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Als der vierte Teil der AoE-Reihe im August 2017 auf der Gamescom zusammen mit den Definitive Editions zu AoE 1 – 3 angekündigt wurde, war die Begeisterung unter der Fangemeinde ziemlich groß. 12 Jahre nach dem letzten Teil, der HD Edition zu AoE 2 und Extended Edition von AoM nun endlich ein neuer Teil! Viel wurde spekuliert, insbesondere über das Setting, da der Teaser Trailer viel Raum für Interpretationen gelassen hat. „A new Age is upon us“ funktioniert natürlich als cleverer Teaser zu AoE 4, suggeriert aber auch, dass das Spiel ein neues Setting haben wird. Das berühmt berüchtigte Artwork aus der Collector’s Edition von AoE 3, welches einen Weltkriegssoldaten zeigt, wurde ebenfalls zu Rate gezogen. 2019 wurde anschließend das Geheimnis gelüftet: Age of Empires 4 wird wie auch Teil 2 im Mittelalter spielen! Vier Jahre und wenige Monate nach der Ankündigung ist es nun endlich soweit – AoE 4 wird auf die Spielerschaft losgelassen. Die Fragen dabei sind: Was kann der neue Teil? Ist er gut oder wird er die Serie zu Grabe tragen?
Ich selbst durfte AoE 4 bereits in seiner Alpha sowie für das offizielle Begleitbuch für mehrere hunderte Stunden spielen und möchte nun die im vorherigen Absatz gestellten Fragen beantworten. Da ich das Spiel hauptsächlich in Englisch gespielt habe, werdet ihr auch vorwiegend die englischen Begriffe finden, ich versuche sie trotzdem zu übersetzen.
Vielen Dank an dieser Stelle an Microsoft und Xbox, die mir einen Code für die Reviewversion bereitgestellt haben!

Inhalt

Die Standard Version von Age of Empires IV beinhaltet u.a.

  • 8 Völker
  • 4 Kampagnen
  • Die Art of War Missionen
  • 17 Zufallskarten
  • 3 an- und abwählbare Siegesbedingungen

Die Deluxe Edition kommt zudem mit einigen Goodies, wie etwa die Digitale Version des Soundtracks und einer Tabelle mit der Übersicht der Einheitenkonter, daher. Gameplay-relevante Vorteile bietet sie nicht.

Gameplay

Age of Empires IV orientiert sich im Gameplay an Age of Empires II und III und nimmt sich Elemente aus beiden Teilen her. Diese Mischung fühlt sich vertraut und gleichzeitig neu an.

Der Basenbau erinnert vom Ablauf her an Age of Empires II, wird aber durch den Bau von Wahrzeichen aufgepeppt, welche selbst im Prinzip den asiatischen Völkern aus der AoE 3 Erweiterung „The Asian Dynasties“ entnommen sind. Dabei handelt es sich um spezielle Gebäude, die gebaut werden müssen, um in das nächste Zeitalter voranzuschreiten. Jedes Volk (mit Ausnahme der Abbasiden Dynastie) hat zwei pro Zeitalter aus denen es wählen muss. Die Chinesen können zudem beide Wahrzeichen pro Zeitalter bauen. Die Landmarks selbst erlauben einige strategische Entscheidungen. Will man als Franzose mit dem Bau des Royalen Institutes ab der Ritterzeit lieber alle Spezialtechnologien zu einem günstigeren Preis haben oder lieber in die Gildenhalle investieren, die alle 20 Sekunden je 20 Einheiten von einem der vier Rohstoffe (frei wählbar!) generiert?

Es gibt wieder vier Rohstoffe, die wie bei AoE 1 und 2 wieder in Gebäude eingelagert werden müssen. Adam Isgreen, der Creative Director hinter Teil 4 sowie den Definitive Editions, meinte zudem, dass man ursprünglich plante, dass Rohstoffe zuerst verarbeitet werden müssen, bevor sie nutzbar sind, also ähnlich wie in Die Siedler. Dies wurde aber zugunsten des Tempos gestrichen.

