Unreal Tournament – muss das noch indiziert sein?

Das Jahr 1999: zwei Shooter streiten sich gegen Ende des Jahres um den FPS-Thron, nĂ€mlich Quake 3: Arena und Unreal Tournament. WĂ€hrend beide Spiele sich nicht viel nehmen und zurecht als Klassiker gelten, die bis heute gerne gespielt werden (ich bin da aber eher „Team Unreal Tournament“), teilten sie sich das traurige Schicksal, auf die … weiter

Kolumne: Wie man den Jugendschutz anpassen sollte.

Seit dem Jugendschutzgesetz von 2003 gelten die USK bzw. FSK Freigaben nicht mehr als Empfehlung fĂŒr den Verkauf, sondern sind gesetzlich verbindend. Ab 12 ist nun auch ab 12. Zudem dĂŒrfen bereits von USK/FSK geprĂŒfte Spiele/Filme nicht mehr durch die BPjM indiziert und durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt werden. Eine sinnvolle Sache, wenn man sich z.B. … weiter

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Unreal Tournament – muss das noch indiziert sein?

FloosWorld am 9.Juni 2020 um 16:06:47
Das Jahr 1999: zwei Shooter streiten sich gegen Ende des Jahres um den FPS-Thron, nĂ€mlich Quake 3: Arena und Unreal Tournament. WĂ€hrend beide Spiele sich nicht viel nehmen und zurecht als Klassiker gelten, die bis heute gerne gespielt werden (ich bin da aber eher „Team Unreal Tournament“), teilten sie sich das traurige Schicksal, auf die Liste der jugendgefĂ€hrdenden Medien – dem berĂŒhmt berĂŒchtigten Index – aufgenommen zu werden. Quake 3 wurde bereits im Januar 2000 indiziert, Unreal Tournament folgte erst zwei Jahre spĂ€ter im Februar 2002. Auf dem Index sind beide Spiele bis heute.
FĂŒr Unreal Tournament möchte ich mich daher auf die Suche nach der Antwort fĂŒr eine Frage begeben, die ich aus meiner Sicht sicherlich nur Subjektiv beantworten kann: Ist die Indizierung heute noch gerechtfertigt?
Ich möchte hierbei darauf hinweisen, dass ich mich als eine durchaus gefestigte Person sehe, die sich bereits vor dem 18. Lebensjahr mit dem Thema „Indizierung“ befasst hat. Ich war mir den Unterschied zwischen virtueller und realer Gewalt somit schon frĂŒh bewusst.
Zum anderen möchte ich darauf hinweisen, dass entgegen eines recht beliebten Irrglaubens eine Indizierung kein Verbot per se ist. Der Kauf, Besitz und Konsum ist weiterhin erlaubt; die Ausstellung in KaufhÀusern und die ZugÀnglichmachung an MinderjÀhrigen ist allerdings untersagt.

 

Zum Spiel

Unreal Tournament gehört zur Gattung des Arena-Shooters. Kleine bis Mittelgroße in sich abgeschlossene Areale stehen hier im Vordergrund. Der Shooter hat ein SciFi-Szenario und spielt im Jahr 2341, auch wenn hier die Handlung natĂŒrlich im Hintergrund steht und ein Singleplayer abgesehen von wenigen Missionen, die als Übung fĂŒr den Multiplayer dienen, nicht vorhanden ist.

 

Das Spiel erklĂ€rt seine Rahmenhandlung folgendermaßen:

In 2291, in an attempt to control violence among deep space miners, the New Earth Government legalized no-holds-bared fighting. Liandri Mining Corporation, working with the NEG, established a series of leagues and bloody public exhibitions. The fights‘ popularity grew with their brutality. Soon, Liandri discovered that the public matches were their most profitable enterprise. The professional league was formed; a cabal of the most violent and skilled warriors in known space, selected to fight in a Grand Tournament. Now it is 2341. 50 years have passed since founding of DeathMatch. Profits from the Tournament number in the hundreds of billions. You have been selected to fight in the professional league by the Liandri Rules Board. Your strength and brutality are legendary. The time has come to prove you are the best. To crush your enemies; to win the Tournament.

