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Dezember 1995: Nach knapp sechs Jahren Abwesenheit kehrte die James Bond-Reihe rund um den gleichnamigen britischen Geheimagenten mit „GoldenEye“ zurück auf die Kinoleinwand. Hier gab Pierce Brosnan sein Debüt. Der Film gilt sowohl als Brosnans bester als auch einer der besten Bond-Filme aller Zeiten, die Nachfolger kamen bei Kritikern weniger gut weg. Bis 2002 verkörperte Brosnan Bond insgesamt vier Mal.
Das gleichnamige Spiel wurde von Rareware (u.a. Donkey Kong, Banjo Kazooie, Killer Instinct) entwickelt und erschien knapp zwei Jahre nach dem Film im August 1997 auf Nintendos damals aktuellster Konsole – dem N64, nachdem es in der Entwicklung mehrere Phasen durchmachte: vom Donkey Kong ähnlichen Platformer auf dem SNES über einem Virtua Cop-ähnlichen Railshooter bis hin zu dem Egoshooter, der das Genre an der Konsole nachhaltig prägte.
In Deutschland erschien das Spiel nie, aber wurde dennoch im Frühjahr 1998 indiziert. Deutschsprachige Versionen erschienen wohl in der Schweiz und Österreich, wurden aber mit dem Hinweis versehen, dass diese nicht für den deutschen Markt bestimmt seien.
Wie auch schon für Unreal Tournament möchte ich deswegen der Frage auf den Grund gehen, ob die Indizierung von GoldenEye nach wie vor gerechtfertigt ist und nochmals darauf hinweisen, dass eine Indizierung kein Verbot per se ist. Spieler ab 18 dürfen indizierte Medien „unter der Ladentheke“ kaufen, die Medien dürfen aber nicht „beworben“ (z.B. durch Zeitungsartikel) werden.
Hinweis: Alle Bilder stammen aus dem Xbox 360-Remaster.

Zum Spiel

GoldenEye 007 ist wie eingangs erwähnt ein Egoshooter und das Spiel zum gleichnamigen Film. Bis auf wenigen Ausnahmen folgt das Spiel der Handlung des Films recht präzise und Umgebungen ähneln der Kinovorlage deutlich (z.B. Surface mit der Servernaya-Station oder die Verfolgungsjagd im Panzer in Streets).

Es gibt insgesamt 20 Missionen – 18 „normale“, die die Handlung des Films nacherzählen und zwei Bonusmissionen, die früheren Bond-Abenteuern nachempfunden sind.

Drei Schwierigkeitsgrade (Agent, Secret Agent, 00 Agent) stehen zur Auswahl, die sich in Anzahl an Zielen und Gegnern, sowie der eigenen Widerstandsfähigkeit unterscheiden. Ein vierter Schwierigkeitsgrad (007) wird beim kompletten Durchspielen freigeschaltet. Dieser ist in der Anzahl an Zielen 00 Agent identisch, aber es können noch vier Parameter angepasst werden: die eigene Gesundheit, die Gesundheit der Gegner, die Zielgenauigkeit der Gegner und die Reaktionsgeschwindigkeit der Gegner.

Besonders beliebt ist der Multiplayer, der witzigerweise bis kurz vor Release nicht vorgesehen war und heimlich einprogrammiert wurde. Hier können bis zu vier Spieler sich in diversen Modi herausfordern.

2007 war ein Remaster für die Xbox 360 vorgesehen, welches aber aufgrund von Lizenzproblemen mit dem Rechteinhaber MGM/EON sowie einer nicht näher genannten Person von Nintendo nie offiziell erschien. Anfang Februar 2021 fand GoldenEye 007 XBLA seinen Weg ins Internet und lässt sich sowohl auf PC als auch auf gemoddeter Originalhardware spielen. Die Hauptmerkmale sind ein flüssiges Gameplay mit 60 Bildern die Sekunde; eine überarbeitete Steuerung, die sich beide Analogsticks des 360-Controllers zunutze macht; ein Online Multiplayer über Xbox Live (nicht im Leak enthalten) sowie System Link, was über Xlink Kai und ähnliche Plattformen über ein emuliertes LAN Netzwerk ein Onlinespiel ermöglicht.

Das Spiel zählt mit 8 Millionen verkauften Einheiten als das zweiterfolgreichste N64-Spiel aller Zeiten. Platz 1 belegt Mario Kart 64.

 

Die Gewalt

Die Gegner reagieren auf Beschuss und fassen sich an die jeweilige angeschossene Körperstelle. Ermöglicht wird das durch Motioncapturing. Zudem färbt sich die angeschossene Stelle rot.

Die Auswahl an Todesanimationen ist breit gefächert, von Gegnern, die schnell auf den Boden fallen bis hin zu sekundenlangem Wälzen ist alles dabei. Getötete Gegner lösen sich ähnlich wie bei der deutschen Version von Half Life nach einigen Sekunden in Luft auf, möglicherweise, um die Konsole nicht zu sehr zu überlasten, da das Spiel je nach Situation bei 10-25 FPS abläuft.