Bereits ab der Feudalzeit lassen sich nun auch Belagerungsrammen und -türme bauen sobald man in der Schmiede das „Siege Engineering“-Upgrade erforscht hat. Belagerungsrammen können ausschließlich Gebäude angreifen und sollten unbedingt von Nahkampfeinheiten gedeckt werden. Belagerungstürme kommen zum Einsatz, um Truppen auf den nun begehbaren Steinmauern zu überraschen.

Tiere verwesen nun nicht mehr und können auch problemlos von Militäreinheiten getötet werden, was grobe Fehler nun deutlich mehr verzeiht. Dies ist auch bitter nötig, denn die Wildschweine sind hier stärker als je zuvor und regenerieren auch ihre Gesundheit.

Zudem lässt sich die „Professional Scouts“-Technologie erforschen, mit der Späher nun Rehe tragen und bei Dorfzentrum oder Mühle ablegen können. Schafe folgen bei Sichtkontakt nun dem Späher und können nicht mehr vom Gegner „gestohlen“ werden.

Ein Tutorial gibt es auch, welches sich sofort beim ersten Spielstart startet. Zudem gibt es ein dynamisches Tutorial, welches interaktiv Tooltips einblendet, sobald das Spiel davon ausgeht, dass man bei bestimmten Punkten Hilfe benötigt. Das dynamische Tutorial lässt sich jederzeit abschalten.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, Gebäude anzuzünden. Hat ein Gebäude nur noch 25 % seiner ursprünglichen HP übrig, fängt es an bis zum Verfall herunterzubrennen und fällt anschließend in sich zusammen, falls es nicht repariert wird. RTS Veteranen wird diese Mechanik an Cossacks erinnern.

Um Einheiten zu bekehren, müssen Mönche eine Reliquie in der Hand halten. Bekehrungen richten sich zudem nicht mehr an einzelne Einheiten, sondern finden im Umkreis des Mönchs statt. Somit sind Massenbekehrungen möglich.

Sound & Musik

Das Sounddesign lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: fantastisch. Je nachdem, wo man gerade auf der Karte ist, hört man die Einheiten unterschiedlich laut und auch hallend. Das gleiche gilt für Kampfgeräusche und Kriegsschreie.

Einen klassischen Soundtrack, wie man ihn in den Vorgängern hören konnte, gibt es in diesem Sinne nicht. Stattdessen ändert sich die Musik nun dynamisch je nachdem welches Volk man spielt und in welchem Zeitalter man sich befindet. In diesen Musikstücken lassen sich aber Referenzen auf die eigene Vergangenheit finden. Die Musik der Imperialzeit der Engländer rezitiert beispielsweise das Stück „Felonious Junk“ aus dem AoE 3 Soundtrack. Die berühmten sechs Noten, welche den Anfang vom Age of Empires Theme bilden, lassen sich ebenfalls im Soundtrack finden.

Viele Wege führen zum Sieg

Age of Empires IV hat drei Siegesbedingungen, die sich individuell an- und abwählen lassen:

  • Wahrzeichen: Sieger ist, wer die gegnerischen Wahrzeichen zerstört, aber Vorsicht: Wahrzeichen können repariert werden! Kommt dem klassischen Conquest-Modus am nächsten.
  • Heilige Stätte: Je nach Karte gibt es unterschiedlich viele Heilige Stätte. Diese sind mit den Ruinen aus Age of Empires 1 vergleichbar. Sie werden durch Mönche erobert und generieren alle 15 Sekunden jeweils 10 Gold. Wer alle hält und verteidigen kann, gewinnt.
  • Wunder: Eigentlich selbsterklärend. Jedes Volk hat in der Imperialzeit Zugriff auf ein Weltwunder. Das Spiel gilt als gewonnen, wenn man das eigene Weltwunder nach dem Bau 10 Minuten lang verteidigen kann.

Zudem gibt es eine vierte, inoffizielle Siegesbedingung mit „Sandbox“. Hier sind alle der obengenannten Bedingungen deaktiviert.