 

UT startete in der Entwicklung als ein geplantes Addon zum im vorherigen Jahr veröffentlichten Unreal und wurde letztendlich als Spin-off im November 1999 veröffentlicht. Ports fĂŒr die PlayStation 2 und Dreamcast folgten 2000 und 2001. Laut den Verpackungen wurde das Spiel in allen Versionen von der USK ab 18 freigegeben. Indiziert wurden laut Schnittberichte.com die PC- und PlayStation2-Version. Epic veröffentlichte – anders als bei seinen Nachfolgern – keine fĂŒr den deutschen Markt abgeĂ€nderte Version.

Das Gameplay ist schnell und wird durch den Soundtrack ordentlich mitgetragen. Man findet sich sehr schnell zurecht. Neben den klassischen Deathmatch und Capture the Flag Modi gibt es auch Assault sowie Domination.

 

Die Gewalt

In den Optionen kann die Gewalt auf drei Stufen eingestellt werden: Ultra-Low, Reduced und Normal.

Auf Ultra-Low sind jegliche Gore Effekte deaktiviert und Gegner hinterlassen bei Beschuss nur kleine grĂŒnliche Blutwölkchen. Todesschreie sind allerdings vorhanden, diese scheinen hierbei die Standardschreie der Unreal Engine zu sein und können auch so bei Deus Ex gehört werden.

Auf Reduced kommen neben den Blutwölkchen und Todesschreien noch rote Blutspritzer hinzu, die allerdings nirgendwo liegenbleiben.

Auf Normal erhĂ€lt man das volle Programm: Blut bleibt an den Böden und WĂ€nden kleben und Körper können bei Raketenbeschuss in mehrere Teile zerbersten. Die Todesschreie tun dabei ihr ĂŒbriges. Es ist somit absolut kein Spiel, was in die HĂ€nde von einem 12jĂ€hrigen gehört. Ab 14-15 Jahren könnte man darĂŒber reden, sofern der jeweilige Spieler geistig gereift ist.

 

Warum wurde Unreal Tournament indiziert?

Ich habe hierzu bei der BPjM nach dem Indizierungsbericht gefragt und werde ihn, sobald und sofern er mir zur VerfĂŒgung gestellt wird, in diesem Artikel einarbeiten. Derzeit kann ich die GrĂŒnde nur vermuten.

Anhand des Gameplays und der Rahmenhandlung, dass das Töten in einem sportlichen Wettkampf in den Vordergrund stellt, in Verbindung mit der audiovisuellen Gewaltdarstellung, vermute ich, dass dies der BPjM Anno 2002 ein Dorn im Auge war. Der Ansager kommentiert zudem Besonderheiten im Laufe eines Matches, etwa, wenn man mit dem Sniper Gewehr einen Kopfschuss erzielt („Head Shot“), mehrere Gegner schnell hintereinander tötet („Double Kill“; „Multi Kill“), oder eine Serie am Laufen hat („Killing Spree“). Zudem gibt es eine Art „Two-Minute-Warning“ und ein Countdown der bei zehn verbleibenden Sekunden die Zeit runterzĂ€hlt.

Brutale WettkĂ€mpfe, um die Massen ruhigzustellen, ist etwas, dass man mit den GladiatorenkĂ€mpfen im alten Rom kannte und was auch so bei Filmen wie Rollerball und Death Race 2000 (beide 1975) behandelt wurde. Bei Computerspielen hingegen ist man nicht der passive Zuschauer, sondern wird selbst in die Rolle des Gladiators gesteckt. Rollerball und Death Race 2000 verstehen sich beide allerdings als Medienkritik, was man von Unreal Tournament nun schwer behaupten kann, da in erster Linie der Spielspaß im Vordergrund steht.

Ein weiterer wichtiger Faktor dĂŒrfte die Zeit sein, in der das Spiel indiziert wurde, da es mitten in der aufkommenden Killerspieldebatte auf dem Markt kam, die nach dem Amoklauf an der Columbine High School sowie in Bad Reichenhall (beide 1999) nach und nach entfachte. Der Amoklauf in Erfurt folgte erst zwei Monate nach der Indizierung von Unreal Torunament. Vermutlich spielt das aber nur eine untergeordnete Rolle.

