der Zeit der letzte Schrei waren, sind enthalten. Am Ende ist man „die Superbraut“. Joa…danke auch. Motiviert total. Immerhin ist es wĂ€hrend der AusfĂŒhrung nicht einmal abgestĂŒrzt und lief auf dem Testsystem (Pentium II 350, 256 MB RAM, Voodoo3 3000, Win98SE) nicht ganz ruckelfrei, aber trotzdem spielbar. Erstaunlicherweise verĂ€nderte sich die Framerate nicht großartig, als die Auflösung von 640×480 auf 1024×768 Pixel gewechselt wurde.

Fazit

Was an diesem Spiel das PrĂ€dikat „super“ verdient, ist das Aussehen der Damen. Sonst haben die Macher sich am Klischee „Frau am Steuer, Ungeheuer!“ bedient, denn so fĂ€hrt die Konkurrenz durch die Gegend. Die langweiligen und toten Strecken bieten keinerlei Mehrwert, die Spielmodi sind lĂ€cherlich und die Fahrzeuge steuern sich allesamt recht seltsam. Nur grafisch gibt es kaum Grund zur Beschwerde und die Berieselung mit einer Mischung aus merkwĂŒrdigen Motorensound und 70er-Discomusik ist annehmbar. Sorry MĂ€dels, aber das Spiel ist alles andere als „super“.

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Highway Pursuit – Auf dem Highway ist die Hölle los

kepu am 16.September 2019 um 13:09:28

Auf das kleine aber feine Rennspiel „Highway Pursuit“ wurde ich 2005 aufmerksam, als es einer ComputerBILD-Spiele-Ausgabe beilag. In James-Bond-Manier durchkreuzt man eine lange Autobahn mit seinem Supersportflitzer und muss dabei ĂŒblen Feinde aus dem Weg rĂ€umen oder ihnen möglichst entkommen. Klingt erst einmal gar nicht so schwer, wird aber mit der Zeit eine Ă€ußerst haarige Angelegenheit.

Der Nissan-350Z-Verschnitt ist der Hauptcharakter dieses Highway-Chaos. Mitten auf einer langen Autobahn beginnen wir unsere Fahrt ohne ein bestimmtes Ziel. Man muss so weit kommen, wie es nur geht. Könnte funktionieren, wĂŒrde sich das Spiel lediglich auf Ausweichmanöver beschrĂ€nken. Doch der Adam Dawes, der Entwickler des Spiels, baute ein paar fiese Agenten ein, die mit aller Macht versuchen, uns zu stoppen bzw. von der Strecke zu drĂ€ngen.

Das fĂ€ngt noch recht harmlos an. Lilafarbene Fahrzeuge mit eigenartigen Bremsmanövern probieren es mit Schubsen. Sei es von der Seite oder mit hoher Geschwindigkeit von hinten. Orangefarbene Fahrzeuge mit ihren spitzen Reifen sind da schon etwas gefĂ€hrlicher, denn die bringen uns sogar zum Schleudern. DunkelgrĂŒne GelĂ€ndewagen verhalten sich Ă€hnlich wie die lilafarbenen Fahrzeuge, nur sind sie noch zusĂ€tzlich kugelsicher. Und Helikopter vermiesen die Laune unseres Sportwagens, indem sie Bomben in unsere Richtung abwerfen. Alles Dinge, die den Lebensstand unseres GefĂ€hrts verringern. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Zivilisten, die ebenfalls auf der Straße herumschwirren. Bei aller Unfairness muss man aber sagen, dass der Helikopter verschwindet, sobald dieser keine Bomben mehr hat.

Ein kleines Herz zeigt den Zustand an. Umso niedriger der wird, desto mehr qualmt der Wagen, hat aber keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten. Nicht nur die oben genannten Gegner können uns „Leben“ abziehen, sondern auch große Steine auf der Straße oder sogar die seitlichen Felder. Was irgendwie keinen Sinn ergibt.

Im Laufe des Spiels ruft unsere Dame fĂŒr alles – Ashley – Kleintransporter mit passenden AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden oder Reparaturfahrzeuge. Unser Sportwagen kann mit Ölwerfern, „Rauchwerfern“ oder Raketen ausgestattet werden. Mit den ersten zwei können wir die Feinde auf der Straße bestens loswerden, mit Letzterem den Helikopter. Die AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde kriegen wir zum richtigen Zeitpunkt. Wird ein Helikopter angekĂŒndigt, gibt es Raketen. Ist unser Zustand kritisch, gibt es ein Reparaturfahrzeug. Eine weitere Kniffligkeit besteht darin, in diese Transporter zu fahren, denn das ist ebenfalls nicht so einfach.

Bunte fahrende Feinde, fahrende AusrĂŒstungstransporter, die man nur schwer „treffen“ kann, welche Schwierigkeiten könnte es noch geben? Die Umgebungen. Nach einer gewissen Fahrzeit kommt eine WĂŒste, eine Stadt oder eine Schneelandschaft. Mittendrin wird man sogar von einem Nebel ĂŒberrascht. Die Stadt hat haarige Kurven, in der Schneelandschaft wirds sehr rutschig und bei Nebel ist die Sichtweite stark eingeschrĂ€nkt. Alles Sachen, die unsere drei Leben schnell verschwinden lassen. Es sei denn, man ist so weit gekommen, dass es ein neues Leben dazu gibt. Das passiert alle 100.000 Punkte.

Ein weiteres Detail sind die getrennten Straßen. Hin und wieder kommt es vor, dass sich die Straße in zwei StĂŒcke trennt. Entweder treffen die beiden StĂŒcke wieder zusammen oder genau die Straße, auf der man NICHT ist, fĂŒhrt woanders hin. Das hĂ€tte evtl. die Dynamik etwas erhöhen können. Manchmal gibt es auch fehlende BrĂŒckenstĂŒcke und da man leider keinen amerikanischen Bus mit einer Geschwindigkeit ĂŒber 50 Meilen pro Stunde hat, sollte man lieber die ganze BrĂŒcke nehmen.