Die Völker

Age of Empires IV hat weniger Völker als Teil 2 es zu Release hatte (13). Es wartet wie auch schon Teil 3 mit acht Völkern im Hauptspiel auf:

  • Engländer: Die Engländer haben einen starken Fokus auf ihre Langbogenschützen, die sie bereits ab der Feudalzeit in der Schießanlage oder einem ihrer Wahrzeichen – der Council Hall – erschaffen können. Letztere beherbergt auch alle dazugehörigen Upgrades und erschafft den Langbogen etwas schneller. Zudem können sie bereits ab der Dunklen Zeit Speerkämpfer ausbilden, um gegen feindlichen Kavallerieangriffen gerüstet zu sein.
  • Franzosen: Der Fokus der Franzosen liegt in ihrer Kavallerie, der Wirtschaft und dem Handel. Ihre Wirtschaftsgebäude sind günstiger und ihre Händler können jeden Rohstoff von anderen Märkten zurückbringen. Mit den Royalen Rittern haben sie außerdem ab der Feudalzeit eine gefährliche Einheit zur Verfügung.
  • Heiliges Römisches Reich: Das HRR ist ein Infanterievolk und kann Gebäude, die im Einfluss des Startdorfzentrums gebaut wurden, fernreparieren lassen. Zudem haben sie Zugriff auf dem Prälaten, der Dorfbewohner inspirieren kann. Inspirierte Dorfbewohner arbeiten eine gewisse Zeit lang schneller.
  • Rus: Die Rus generieren Gold durch das Jagen und Töten von Tieren. Zudem haben sie eine zusätzliche Goldquelle, wenn sie ihre Jagdhütten in der Nähe von Wäldern bauen. Mit ihren Kriegsmönchen haben sie eine berittene religiöse Einheit, die auch im Kampf eingesetzt werden kann.
  • Chinesen: Die Chinesen haben die einzigartige Dynastie-Mechanik und können als einziges Volk alle Wahrzeichen bauen. Dies ist auch nötig, um die nächste Dynastie freizuschalten. Zudem haben sie kostenlosen Zugriff auf die Chemie-Technologie, sobald sie in die Imperialzeit voranschreiten.
  • Mongolen: Als Nomadenvolk müssen die Mongolen keine Häuser bauen und starten bereits mit vollem Bevölkerungslimit. Sie können zudem als einziges Volk so gut wie jedes Gebäude ein- und an anderer Stelle auf der Karte wieder auspacken. Außerdem haben sie Zugriff auf den Ovoo, welcher auf Steinvorkommen platziert wird, dadurch konstant diesen Rohstoff abbaut und Gebäude, die im Einflussbereich gebaut wurden, Zugriff auf stärkere Varianten der normalen Technologien gewährt. Sie sind ebenfalls die einzigen, die weder Palisaden, noch Steinmauern bauen können.
  • Delhi Sultanat: Als einziges Volk kann das Delhi Sultanat seine Technologien komplett gratis entwickeln, aber dies deutlich langsamer als die anderen Völker. Um die Forschungsgeschwindigkeit zu beschleunigen, müssen Moscheen gebaut und Gelehrte in ihnen einquartiert werden, deswegen haben sie bereits ab der Dunklen Zeit Zugriff auf das Gebäude.
  • Abbasiden Dynastie: Die Abbasiden Dynastie hat Zugriff auf das Haus der Weisheit. Das ist das einzige Wahrzeichen, was das Volk ziemlich verwundbar für Angriffe macht. Sie sind zudem die einzigen, die Zugriff auf Kameleinheiten haben. Um ins nächste Zeitalter voranzuschreiten, entwickeln sie für je 2 Minuten einen neuen Flügel beim Haus der Weisheit.

Die Völker unterscheiden sich in ihrer Spielweise deutlicher als noch bei Age of Empires II, erreichen aber nicht komplett den Level an Einzigartigkeit, den die Age of Empires III Völker hatten.

