Das Forum stirbt und wir wollen eine Community etablieren.

tl;dr Hier geht’s zu unserer Facebook-Gruppe! Retro wird stetig beliebter und pflegt kein allzu großes Nischendasein mehr wie noch vor ein paar Jahren. Eine zentrale Anlaufstelle, um sich inhaltlich mit anderen Spielern auszutauschen oder seine aktuellen Spielerfahrungen zu teilen, ist so allerdings noch nicht verfĂŒbar. Bisher haben wir mit diesem Unterfangen versagt. Denn in Zeiten … weiter

Die Geschichte zu meinem ersten Retro-Rechner

Der ein oder andere kennt mich dadurch, dass ich zum Spielen zeitgemĂ€ĂŸer PC-Spiele nicht etwa Emulatoren verwende, sondern zeitgemĂ€ĂŸe Computer. So kam ich auf die Idee, einen Retro-Rechner fĂŒr diesen Zweck aufzubauen. Und die Geschichte dahinter hat einiges an Hintergrundwissen. In meiner damaligen anfĂ€nglichen Let’s-Play-Phase stieß ich gerade bei 90er-Titeln vor einigen Problemen, etwa die … weiter

Retro-Check: 3D Pinball Space Cadet

„Pro Pinball: Timeshock“, „3-D Ultra Pinball“,…es existieren im Videospieleuniversum viele Vertreter des Flipper-Genres, doch keines kennt man so gut wie das vorinstallierte Pinball vom Betriebssystem „Windows“ von Microsoft. Allerdings verbirgt sich hinter dem Spiel mehr Geschichte als man denkt. An echte Flippertische kommt bekanntermaßen nichts virtuelles ran, auch wenn es sehr gute Spiele gibt, die … weiter

Kolumne: Das StartmenĂŒ braucht niemand mehr

Da hat die Marketingabteilung von Microsoft mit der gestrigen AnkĂŒndigung, ein StartmenĂŒ wĂŒrde fĂŒr das unter dem Codenamen Threshold benannte Windows 9 vorbehalten, die Internet-Foren mal wieder gekonnt außer Rand und Band gesetzt. Gepfefferte BeitrĂ€ge, die Microsofts Windows 8.1 verbal gĂ€nzlich zerlegen – gelegentlich mit einem Mindestmaß an Zeichen – sind zu dieser Stunde beliebter … weiter

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Das Forum stirbt und wir wollen eine Community etablieren.

Malte am 17.Juni 2019 um 21:06:05

tl;dr Hier geht’s zu unserer Facebook-Gruppe!

Retro wird stetig beliebter und pflegt kein allzu großes Nischendasein mehr wie noch vor ein paar Jahren. Eine zentrale Anlaufstelle, um sich inhaltlich mit anderen Spielern auszutauschen oder seine aktuellen Spielerfahrungen zu teilen, ist so allerdings noch nicht verfĂŒbar.

Bisher haben wir mit diesem Unterfangen versagt.

Denn in Zeiten von sozialen Medien ist es offensichtlich kaum noch möglich, sich abseits der großen Netzwerke einen Namen zu machen und etwas Neues zu schöpfen. Im Wesentlichen stellen wir  alle notwendigen Instrumente zur VerfĂŒgung: Community-Funktionen, ein Forum, redaktionelle als auch technische Artikel zu zahlreichen Retro-Spielen. Nur findet dies allenfalls moderaten Anklang und fĂŒhrte nie wirklich zu einem Durchbruch.

Strategisches Versagen aufgrund einer persönlichen Evolution rund um Webentwicklung und Marketing, die mit dieser Webseite seit ihrer Entstehung im Grunde genommen einhergeht, steht dabei ganz weit oben. Von nichts kam halt im Mittelstufen-Alter irgendwie etwas. Initial ĂŒbrigens auf einem WordPress-Blog. Weder mit hochkarĂ€tigen Besucherzahlen, geschweige denn irgendwelchen, monetĂ€ren Einnahmen können wir uns seit einem Bestehen von fast 10 Jahren rĂŒhmen. Dieses Projekt existiert seit jeher auf freiwilliger Basis aller Beteiligten. Wir sind mit diesem Ergebnis nicht unzufrieden, denn wir haben Spieler erreicht.

Die Forenkultur stirbt aus.