Die erste Version erschien im November 2003, eine verbesserte Version 1.1 kam zwei Jahre spĂ€ter. Erst 2015 erschien eine Version 1.2, die sich auch bestens mit aktuellen Systemen vertrĂ€gt und eine 1080p-Auflösung mitbringt. Man hat die Möglichkeit, seinen Highscore ins Internet hochzuladen. Lustigerweise funktioniert das in der ersten Version immer noch. Komischerweise werden bei der Eingabe des Namens fĂŒr den Highscore flotte TastenanschlĂ€ge nicht toleriert. Aber sonst ist das Spiel bei der Wahl des Rechners anspruchslos, die Screenshots wurden auf einem XP-Rechner mit AMD Athlon XP 3000+ mit 1 GB RAM und GeForce4 Ti 4200 angefertigt, selbst darauf lief die erste Version von „Highway Pursuit“ sehr flĂŒssig.


„Highway Pursuit“ verursacht einen erstaunlich hohen Adrenalinpegel, den man bei kaum einen kostenlosen Rennspiel findet. Mit jedem Kilometer gibt es immer mehr Aktionen, die einen die wertvollen Leben kosten können, sei es schlechte WetterverhĂ€ltnisse oder eine Masse an gemeinen Feinden. Man könnte noch darĂŒber meckern, dass der Zugang zu VerteidigungsgegenstĂ€nden ziemlich erschwert wird und man nicht rĂŒckwĂ€rts fahren kann, was in einigen Situationen praktisch wĂ€re, aber auch so bekommt man einen fabulösen Höllenritt auf dem Highway.

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Kolumne: Das perfekte Rennspiel

FloosWorld am 19.Januar 2019 um 23:01:07

Ich liebe Rennspiele und besonders Rennsimulationen! Obwohl ich nur ein Gamepad und leider keinen Platz fĂŒr ein Lenkrad habe, ist es ein regelmĂ€ĂŸiger Nervenkitzel in Simulationen wie rFactor und Project CARS mit einen der vielen Boliden ĂŒber die Strecke zu heizen und der Bestzeit hinterherzujagen. Dadurch, dass ich seit Klassikern wie Grand Prix 2 dabei bin, habe ich meine persönliche Wunschliste fĂŒr das perfekte Rennspiel bzw. der perfekten Rennsimulation erstellt, welche ich nicht vorenthalten möchte.

Menschliche KI

Gleich wieder bei Grand Prix 2 bzw. der kompletten Grand Prix-Reihe: fĂŒr mich sollte das perfekte Rennspiel eine KI mit menschlichen ZĂŒgen haben und da ist die Reihe aus dem Hause Microprose ganz vorne mit dabei: die Entscheidung zwischen mehreren ReifensĂ€tzen am Start (bei Grand Prix 4 sind bis zu sechs verschiedene Reifentypen bei einem Rennstart möglich); Fahrfehler durch aggresive Fahrweise; Kampf mit dem Spieler. Die KI der Grand Prix-Reihe lĂ€sst sich durch Manöver in Fehler drĂ€ngen und versucht im Gegenzug genauso den Spieler in einen Fahrfehler zu zwingen um die Position zu behaupten. Ein Ă€hnliches Muster verfolgen die KIs der Racing Simulation-Reihe von Ubisoft sowie Nascar Racing von Papyrus. Bei diesen KIs hat man tatsĂ€chlich das GefĂŒhl gegen Menschen zu fahren, obwohl man sich gerade im Einzelspieler befindet. Die KI von Nascar Racing 2003 beherrscht zudem das sogenannte „Three-Wide-Fahren“ perfekt und reagiert auf kleinere Lenkbewegungen der anderen Fahrer.

Guter Karrieremodus

Ich bin ein Fan des Karrieremodus der F1 Spiele von Codemasters ab 2016, auch wenn diese ihre SchwĂ€chen haben: Zehn Saisons, um das Auto zu entwickeln, wobei sich alle Teams „rĂŒckentwickeln“. Das Bedeutet: Am Anfang hat man als HinterbĂ€nklerteam ĂĄ la Sauber zwar die Möglichkeit vom schlechtesten Team in das obere Mittelfeld oder gar zum Topteam zu werden, allerdings entwickeln die anderen Teams fleißig mit und somit steht man am Ende des Karrieremodus wieder da, wo man angefangen hat. Ein Zufallsgenerator, der die Leistungen der Teams neubestimmt anhand der Leistungen der vergangenen Saison, wĂŒrde da Abhilfe schaffen.

Eine weitere SchwĂ€che des Karrieremodus der Codemasters-Spiele ist, dass Lizenzbedingt (FIA sei dank) nur der Spieler von Team zu Team wandern darf, wĂ€hrend ein Felipe Massa, der 2017 seine letzte F1-Saison hatte fĂŒr ewig bei Williams fahren wird, ohne auch mal zurĂŒckzutreten. Sprich: Die Teams bleiben bis zum Karriereende fest. Teamwechsel mit mehr als nur dem Spieler wird es leider weiterhin nur bei Managern geben. FIFA macht es besser, denn dem Fußballverband scheint es egal zu sein, ob ein Spieler im gleichnamigen Spiel das Team wechselt, oder bis zu seinem Karriereende fĂŒr den 1. FC NĂŒrnberg spielt.

Ein gutes Beispiel, wie man einen Karrieremodus aufbauen sollte, lĂ€sst sich bei Project CARS und seinem Nachfolger finden: Ein Jahreskalender mit (leider) festen Veranstaltungen aber dafĂŒr viele Klassen zur Auswahl – vom Kart bis zur Formel 1.