Die Kampagnen

Ein besonders großer Wert wurde dieses Mal auf die Kampagnen gelegt, wie man auch unschwer an dem veröffentlichten Promomaterial erkennen kann. Von denen gibt es vier:

  • The Normans: Die Geschichte über die letzte erfolgreiche Invasion der britischen Insel mit der Schlacht von Hastings (1066) und über die Anfänge der heutigen britischen Monarchie mit Charakteren wie William the Conqueror und seinen Nachfahren.
  • The Hundred Years War: Die 100jährige Auseinandersetzung zwischen England und Frankreich, beginnend mit dem Turnier der 30 über Auftritten von Johanna von Orleans bis hin zur Verwendung von Schießpulver und Artillerie und dem Sieg über England.
  • The Mongols: Die Geschichte des Mongolenreichs und den Auseinandersetzungen mit den Chinesen und Rus aus der Sicht von Persönlichkeiten wie Genghis Khan oder Kublai Khan.
  • The Rise of Moscow: Der Aufbau der heutigen Hauptstadt Russlands, welche unter ständiger Bedrohung seitens der Mongolen stand und die Geschichte, wie aus einer Stadt ein Imperium entsteht.

Die Kampagnen werden aufwändig mittels Einleitungsvideos vor jeder Mission erzählt und sind im Dokumentationsstil gehalten. Die Videos wurden eigens für das Spiel an den jeweiligen Orten gedreht und fügen AR-mäßig Einheiten ein, um so Schlachten und Belagerungen zu zeigen. Die Missionen sind ähnlich aufgebaut und die Stimme der Erzählerin erklärt, was gerade passiert.

Mit fast jeder Mission schaltet man Bonusmaterial frei, wie etwa die „Hands on History“-Videos. Dabei handelt es sich um Minidokus, die verschiedene Aspekte des Mittelalters behandeln, etwa den Burgenbau, das Tribock oder die Chevauchée-Taktik.

Die Missionen sind kürzer als das, was man von den Vorgängern gewohnt ist, dafür gibt es mehrere Missionen pro Kampagne. Sobald man die ersten beiden Missionen der Normannen-Kampagne abgeschlossen hat, sind alle vier Kampagnen in freier Reihenfolge spielbar.

Es gibt 4 Schwierigkeitsgrade: Einfach, Mittel, Schwer sowie Story. Letzterer macht die Missionen noch Einfacher und richtet sich insbesondere an Leute, die nicht allzu sehr in Echtzeitstrategiespielen drinnen sind und einfach nur Geschichte „genießen“ möchten. Das gute Mittelmaß und die Empfehlung der Entwickler ist der mittlere Schwierigkeitsgrad, da hier der Gegner anspruchsvoller ist und den Spieler auch fordert.

Mit „Art of War“ gibt es wie auch schon seit AoE 2 DE wieder eine Minikampagne mit Herausforderungen, welche verschiedene Aspekte des kompetitiven Gameplays testen. In insgesamt 5 Missionen werden hier Dinge wie Einheitenkonter, Boom, Belagerung und Frühe Wirtschaft geübt. Je nach Abschneiden verdient man hier Gold, Silber und Bronze.

XP, Masteries und tägliche Aufgaben

In Age of Empires IV sammelt man Erfahrungspunkte, die man durch verschiedene Aspekte gewinnt, etwa dem abschließen von täglichen Aufgaben. Dabei handelt es sich um fünf zufällige Aufgaben wie „Gewinne ein Spiel“, „Bilde x Einheiten aus“ oder auch „Sammle x Rohstoffe“. Wie der Name schon vermuten lässt, werden diese Aufgaben alle 24 Stunden durch neue Aufgaben ersetzt.

Zudem gibt es die sogenannten „Masteries“ (Meisterungen). Dabei handelt es sich um eine Reihe von 15 Aufgaben, welche für jedes Volk abgeschlossen werden muss. Die Aufgaben richten sich an völkerspezifische Aspekte, z.B. dem Sammeln von 500 Rohstoffen von inspirierten Dorfbewohnern in der Dunklen Zeit als Heiliges Römisches Reich. Mit jeder abgeschlossenen Meisterung schaltet man Portraits frei, die wie die Profilbilder von AoE 2 DE und 3 DE funktionieren.