Ein Blick ĂŒber den Tellerrand verrĂ€t uns: Euer Forum macht keinen Sinn. Denn jeglicher Austausch von Interessengruppen findet heutzutage einzig und alleine ĂŒber soziale Medien statt. Nur die ganz Großen, die gefĂŒhlt seit Bestehen des Internets auf dem Markt vertreten sind, wie ComputerBase oder GameStar, können ihre Communities erhalten. Stellt euch selbst die Frage: Wann habt ihr euch zuletzt auf irgendeiner Plattform angemeldet? Das muss entweder technisch etwas ganz Attraktives oder Neuartiges sein, oder ihr habt nach etwas Bestimmten eine hohe Nachfrage, dessen Bedarf an fundierter Beratung sonst nirgendwo gedeckt wird.

Auch die Vergangenheit von Replaying zeigt ein interessantes PhĂ€nomen. Wir hatten wöchentlich zahlreiche Registrierungen zu verzeichnen, als diese fĂŒr einen Download noch Voraussetzungen waren, da wir einzigartiges Material anbieten. Seitdem die Registriegungspflicht abgeschaltet ist, schwappen im Monat vielleicht noch ein paar Benachrichtigungen ĂŒber Neuanmeldungen ins Postfach rein – und das war’s. 

Trotzdem wollen wir Erfahrungen oder Erlebnisse mehr denn je teilen. Sonst wĂ€re Facebook wohl kaum so erfolgreich, wie es ist. Aber dieses GrundbedĂŒrfnis schlummerte schon immer in uns Menschen. Unsere Großeltern versendeten ihre Portraits vielleicht noch per Post an Freunde mit einer kleinen Nachricht angehĂ€ngt. Wir zeigen sie der ganzen Welt. Dass so etwas technisch seit einiger Zeit möglich ist, kann eine unglaubliche Errugenschaft fĂŒr unser Dasein sein. Mit zuweilen gravierenden Kehrseiten, die allerdings einen eigenen Kommentar fĂŒr sich in Anspruch nĂ€hmen.

Retro-Spiele werden trendy.

Der Trend sagt: Retro ist cool.

Ihr fĂŒhlt euch mit eurem Hobby oder eurem Interesse fĂŒr Retro-Spiele irgendwie alleine gelassen? Das seid ihr nicht, ihr seid im Trend. Seit der Aufzeichnung des Keywords „Retro“ bei Google Trends klettert die kleine Chart fleißig nach oben. Und Google Trends hat recht. Auch meine subjektiven EindrĂŒcke sehen das so. Du wirst mit Retro-Spielen nahezu tĂ€glich konfrontiert. Selbst Sony hat mit der PlayStation Classic vor nicht allzu langer Zeit eine Retro-Konsole auf den Markt gebracht, die sich, trotz ihrer MĂ€ngel, einer enormen Beliebtheit erfreut. Das Ding kennt einfach jeder.

Wir wollen eine Community rund um Retro-Spiele etablieren.

Das ist absurd, denn das ist nahezu unmöglich nach dem bisherigen dictus zu urteilen. Aber es ist der perfekte Zeitpunkt. Wir starten mit einer Facebook-Gruppe. Wir hoffen, irgendwann vielleicht doch noch einmal eine komplette Neuentwicklung als Plattform anbieten zu können, die attraktive Möglichkeiten des Austausches bietet und sowohl technisch als auch inhaltlich in einer AusprĂ€gung umgesetzt wird, wie sie eigentlich nur von grĂ¶ĂŸeren Projekten zu erwarten wĂ€re. Das muss sich in Anbetracht des Aufwandes leider irgendwie lohnen und kann nicht fĂŒr ein paar Mitglieder hochgezogen werden.

Das ist unsere Facebook-Gruppe.

„Werdet ein Teil von uns!“ oder „Wir freuen uns auf euch!“. Zwar ist dem so, allerdings möchten wir euch mit weiterer Marketingsprache durchaus verschonen. Es ist eben eine Facebook-Gruppe, was gibt’s denn da schon großartig zu sagen.

Hier geht’s lang: Retro-Gaming, Spiele, Community, Konsolen & Handel – REPLAYING.de

Ihr könnt:

  • Fragen stellen, Bilder posten, Gaming-Erlebnisse teilen.
  • Wir wollen einen Fokus auf den Handel von Spielen legen. Hierzu wird ein Regelwerk aufgestellt.
  • Bei Nachfrage veranstalten wir virtuelle LAN-Partien mit Retro-Spielen.