Gute Moddingmöglichkeiten

rFactor 1 und 2 leben von Mods, da die Simulatoren in der Grundversion stark abgespeckt ist, rFactor 2 verzichtet zudem komplett auf eigene Inhalte und lĂ€sst die Community mittels Steam-Workshop eigene Strecken und Autos von realen oder fiktionalen Rennserien ins Spiel bringen. Die Grand Prix-Reihe bietet insbesondere fĂŒr Teil 2 und 3 die Möglichkeit mittels Fanerstellter Editoren das Spiel bis auf die kleinste Schraube zu Ă€ndern, von Kleinigkeiten wie den MenuhintergrĂŒnden bis zu den Lackierungen der Boliden.

Das fĂŒr mich perfekte Rennspiel sollte demnach gut editierbar sein und auch Einsteiger ermutigen, eigene Inhalte zu produzieren.

Rennleitungsmodus

Wer kennt es nicht: Eine schlechte Programmierung einer Strecke, welche dazu fĂŒhrt, dass nicht nachvollziehbare Strafen durch AbkĂŒrzen o.Ä. entstehen. Oder auch Kontrahenten, welche in einen crashen, man selbst aber die Strafe abbekommt. WĂ€re es da nicht praktisch, wenn man selbst die Rennleitung ĂŒbernehmen könnte, um solche Momente zu vermeiden?

Das fĂŒr mich perfekte Rennspiel sollte einen Rennleitungsmodus enthalten, bei dem man die Übersicht ĂŒber alle Fahrer im Rennen haben sollte, um selbst zu entscheiden, ob diese Person bestraft werden sollte, oder nicht. Da man als einzelne Person unmöglich die Übersicht behalten kann, sollten mehrere Leute, vielleicht bis zu vier die Rolle der Rennleitung ĂŒbernehmen, welche auch das Safety Car auslösen dĂŒrfen, um Ruhe in das Rennen zu bringen. Andere Signale, wie Blaue Flaggen oder auch Rote Flaggen (die viel zu selten simuliert wird), sollten auch manuell ausgelöst werden dĂŒrfen.

Insbesondere Rennliegen wĂŒrden von diesem Modus profitieren, da zwar schon mit eigenen Regeln gefahren wird, man aber immernoch den Regeln des Spiels unterstellt ist.

Nachvollziehbares, realistisches Schadensmodell

WĂ€hrend frĂŒher es kein Problem war, wenn sich Autos in alle Einzelteile bei UnfĂ€llen zerlegen ließen, haben Autohersteller heutzutage immer mehr etwas dagegen, wenn ihre virtuellen Boliden Schaden nehmen. In den F1 Spielen von Codemasters geht das so weit, dass sich der HeckflĂŒgel nicht mehr kaputtfahren lĂ€sst.

Das perfekte Rennspiel sollte ein Schadesmodell beinhalten, dass realistischer ist, aber auch nicht alles kaputt geht, sodass Autohersteller nichts zu kritisieren haben.

Einsteigerfreundlich und gleichzeitig fordernd

In der modernen Spielelandschaft gibt es eigentlich nur eine Sim-Reihe, welche Einsteiger und Profis anspricht: Project CARS. Der Titel lĂ€sst sich sowohl von Einsteigern mit Fahrhilfen perfekt bedienen, fordert aber auch Profis, die hier ihre virtuellen Meisterschaften austragen. In der Vergangenheit waren Simulationen auch darauf bedacht Einsteigern einen guten Überblick ĂŒber die Sim-Racing Welt zu bieten, allen voran Geoff Crammonds Grand Prix-Reihe.

Das perfekte Rennspiel sollte daher die Möglichkeit bieten, das Spiel zu seinen persönlichen Vorlieben anzupassen, um so fĂŒr alle fĂŒr ein ideales Rennerlebnis zu sorgen.

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Retro-Check: Euro Truck Simulator

kepu am 9.August 2018 um 10:08:29

Heute gilt es als eines der erfolgreichsten LKW-Fahrsimulationen ĂŒberhaupt, doch wie steht es mit dem allerersten Teil? Dieser ist nun 10 Jahre alt geworden und fast schon in Vergessenheit geraten. SCS Software verfrachtete den Schauplatz vom großen Amerika aus „18 Wheels of Steel“ ins kleinere Europa. Wie wirkt das Spiel heute? Wir wagen einen Blick.


Bei „18 Wheels of Steel“ war das Ziel klar definiert: mit gigantischen amerikanischen Trucks Frachten von A nach B liefern und das quer durch die USA. Durch die großen Highways musste man stets auf die Wachsamkeit des virtuellen Ichs, auf die Umgebung, auf den Sprit und auf das eigene Budget achten. Zumal man zum Schluss noch die große Herausforderung hatte, die Fracht rĂŒckwĂ€rts einzuparken.

Wer dabei nicht unbedingt Lust hatte, sein ganzes Spiel auf europĂ€isch trimmen zu wollen durch Modifikationen, hatte ab 2008 die Möglichkeit, von den gleichen Machern einen kompletten LKW-Fahrsimulator zu holen, der Europa als Schauplatz hatte. Dieser trug den Namen „Euro Truck Simulator“. Statt New York, Washington & Co gab es 17 europĂ€ische StĂ€dte wie Berlin, MĂŒnchen, Rom, Paris oder Madrid.

Wie es in den Regionen ĂŒblich ist, bewegen sich nicht etwa gewaltige Karossen mit einer langen Schnautze, sondern eher nĂŒchtern gestaltete Lastkraftwagen mit einer geraden Front. Das sorgt zumindest wĂ€hrend der FĂ€hrt fĂŒr eine ĂŒberaus bessere Sicht. Wirkt allerdings bei weitem nicht so elegant, aber ist dort nun mal Standard.

Und so kommt es auch, dass es zu Beginn irgendwie an Euphorie fehlt. Lediglich eine aufmunterne rockige Musik sĂ€uselt uns ins Ohr im schlichten HauptmenĂŒ, welches zufĂ€llig eines der 12 LKW zeigt, die wir im Spiel bewegen dĂŒrfen. Diese haben leider Fantasienamen, etwa SWIFT statt SCANIA, aber man erkennt ziemlich gut, um welchen Hersteller es sich beim jeweiligen Modell handelt. Vorher wird ein Land ausgewĂ€hlt, wo man starten möchte, und dann geht es mit einem Startbudget von immerhin 100.000€ zu einem x-beliebigen LKW-FachhĂ€ndler.