Des Kaisers neues Wappen und Monument

Neben den Portraits lässt sich das eigene Auftreten im Spiel noch weiter anpassen. Jeder Spieler in Age of Empires IV hat ein Wappen, welches individuell angepasst werden kann in Form, Farbe und angezeigtem Symbol. Die Symbole für das Wappen werden durch das Abschließen von Meisterungsaufgaben freigespielt. Zudem gibt es einige besondere Symbole wie etwa für Mitglieder des AoE Insiderprogramms. Das Wappen sowie das Portrait werden beim Laden eines Spiels angezeigt.

Eine weitere Form zur Anpassung ist das Monument. Dabei handelt es sich um eine Statue, welche beim Dorfzentrum im Spiel platziert ist. Standardmäßig hat man hierbei eine große Glocke. Monumente werden wie auch die Wappensymbole durch das Abschließen von Meisterungen freigeschalten, zudem bekommen Käufer der Deluxe Version ein spezielles Monument.

Die Liebe zum Detail

Überall lassen sich kleine Details im Sound- und Grafikdesign finden, welche zeigen, wie detailverliebt das Spiel eigentlich ist. So gibt es nun Wälder, in denen sich Einheiten verstecken können (die sogenannten „Stealth Forests“), um gegnerische Einheiten auf offener Fläche zu überraschen. Einheiten, die sich in solchen Wäldern bewegen, flüstern anstatt ihre Befehle laut zu bestätigen.

Jedes der acht Völker hat einen individuellen Architekturstil, der sich an die historischen Gegenstücke anlehnt. Die Burgen der Rus bestehen beispielsweise aus Backsteinen, da dies die vorherrschende Steinart in Osteuropa war. Die Gebäude der Engländer und Franzosen sehen sich teilweise ähnlich, entwickeln sich aber dann doch auseinander, denn Gebäude ändern je nach Zeitalter auch ihr Aussehen.

Auch Einheiten haben ein anderes Modell je nach bereits entwickeltem Upgrade. Die Rüstungen der Einheiten der Imperialzeit sind beispielsweise goldverziert.

Zudem sprechen die Einheiten je nach Zeitalter immer moderner. Während die Sprache der Franzosen in der Dunklen Zeit beispielsweise noch deutlich vom Lateinischen beeinflusst ist, entwickelt sie sich über Feudal-, Ritter- und Imperialzeit immer mehr hin zum modernen Französisch.

Gebäude werden in den Basen nun durch automatisch generierte Straßen miteinander verbunden, was zwar spielerisch keinen Wert hat, aber schön anzusehen ist.

Die Schattenseite…

Das sind ziemlich viele positive Dinge in AoE 4! Gibt es auch Dinge, die kritikwürdig sind…? Ja, die gibt es.

Leider fühlt sich das Spiel in Sachen Bedienung an einigen Stellen unnötig veraltet an, da es auf Funktionen verzichtet, die die Definitive Editions von AoE 1 – 3 bereits hatten, wie beispielsweise die Globale Warteschleife, welche anzeigt, was man gerade entwickelt und erforscht. Um einen Überblick über die eigene Produktion zu haben, muss man also wie in den Originalen der alten Spiele die einzelnen Gebäude durchklicken.

Zudem fehlen essentielle Hotkeys wie die „Gehe zu…“-Hotkeys aus Age of Empires 2. Stattdessen sind die Tasten F1 – F3 standardmäßig mit „Wähle alle Militärgebäude“, „Wähle alle Wirtschaftsgebäude“ und „Wähle alle Technologiegebäude“ belegt und um auf einzelne Gebäude zuzugreifen müssen diese mit der TAB-Taste durchgegangen werden. Andere Hotkeys sind fix belegt und können nicht geändert werden, z.B. das freie Drehen der Kamera mit gedrückter ALT-Taste, welche mich in manchen Spielen irritiert hat. Falls man eine Gamingmaus mit mehreren Buttons hat, muss zudem auf die Software des Mausherstellers zurückgegriffen werden, um überhaupt diese belegen zu können.