Und wir wollen dem grĂ¶ĂŸten Problem der Facebook-Gruppen nachhaltig entgegenwirken: Dem Finden von Informationen. Das ist wohl das grĂ¶ĂŸte Übel des Aussterben des Forums. Abgesehen des gefĂŒhlt inhaltlich und sprachlich Abbaus eines jeden Beitrages. Ich möchte ĂŒber etwas Recherchieren und google. Wie viele Facebook-BeitrĂ€ge einer Gruppe werden da doch gleich angezeigt? Richtig, keiner. Und da Facebook-Gruppen wiederum zu den grĂ¶ĂŸten Austauschplattformen heranwachsen, stehen wir dahingehend vor einem Problem. Wir posten deswegen, sofern es sich irgendwann einmal ergeben sollte, die besten Fragen und Antworten, etwa zu KompatibilitĂ€tslösung, als Artikel auf die Seite. Mit schön viel SEO.

Was lÀuft mit REPLAYING.de so?

Abgesehen der fleißigen BeitrĂ€ge ganz besonders unseres lieben Dominiks, aber auch Kevins, und natĂŒrlich Florians, nicht zu vergessen Reddoks, und einigen, weiteren Autoren, die ihr allesamt immer fleißig unter jedem Artikel gelistet seht, sind erst einmal keine Relaunches, neuen Features oder grĂ¶ĂŸeren Überarbeitungen in Planung. Auch wenn das Design, das seit 7 Jahren bereits in dieser Form online ist (und dafĂŒr noch ganz schick aussieht!), sicherlich einmal ein mobilfreundlichere Variante vertragen könnte.

Anregungen und Kritik sind natĂŒrlich jederzeit willkommen. Sogar sehr willkommen, denn dies sprĂ€che fĂŒr eine Steigerung der Reichweite der Webseite, die uns selbstverstĂ€ndlich freuen wĂŒrde! 😎

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Die Geschichte zu meinem ersten Retro-Rechner

kepu am 4.MĂ€rz 2019 um 10:03:11

Der ein oder andere kennt mich dadurch, dass ich zum Spielen zeitgemĂ€ĂŸer PC-Spiele nicht etwa Emulatoren verwende, sondern zeitgemĂ€ĂŸe Computer. So kam ich auf die Idee, einen Retro-Rechner fĂŒr diesen Zweck aufzubauen. Und die Geschichte dahinter hat einiges an Hintergrundwissen.

In meiner damaligen anfĂ€nglichen Let’s-Play-Phase stieß ich gerade bei 90er-Titeln vor einigen Problemen, etwa die KompatibilitĂ€t zu neueren Windows-Betriebssystemen oder die seltsamen Aufnahmeprobleme im Einsatz von Emulatoren. Eine Alternative musste her. Denn ein real existierendes System aus der Zeit sollte da die beste Lösung darstellen. Und es wirkt doch authentischer, wenn man etwa das DOS-Spiel „Theme Hospital“ von 1997 statt in der DOSbox auf einem Computer mit Pentium-Prozessor und Windows 95 spielt. Aber das reicht bei weitem nicht, das Bild der Grafikkarte muss noch aufgenommen werden. 

Im LetsPlayForum lernte ich Ende 2012 den User „Tyerell“ kennen, der mir dadurch aufgefallen ist, dass er auf seinem YouTube-Kanal (der seit einiger Zeit inaktiv ist) genau die Methode verwendete, die ich beabsichtige zu verwenden. Erst da erfuhr ich, dass man ein Capture Device benötigt. Seine anfĂ€nglichen Capture-Methoden beschrĂ€nkten sich auf S-Video, was zwar immerhin wie eine alte Aufnahme wirkte, aber ich den Zuschauern sowas nicht antun wollte. SpĂ€ter machte er es aber mit einer PCIe-Karte von AVerMedia, die ĂŒber einen VGA-Output verfĂŒgte. Und was hatten die Grafikkarten in den 90er-Jahren gehabt? Richtig, einen VGA-Anschluss.

Vorher musste aber ein entsprechender Rechner angeschafft werden. Eine Kontaktadresse war tatsĂ€chlich meine ehemalige Berufsfachschule, in der ich meine Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten vor gar nicht allzu langer Zeit abgeschlossen habe. Allerdings war zu der Zeit noch ein Bekannter drin, der mir da etwas mithelfen konnte. Kurz zuvor hatte ich fĂŒr den potenziellen Rechner noch ein paar Komponenten bei eBay ersteigert. Die erste Komponente war eine Soundkarte der Marke Creative. Das war so das erste, an das ich dachte, wenns um Soundkarten geht: eine grundsolide SoundBlaster CT4670. Immerhin sorgt das fĂŒr atmosphĂ€rische EAX-Effekte in Computerspielen, auch wenn diese eher aus viel Chorus und viel Hall besteht.