Eine viel grĂ¶ĂŸere Rolle spielt dabei wohl die Alternativlosigkeit des Tötens, die auch schon bei zuvor indizierten und nun „freien“ Spielen wie Doom, Quake, Wolfenstein 3D, Duke Nukem 3D usw. bemĂ€ngelt wurde.

 

Sollte Unreal Tournament nach wie vor indiziert bleiben?

 

Kommen wir nun zu der in der Überschrift gestellten Frage. Aus meiner rein subjektiven Sicht als Spieler sage ich: Nein, die Indizierung von Unreal Tournament ist nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Dazu spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Zum einen wĂ€ren da die vorausgegangenen De-Indizierungen des vergangenen Jahrzehnts: alle vorher erwĂ€hnten Spiele wurden im Laufe der letzten zehn Jahre vorzeitig auf Anfrage der jeweiligen Rechteinhabers von der Liste der jugendgefĂ€hrdenden Medien gestrichen (eine Indizierung ist normalerweise 25 Jahre gĂŒltig). Doom 1 und 2, sowie Quake wurden bereits 2011 de-indiziert – beide Doom Teile wurden ebenfalls von der USK ab 16 freigegeben. Duke Nukem 3D folgte 2017, Quake 2 und Wolfenstein 3D wurden 2019 vom Index „befreit“. Wir leben in einer komplett anderen Zeit mit einer anderen Sichtweise auf Gewalt in Filmen und Spielen. Was frĂŒher blankes Entsetzen auslöste, wird heute meist mit einem Schulternzuck betrachtet.

Zum anderen wĂ€ren da weitere Spiele auf Basis der ersten Unreal Engine, nĂ€mlich Unreal selbst und das erste Deus Ex. Beide Spiele haben ein vergleichbares Maß an Gewalt und wurden nicht indiziert. FĂŒr Unreal entschied man sich, eine fĂŒr den deutschen Markt entschĂ€rfte Version zu veröffentlichen, vertrieb aber gleichzeitig die Originalversion. Deus Ex wurde ungeschnitten ohne eine zusĂ€tzliche Version veröffentlicht und ab 18 freigegeben. In beiden Spielen ist Blut und Splatter zu sehen und die zuvor erwĂ€hnten Todesschreie sind auch bei Deus Ex zu hören. Im Fall von Deus Ex sollte man aber noch erwĂ€hnen, dass das Spiel den Spieler nicht in KĂ€mpfe zwingt und auch nicht-tödliche Gewalt angewendet werden kann.

Ein weiterer Punkt ist, dass der Jugendschutz liberaler wurde. Eine nette Überraschung war dabei, dass die BPjM 2015 auf die Indizierung von Mortal Kombat X verzichtete, nachdem die USK dem Spiel zuerst die Freigabe verweigerte. Der neuste Ableger der Reihe, welcher 2019 veröffentlicht wurde, schaffte es ohne vorheriger PrĂŒfung bei der BPjM, bei der USK Uncut ab 18 freigegeben zu werden. Mit Mortal Kombat 1 und 2 wurden im April 2020 die Ur-Teile vom Index gestrichen. Bei Mortal Kombat 3 hob man die Beschlagnahmung auf.

Sollte sich Epic Games also nicht dazu entscheiden, bei der BPjM eine Anfrage auf vorzeitige Listenstreichung einzureichen (darf man als Rechteinhaber frĂŒhestens zehn Jahre nach der Indizierung), bleibt Unreal Tournament bis mindestens 2027 indiziert. Ab dann prĂŒft die Behörde von sich aus, ob die Indizierung noch zeitgemĂ€ĂŸ ist.

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Bewertung: 5.0/5 (3)

Kolumne: Wie man den Jugendschutz anpassen sollte.