Doch man merkt schnell, dass dieses Budget lediglich fĂŒr die leistungsschwĂ€chsten Modelle ausreicht, FĂŒr die grundsĂ€tzliche Bewegung genĂŒgen diese völlig aus, doch allzu schnell kann man seine Fracht damit nicht ausliefern. Aber das wĂ€re schon seltsam, wenn man sofort in der Lage wĂ€re, das schnellste Modell ĂŒberhaupt kaufen zu können. So wird mir erstmal nur prĂ€sentiert, was möglich wĂ€re, wenn man das nötige Kleingeld hĂ€tte.

Kaum gekauft, schon dĂŒrfen wir laut dem simplen wörtlichen Tutorial, der hin und wieder am linken Bildschirmrand auftaucht, zu einer Firma fahren und eine Fracht transportieren. Startet man etwa in Deutschland, darf man von Berlin aus die StĂ€dte MĂŒnchen und Frankfurt anfahren. Man kann sich aber auch auf FrachtgĂŒter beschrĂ€nken, die vorerst nur aus GegenstĂ€nden, Lebensmitteln oder zerbrechlichen Sachen bestehen.

Bei der Fahrt ist einem klar: die Autobahn ist unumgĂ€nglich, schließlich verbringen LKW-Fahrer die meiste Zeit darauf. In der Anfangszeit ist es fĂŒr gewöhnlich so, dass der Verkehr um einen drum herum nur so davonsaust. Nur der Spurwechsel scheint noch ein Relikt aus den alten Zeiten zu sein, denn offenbar kennt die KI das so genannte Rechtsfahrgebot nicht. Man muss aber dazu sagen: das kennen viele nicht. So darf man auch durchaus Mittelspurschleicher beobachten, die es nicht unbedingt einsehen, nach dem Überholen eines LKW gleich wieder auf die rechte Spur zu wechseln, wenn kilometerweit nichts auf dieser Spur zu sehen ist. VollfĂŒhrt man einen plötzlichen Spurwechsel, kann man die KI verschrecken und zum Bremsen zwingen.

2008 ist zwar durchaus ein Jahr gewesen, wo Navigationssysteme ĂŒberaus erschwinglich waren. Diese Art der Navigation existiert hier nur in einer eingeschrĂ€nkten Variante, nĂ€mlich durch eine Minimap oben rechts, die die aktuelle Position anzeigt und man durch verschiedene Zoomstufen erkennen kann, was es so in der Umgebung gibt. Wo man hin muss, ist oben links abgebildet. Ist das Ziel recht weit entfernt, muss man da schon öfters auf die Karte gucken oder sich an den Schildern orientieren. Ein Schwung in die damaligen Zeiten der Orientierung, in einem Computerspiel und vor allen Dingen in der Zeit wirkt es eher nervig.

Zwar sagt die HĂŒlle was von „realistischen europĂ€ischen Autobahnnetzen“, aber wer weiß, welche man sich da abgeguckt hat, denn die Autobahnnetze Ă€hneln sich allesamt stark. Ein Autobahnkreuz in Spanien könnte exakt so aussehen wie in Deutschland oder eine Auf- und Abfahrt existiert in Italien in der gleichen Form wie in Polen. Lediglich die Natur seitlich der Autobahn und der Verlauf mögen da etwas Abwechslung bringen. Und selbstverstĂ€ndlich auch die Schilder. Doch selbst die Tankstellen, RastplĂ€tze und Mautstellen Ă€hneln sich stark. Zumal es eine Variante der Tankstelle gibt, die eine viel zu kurze Auf- und Abfahrt hat. Kennt man so in der RealitĂ€t nicht.

Wenn man irgendwann nach einer gewissen Zeit – je nach Grad des Orientierungssinns mit hĂ€ufigem Wechsel zwischen Karte und Spiel – an seinem Ziel angekommen ist, kommt die nĂ€chste Disziplin, die man auch in den VorgĂ€ngerteilen bewĂ€ltigen musste: den AnhĂ€nger rĂŒckwĂ€rts einparken. Das ist bei weitem nicht so einfach wie ein einzelnes Fahrzeug rĂŒckwĂ€rts in eine LĂŒcke zu manövrieren. Dennoch ist das Spiel gĂŒtig mit uns, es zeigt Akzeptanz beim Abstellen des HĂ€ngers, selbst wenn dieser recht weit von der Markierung weg steht. Am Ende wird alles zusammengerechnet: der Verdienst durch die Fracht, wovon die Strafen und die BeschĂ€digungen am HĂ€nger abgezogen werden.

Nun sind wir ein freier Mann und dĂŒrfen als quasi freiberuflicher LKW-Fahrer zu Firmen hinfahren und GĂŒter von A nach B transportieren. Neben ungefĂ€hrlichen Frachten wie Äpfel, KĂ€se, Milchpulver etc. und zerbrechlichen GĂŒtern wie Glas, ElektrogerĂ€te etc. gibt es auch Frachten mit so genannten ADR-Klassen. Das geht von harmlosen Sachen wie Benzin oder Diesel bis hin zu heißen Chemikalien. Um dieses Zeug transportieren zu können, bedarf es einiger Lizenzen, die uns neben der Expandierung in andere LĂ€nder auch Geld kosten.