Das erste, was ich fĂŒr den Retro-Rechner erworben habe: eine 3dfx Voodoo3 3000

Die andere Komponente, wo es eher interessant wird, ist die Grafikkarte. Mir wurde der hervorragende Rat gegeben, eine 3dfx Voodoo zu holen. Diese hatte seinerzeit einen guten Ruf und gerade bei Spielen, die in Verbindung mit solchen Karten noch besser aussehende Texturen brachte, wĂŒrde die doch ganz gut passen. Konkret wurde mir zur Voodoo3 von 1999 geraten, die einen 2D- und 3D-Chip besaß und mir der Kauf einer 2D-Grafikkarte ersparte. Und viele Versuche brauchte es nicht, fĂŒr sehr wenige 1,50€ (!!) ersteigerte ich eine Voodoo3 3000 mit AGP-Slot. Zwar brauchte es etwas, bis das gute StĂŒck bei mir war, aber bei so einem Preis kann man wahrlich nicht meckern. 

Mit beiden Karten ging es zur Berufsfachschule, um nicht nur den Rechner abzuholen, sondern auch die beiden Karten einzubauen. Dann gabs erstmal eine kleine EnttĂ€uschung: zwar hat man mir einen Rechner bereitgestellt, aber mit einem etwas frischeren AMD-System. Genau das, was ich nicht wollte. Es existierte ein Rollwagen mit einigen Ă€lteren Mainboards, wo ein Slot-Prozessor von Intel steckte. Eines davon sollte in den Rechner rein. Doch es musste erst mit dem Systemadministrator beraten werden, ob ich das ĂŒberhaupt durfte. Da ich seine Lockerheit zu schĂ€tzen wusste, nickte er das Vorhaben ab.

Gesagt getan: AMD-Board raus, Intel-Board rein. Und natĂŒrlich die Sound- und Grafikkarte. Der Systemadministrator interessierte sich natĂŒrlich sehr fĂŒr die Voodoo3. Beim ersten Betriebstest hing erstmal das BIOS beim Erkennen der Festplatte auf, die war mit 40 GB fĂŒr so einen PC deutlich ĂŒberdimensioniert. Doch durch eine Jumper-Einstellung konnte man den Speicherplatz auf 32 GB begrenzen, die das BIOS problemlos erkannte. Man wollte mich nicht ohne EingabegerĂ€te wegschicken, weshalb ich noch eine billige PS/2-Maus und eine billige PS/2-Tastatur bekam. Immerhin die PS/2-Maus befindet sich noch in meinem Besitz. Mit der Kiste ging es dann zurĂŒck nach Hause. 30 Minuten lang. In einer Straßenbahn quer durch Leipzig. WĂ€re es voll gewesen, wĂ€re der Rechner eine prima Sitzgelegenheit gewesen. Daheim angekommen und da stand er nun: mein erster Retro-Rechner.

Das Àlteste Foto vom Retro-Rechner aus dem Jahr 2013

Der Retro-Rechner öffnete nun TĂŒr und Tor fĂŒr sĂ€mtliche Vorhaben, die sonst mit einem Emulator oder gar meinem ersten Retro-Notebook (ein Toshiba Satellite 200CDS von 1996, den ich 2012 fĂŒr ca. 20€ bei eBay ersteigert habe) nicht möglich gewesen wĂ€ren. Aber vorher muss verstĂ€ndlicherweise alles eingerichtet werden. Betriebssystem wurde – ganz klar – Microsoft Windows 98 SE, die so ziemlich beste Wahl, um sĂ€mtliche Spieletitel aus den 90er spielen zu können. Die Treiber fĂŒr Sound und Grafik fanden sich im Internet genauso schnell wie auch die fĂŒr die eingebaute Realtek-Netzwerkkarte. Mangels Router war ich damals noch nicht in der Lage, die Dateien ĂŒber das Netzwerk zu ĂŒbertragen, weshalb ich es mit einem Treiber versucht habe, der es erlaubte, auf USB-Speichermedien zuzugreifen. Dieser konnte wenigstens ĂŒber eine 3,5“-Diskette ĂŒbertragen werden.

So erstaunlich es einem auch vorkommt: das Mainboard stammt aus einem HP-Komplettrechner, wofĂŒr mir bis heute ulkigerweise eine Blende fehlt, seitdem hat man einen relativ freien Blick in das GehĂ€useinnere. Neben den Basics wie PS/2, Seriell und Parallel verfĂŒgte diese aber auch ĂŒber zwei USB-AnschlĂŒsse. Perfekt, um die Treiber zu ĂŒbertragen. Und schon hatte ich ein voll eingerichtetes und noch schlankes Windows 98 vor mir. SĂ€mtliche Spiele, wovon ich wusste, dass sie woanders nicht so gut funktionieren wĂŒrden wie Road Rash oder Autobahn Raser liefen geradezu perfekt auf der Kiste, dank 3dfx-Karte kamen auch die Glide-Effekte nicht zu kurz. Mit King of the Road stieß der Rechner schon an seine Grenzen, denn dieses Spiel von 2001 ruckelte gewaltig. Dann kam aber die erste EnttĂ€uschung bei Dungeon Keeper: keine Musik.