Stirbt man, strömt wie bei der berühmten Gunbarrel-Szene, die in fast jedem Bond-Film vorkommt, Blut den Bildschirm hinunter.

 

Warum wurde GoldenEye 007 indiziert?

 

Die BPjM urteilte bei ihrer Entscheidung vom März 1998, dass die Aufgaben „stets gleich gelagert“ sind: Rätsel lösen, wie z.B. Sicherheitsanlagen ausschalten, Schlüssel auffinden, Kontakt mit bestimmten Personen aufnehmen oder bestimmte Personen töten.

Negativ wird erwähnt, dass man Waffen und Munition nur erhält, indem man die zahlreichen Gegner im Level tötet. Hauptinhalt sei es, „menschliche Gegner auf unterschiedliche Art und Weise zu vernichten, wobei die Tötungsvorgänge detailfreudig inszeniert sind“.

Auch wenn das Töten an sich nicht der Hauptinhalt ist (abgesehen von Missionen wie Jungle oder Cradle, in denen Xenia und Alec getötet werden müssen, da das auch in der Filmvorlage so ist), stimme ich der BPjM bei den Tötungsvorgängen zu. Diese waren für die damalige Zeit detailreich umgesetzt. Ebenfalls richtig ist die Angabe zu den Missionszielen. Bei Surface 1 auf Agent muss beispielsweise nur die Kommunikationsanlage gestört und der Zugang zum Bunker gefunden, auf Secret Agent kommt zudem die Suche nach dem Safe Key und dem Diebstahl der Baupläne für die Bunkeranlage hinzu.

Fakt ist aber, dass das Spiel es einem auch erlaubt, stealthmäßig zu spielen, da Gegner rudimentär auf Geräuschquellen und Sichtkontakt reagieren, sowie Kameras bei Sichtkontakt Alarmanlagen auslösen können. Waffen können auch in Kisten gefunden werden können, z.B. die RC-P90 in der Mission Train auf Agent. Zudem gibt es Missionen, in denen wenig bis keine Zivilisten, Geiseln oder Wissenschaftler getötet werden dürfen, z.B. Facility, Silo, Frigate oder auch Streets.

 

Sollte GoldenEye 007 nach wie vor indiziert bleiben?

Nein, ich finde die Indizierung von GoldenEye 007 nicht mehr zeitgemäß. Der Grund dafür ist, dass das Spiel trotz seiner detaillierten Sterbeanimationen nicht übermäßig blutig und brutal wie andere zeitgenössische Genrevertreter ist, wie z.B. das im gleichen Jahr veröffentlichte Blood, welches deutlich detailfreudiger ist und herausgerissene Herzen zeigt. Turok 2 zeigt sich ebenfalls detailfreudig mit Blutlachen und ausgedehnten Sterbeanimationen und wurde in seiner unzensierten Form nicht indiziert, das Nightdive-Remaster wird auf diversen Verkaufsplattformen wie Nintendos eShop oder auch dem Microsoft Store als USK 18 gelistet.

Andere, noch indizierte Beispiele sind da brutaler, etwa Unreal Tournament.

Ein weiterer Grund ist, dass Perfect Dark, der geistige Nachfolger von GoldenEye 007, ähnlich in seiner Gewaltdarstellung und mit Blutspritzern an Wänden etwas detaillierter ist, aber sonst GoldenEye 007 sehr ähnelt. Anders als der Bond-Shooter wurde das Spiel nie der BPjM zur Prüfung vorgelegt und erhielt mit dem XBLA-Remaster von 2010 mit USK 18 auch eine Altersfreigabe, nachdem das N64-Original ebenfalls nie offiziell in Deutschland erschien. Zudem ähnelt der Gewaltgrad den TimeSplitters-Spielen, die von ehemaligen Rare Mitarbeitern entwickelt wurden.

Für GoldenEye 007 würde ich eine Altersfreigabe ab 16 Jahren als realistisch sehen, falls das Spiel jemals bei der USK geprüft werden sollte. Der Gewaltgrad ist niedriger als bei Perfect Dark und orientiert sich mehr an Doom 1 und 2 sowie Duke Nukem 3D.

Da derzeit nicht klar ist, wer überhaupt die Rechte für das Spiel hat (Entwickler = Rare, Publisher = Nintendo, Markenrechte = MGM/EON), ist eine vorzeitige Listenstreichung unwahrscheinlich. Die automatische Streichung erfolgt somit im März 2023.

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Bewertung: 4.7/5 (3)
GoldenEye 007 – muss das noch indiziert sein?, 4.7 out of 5 based on 3 ratings

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von FloosWorld am 31. Juli 2021.
Flo ist für seine unbeschreibliche Hingabe zur Age-of-Empires-Reihe und Rennspielen berühmt berüchtigt und füttert REPLAYING.de nach Lust und Laune mit coolen Beiträgen zu diesen Rubriken. Seine Pseudonyme ClassicGameingFan oder FloosWorld nutzt er auch auf seinen gleichnamigen YouTube-Kanälen - Vorbeischauen lohnt sich! Er hat 40 Artikel geschrieben.

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