Viel durch die Gegend fahren kostet uns allerdings nicht nur Geld, sondern auch Spritstoff und Energie. Hin und wieder ist ein Stop an einer Tankstelle notwendig, ein immer mehr und mehr blau werdender Kopf signalisiert, wann wir total mĂŒde sind. Das macht sich irgendwann durch Verdunkelung des Bildschirms mit dem Schriftzug „…döst…“ bemerkbar. Ist dies der Fall, ist es höchste Zeit, einen Rastplatz auszusuchen, um dort nĂ€chtigen zu können. Das lĂ€sst sich allerdings in den Optionen deaktivieren, falls man einen LKW-Fahrer haben möchte, der Millionen von Koffeinpflaster implementiert bekommen hat und absolut nicht weiß, was Schlaf ist.

 

Und wer einmal völlig vergessen hat, dass man tanken muss, kann inmitten seiner eher mauen Situation den Pannendienst rufen, der den Tank an Ort und Stelle auf ÂŒ des Volumens befĂŒllt, was einen hohen Kostenbetrag zur Folge hat. Selbst das Volltanken danach ist gĂŒnstiger. Wem es einmal gelĂŒstet, kann beim nĂ€chsten Werkstattbesuch nicht nur seinen LKW reparieren, sondern auch in Sachen Motorleistung, Fahrverhalten und Treibstoffverbrauch aufrĂŒsten, letzteres sogar in 3 statt 2 Stufen. Wer sein GefĂ€hrt voll aufrĂŒstet, wird schon einige Unterschiede bemerken. Man kann dem eigenen LKW auch eine andere Farbe verpassen, man sieht allerdings erst im Nachhinein, wie das aussieht.

Vor allen Dingen die InnenrĂ€ume der LKW sind nett anzusehen. Sogar der Blinkerhebel bewegt sich, sobald dieser betĂ€tigt wird. Das Tacho verfĂŒgt ĂŒber bewegliche Anzeigen und einem Bordcomputer, der den Spritverbrauch, die verschiedenen Temperaturen im Motor und die Geschwindigkeit anzeigen kann. ZusĂ€tzlich lĂ€sst sich ein Tempomat aktivieren, um die Geschwindigkeit konstant zu halten, auch wenn der LKW dann beim Einschalten eigenartigerweise ein bisschen runterbremst. Wer den Tempomat einstellen möchte, muss diesen deaktivieren, gewĂŒnschte Geschwindigkeit fahren und wieder aktivieren, Feinregulierungen gibt’s nĂ€mlich nicht.

NatĂŒrlich bietet das Spiel auch einen Tag/Nachtwechsel, zur Abendszeit wird’s dunkel und am frĂŒhen Morgen wird es hell. In der Zwischenzeit können die Scheinwerfer eingeschalten werden, selbst am Fernlicht stört sich die KI nicht. Eine VerĂ€nderung des Wetters gibt es ebenfalls, denn es fĂ€ngt im Laufe des Spiels auch an zu regnen und zu donnern. Hier lohnt es sich dann, den Scheibenwischer anzuschmeißen, der die eher putzig aussehenden Tröpfen von der Scheibe entfernt. Zudem ziehen die Fahrzeuge eine kleine Gischtspur hinter sich. Schade, dass der Regen keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten hat, die Regentropfen verschwinden allerdings, sobald man unter einem Dach oder in einem Tunnel ist. Im Ansatz richtig, aber man hat hier eher zu weit gedacht.

Mit den AufrĂŒstungen wird man irgendwann nicht sehr weit und vor allen Dingen nicht sehr schnell ankommen, weshalb man sich nach einem neuen GefĂ€hrt umschauen möchte. Hier gibt es allerdings das Problem, erstmal eine Stadt zu finden, die ĂŒberhaupt eine Werkstatt mit angebundenem FahrzeughĂ€ndler anbietet wie etwa Paris. Leider hat man vergessen, dafĂŒr unterschiedliche Symbole anzuzeigen. Hat man aber einen HĂ€ndler gefunden, kann man sich nach einer Kamerafahrt umschauen. Bei den Noname-Karossen handelt es sich um Nachbauten von Mercedes-Benz, Renault, Volvo und Scania. Von jedem gibt es nur ein Modell, jeweils unterteilt in den Klassen A, B und C, wovon A die schnellste und C die langsamste ist. Mit sehr viel Geduld schafft man es dann zum 660 PS starken Koloss, wo es bei der Fortbewegung keinen Unterschied macht, ob man einen HĂ€nger zieht oder nicht.

Sucht man nach einigen Details, wird man schnell merken, dass diese fehlen. Man ist zu 95% auf mehrspurigen Straßen unterwegs. Und ist man einmal auf einer Landstraße unterwegs, dann fĂŒhrt diese nur zur Firma und man begegnet keinem anderen Fahrzeug. Zwar bieten einige Autobahnabschnitte an den Seiten hin und wieder nette GebĂ€ude oder SehenswĂŒrdigkeiten, aber ein bisschen mehr Abwechslung hĂ€tte man hier schon bieten können.

Vor allen Dingen die StĂ€dte sind ein Witz. Klar, wenn man ganz Berlin nachbilden wĂŒrde, wĂ€re das zu extrem gewesen, aber es sieht so aus, als wĂ€re nur ein winzigkleiner Teil der StĂ€dte befahrbar. Wie alles im Spiel Ă€hneln sich die StĂ€dte zu sehr im Aufbau, es gibt nur winzige Unterscheidungsmerkmale wie etwa der Eiffelturm in Paris oder der Fernsehturm in Berlin. Es gibt nur ein paar Straßenkreuzungen, ein oder zwei Firmen, eine Werkstatt, ggf. mit HĂ€ndler, das wars.

Die KI ist unberechenbar. In vielen Momenten fahren die sonst unauffĂ€llig an einem vorbei, jedoch können sie in einigen Situationen zu einem gefĂ€hrlichen Hindernis werden. So kommt es auf einem freien Autobahnabschnitt zu plötzlichen Verzögerungen, obwohl weit und breit nichts ist. Mit etwas Pech haben die Fahrzeuge eine enorme Bremskraft und man beschĂ€digt sie. Zumal man nur das GerĂ€usch vernimmt, auf Lack zu kratzen. Quietschende Reifen gibt es nĂ€mlich nicht. Gut zu beobachten sind die Verzögerungen besonders an Autobahnkreuzen, hier fahren alle aus völlig unbekannten GrĂŒnden sehr langsam. Und wer was richtig eigenartiges probieren möchte, fĂ€hrt auf einen Standstreifen, schmeißt die Warnblinkanlage an und wartet. Binnen weniger Minuten hat man  nicht nur hinter sich, sondern auch auf der Gegenfahrbahn einen Stau verursacht.