Der Desktop von Windows 98 SE samt geöffneten Systeminformationen

Die Lösung wurde schnell gefunden. Es fehlte ein Verbindungskabel zwischen CD-Laufwerk und Soundkarte. Schnell ein entsprechendes bei eBay rausgesucht, gekauft, eingebaut und schon war auch diese Kleinigkeit gelöst. Durch die Tatsache, dass das Mainboard aus einem Komplettrechner stammt, konnte man auch nicht einfach so die Frontpanel verkabeln, da die Aufschriften komplett fehlten und ich mit einer Notlösung auskommen musste. Ein findiger Mitbewohner hatte mir allerdings dabei geholfen, die Frontpanel des GehÀuses zu verkabeln durch langes Rumprobieren. Ulkigerweise funktioniert bis heute das Reset-Loch nicht.

Mit dem Verkauf meines Acer-Notebooks kaufte ich mir dann eine Capture-Karte, womit ich dann auf meinem damaligen YouTube-Kanal erstmals Ă€ltere Spiele auf einem Ă€lteren System ausprobieren wollte. Die Wahl fiel auf die Shareware-Version des Jump&Run-Spiels Jazz Jackrabbit. Und so geht alles seinen Lauf, gerade dieser Rechner wurde fĂŒr viele Spiele eingesetzt. Trotz der Tatsache, dass mit der Zeit noch einige Retro-Rechner dazukamen, um auch die anderen Epochen einzuholen. Im gleichen Jahr kam zum Beispiel ein Pentium-75-System dazu, spĂ€ter gab es ein Athlon-1000-System, ein 486er und so weiter. Allerdings lief keiner so stabil wie mein erster. Die Anzahl der Neuinstallationen belĂ€uft sich bis heute auf eine einzige und das einzige Teil, was oft ausgetauscht wurde, war das Laufwerk, welches aktuell ein CD-Brenner ist. Sonst ist noch alles beim alten geblieben.

Auch wenn das GehĂ€use nicht das schönste ist, es ist zumindest stabil. Diesem verpasste ich auch im Laufe der Zeit sowohl einen Pentium-II- als auch einen 3dfx-Aufkleber. Heute wird der Rechner immer noch hin und wieder verwendet, um Spiele aus der spĂ€ten Windows-95- bzw. frĂŒhen Windows-98-Ära auszufĂŒhren. Spiele, die bis zum Jahr 1999 erschienen sind, laufen zum grĂ¶ĂŸten Teil mehr als spielbar und absolut flĂŒssig, es sei denn, man kommt mit mies optimierten Sachen wie „Ultima IX: Ascension“ oder „Outcast“ um die Ecke. Spiele ab der Jahrtausendwende sind eher weniger eine gute Idee, zumal man sich da eher auf kleinere Titel beschrĂ€nken sollte. Sonst ist es aber ein grundsolider Retro-Rechner, dessen Nachbau ich nur empfehlen kann.

Und wer aufgepasst hat, hat diesen Rechner sicher schon mal auf der gamescom im Jahr 2017 als spielbares AusstellungsstĂŒck in Halle 10.2 gesehen. Man konnte damit „Star Trek Pinball“ spielen.

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Retro-Check: 3D Pinball Space Cadet

kepu am 28.Januar 2019 um 11:01:20

„Pro Pinball: Timeshock“, „3-D Ultra Pinball“,…es existieren im Videospieleuniversum viele Vertreter des Flipper-Genres, doch keines kennt man so gut wie das vorinstallierte Pinball vom Betriebssystem „Windows“ von Microsoft. Allerdings verbirgt sich hinter dem Spiel mehr Geschichte als man denkt.


An echte Flippertische kommt bekanntermaßen nichts virtuelles ran, auch wenn es sehr gute Spiele gibt, die real existierende Tische emulieren können. Bei den Videospielen wird man mit den unterschiedlichsten Varianten davon konfrontiert, von etwas doof bis ziemlich gut. Da denkt man an Spiele wie „Epic Pinball“ (Epic MegaGames, 1993), „3-D Ultra Pinball“ (Sierra, 1995) oder „Pro Pinball: Timeshock!“ (Empire Interactive, 1997).