FloosWorld am 7.Juni 2018 um 19:06:22

Seit dem Jugendschutzgesetz von 2003 gelten die USK bzw. FSK Freigaben nicht mehr als Empfehlung fĂŒr den Verkauf, sondern sind gesetzlich verbindend. Ab 12 ist nun auch ab 12. Zudem dĂŒrfen bereits von USK/FSK geprĂŒfte Spiele/Filme nicht mehr durch die BPjM indiziert und durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt werden. Eine sinnvolle Sache, wenn man sich z.B. Command & Conquer: Generals anschaut, welches trotz USK 16 noch indiziert werden konnte, da es kurz vor diesem neuen Gesetz rauskam.

Alles in allem ist der Jugendschutz seit 2003 gut, aber nicht perfekt, da er meiner Meinung nach nicht auf das digitale Zeitalter angepasst ist, um mit Onlineangeboten und Verkauf auf digitalen Plattformen zurechtzukommen. Von daher finde ich, dass man den Jugendschutz an wesentlichen Punkten anpassen sollte, die besonders erwachsene Spieler bzw. Filmfans betreffen. Der Einfachheit halber beschrĂ€nke ich mich bei den folgenden Zeilen auf die Sicht fĂŒr Spieler.

Mir ist zudem bewusst, dass sich hier einige Punkte ĂŒberschneiden, da dies mehrere in meinen Augen sinnvolle AnsĂ€tze fĂŒr modernen Jugendschutz sein sollen.

Die Beschlagnahme abschaffen

Beginnen wir mit dem drastischsten Schritt, den der Jugendschutz zu bieten hat: der Beschlagnahme. Beschlagnahmte Titel unterliegen laut Jugendschutz einem Verkaufsverbot und werden eingezogen.

Ich finde, man sollte die Beschlagnahme abschaffen, da dies eine unnötige HĂŒrde fĂŒr erwachsene KĂ€ufer ist und man sowieso die nötigen Vorkehrungen treffen wĂŒrde, wenn Jugendliche in der NĂ€he wĂ€ren. Klar, der Jugendschutz sollte die oberste PrioritĂ€t haben, allerdings sollte man den Spielern auch in dieser Hinsicht einen respektvollen Umgang mit jugendgefĂ€hrdenden Medien bescheinigen und zutrauen, was eine Beschlagnahme durch die Staatsanwaltschaft ĂŒberflĂŒssig machen wĂŒrde.

Beschlagnahmte Spiele sollten demnach sofort zu indizierten Spielen umgewandelt werden.

Keine Unterscheidungen in den Indizierungslisten

Die BPjM fĂŒhrt nicht-öffentliche Listen mit den Abschnitten A-D. Diese beinhalten geordnet sogenante jugendgefĂ€hrende Medien, welche nicht öffentlich beworben oder verkauft werden dĂŒrfen. Der Kauf erfolgt „unter der Ladentheke“. Bis heute gilt zudem: Spiele auf Liste B können kurz vor der Beschlagnahme stehen.

Diese Listen sollten abgeschafft werden oder allerhöchstens in zwei Listen abgeĂ€ndert werden: eine fĂŒr jugendgefĂ€hrende Offlinemedien und eine fĂŒr jugendgefĂ€hrende Onlinemedien aller Art. Denn indiziert ist indiziert und sollte nicht weiter in mehr oder minder jugendgefĂ€hrdend unterteilt werden. Dies wĂŒrde den Jugendschutz vereinfachen.

ZusĂ€tzliche Altersfreigabe fĂŒr indizierte Medien

Die USK sollte eine zusĂ€tzliche Freigabe zur VerfĂŒgung haben, um indizierte Medien „legal“ verkaufen zu können, etwa „ab 21“. Dies wĂŒrde dafĂŒr sorgen, dass indizierte Spiele nicht mehr unter der Ladentheke verkauft werden mĂŒssen und der Jugendschutz durch die erhöhte Freigabe trotzdem gewahrt bleibt. „Ab 21“-Titel sollten außerdem in NebenrĂ€umen verkauft werden, außer es handelt sich um Ausnahmen, wie etwa Spiele, denen man einen sozialkritischen, satirischen Hintergrund zuordnen kann – die Rede ist hierbei von Spielen wie Postal 2, die die US-Gesellschaft ĂŒberspitzt und schwarzhumorig aufs Korn nehmen.