Vor allen Dingen sind die Herausforderungen nicht ganz durchdacht. Man kann zwar schon mithilfe eines Sternesystems aufsteigen zum Meister, man kann neue LÀnder freischalten und es gibt Bestrafungen, die einen Geld abziehen, sollte man z.B. zu schnell fahren oder ein Fahrzeug rammen. Es existiert allerdings kein Zeitlimit. Man kann sich zu seinem Ziel so viel Zeit lassen, wie man nur möchte. Ein Zeitlimit wÀre zwar in Kombination mit dem fehlenden Navigationssystem eine ziemlich harte Herausforderung geworden, ein nettes Extra wÀre es dennoch. Zumal der Spritverbrauch eher unrealistisch ist und sich nach dem Kilometerstand richtet. Selbst wenn man den LKW im Leerlauf ausrollen lÀsst, verbraucht man Sprit.

Und dann andere Kleinigkeiten: feste Kennzeichen. Teilweise kann man einen AnhÀnger mit tschechischem Kennzeichen aus Frankreich abholen. Oder die StÀdte, die furchtbar öde wirken durch die fehlenden Leute, in Amsterdam etwa ist 24/7 der Supermarkt dicht. Polizeifahrzeuge gibt es nicht, man kriegt dennoch seine Strafen.

Wer vor allen Dingen aufsteigen möchte, braucht viel Geduld. Sowas wie die Möglichkeit, Fahrer einzustellen, Garagen zu kaufen oder ein eigenes Frachtunternehmen zu leiten, gibt es nicht. Man ist komplett auf sich alleine gestellt und muss alleine den weiten Weg des Aufstiegs erarbeiten. Wer diese enorme Geduld aufwenden kann, verdient meinen Respekt. Denn wie sang Xavier Naidoo einst: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.“. Schwer ist dieser zwar nicht unbedingt, aber lang wird er sein. Sehr lang.

Fazit

Europa in einem LKW-Fahrsimulator, mit dem „Euro Truck Simulator“ hat man diese Spielwelt nun auf seinem Bildschirm. Von Warschau ĂŒber Rom bis nach Lissabon. Klingt ordentlich, wĂŒrde alles mal irgendwie abwechslungsreicher aussehen. Die eine Gegend sieht wie die andere aus. Zwar wird man mit einem leichten Einstieg und einem realtiv idiotensicheren Karrieremodus belohnt, aber das ist mir persönlich alles zu wenig. Die mĂŒhselig erreichbaren Aufstiegschancen tun ihr ĂŒbriges. Der nur vier Jahre spĂ€ter erschienene Nachfolger ist deutlich motivierender und hat eindeutig mehr zu bieten.

4 /10

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Bewertung: 4.8/5 (8)

Retro-Check: Race Driver – GRID

FloosWorld am 29.Dezember 2017 um 12:12:39

Kaum zu Glauben, aber tatsĂ€chlich wahr: Codemasters letzter Teil der Race Driver und gleichzeitig erster Teil der GRID-Reihe wird 2018 10 Jahre alt. Grund genug, um nochmal einen Blick auf den mittlerweile modernen Klassiker zu werfen. 

Race Driver: GRID wurde am 30. Mai 2008 erstmals fĂŒr Windows und Mac PCs, sowie PS3 und Xbox 360, sowie fĂŒr Nintendo DS veröffentlicht. Es benutzt die damals ganz frische Ego-Engine, welche im Jahr davor beim ersten DiRT zum Einsatz kam.

Der Inhalt

Race Driver: GRID bietet 45 komplett lizensierte Fahrzeuge aus vielen Bereichen des Motorsports, sowie 89 Strecken. ZusĂ€tzlich hat man zwei Einzelspieler-Modi (Grid Welt = der Karrieremodus und Renntag = Einzelrennen) und wahlweise Online bzw LAN-Multiplayer zur VerfĂŒgung. Die Server fĂŒr den Multiplayer wurden allerdings bereits 2011 abgeschalten. FĂŒr die Mac-Version gab es zudem zwei exklusive DLCs, die sich auf ModDB als Download fĂŒr die Windows-Version finden lassen.

Die Grid-Welt

Das HerzstĂŒck von Race Driver: GRID ist der als Grid Welt benannte Karrieremodus, der den Spieler die Karriere seines eigenen Fahrers spielen lĂ€sst. Eine Story gibt es abgesehen von dem ersten Rennen der Karriere nicht.

Die Grid Welt beginnt mit einem 1-Runden-Rennen in den Straßen von San Francisco. Dabei wird dem Spieler zufĂ€llig ein Auto aus dem Pool der amerikanischen Fahrzeuge zugeteilt. Das Ziel ist es dabei das Rennen zu beenden, egal auf welchem Platz. Ist dies Erledigt, erhĂ€lt man die AnfĂ€ngerlizenzen fĂŒr die drei im Spiel vertretenen Regionen USA, Europa und Japan. FĂŒr weitere Lizenzen muss man sich einen Ruf aufbauen. Die Managerin, welche den Spieler im Karrieremodus begleiten wird, erzĂ€hlt, dass man nun 60.000 € benötigt um den Ford Mustang, den sie angeschafft hat, zu reparieren, sowie um einen eigenen Rennstall zu grĂŒnden. Man bekommt nun drei zufĂ€llige Angebote aus der Rennsportwelt vorgesetzt, welche man bis zu den 60.000 € abfĂ€hrt. Dabei hat man immer eine feste Summe, die bei Erledigung des Events ĂŒberwiesen wird, sowie ein PrĂ€mienziel, wie etwa eine bestimmte Position im Rennen zu erreichen, oder vor einem anderen Team ins Ziel zu kommen. Ist ein Event geschafft, so bekommt man aus dieser Region ein neues Event vorgeschlagen. In den USA spielt sich vieles in engen Straßenkursen, aber auch bei Crashderbies ab. In Europa ist man auf traditionellen Rennkursen unterwegs. In Japan dreht sich vieles um Driftwettbewerbe.