Und dann gibt es noch „3D Pinball Space Cadet“, welches man wohl am meisten kennen wird. So nannte sich das Spiel, welches man ĂŒber den unscheinbaren Namen „Pinball“ ĂŒber das StartmenĂŒ von sĂ€mtlichen Windows-Betriebssystemen erreichen konnte. Man muss auch zugeben, dass es neben den sonst vom Betriebssystem mitgelieferten Spielen wie „SolitĂ€r“ oder „Minesweeper“ sich sehr von der Masse abhebt.

Die wenigsten kennen die Vorgeschichte. Wenn man sich den Tisch genauer ansieht, wird man unten zwei Namen erkennen: „Cinematronics“ und „Maxis“. Ausgerechnet die Macher von „Sim City“ entpuppen sich bei diesem Pinball-Spiel als die Publisher, wĂ€hrend „Cinematronics“ das Spiel an sich entwickelt hat. Der Entwickler ist im Gegensatz zum Publisher ein ziemlicher unbekannter, das einzige, was diese Firma entwickelt hat, wovon man vielleicht schon mal gehört hat, ist das Golfspiel „Jack Nicklaus 4“ im Jahr 1997. Die Firma wurde letzten Endes von Maxis im Jahr 1996 ĂŒbernommen, die wiederum 1997 von Electronic Arts ĂŒbernommen wurden.

Viele vertreten die Meinung, das Pinball-Spiel existiere erst seit dem 2001 erschienenen Betriebssystem „Windows XP“. Fakt ist, bei „Windows XP“ hatte man das letzte Mal die Möglichkeit, es mit zu installieren. Der Ă€lteste bekannte Prototyp des Spiels erschien am 26. April 1995, hieß intern „Test Table“ und wurde Ă€ußerlich noch „Maelstorm“ genannt. Hier entsprach das Layout bereits dem Endprodukt, wĂ€hrend die Sounds und besonders die Farben noch anders waren. Das fertige Endprodukt erschien mit „Microsoft Plus! fĂŒr Windows 95“ ungefĂ€hr zum Release von „Windows 95“ am 24. August 1995.

Nach einem Splashscreen öffnet sich der Tisch mit dem Namen „3D Pinball Space Cadet“, begleitet von einem Typen in einem Weltraummobil. Ziel ist es, bei einem Science-Fiction-Abenteuer bei einer Raumpatrouille vom Kadetten zum Großadmiral aufzusteigen, indem man bestimmte AuftrĂ€ge erfĂŒllt. Dies erfolgt grĂ¶ĂŸtenteils durch das Treffen von angezeigten Zielen. Spielt man auf diese Art und Weise, sind 8- oder 9-stellige Punktzahlen keine Seltenheit mehr. Die meisten werden aber einfach so „geflippert“ haben.

Ende 1995 bzw. Anfang 1996 erschien „Pinball 95“ (in Amerika „Full Tilt! Pinball), welches nicht nur eine verbesserte Version des „Space Cadet“-Tisches enthielt, sondern noch zwei weitere mit dem Namen „Skulduggery“ und „Dragon’s Keep“. Bei „Skulduggery“ sucht man nach Peg Legs Beute, quasi nach einem Piratenschatz, wofĂŒr man verschiedene Spielmodi erfĂŒllt oder eine Schatzkarte zusammenstellt. Bei „Dragon’s Keep“ muss man einen Drachen bezwingen, indem man verschiedene Wagnisse erfĂŒllt oder das Schwert in den Drachen rammt. Der spielbarste Tisch wird aber weiterhin der „Space Cadet“-Tisch bleiben.

Besonders bei dem Tisch wird man einige Verbesserungen merken, so sind einige VorgĂ€nge wie das Auftanken des Kraftstoffs vom Raumschiff, welches an einigen Stellen möglich ist (und sich durch die Meldung „Schiff aufgetankt“ bemerkbar macht), flĂŒssiger, das Abschießen des Balls zu Beginn ist gefĂŒhlt flotter, aber das auffĂ€lligste ist die höhere Auflösung des Tischs. Alle Tische haben eine maximale Auflösung von 1024×768 Pixel. Aus heutiger Sicht wirken die Tische damit wie ein HD-Remake des Pinball-Spiels. Die von Microsoft beigelegte eingeschrĂ€nkte Version wurde auf die niedrigste mit 640×480 Pixel belassen.

