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Hätte mir jemand im Jahr 1994 erzählt das ein kleiner deutscher Indie Entwickler 22 Jahre später eine ähnliche Spielserie wie Donkey Kong Country starten würde die mit einem Animationsfilm beginnt, ich hätte ihm nicht geglaubt. Doch genau das ist im Jahr 2016 passiert. Der Kurzfilm Lucy Lamplight feiert nach dem er in kleinsten Kreisen aufgeführt worden ist seine Veröffentlichung auf YouTube. Der Film ist die Diplomarbeit eines uns unbekannten deutschen Grafikers. Ursprünglich war Lucy Lamplight das was es jetzt geworden ist, ein Videospiel. Da jedoch das Zeitfenster zu kurz war um ein vollwertiges Computerspiel als Abschlussarbeit zu erstellen wurde der Inhalt rund um den Hauptcharakter Lucy in eine Geschichte über Piraten mit ganz viel Fantasy als Film verpackt. Der Entwickler überlegte sich eine passende Geschichte für Lucy. Normalerweise läuft das umgekehrt und man erfindet einen Charakter für eine Story, aber der Grafiker hatte sich schon so auf das Spiel fixiert, dass ihm die Arbeit an einem anderen Thema nur die Motivation genommen hätte. Aufgrund der Kleidung der Hauptfigur, ein Nachthemd, musste der Entwickler an Wendy aus Peter Pan denken und so kamen ihm schnell die Ideen für ein Piraten Setting. Auch der Kapitän des Piratenschiffes wurde durch den Bösewicht in Disneys Filmklassiker inspiriert die Geschichte ist aber eine deutlich andere und auch sonst hat Lucy Lamplight nicht viel mit Pan zu tun.

Der Hauptcharakter des Films und des Spiels ist das Mädchen Lucy. Die Stille und mysteriöse Heldin der Geschichte. Sie besitzt eine magische Lampe, welche sie wie ein Kompass durch das Leben führt. Das Licht ist mit ihrer Lebenskraft verbunden wodurch beide nicht ohne das andere existieren können. Als das Licht sie eines Tages an ein Flussufer führt, findet sie die völlig erschöpfte Clementine. Nachdem sie das kleine Mädchen in Sicherheit gebracht hat, gibt diese ihrer -bis dahin Namenlosen- Retterin den Namen „Lucy“. Zwischen den Beiden entwickelt sich ein starkes geschwisterliches Band. Lucy spricht kein Wort. Auch wenn sie körperlich dazu in der Lage ist, hat man sie noch nie sprechen gehört. Die Leute halten sie für eine emotionslose Außenseiterin, die nie gelernt hat zu reden. Manche gehen soweit, sie als unheimliche Psychopathin zu beschimpfen. Kein Wunder also, dass sie versucht jeglichen Kontakt zu vermeiden. Lucy wird auf Grund ihrer Statur von vielen unterschätzt. Was sich aber oft als schwerer Fehler erweist. Durch ihre waghalsigen Aktionen wird sie von Freunden als furchtlos und von Feinden als wahnsinnig bezeichnet. Doch keiner weiß, dass es ausgerechnet die Angst ist, die sie antreibt. Im Gegensatz zum 3D Model des Filmes wurde die Figur der Lucy im Spiel um einen Kopf verkleinert. Durch diese Änderung wurde die Figur kompakter. Das ist ein entscheidendes Element im Gameplay da dadurch Lucy besser auf Plattformen springen und sicher landen kann. Durch die reduzierte Körpergröße hat die Spielfigur zudem mehr Luft nach oben.

Wie die Anspielung im ersten Abschnitt dieses Artikels bereits Kennern von euch verdeutlicht hat, handelt es sich bei der Spieleumsetzung von Lucy Lamplight um ein Jump `en Run wie seinerzeit die Donkey Kong Country reihe. Der Entwickler spendet uns Spielern neben diversen Charakteren auch einen Level Editor der uns eigene Maps bauen lassen lässt. Die Geschichte des Spiels erzählt von einem vergessenen und unvollendeten Mädchen und das immer größer werdende Chaos welches aus seinem Zustand erstanden ist. Die einst junge und geliebte Protagonistin ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und niemand scheint sich an ihre guten Taten aus der Vergangenheit zu erinnern. In diesen schwierigen Zeiten, in denen Misstrauen herrscht und die Vögel schweigen, weist ein mysteriöses Licht den Weg zur Hoffnung.