Ist der eigene Rennstall gegrĂŒndet (den man auch einen eigenen Namen geben darf), kann man nun neben Fahrerangeboten auch mit seinem eigenen Team an diversen Wettbewerben teilnehmen, den Wagen vorausgesetzt. Neue Fahrzeuge kann man sich entweder neu, oder bei ebay-Motors gebraucht kaufen. Je mehr Kilometer der Wagen auf dem ZĂ€hler hat, desto leistungsschwĂ€cher ist er. Fahrzeuge, welche man nicht mehr benötigt, können ebenfalls ĂŒber ebay-Motors verkauft werden.

Siege mit dem eigenen Team sind vorallem dann wichtig, wenn man Sponsoren anlocken will. Diese kommen mit unterschiedlichen PrĂ€mienzielen daher, z.B. das Rennen auf dem ersten Platz ohne SchĂ€den ĂŒberstehen oder einfach nur das Rennen beenden. Dabei kann man mehrere kleine Sponsoren und einen Hauptsponsor einsetzten. Beim Hauptsponsor ist die PrĂ€miensumme das Doppelte.

Spielt man ein Event zum ersten Mal wird die jeweilige Disziplin in einem kurzen EinfĂŒhrungsvideo erklĂ€rt.

Jede Saison endet mit den 24 Stunden von Le Mans. In der Karriere ist das Event eine 12-MinĂŒtige Veranstaltung, die mit der GT2 Klasse ca. 3 1/2 Runden dauert. Man kann das Event fahren, muss es aber nicht. Es ist aber gut, wenn man es fĂ€hrt, da man damit den Kontostand und das Ansehen aufbessert.

In spÀteren Saisons können Fahrer angeworben werden, welche ihre eigenen StÀrken und SchwÀchen haben.

Die Karriere hat kein festes Zeitlimit. Zudem spricht das Spiel den Spieler beim Namen an, sofern man dies eingestellt hat und der Name in der Spieldatenbank vorhanden ist.

Was die Regionen zu bieten haben

Der Großteil der amerikanischen Motorsportwelt in Race Driver: GRID spielt sich auf engen Straßenkursen ab. Auf diesen heizt man mit Muscle Cars, Tourenwagen, Openwheel, Le Mans Series usw. durch die Gegend. Die Strecken selbst haben hĂ€ufig 90° Kurven und sind durchaus anspruchsvoll.

In Europa ist man auf traditionellen Kursen, wie dem NĂŒrburgring, Istanbul, Spa und weiteren unterwegs. Hier gibt es Tourenwagen, Le Mans, Club GT usw.

In Japan dreht sich vieles ums Driften. Es gibt Drift-GPs, die wie Knock-Out Tuniere abgehalten werden, Driftschlachten, Freies Driften usw. Aber es gibt auch normale Rennen, die sich hier z.B. um den Hafen von Yokohama abspielen.

Renntag und die Rennen

Hat man keine Lust auf den Karrieremodus hat, kann man sich im Einzelspieler austoben. Hier kann man aus allen im Spiel verfĂŒgbaren Autos, Strecken und Events wĂ€hlen und die einzelnen Disziplinen ausprobieren. Vieles gibt es zum Einzelspieler nicht zu sagen, außer, dass er als Übungsmodus sehr gut geeinet ist.

Typische Rennen bei Race Driver: GRID dauern 3 Runden (bei Renntag sind 1 – 50 Runden einstellbar) und haben 12, 16 oder 20 Fahrer (je nach Rennklasse). Das Fahrverhalten ist dabei arcadelastig mit Simulationsanleihen. Es lassen sich unrealistische Bremsmanöver ausfĂŒhren, welche bei Simulationen hart bestraft werden wĂŒrden. AusflĂŒge ins Kiesbett werden bei Race Driver: GRID durch Grip-Verlust bestraft.

Hat man einen Fehler gemacht, kann man die sogenannten RĂŒckblenden benutzen. Je nach Schwierigkeitsgrad hat man 0 – 5 RĂŒckblenden zur VerfĂŒgung, die dem Spieler erlauben wenige Momente vor dem Fehler wieder ins Renngeschehen einzusteigen.

Fazit

Race Driver: GRID mag zwar nun bald 10 Jahre auf dem Buckel haben, man merkt es dem Spiel aber nicht an. Die Grafikeffekte sehen selbst heute noch fantastisch aus, auch wenn neuere Codemasters Spiele eine verbesserte Version der Ego-Engine haben und auf realistischere Beleuchtung setzen, als es noch bei Race Driver: GRID der Fall ist. Das SpielgefĂŒhl ist fantastisch, besonders durch die Cockpit-Ansicht, welche bei GRID 2 verschwunden ist und bei GRID: Autosport durch eine Cockpit-Ansicht ohne Anzeigen ersetzt wurde. Auch wenn der Online-Modus nicht mehr funktioniert, so kann man dank Tunngle oder Hamachi durch LAN auch noch Online unterwegs sein.

Wer Race Driver: GRID heute noch spielen möchte, kann dies leider nur noch mit der DVD-Version und einem jeweiligen Patch machen, da die Lizenzen fĂŒr die Digital-Veröffentlichung bei GOG.com und Steam Ende 2016 abgelaufen sind – ich vermute mal, dass es an den Sponsoren im Spiel (Lucas Oil, Auto Bild, …), sowie an ebay Motors liegt. Die DVD-Version gibts aber sehr gĂŒnstig bei Amazon, ebay und sicher auch beim Flohmarkt des Vertrauens. Vorsicht aber, wenn man bei Windows die Mac-DLCs als Mod einfĂŒgt: fĂ€hrt man bei Renntag eine Disziplin mit den DLC Autos und Strecken kann dies in einer ewigen Ladepause enden.