Das eingeschrĂ€nkte „3D Pinball Space Cadet“ war bei den Windows-Versionen NT4, 2000, ME und XP mit dabei, sofern man alle Spiele mit installieren wollte. Microsoft legte bei „Windows 98“ eine Anleitung bei, wie man sich das Spiel beschaffen kann, hierbei musste allerdings eine Korrektur ĂŒbers Internet nachgeliefert werden. Seit Windows Vista ist es nicht mehr mit dabei, man kann das Spiel dennoch problemlos im Intenet auffinden und auf neueren Systemen spielen, selbst unter 64-bit.

Doch das erweiterte „Pinball 95“ ist verdammt schwer aufzutreiben, selbst ĂŒber Verkaufsportale wie eBay hat man fast keine Chance, ein Exemplar dieses Spiels zu ergattern. Die amerikanische Version „Full Tilt! Pinball“ hingegen kriegt man relativ leicht im Internet, ganz im Gegensatz zum Retail-Exemplar. Maxis veröffentlichte 1997 ein so genanntes „Family Pack“, wo bei den 4 Spielen auch „Pinball 95“ enthalten ist.


Das Spiel hinter dem unscheinbaren Namen „Pinball“ ist inzwischen zum Kult mutiert. Jeder kann sich an den langweiligen Computerunterricht erinnern, wo man dieses Flipperspiel mit Pseudo-3D-Grafik, abgespacter Optik und einem Wiederspiel-Faktor fĂŒr das Totschlagen der Zeit bis zum Erbrechen gespielt hat. Aber auch ein Blick auf die verbesserte Variante und den beiden anderen Tischen lohnt sich, auch wenn diese von der Schwierigkeit her höher sind, aber eine Ă€hnlich gute Abwechslung versprechen. Es gibt zwar deutlich bessere Pinball-Spiele, betrachtet man aber die sonst so mitgelieferten Spiele von Windows (Reversi, SolitĂ€r, Minesweeper, CANDY CRUSH!!,…), ist es eine willkommene Abwechslung.

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2 » Retro

Kolumne: Das StartmenĂŒ braucht niemand mehr

Malte am 3.Juni 2014 um 17:06:53

Windows_8_logo

Da hat die Marketingabteilung von Microsoft mit der gestrigen AnkĂŒndigung, ein StartmenĂŒ wĂŒrde fĂŒr das unter dem Codenamen Threshold benannte Windows 9 vorbehalten, die Internet-Foren mal wieder gekonnt außer Rand und Band gesetzt. Gepfefferte BeitrĂ€ge, die Microsofts Windows 8.1 verbal gĂ€nzlich zerlegen – gelegentlich mit einem Mindestmaß an Zeichen – sind zu dieser Stunde beliebter denn je. Dass sich Microsoft was die Realisierung ihrer KundenwĂŒnsche betrifft noch nicht allzu hĂ€ufig mit Rum bekleckert hat, steht außer Frage, zumal ein in vollem Umfang funktionstĂŒchtiges StartmenĂŒ ganz oben auf der Wunschliste vieler Benutzer oder potentieller KĂ€ufer steht. Hinter dieser Meldung, gewillt sein das StartmenĂŒ umsetzen zu wollen, es aber auf die nachfolgende Windows-Ausgabe zu vertagen, ist in erster Linie gewiss wirtschaftlichen Interessen anzukreiden. Ein durchaus geschickter wie trivialer Schachzug, sollte dies ĂŒberhaupt weiterhin im Sinne von Microsoft sein, Windows 9 mit dem offenkunding höchst nachgefragten, ersehnten StartmenĂŒ infolgedessen zu umwerben. Eine weitere, mögliche Theorie: Windows 9 soll schlicht und einfach das geforderte, rundum gelungene Betriebssystem werden, mit dem jeder zufrieden ist – das StartmenĂŒ muss also dementsprechend als Feature bewahrt werden.

Ich sage: Das seit Windows 95 in nahezu unverĂ€nderter – oder verschlimmbesserter Gestalt vor sich hinvegetierende StartmenĂŒ braucht in der zuletzt dagewesenen Form niemand mehr.

HasserfĂŒllte BeitrĂ€ge oder Kommentare enthusiastischer Windows 7 User, die lt. eigener Aussage niemals zu Windows 8.1 wechseln, in einigen Monaten gegenteiliges behaupten und schließlich zu einem vollblĂŒtigen Windows 8.1er reinkarnieren, ja, solche sind durchaus wahrscheinlich.