Der Kampf gegen die KI ist okay, aber diese fühlt sich vom Sprung auf Mittel zu Schwer zu unausgeglichen an. Während beide ähnliche Upzeiten für die Feudalzeit haben, lässt sich die Mittlere KI viel Zeit bis sie überhaupt in die Ritterzeit voranschreitet. Hier sollte man noch nachbessern.

Weitere fehlende Features sind der Szenarioeditor (wird im Frühjahr 2022 nachgereicht), der Ranked-Modus und Cheats.

Meinung & Fazit

Ich hatte sehr viel Spaß mit Age of Empires IV trotz der im vorherigen Absatz geschilderten Schwächen. Die Kampagnen sind wunderbar inszeniert und die „Hands on History“-Videos haben mich angefixt, um die nächste Mission zu spielen, damit ich weitere freischalte. Um also die zweite Frage zum Anfang zu beantworten: Ich finde durchaus, dass AoE 4 gut ist und die Serie nicht zu Grabe tragen wird. Meiner Meinung nach musste das Spiel im Vorfeld einiges an ungerechtfertigter Kritik seitens der Grafik einstecken. „Comicgrafik“, „Age of Disney“ und ähnliches hat man da gelesen. Das Größenverhältnis der Einheiten und Gebäude wurde bemängelt, die Farben als zu bunt bezeichnet und dabei wurde sich anscheinend nie die Mühe gemacht die anderen Teile anzusehen, um zu erkennen, dass AoE 4’s Stil sich nahtlos bei den Vorgängern einreiht, was auch kein Wunder ist, da Art Director Zach Schläppi in mehreren Interviews meinte, dass er sich Farben aus AoE 1 – 3 herausgepickt hat und man bereits bei Age of Empires 2 Dinge gesehen hat, wie Palisaden, die genauso hoch wie Häuser sind.

Mit Age of Empires IV hat man endlich wieder ein gutes Echtzeitstrategiespiel, dass das Potenzial hat, dem Genre wieder auf die Beine zu helfen. Der Name und der damit verbundene Nostalgiefaktor werden dazu sicherlich beitragen, doch die große Hemmschwelle wird hierbei der AAA-Preis sein, da die Definitive Editions für nur 19,99 € pro Spiel zu haben sind, während man für AoE 4 59,99 € (Standard) bzw. 79,99 € (Deluxe) verlangt. Dieser Vergleich ist allerdings nicht fair, da die Definitive Editions allesamt Remaster sind.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wohin die Reise gehen wird, vor allem, da noch einige wichtige Völker des Mittelalters fehlen und mit hoher Wahrscheinlichkeit als DLC nachgereicht werden. Ich spreche dabei von den Byzantinern, den Spaniern sowie den Azteken und Mayas, die alle ihre Daseinsberechtigung haben.

Kann ich Age of Empires IV also empfehlen? Definitiv ja. Wenn ihr AoE 2 und/oder 3 gespielt habt und Spaß hattet, werdet ihr AoE 4 mögen. Neueinsteiger und Gelegenheitsspieler werden mit den Kampagnen auch ihre Freude haben, da der Story-Schwierigkeitsgrad niemanden wirklich überfordert und sich die Geschichte auch lebendig anfühlt.


Trotz aller Schwächen bekommt Age of Empires IV von mir 7 von 10 Punkte.

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Bewertung: 5.0/5 (2)
Age of Empires IV – Test, Review zum Strategie-Hit, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von FloosWorld am 25. Oktober 2021.
Flo ist für seine unbeschreibliche Hingabe zur Age-of-Empires-Reihe und Rennspielen berühmt berüchtigt und füttert REPLAYING.de nach Lust und Laune mit coolen Beiträgen zu diesen Rubriken. Seine Pseudonyme ClassicGameingFan oder FloosWorld nutzt er auch auf seinen gleichnamigen YouTube-Kanälen - Vorbeischauen lohnt sich! Er hat 41 Artikel geschrieben.

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