Verkauf von indizierten Medien im Internet mittels Personalausweis

Eine weitere sinnvolle Idee, wie man als deutscher KĂ€ufer an indizierte Spiele kommen kann wĂ€re, die ID des Personalausweises zu nutzen um bei Plattformen wie Steam, GOG, Origin, Uplay etc. Zutritt zu einem Bereich zu erhalten, der gesperrte Titel dieser Seiten erhĂ€lt. Seiten wie Amazon fĂŒhren einen digitalen Nachweis mittels der ID, um sich damit etwa Keys fĂŒr Spiele kaufen zu können. Steam bietet derzeit den Altersnachweis durch simple Angabe des Geburtsdatums, was leicht umgangen werden kann und dafĂŒr sorgt, dass sich MinderjĂ€hrige „ab 18“ Titel problemlos kaufen können.

Die Sache mit der NS-Symbolik

Seit einem voreiligen Urteil bezĂŒglich des indizierten id Software-Klassikers Wolfenstein 3D (1992) aus dem Jahr 1998 gilt: Spiele mit NS-Symbolik mĂŒssen zensiert in Deutschland erscheinen, da § 86 des StGBs die „Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen“ untersagt. Ausnahme: die sogenannte SozialadĂ€quanzklausel aus Abs. 3, welche das Nutzen verfassungsfeindlicher Symbolik fĂŒr AufklĂ€rung und Kunst erlaubt, so wie man es Jahrelang bei Dokumentationen oder Kinoklassikern wie Indiana Jones sehen durfte. Zudem sei angemerkt, dass Wolfenstein 3D ursprĂŒnglich nicht wegen der NS-Symbolik indiziert wurde.

Der Umgang mit der NS-Symbolik sollte in dem Sinne angepasst werden, dass die Nutzung solcher Symbole grundstĂ€zlich erlaubt ist, solange damit keine Propaganda fĂŒr die Organsiation betrieben wird. Heißt: Medal of Honor – Allied Assault und Airborne, alle Call of Dutys im Zweiten Weltkrieg, die Wolfenstein-Reihe und einige weitere dĂŒrfen legal in ihrer unzensierten Form genossen werden, wĂ€hrend deutlich verfassungsfeindliche Spiele ĂĄ la KZ Manager weiterhin nicht erhĂ€ltlich sind.

Update: Seit August 2018 verweitert die USK nun nicht mehr automatisch die PrĂŒfung von Spielen mit NS-Symbolik – ein guter Schritt!

Der Umgang mit schwazhumorigen, satirischen Spielen

Spiele wie z.B. Postal 2 bieten neben ihrer Gewalt zudem eines: schwaren Humor und Satire auf reale Ereignisse. Diese Spiele sollten von Grund auf, sofern die Satire deutlich erkennbar ist, nicht indiziert werden und stattdessen mit dem neuen „ab 21“ Siegel bedacht werden, damit die Gewaltdarstellung in dem Spiel auch ihre „WĂŒrdigung“ im angepassen Jugendschutz erhĂ€lt. Da Postal 2 nicht indiziert wird, darf es offen verkauft werden.

Ein weiteres Spiel, welches von dieser Regel betroffen sein wird, ist das beschlagnahmte „Manhunt“ von Rockstar Games. Neben der drastischen Gewaltdarstellung und der Snuff-Thematik ist das Spiel eine satire auf die moderne Medienlandschaft, in der fĂŒr Aufmerksamkeit selbst ĂŒber Leichen gegangen wird. Dieses wĂŒrde ebenfalls nicht mehr beschlagnahmt werden und vom Index genommen werden und dĂŒrfte neben Postal 2 mit einem „ab 21“ offen verkauft werden.

Zusammengefasst heißt das: Mein Vorschlag fĂŒr modernen Jugendschutz seitens des Staates sieht vor, dass dem Spieler deutlich mehr vertraut wird; der Zugang zu indizierten Medien erleichtert wird, ohne, dass Importfahrten ins Ausland gemacht werden mĂŒssen und die zusĂ€tzliche HĂŒrde der Beschlagnahme abgeschafft wird.

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