/10

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Bewertung: 5.0/5 (1)

Colin McRae Rally 2.0 im Retro-Test (Review)

Malte am 8.Juni 2012 um 10:06:31

Ausgegraben und angespielt: Colin McRae Rally 2.0 Schlamm, Dreck und Matsch. Wer Rennsimulationen und Rallye mag, wurde sicherlich schon einmal mit dem Namen Colin McRae konfrontiert. Nicht zuletzt wegen der großartigen Rennspiel-Serie von Codemasters, dessen erster Ableger 1998 erschienen ist. Mir fiel zuletzt jedoch der zweite Teil der Serie in die Hand, Colin McRae Rally 2.0, das 2000 fĂŒr PC  auf den Markt geworfen wurde. Ich wollt’s wissen: LĂ€sst sich die großartige Rallye-Simulation wieder zum Leben erwecken und wird auch heutigen AnsprĂŒchen gerecht?

Grafik und Sound

Knackige MotorengerĂ€usche,  wummernde Effekte, sympathischer Co-Pilot und nette Musik. Hier muss sich Colin McRae Rally 2.0 nicht verstecken, denn die GerĂ€uschkulisse kann durchaus mit so manch einem aktuellen Titel mithalten. Was fehlt sind lediglich 5.1 UnterstĂŒtzung und ein paar mehr HintergrundgerĂ€usche. Grafisch hingegen wirkt die Rallye-Ikone wahrhaftig nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Neben noch ansehlichen Fahrzeugmodellen und ertrĂ€glichen Texturen, sind WĂ€lder und HintergrĂŒnde meist nur 2-Dimensionale, altbacken Papptexturen. Trotzdem noch nett anzusehen ist das Schadensmodell und die Beleuchtungseffekte. Was wir noch heute in Rallye-Spielen vermissen, sind dynamische Tageszeitenwechsel und, man staune, dynamisches Wetter. Ja, das alles hatte schon Colin McRae Rally 2.0

Umfang

Der nette Herr Umfang muss sich nicht verstecken, sollte aber auch nicht zu stark in den Vordergrund rĂŒcken. 15 Fahrzeuge (3 Bonus), 8 LĂ€nder mit jeweils 6 abwechslungsreichen Etappen. Die BodenbelĂ€ge der unterschiedlichen Regionen unterscheiden sich natĂŒrlich, sowie die 15 Fahrzeuge vom Fahrverhalten. Wir dĂŒrfen eine ganze Meisterschaft spielen mit eigener Werkstatt, worin wir Feinabstimmung und Reperaturen zwischen Etappen dĂŒrchfĂŒhren können. Das ist wirklich nett, zumal selbst die Wahl der Reifen entscheidende Vor- oder Nachteile bringt. Des Weiteren steht ein Netzwerk- und Arcade-Modus zur VerfĂŒgung, in denen wir mit mehreren Wagen gleichzeitig durch Rundkurse dĂŒsen dĂŒrfen. Letztendlich hat Colin McRae Rally 2.0 also ordentlich was zu bieten, der dritte und vierte Teil können dies aber noch deutlich ĂŒbertreffen.

Spielspaß / Gameplay

Hier wĂ€ren wir an dem wohl wichtigsten Punkt – und zugleich an der Crux – angekommen. Leider ist Colin McRae Rally 2.0 fĂŒr heutige VerhĂ€ltnisse nicht mehr taufrisch. Die Fahrzeuge steuern sich wie Go-Karts. Immerhin, wie im Umfang schon erwĂ€hnt, dĂŒrfen wir in der Meisterschaft Feinabstimmungen an unserem Boliden vornehmen, die sich auch auf das Fahrverhalten auswirken. Die spielbare Meisterschaft entspricht dem realen Rallye-Reglement und wer kurze Action will sollte sich den Arcade-Modus anschauen. Ansonsten nagt der Zahn der Zeit an dem Rallye-Klassiker und richtig viel Spaß macht’s mir nicht mehr. Trotzdem: Eine Neuauflge dieses Teils mit neuen Elementen und aktueller Grafik wĂ€re mit Sicherheit eine bessere Simulation als irgendein weiteres DiRT.

Du bist noch bedingt spielbar! :‘)

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Bewertung: 4.9/5 (9)

Need for Speed III: Patch / Installer for Windows 7, 8.1, 10 (x64)

Malte am 18.Februar 2012 um 13:02:58

Installer, Setup, Patch for Need for Speed III: Hot Pursuit on Windows 7, Windows 8.1 and Windows 10. Our application allows you to install this game on your computer and contains patched game files 😃 Just download the following, executable file and follow the instructions đŸ‘»

Need for Speed III: Installer
Patches « Downloads

AttributeValue
Version
Veröffentlichungsdatum19-02-2012
heruntergeladen5143 mal
GrĂ¶ĂŸe20.37 MB
Dateitypexe
Patch fĂŒr Windows XP, Vista und Windows 7 64-Bit. So könnt Ihr Need For Speed 3 auf einem 64-Bit-System installieren!

Our software uses patched files from the new Need for Speed III: Modern Patch made by „VEG“! Please remind to thank him for his big contribution to make this game playable on your system. 🙂

Hotfix fĂŒr ein installiertes Need For Speeds 3 fĂŒr Version 1.06 oder geringer.


The “Need for Speed III Installer 2012″ does not contain a copy of the game or any significant game file. Need for Speed & the ‘N’ logo are trademarks or registered trademarks of Electronic Arts Inc. in the U.S. and/or other countries. All rights reserved.

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Bewertung: 4.1/5 (47)