Genug des Klamauks und mehr Sachlichkeit jetzt bitte! Denn faktisch wird das StartmenĂŒ durch eine neue Entwicklung – zumindest in dieser Funktion – exemplarisch ersetzt: Modern Ui! Mit derartigen Aussagen wandert man unter fachkundigeren Anwendern auf schmalem Grat, aber rational betrachtet wurde die Grundfunktion des StartmenĂŒs – nĂ€mlich das AusfĂŒhren von Systemprogrammen und jeglicher Software – deutlich vereinfacht, und sogar erweitert.

Windows_XP_StartmenĂŒ

Na, Lust auf ’ne Runde Battlefield 2? Zack auf die Windows-Taste hĂ€mmern und in Windeseile die Anfangsbuchstaben der gewĂŒnschten Software eingeben. Das erste Ergebnis ist fĂŒr gewöhnlich Erfolg versprechend, wird automatisch markiert und ein letztes DrĂŒcken auf die Eingabe-Taste genĂŒgt zum Programmstart. Zeit gestoppt? Selbiges Vorgehen zeigt auch bei jeglichen Systemtools Wirkung. Über das StartmenĂŒ wurden zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten noch hĂ€ufig im Zubehörs-Reiter gesucht, im Modern Ui (= Modern User Interface) ist bereits ein waager Suchbegriff ausreichend um zu den gewĂŒnschten Systemeinstellungen zu gelangen. Alternativ bietet sich ebenso ein Rechtsklick auf den seit Windows 8.1 erneut eingefĂŒhrten Startbutton an, um in einem KontextmenĂŒ die wichtigsten Systemeinstsellungen schnell aufzurufen.

Kritiker sagen der Suchfunktion im Modern Ui auch gerne nach, sie sei weitaus unprĂ€ziser was das Finden gewĂŒnschter Software anbelangt, da sie nicht auf StartmenĂŒeintrĂ€ge zurĂŒckgreift und Apps bevorzugt. Letzterer Aussage ist durchaus zuzustimmen, denn eine BegĂŒnstigung der sogenannten Desktop-Apps, also unseren guten alten Programmen, muss in den Einstellungen der Startseite (Modern Ui) explizit erteilt werden.

Allerdings erklĂ€re ich demgegenĂŒber den Verzicht auf StartmenĂŒeintrĂ€ge bei der Suchfunktion als AmmenmĂ€rchen. Beim Installieren von Software ĂŒber die gĂ€ngigsten Setup-Programme wird auch bei Verwendung von Windows 8 oder Windows 8.1 stets ein StartmenĂŒeintrag erstellt, gelegentlich lĂ€sst sich dieser sogar noch anpassen, wobei das bei fehlendem StartmenĂŒ natĂŒrlich keinerlei, visuellen Effekt erzielt. Trotzdem sind genau solche StartmenĂŒeintrĂ€ge vorhanden – wir sehen diese eben nur nicht, die Suche bezieht die VerknĂŒpfungen im „StartmenĂŒ-Verzeichnis“ jedoch vollauf in die Trefferliste mitein. All das, was im StartmenĂŒ vorhanden wĂ€re, wird auch ĂŒber die Suche gefunden. EintrĂ€ge, die nicht als VerknĂŒpfung im StartmenĂŒ vorlĂ€gen, werden vielleicht nicht direkt gefunden, ĂŒber das StartmenĂŒ folglich aber gar nicht erst anwĂ€hlbar.

FĂŒr Software, die wir hĂ€ufig verwenden oder im Handumdrehen griffbereit haben wollen, gibt es nach wie vor den Desktop, auf welchem sich Ordner erstellen oder VerknĂŒpfungen ablegen lassen – alles beim Alten.

Dass die Modern Ui und das Nichtvorhandensein des guten, insbesondere alten StartmenĂŒs eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordert, gerade fĂŒr solche Benutzer, die sich nicht gerne mit technischen Neuerungen und dem damit verbunden Mehraufwand einer kleineren Umschulung befassen oder anfreunden wollen, stelle ich nicht infrage – das ist durchaus nachvollziehbar. Die stĂ€ndige Nörgelei ĂŒber die schlechte, neue OberflĂ€che, die das Starten von normalen Programmen in erster Linie umstĂ€ndlich und zeitintensiv macht, ist meines Erachtens nicht angebracht, da solch eine Aussage nicht faktenbasiert getroffen wurde und eher auf Meinungsbildung ĂŒber Meinungen zurĂŒckzufĂŒhren ist. „Selbst mal ausprobieren“ wĂ€re wohl eine gute Devise.

Ob Windows 8.1 nun gesamt betrachtet ein eher unglĂŒcklicher Spagat zwischen neuer und alter OberflĂ€che ist, sei mal dahingestellt.

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