Im Spiel treten wir gegen die Piratenbande eines Krokodils an welches in seiner Erscheinung an Hook aus Peter Pan angelehnt ist. Die Gegner sind mit Kanonen und Säbeln bewaffnet und verfügen über jeweils eigene Angriffsmuster und Strategien. Um die Bande zu erledigen genügt es mit Lucy und den anderen Spielfiguren auf die Köpfe der Gegner zu springen oder sie mit Fässern und anderen beweglichen Objekten zu bewerfen. Die Levels sind sehr vielseitig und bieten eine ganze Palette an unterschiedlichem Terrain.  In einem der letzten Updates ist ua. Eis und Erde als Tilesets hinzugekommen. Durch Triggerzonen können Events ausgelöst werden. Damit ist es möglich Lichter, Partikeleffekte oder bewegliche Objekte zu aktivieren, Gegner zu spawnen und das Wetter, Musik sowie den Wasserstand zu ändern. Einstellbare Kamerapositionen ermöglichen es, den Fokus an wichtige Stellen zu lenken. Eine statische Kamera kann für einen Bosskampf genutzt werden oder sorgt mit einer -sich selbst bewegenden- Kamera für Zeitdruck. Partikeleffekte wie Feuer, Rauch, Regen und Schnee sorgen für Atmosphäre. Die Level sind dank beweglicher Plattformen, Sprungfedern und Falltüren um einiges interessanter geworden als es die ursprüngliche Spielversion noch lieferte.

Für die Animationen der Charaktere wurde seitens der Entwickler sehr viel Aufwand betrieben. Alleine die Posen für den Charakter Abigail füllen das Animation Sheet mit 400 Einzelbildern. Obwohl Lucy, Finn, Clementine und die Piratenbande für den Film schon fertig sind, mussten sie für das Spiel nochmal umgebaut werden. Damit der Entwickler nicht immer an denselben Figuren herumbasteln muss, wird es öfter mal einen Neuzugang geben. Den Start dieser anderen spielbaren Charaktere macht das Vögelchen Abigail. Abigail ist eine stets optimistische Abenteurerin und immer auf der Suche nach sagenumwobenen Orten und verlorenen Schätzen. Zumindest, bis sie sich eines Tages eingesperrt im Thronsaal des Krähenkönigs wieder fand. Abigail ist nicht nur federleicht und pfeilschnell. Mit ihrem Gesang kann sie sogar Feinde verzaubern. Obwohl sie nicht wirklich fliegen kann, ist sie mit den Flügeln in der Lage weiter zu springen als Lucy und ihre Freunde. Abi wird im Schloss des finsteren Krähenkönigs gefangen gehalten. Verdammt dazu bis zu ihrer Rettung für ihn und seine Gefolgschaft zu singen. Auf der Reise mit Lucy wird Abigail immer mehr bewusst, dass ihre Begegnung kein Zufall war. Das Charaktermodel von Abigail ist als kleine Anspielung auf einen Kurzfilm einer Diplomkollegin des Indie Entwicklers entstanden. Darin ging es um einen Greif der Probleme mit einem Schwarm Fliegen bekommt. Die Erschaffer nannten ihn scherzhalber „Mothman„, da er eine gewisse Ähnlichkeit mit der Horrorgestalt hatte.

Das Spiel Lucy Lamplight ist ein Hobby Projekt und bisher arbeiten zwei Mann seit dem Jahr 2017 an dem Projekt. Bisher hat das Team einen funktionierenden Level-Editor mit vielen Funktionen und der Möglichkeit, ihn zu testen entwickelt. Der Grafiker hat auch an einem 3D-Stealth/Puzzle-Gameplay gearbeitet, aber dieses Vorhaben wird momentan nicht mehr weiter verfolgt. Die wichtigsten Grafiken und Animationen für das Spiel wurden bereits umgesetzt. Die Entwickler suchen noch nach einem geeigneten Komponisten um Soundeffekte und Musik dem Spiel beizufügen. Alles was ich bisher über Lucy Lamplight gesehen und erfahren hatte lassen auf ein schnelles lustiges Spiel hoffen. Den Kurzfilm welcher das Grundgerüst des Spiels bildetet könnt ihr im Youtube Link direkt unter diesem Text ansehen. Wir von Replaying halten mit wachendem Auge einen Blick auf dieses Projekt welches von gerade einmal zwei Entwicklern bisher umgesetzt wird.

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Bewertung: 5.0/5 (2)
Vorstellung: Lucy Lamplight, vom Film zum Spiel., 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von Dominik am 28. Dezember 2022.
Dominik ist hier das Urgestein schlechthin. Natürlich nicht wegen seines Alters, aber er ist beinahe seit Gründung von REPLAYING.de an Board und bereichert regelmäßig mit zahlreichen Inhalten! Dominik kümmert sich dabei vorwiegend um Indie-Spiele und Cartoons rund um die Gaming Szene. Er hat 355 Artikel geschrieben.

Artikel aus Indie. Der Artikel wurde 84 mal geklickt.





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Es gibt 2 Kommentare zu Vorstellung: Lucy Lamplight, vom Film zum Spiel..

  • Dominik sagte am 30.12.2022 um 00:11:05

      Ups 😀 Das ist mir jetzt aber peinlich 🙂 Danke für den Hinweis ich habs korrigiert. Ich werde das Projekt auch weiter verfolgen.

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  • MasterPhW sagte am 29.12.2022 um 23:43:49

      1994 + 12 = 2006. 😉
      Also 22 Jahre später. Ansonsten interessantes Projekt, ich behalte es mal im Auge.

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